Der Morgen
Dieser Tag begann wie jeder andere auch: Ich saß auf meinem Bett und wartete, jemand sollte hereinkommen und mich wecken.
Es war noch früh, ich schätze, etwa 05:00 morgens. Ich wartete. Etwa eine Stunde passierte nichts, bis jemand die Tür leise öffnete. Ich lag mich schnell wieder hin, in mein Bett, damit niemand merkte, ich war schon wach. Ich sah zur Tür: Kain. Endlich. Wie lange hatte ich darauf gewartet, dass nicht Rubicante oder Scarmiglione kamen, um mich zu wecken.
Mit Kains erscheinen hatte sich alles verändert: Mein Herz schlug schneller und schneller, den ich war nicht fähig meine Gefühle zu kontrollieren. Er kam an mein Bett heran: „My Lady. Ich müsst aufstehen.“ Schade, er nennt mich immer noch so.. „My Lady“. Könnte er mich nicht einfach Crystal nennen? So wie jeder andere Auch? Einfach nur Crystal? Ist ja nicht so, dass ich jemand besonderes wäre… Nur die Tochter von dem Mann, der die Menschheit auslöschen will. Ich war nicht mal seine leibliche Tochter…
Er hatte mich aufgenommen, als er sah, wie ich mich auf der Straße gegen die Größeren und zum Teil auch kräftiger gebauten behauptete. Er kam auf mich zu und sagte: „Du hast Potenzial. Lebst du auf der Straße?“ Ich nickte, sagte nichts, denn zu dem Zeitpunkt war ich Naiv und eingeschüchtert. Er nahm meine Hand, zog mich fort von Freunden und mittlerweile auch der neu aufgebauten Familie. Ja, ich sah meine Ziehmutter als leibliche Mutter an. Und auch meine restlichen Ziehfamilienmitglieder sah ich als leibliche Familie an. Doch als mein neuer Vater mich „rettete“, begann ein neues Leben. Ich lebte fortan in Wohlstand, Reichtum und leider auch, was viele niemals denken würden, wenn sie mich sehen, in der Dunkelheit.
Als Kain näher an mein Bett kam, schaute ich ihm in die Augen. „Ach, ihr seid wach.“, sagte er freundlich. Ich setzte mich, meine Haare waren zerzaust wie immer. Ich glaubte einen Moment ein Lächeln auf seinem Gesicht zu sehen, doch ich denke es war nur Einbildung. Noch nie hatte ich ihn Lächeln sehen, außer Rosa Farrell, eine unserer Feinde, war in seiner Nähe. Er liebte sie, das spürte ich ganz genau. Er liebte sie wohl so sehr, wie ich ihn liebte. „Das Frühstück wartet. Macht euch bitte fertig.“ Wieder so förmlich. Ich nickte, wollte nichts sagen, aus Angst, etwas Falsches zu sagen. Er verließ mein Zimmer, ich stand auf und machte mich fertig: kämmte Haare, Wusch mein Gesicht, suchte ein Kleid raus und zog es an.
Ich ging runter in den Saal, den wir immer zum Frühstücken nutzten. Es waren bereits alle da: Kain, Rubicante, Scarmiglione, Barbarizza, Cagnazzo und auch mein Vater. Alle saßen sie da, still und am Essen. Nicht mal warten konnten sie.
Ich setzte mich neben meinen Vater, auf den Platz, auf dem ich immer saß. Alles war so wie sonst auch, bis auf die Tatsache, dass Kain kam, um mich zu wecken. Es war merkwürdig, es wollte mir nicht aus dem Kopf. Warum ausgerechnet Kain? Mein Vater war gegen meine Gefühle für Kain, das ließ er mich deutlich spüren. Mein Vater stand auf. Er sagte: „Wie manche von euch wissen, meine Tochter wird bald 17.“ Oh
nein, nicht das schon wieder. „Es wird zeit, dass sie den Mann fürs Leben an ihre Seite gestellt bekommt. Lange habe ich nachgedacht, nun habe ich eine Entscheidung getroffen.“, führte er fort. Was, er hat jetzt schon eine Entscheidung getroffen?! Ich betete insgeheim. Alle, nur nicht Scarmiglione oder Rubicante. Alle, nur nicht diese Beiden. Ich hasste sie auf den Tod. Wenn es nach mir ginge, würden Beide schon nicht mehr unter uns Weilen. Aber leider geht es nicht nach mir. Und leider trifft mein Vater immer die Entscheidungen, die mir nicht gefallen. Also konnte es nur einer von den Beiden sein. Ich fing an in Gedanken mein Testament zu schreiben, dieser Tag würde mein Letzter sein. „Crystal, ich hoffe, ich konnte dir mit dieser Entscheidung einen Gefallen tun. Ich möchte, dass du glücklich wirst, deshalb habe ich die Person ausgewählt, die am besten für dich sorgen kann.“, sagte er. Glücklich soll ich sein? Mit einem Vater, der die Menschheit auslöschen will? Höchstwahrscheinlich mit einem Ehemann, den ich hasse? Wie soll das gehen?
