Du für ihn
[Dieses Kapitel ist nur Volljährigen zugänglich]
Zuhause
Er öffnete die Tür und hörte die üblichen Geräusche, da Matt wieder an der PS3 saß. Klicken, fluchen und Spielgeräusche.
Als die Tür hinter ihm ins Schloss fiel, zuckte er sofort zusammen und sein Herz schlug plötzlich viel zu schnell.
„Mells?“, rief Matt aus dem Wohnzimmer. Mello wollte mit fester Stimme antworten, doch es ging nicht. Ein schwaches ‚Ja‘ brachte er heraus und räusperte sich.
Der Rothaarige kam ihm entgegen. „Ich hab dich gar nicht gehört, bist du nicht mit dem Motorrad weggefahren heute morgen?“
Mello nickte nur.
„Ich hab’s stehen lassen, war schon zu kaputt… Das war echt ein harter Tag, Matt…“
„Ist schon ok… Komm erst mal richtig rein und trockne dich ab, du bist ja ganz nass. Soll ich dich nachher vielleicht noch ein bisschen verwöhnen?“, fügte er dann noch lächelnd hinzu.
„Nein! Ich meine Nein, ist schon okay. Ich bin total fertig von der Arbeit und so...“ es tat weh, ihn so an zu lügen, aber es war besser, als ihm die Wahrheit über seinen Tag zu erzählen. Matt streifte seinem Freund den nassen Mantel ab und hängte ihn auf einen Bügel über die Heizung, währenddessen ‚ging‘ Mello ins Schlafzimmer und ließ sich aufs Bett fallen. Wenige Minuten später kam Matt ihm nach.
„Komm, ich zieh dich wenigstens aus. Vielleicht kann ich deinen Tag ja besser machen?“ Matt griff nach dem Verschluss der Weste und wollte ihn runter ziehen, als Mello seine hand ergriff und diese etwas zu stark drückte. „Mell?“
„Es tut mir Leid, war ein Reflex, bin wohl zu müde... Lass meine Klamotten an, ich geh gleich duschen und so.“, erklärte Mello mit halbstarker Stimme und setzte sich auf, Matt nickte nur und ließ sich ganz auf das Bett fallen.
Im Bad entledigte sich der Blonde seiner Kleidung und stieg unter das warme Wasser, auch wenn er vorhin schongeduscht hatte, er wurde das Gefühl nicht los, so schmutzig zu sein.
Nach wenigen Minuten kam er wieder raus, angezogen, in seinen früheren Schlafklamotten, nicht nackt, wie er es eigentlich seit Jahren schlief. Matt warf ihm einen fragenden Blick zu, doch Mello ignorierte diesen und legte sich aufs Bett.
„Mello? Was ist mit deinem Gesicht?“ fragte Matt, nachdem er den Blonden eine Weile lang gemustert hatte.
„hm?“
„Hat dich jemand geschlagen?“
„Ehm Ja, ich sagte doch ich muss die Arbeit erledigen, um die sich keiner reißt. Das war solch eine Arbeit heute...“
„Was ist passiert?“, fragte Matt, doch Mello schüttelte den Kopf. „Nicht so wichtig… Eigentlich war es keine große Sache, es war halt ein riskanter Job- der Kerl ist einfach schnell aggressiv und schlägt drauf los…“, sagte Mello, doch es klang nicht sehr überzeugend.
Matt seufzte. Er war sich sicher, dass der Blonde ihn anlog, aber er wollte es ihm nicht so direkt ins Gesicht sagen. Nicht, wenn er ohnehin so fertig aussah. Aber was war wirklich passiert?
„Soll ich dir den Rücken massieren?“, bot der Rothaarige an, doch Mello schüttelte nur den Kopf. Einen Moment lang sagte er nichts. Das Angebot musste er ablehnen, weil Matt in diesem Fall zu nah an der Stelle war, die ihn immer noch so sehr schmerzte. Dann fragte er leise: „Setzt du dich noch zu mir?“
Matt nickte, setzte sich aufs Bett und Mello kuschelte sich an die Brust seines Freundes.
Es fühlte sich gut an und zugleich falsch. Es war falsch Matt zu betrügen. Es war falsch hier mit ihm zu liegen und zu tun als wäre alles okay. Es war sowas von falsch ihm ins Gesicht zu gucken und ihn anzulügen.
„Ich liebe dich Mail...“ brachte er raus und fühlte wie sich leichter Schmerz in seiner Kehle bildete. Nein, er durfte jetzt nicht heulen. Wenn er jetzt weinte, dann war alles umsonst. ‚Mello sei Stark...! ‘ sagte er zu sich selbst und hatte sich schnell wieder im Griff.
„Ich liebe dich auch, Mihael.“ antwortete sein Freund und drückte den Blonden sanft an sich.
