Artikel: J-Music in Germany [Kompletter Artikel]
Von Anime Songs zu düsterer Rockmusik - Wie der Trend aus Japan eigentlich zu uns kam und wie er sich in Zukunft noch weiter verbreiten wird
Erste Anfänge...
Dass Ende der 90er Mangas und Animes bei uns bekannt und beliebt
wurden, erklärt das steigende Interesse an der japanischen Kultur - und
Musik.
Animefans liebten nicht nur die Serien, sondern auch die
sogenannten Anime "Intros", die Titel- und Abspannmusik, die meist von
bekannten japanischen Popsängern gesungen wurden.
Durch das
Internet erfuhr man also, von wem das Lied denn gesungen wurde - und
wollte mehr davon hören. Zu dieser Zeit gab es allerdings noch keine
Möglichkeit die Musik im Gegensatz zu den Mangas bei uns in Deutschland
zu erwerben, also wurden durch das Internet aus Asien importiert. Wenig
später brachten Anime und Manga Zeitschriften erste Artikel über die
Stars aus Japan wie zum Beispiel Ayumi Hamasaki, Utada Hikaru, BoA oder
die ein oder andere in Japan bekannte J-Rock Band (japanischer Rock).
Die Begeisterung für J-Rock, der bis heute weitaus beliebter und
bekannter unter europäischen Fans ist, stieg.
Eine neue Welle schwappt nach Europa
Was in Japan schon Anfang der 80er beliebt wurde, kam 2000 zu uns:
Es wurden Fanclubs und Onlineclubs gegründet, etliche Foren eröffnet
und es fanden immer mehr Zeitschriften Gefallen daran, etwas über den
neuen Musikstil aus Japan zu berichten. Die Konzertagentur "Rock
Identity" organisierte neben "Neotokyo" erste Konzerte von Bands,
welche die beiden Labels "Gan-Shin" und "CLJ RECORDS" unter Vertrag
genommen hatten.
Eine
der ersten Bands, die den Weg zu uns gefunden hat, war "BLOOD", die im
September 2004 in Berlin, Kassel und Paris spielte. Es folgte ihnen
"D'espairs Ray", die auch im Jahr 2004 Berlin eroberten,
"Moi dix
Mois" 2005 in München und "Dir en grey", deren Konzert, welches nur
durch das Internet verbreitet wurde, ausverkauft war. Im gleichen Jahr
folgte für "Dir en grey", auch "Diru" abgekürtzt, Auftritte bei "Rock
am Ring" und "Rock im Park", die "Dir en grey" Frontsänger Kyo mit
einer dramatischen Bühnenshow gestaltete, wofür er bekannt ist.
Seit diesem Zeitpunkt finden immer mehr J-Rock Bands ihren Weg nach Europa, besonders nach Frankreich, Deutschland, Österreich, Finnland und Schweden. Auftritte auf Conventions wie der "AnimagiC" gab und gibt es natürlich auch, so begeisterte zum Beispiel dieses Jahr die Band "The GazettE" ihre Fans in Bonn. Manche Fans, die größtenteils über das Internet kommunizieren, treffen sich monatlich zu sogenannten Cosplay Treffen, um zusammen Musik zu hören, Fotos zu schießen, sich zu kostümieren und neue Leute kennenzulernen.
Neuer Style, neuer Hype?
Viele Fans sind Anhänger des Stils "Visual Kei", den sie auch in der
Öffentlichkeit vertreten, was für Aussenstehende auf den ersten Blick
recht bunt erscheinen mag. Merkmale wie zum Beispiel gefärbte Haare,
viel Make-Up, bunte Klamotten und ausgefallene Haarschnitte kommen
hierbei nicht selten vor.
Man könnte heutzutage sagen, dass die
Rock Musik aus Japan eine neue "Szene" geschaffen hat, die sich immer
weiter ausbaut. Zeitschriften wie "Bravo" und "Yam" schrieben 2006
erstmals Artikel über den neuen "Trend" aus Japan, wie sie es nennen,
was einige Fans in Aufruhr versetzte. (...)
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