Die Anderen erhebten sich. Ich schaute alle nacheinander an, danach meinen Vater. „Meine Wahl ist Rubicante.“, sagte er stolz. War ja klar. Wieder konnte ich die Gedanken meines Vaters voraus sagen. Und ich Dussel freute mich über diesen Tag.
Wie konnte ich nur? Wäre ich doch bloß in meinem Bett geblieben, bis ich gestorben wäre… Aber nun war es zu spät.
Ich stand auf, nahm meinen Teller und verließ den Saal. Zuerst ging ich, bis ich im Treppenhaus war. Danach lief ich. Ich wollte nicht, dass mir jemand folgte, deshalb schloss ich mein Zimmer ab. Ich wollte allein sein, für mich ganz allein. Allein sein und meinen Tod planen. Doch dann klopfte es. „My Lady, ich bin es, Kain… Bitte lasst mich rein, ich muss mit euch reden.“, kam es von der anderen Seite der Tür. Kain also… Ich hatte mit schlimmeren gerechnet. Ich stand auf und öffnete die Tür, langsam und vorsichtig, um sicherzugehen, dass niemand anderes da war. Doch dies war nicht der Fall. Ich ließ ihn rein und schloss die Tür wieder. „Was ist los?“, fragte ich kurz und knapp. „Du bist nicht glücklich über diese Entscheidung, stimmt’s?“, fragt er zurück. Ich schüttelte nur meinen Kopf, den Tränen war ich nahe, einmal aus Trauer, andererseits aus Freude, denn Kain schien sich Sorgen um mich zu machen. Aber wahrscheinlich war er nur auf Befehl meines Vaters hier. Dann passierte etwas, womit ich nie gerechnet hätte: Kain umarmte mich. Wirklich eine richtige Umarmung war das. Jetzt war es soweit, ich konnte meine Tränen nicht mehr aufhalten. Ich heulte los, leise, in der Hoffnung er merkte nichts. Vergeblich… „Nicht weinen, Du brauchst nicht weinen Crystal…“, sagte er mit sanfter Stimme. Er hatte mich bei meinem Name genannt. Ich wischte meine tränen weg, denn ich wollte nicht weinen. Nicht jetzt, wo doch endlich das passierte, was ich mir schon gewünscht hatte, als ich Kain das erste Mal sah…
Vergangenheit
Ich musste zurückdenken… Kain traf ich das erste Mal in Baron, bei der Ankunft meines Vaters und mir. Wir sollten für den König von Baron arbeiten, doch dies war nur Fassade. In Wahrheit wollte mein Vater Macht. Macht, die er nicht besaß. Und ich sollte ihm dabei helfen. Dank meines niedlichen Aussehens, konnte ich Menschen leicht um den Finger wickeln. Jeden Menschen, nur nicht Kain. Das faszinierte mich. Heute weiß ich warum, Rosa Farrell hieß der Grund. Er hatte nur Augen für sie.