Als Mello eingeschlafen war, stand Matt nicht auf. Er betrachtete das Gesicht seines schlafenden Freundes und strich zärtlich darüber. ‚Warum vertraust du mir so wenig, Mel? Warum sagst du mir nicht, was passiert ist?’, dachte er und fragte sich, was es wohl war, das der Blonde ihm da unbedingt verschweigen wollte.
Irgendwann jedoch schlief auch er ein.
Als Matt aufwachte, lag er allein im Bett.
Immer noch verschlafen rieb er sich die Augen und ging zum Badezimmer, wo der Blonde sich gerade seine Weste anzog. Als er ihn bemerkte, erschrak er. „Verdammt, Matt, erschreck mich doch nicht so! Fuck! Du kannst doch nicht einfach so ins Bad kommen!“
Ein wenig verwundert sah der Rothaarige ihn an. Seit wann war es denn ein Problem, wenn er ins Bad kam, während Mello da gerade was machte?
„Sorry… Du hast mich nur erschreckt. Wollen wir frühstücken? Oder…“
Matt nickte. Er wusste, er würde mit dem Blonden reden müssen, über sein merkwürdiges Verhalten, aber irgendwie traute er sich nicht, weil Mello ihm dann garantiert unterstellen würde, dass er ihm nicht vertraute.
Vielleicht sollte er einfach mal abwarten, wer weiß was der Blonde hatte. Vielleicht war da auch gar nichts, aber ein schlechtes Gefühl wollte Matt keine Ruhe geben. Mello verzog sich ganz schnell aus dem Bad und Matt ging schnell duschen, nach wenigen Minuten war er dann in der Küche, wo der Blonde Pfannkuchen machte.
Etwas bedrückt setzte sich Matt an den Tisch, den Mello schon sorgfälltig gedeckt hatte. Dann beobachtete er den Blonden bei der Arbeit. Dieser wirkte etwas verkrampft und zuckte ab und zu zusammen, so als würde ihm etwas verdammt weh tun, wenn er sich falsch bewegte.
„Mel? Ist wirklich alles ok?“
Der Blonde antwortete ihm nicht, sondern stellte ihm nur den Teller hin. „Hier, ich hoffe es schmeckt, ich war mir nicht mehr sicher, wie viel Eier da rein müssen…“, sagte er und setzte sich neben Matt. Wieder so ein merkwürdiges Zusammenzucken.
„Mello, irgendetwas stimmt doch hier nicht.“, sagte Matt dann, als der Blonde seinen Pfannkuchen aufgegessen hatte.
„Nein.“, sagte der Blonde noch mit vollem Mund. „Alles ok. Muss nur gleich wieder zur Arbeit, hab nicht soviel Zeit…“
Mit diesen Worten stand er auf und griff nach seiner Jacke.
Doch Matt wollte ihn jetzt nicht so gehen lassen, es war viel zu offensichtlich, dass sein Freund etwas verheimlichte. Schnell stand er auf und schnappte sich Mellos Handgelenk, dann zog er ihn zu sich.
„Mello! Sag mir doch was hast du? Ich seh es doch... Hab ich etwas falsch gemacht? Wenn ich daran Schuld bin dann sag es mir doch bitte... Ich werde es wieder gut machen.“
„... Nein, es ist wirklich nichts. Du hast nichts falsch gemacht.“ antwortete Mello und schaute weg. Daraufhin verstärkte sein Gegenüber den Druck auf Mellos Hand und drückte ihn leicht gegen die Wand.
„Hast du jemand anderen?!“, fragte der Rothaarige.
Mello schüttelte den Kopf, erwiderte den Blick seines Freundes entsetzt. „Matt, nein! Wie oft soll ich dir das denn noch sagen, du… Aua… Du tust mir weh…“
Dann streifte er die Hände seines Freundes von seinen eigenen Handgelenken ab.
„Ich brauch mir von dir so was nicht unterstellen zu lassen!“, rief er laut, dann stapfte er aus der Wohnung.
Er hatte die Tür hinter sich zu geknallt und war gerannt, so schnell ihn seine Beine trugen, nur um eine Straßenecke später halt zu machen. Es tat ihm leid, dass er Matt so behandelt hatte, aber…
Es musste sein...wenn Matt wüsste, dass er sich von seinem Chef und Kollegen vögeln ließ, dann hättte er ihn nie wieder dort hingelassen. Und das hieße dann, dass Rodd ihn holen kommen würde und auch das Ende von Matt...
Das wollte Mello nicht, er wollte nicht, dass Matt leiden musste.
Nachdem er sich wieder beruhigt hatte, ging er weiter. Nach knapp einer Stunde war er bei dem Versteck angelangt, als er den großen Raum betrat, wurde er schon hungrig angeguckt. Rodds Gefolgsleute hatten wieder Würfel auf dem Tisch vor ihnen liegen und Kal grinste ihn diabolisch an.
„Na Kleiner, freuste dich schon?“