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Interviews: Interview mit Christina Plaka   [Kompletter Artikel]



Sicherlich wird Christina Plaka euch allen ein Begriff sein: Sie war eine der ersten deutsche Manga-ka, die bei Carlsen Comics unter Vertrag genommen wurde. Nun ist sie zu Tokyopop gewechselt und ihr neues Manga "Yonen Buzz Vol. 1" ist absofort im Handel erhältlich. Was sie über Tokyopop denkt und sonst noch zu sagen hat, erfahrt ihr im Interview.
AnimePRO: Warum haben dich Mangas so fasziniert? Was war damals der Anreiz, dass du dich gerade für Mangas zu interessieren begonnen hast und diese dann auch zu zeichnen?
Christina Plaka: Also am Anfang war es ganz klar: die Exotik, eben wegen Japan, die man vorher nicht kannte. Das neue Land, die neue Kultur und die neue Sprache. Es war damals eine wunderschöne Sprache für mich, weswegen ich auch damit angefangen habe, japanisch zu lernen.
Anime war damals ein ganz neues Genre an sich, was von den Animationen her noch nicht ganz so populär im Fernsehen war und Manga waren eben die entsprechende Buchform davon.


AnimePRO: Was war dein erster Manga und wo erschien er?
Christina Plaka: Der allererste war „Gunsmith Cats". Ein sehr alter Manga, noch in großer Buchform und von links nach rechts lesbar. Er erschien, glaube ich, damals bei EMA bzw. Feest Comics, wie es damals noch hieß. Damals war ich noch 11 oder 12.


AnimePRO: Hattest
du zu Anfang ein Vorbild, als du im Mangastil zu zeichnen begonnen hast? Einen bestimmten Mangazeichner vielleicht?
Christina Plaka: In erster Linie waren damals Reize oder Anreize aus dem Fernsehen aus ganz verschiedenen Animationsserien, die mich beeinflussten. Ich hab natürlich alles ausprobiert und mit der Zeit kam natürlich nach 2 nach 3 Jahren mein eigener Stil hervor. Natürlich wird man auch immer wieder von anderen Zeichnern beeinflusst, aber nie so stark, dass man einen Stil vollkommen kopiert. Also man nimmt halt überall so ein paar Pics heraus und beobachtet, was man selbst daraus macht.

AnimePRO: Um jetzt mal zu deinen Zeichnungen zu kommen: Was für Mittel und Materialien benutzt du beim zeichnen und vor allem - wie rasterst du?
Christina Plaka: Eigentlich versuche ich ja, meinen Manga fern von jeglichen Computern zu halten. Ich bin sozusagen traditionell veranlagt. Aber ich zeichne eigentlich ganz normal zuerst was mit Bleistift vor, dann kommt Tusche und wenn ich coloriere dann mit Copic Marker. Wenn ich überhaupt rastere, dann halt wirklich mit Rasterfolie und alles per Hand. Also ich bin eher gegen Computer! Ich mag so was gar nicht und ich kann es auch nicht: Ich bin eine Computerniete, wenn man so will!

AnimePRO: Wobei das ja nicht ganz abwegig ist! Dr. Kaps hat uns verraten, dass dein Manga bald in den USA und später in relativ vielen anderen europäischen Ländern erscheinen wird. Darüber freust du dich bestimmt, oder?
Christina Plaka: Klar, ich kann das ja noch immer gar nicht richtig glauben. Ich bekomme das immer so mit: "Jetzt interessiert sich auch Taiwan für dich" und so, aber dann denke ich: „Ach wirklich?" - also ich kann es nicht so ganz begreifen, denn irgendwie finde ich mich selbst immer noch viel zu schlecht. Auch inhaltlich gesehen; nicht unbedingt vom zeichnerischen, denn ich muss schon noch in Bezug auf das Geschichten erzählen ein bisschen lernen. Wenn man dann so die richtig guten Sachen sieht, die  zu uns nach Deutschland kommen, denke ich dann immer: "Toll, aber da muss ich international gesehen dann mithalten können".

AnimePRO: Warst du eigentlich schon mal in Japan und falls ja wie oft?
Christina Plaka: Ich war einmal in Japan im Sommer 2003 mit dem Carlsen-Verlag, bei dem ich damals noch gearbeitet habe, für eine Woche in Tokyo. Es war sehr interessant, aber auch ziemlich anstrengend.

AnimePRO: Dein neuer Manga ist „Yonen Buzz", der Nachfolger von „Prussian Blue". "Prussian Blue" erschien damals Kapitelweise in der "Daisuki" und später als Band bei Carlsen, "Yonen Buzz" erscheint nun bei Tokyopop. Wie gehst du damit um? Was hat dich eigentlich dazu bewogen, den Verlag zu wechseln?
Christina Plaka: Für mich stand damals schon fest, dass ich nach „Prussian Blue" auf alle Fälle die Geschichte weiterführen wollte, aber jedoch in einem anderen Stil. Ich wollte nicht mehr so „kitschig" zeichnen, wie für die Daisuki, denn diese ist ja eher für junge Mädchen ausgelegt und im Manga müssen Blümchen und so rumschwirren... aber das biss sich natürlich mit meiner Thematik, von wegen Rock, Underground-Musik und Punk. Das passt natürlich nicht so gut mit Blümchen. Es musste schon ein Stylewechsel her und es kam da gerade so gelegen, dass auch mein Chef etwas neues gemacht hat - das passte genau zu meinem Neuanfang und meine Bezugspersonen waren ja nun alle bei Tokyopop, also bin ich gleich hinterher.




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