Das leichteste Spiel hatte ich mit dem König, er war doch wirklich zu naiv. Ich brachte ihn dazu, meinen Vater zu seinem Berater zu machen, somit direkt neben ihm zu hantieren. Mein Vater hatte also die indirekte Macht über Baron. Um seine bisherige Macht zu manifestieren, übernahm er Kontrolle über den König, dann ließ er ihn von Cagnazzo töten. Cagnazzo übernahm die Rolle des Königs und veranlasste merkwürdige Dinge. Cecil, ein Dunkelritter, sollte gemeinsam mit der Armee der „Rotschwingen“ den Kristall aus Mysidia stehlen. Noch ahnte niemand, welche fatale Folgen das haben würde, niemand außer mir und meinem Vater, denn wir kannten ja den Plan. Erst Mysidia, dann Damcyan, Fabul, als Letztes Troia. Somit waren alle Kristalle des Lichts in unseren Händen. Doch leider erfuhr Jemand von diesem Plan: Cecil und Kain. Sie stellten sich uns in den Weg, fanden Freunde und wurden stärker und stärker. Cecil wurde sogar zum Paladin, doch Kain bekamen wir unter unsere Kontrolle… Es war schön ihn in der Nähe zu haben, doch leider war er nicht er selbst. Er steht auch heute noch unter dem Bann meines Vaters…
Zärtlichkeit und Tod
Kain umarmte mich immer noch. Mir wurde ganz warm ums Herz, trotz der kalten, von Dunkelheit erfüllten Rüstung, die er trug. In ihm steckt also doch noch ein Mensch… War ich glücklich. Doch plötzlich löste er die Umarmung, er schien ebenfalls ein Geräusch unmittelbar vor der Tür zu vernehmen. Es knisterte, wie Feuer. Moment.. Feuer?!? Rubicante steht vor der Tür, das stand fest. Ich ging zur Tür: „Hey du Idiot, hör auf meine Tür anzuzünden…Die brauch ich noch.“ Ich öffnete die Tür, Kain hatte sich unter meinem Bett versteckt, wie sah es aus, wenn er mitten in meinem Zimmer stand? Rubicante wollte mich berühren, doch ich wich zurück. „Crystal, ich…“, wollte er einen Satz beginnen, doch ich unterbrach: „Mein Vater fällt oft Entscheidungen gegen meinen Willen, wie jetzt gerade. Bilde dir bloß nichts darauf ein, nur weil mein Vater dich auserwählt hat. ICH heirate dich NICHT! Und ich werde meine Meinung auch nicht ändern.“ Er ging wieder, ohne sich umzudrehen. Puh, das war überstanden. Ich schloss die Tür wieder ab. „Kain, du kannst rauskommen. Er ist weg.“, sagte ich. Er tat, wie ihm geheißen. Wir setzten uns auf mein Bett, es schien, er wollte wissen, was ich denke. Ich murmelte: „Ich will sterben. Mein Leben ist nicht lebenswert.“ „Natürlich, jedes Leben ist lebenswert, auch deines.“, sagte Kain. Ich schüttelte den Kopf. Ohne ihn an meiner Seite war nichts wert. Wirklich gar nichts. Ohne ihn fühlte ich mich allein gelassen, von jedem allein gelassen. Nur er war hin und wieder da, um mir beizustehen. „Kain, ich…“, wollte ich sagen, doch ich unterbrach mich selbst. „Was ist denn? Sprich weiter.“, sagte er. Haha, Weitersprechen, wie lustig… Soll ich ihn vielleicht gleich küssen? Dann weiß er auf jeden Fall Bescheid, wie ich fühle. Doch die Alarmsirene ertönte. Eindringlinge. Na Super….
Eindringlinge
Jemand war in den Turm eingebrochen. Bestimmt Cecil und seine Freunde. Kain und ich waren heute mit aufpassen dran, deshalb gingen wir beide los, um nachzusehen. Ich nahm zur Sicherheit meine Schattensense mit, nur für den Fall…
Wir gingen gemeinsam in das Treppenhaus, doch jemand kam uns Zuvor: Rubicante. Oh, wie sehr ich ihn doch hasste. Mehr als Alles andere auf der Welt. „Scheint als wären wir arbeitslos, Kain. Rubicante erledigt das schon!“ ,sagte ich. Er nickte. Rubicante drehte sich um. Während er sich umdrehte, sagte er: „Oh Crystal! Was.. Was machst du hier?“ „Dich ignorieren…“, sagte ich abweisend. Ich schaute zu Kain. Er nickte nur, als ob er nichts anderes könnte. „Na komm, wir haben was zu tun.“, sagte ich zu ihm. Wir gingen Beide schnurstracks an Rubicante vorbei, ohne ihm weiter Beachtung zu schenken. In der kleinen Passage angekommen, stellte Kain sich vor mich. Ich wusste nicht warum er das tat, aber ich denke, es wird seinen Grund gehabt haben. Cecil und seine Freunde kamen in die Passage rein. „Kain…“, sagte Cecil. „Cecil, ich bitte euch zu Gehen. Wir haben hier gerade ein großes Problem, das sich nicht so leicht bewältigen lässt.