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Artikel: Shôjo-Manga - Mädchenkultur made in Japan   [Kompletter Artikel]



Im Rahmen der Ausstellung „The Japanese Experience – inevitable" des Museums der Moderne in Salzburg hielt die neunundzwanzig Jahre junge Sprachwissenschaftlerin Vina Yun, eine Wienerin koreanischer Abstammung, einen Vortrag über die Entstehung und Entwicklung einer eigenen Gattung der japanischen Comics: die Shôjomangas – Mangas für Mädchen.

Manga in Japan
Manga („man": komisch, verzerrt; „ga": gezeichnetes Bild – japanische Comics) und Anime (vom englischen „Animation" - Zeichentrickfilm) sind in Japan mehr als beliebt. Die Mangaindustrie ist einer der wichtigsten Industriezweige Japans: 30% aller Druckerzeugnisse Japans sind Mangas (Tokyo hat nebenbei bemerkt den höchsten Druckverbrauch der Welt), es werden jährlich ca. 2 Milliarden Mangas in Japan verkauft und es erscheinen 300 Mangamagazine pro Jahr (das wohl erfolgreichste und bekannteste ist „Shônen Jump" mit einer Auflage von 6 Millionen pro Jahr). Der erfolgreichste Kinofilm Japans war der Animefilm „Prinzessin Mononoke". Die Manga-kas (Manga-Zeichner) werden sehr verehrt, genauso wie die Synchronsprecher der Animefilme und –serien. Animesoundtracks kommen sogar in die japanischen Charts und werden zu wahren Hits.

Der Weg eines Mangas läuft in der Regel so ab: zuerst wird ein Manga in einem Magazin (Magazine sind in Japan übrigens Wegwerfprodukte – sie werden einmal gelesen und dann weggeschmissen.) veröffentlicht. Die Leser können auf einem Kärtchen abstimmen, ob ihnen der Manga gefallen hat. Sollte dem so sein, wird eine Fortsetzung des Mangas in den Magazinen und später die einzelnen Episoden in Taschenbücher gedruckt. Wenn der Manga weiterhin gut ankommt, ist der nächste Schritt die Animation: der Manga wird zur Zeichentrickserie gemacht (fast alle Animeserien haben Mangavorlagen). Natürlich wird als nächstes der Manga vermarktet: Merchandisingprodukte gibt es wohl zu allen Animeserien. Heute werden sogar nur noch Mangas zu Animeserien gemacht, die sich auch 100% vermarkten lassen (siehe Yu-Gi-Oh! oder Bayblade).



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