“, sagte Kain. Hä? Problem? Was für ein Problem? „Was meinst du?“, fragte ich aus Neugier und trat dabei neben Kain. Ehe ich mich versah, sauste ein Kunai auf mich zu. Ich versuchte auszuweichen, doch ich wurde am Arm getroffen, der Kunai steckte fest. Es schmerzte, ich spürte, wie mein Blut aus der Wunde trat. Kain reagierte sofort, er nahm meinen Arm und hob ihn hoch. Stimmt, die Wunde muss höher als das Herz stehen, damit nicht so viel Blut austreten kann. „Wartet einen Augenblick, My Lady, ich hole Verbandszeug.“, sagte er. Dann lief er Richtung Medizinzimmer. Ja, wir hatten sogar ein ganzes Zimmer voll Medizin. „Als ob ich das nicht selber könnte…“, sagte ich zu mir selbst, dann setzte ich mich auf den Boden, stehen war zu anstrengend bei einer Wunde wie dieser. Sie war eigentlich nicht mal groß, nur war es die 2. offene Verletzung, die ich in den letzten 10 Jahren hatte. Im selben Moment kam Kain wieder. Er zog mich ruckartig hoch, zog den Kunai raus, wischte mit einem Lappen über die Wunde. Es brannte höllisch, er musste Desinfizierungszeug drauf gemacht haben, denn ein normaler Lappen würde nicht so brennen. Ich verkniff mir einen Schrei, dafür krallte ich mich an seiner Rüstung fest. „Alles Okay, gleich ist es vorbei“, sagte er zärtlich. Er hatte recht: obwohl er noch über meine Wunde wischte, hatte ich keine Schmerzen. Er nahm eine Kompresse und legte sie auf die Wunde, dann verband er sie. Der Verband war fest und mein Arm sah etwa doppelt so dick aus wie der Andere. Naja, egal, ich vertraue ihm ja. Mittlerweile hatte ich auch aufgehört, mich an ihm festzukrallen. Cecil und die Anderen hatten nur zugeschaut und einem ihrer Kameraden die Hölle heiß gemacht. Er musste mich abgeworfen haben. Mein Vater würde jetzt sagen: „Crystal, stell sofort deine Ehre wieder her und töte ihn.“ Aber da ich nicht so dachte wie mein Vater, versuchte ich es mit reden: „Warum hast du mich abgeworfen? Das hat wehgetan, außerdem wird mein Va…“ Kain hielt mir den Mund zu. Warum weiß ich nicht, ich riss mich los. „Ey was sollte das? Ich will auch mal mit anderen Personen Reden!“, schrie ich ihn an. „My Lady, euer Vater… Es geht niemanden etwas an, wer euer Vater ist.“, sagte er, während er meine Hand nahm, kurz davor sie zu brechen. Ich war geschockt: Wo war die Fürsorglichkeit von eben hin, was war passiert? Diese Fragen schwirrten in meinem Kopf rum, bis Kain umkippte und mich mitzog. Er stand wieder unter dem Bann meines Vaters. Dieser Bann raubte ihm manchmal die letzten Kräfte. Dieses war einer der Momente, ich machte mir wie immer viel zu viele Sorgen. „Kain! Wach auf! Wach auf hab ich gesagt!“, schrie ich. Oh oh… Er wachte nicht auf. Jetzt machte ich mir wirklich Sorgen, denn sonst stand er immer gleich wieder auf. Ich öffnete seine Rüstung um zu schauen, ob er noch atmet und sein Herz noch schlägt. Zum Glück war alles in Ordnung, er wachte wieder auf. Ich war den Tränen nahe, atmete hektisch, so besorgt war ich. Würde er sterben, wäre ich allein. Ganz allein… Ich begann zu weinen. Auf Grund der Tatsache, dass Cecil und seine Freunde zusahen, wollte ich nicht offensichtlich gestalten, dass ich Angst um Kain hatte. Aber ich war nicht die Einzige, die sich sorgte: Rosa kam zu uns gelaufen, um zu sehen, was passiert war. Cecil und die Anderen folgten ihr. Jetzt musste für Kain ein Traum wahr werden. Rosa schaute ihm tief in die Augen. „Kain, was ist passiert?“, fragte sie ihn. Ich stand auf, wollte den Beiden nicht im Wege stehen, wie sehr es auch in meinem Herzen schmerzte. Gerade weil es so schmerzte, musste ich weinen. Ich drehte mich weg, wollte nicht mit ansehen, was gerade geschah. Nun geschah das, wovor ich mich am meisten fürchtete… Kain ging mit den Anderen mit. Im Klartext: Er ließ mich allein. Ich schaute noch hinterher, wie er verschwand, Mein Herz war nun vollends gebrochen.
Allein mit mir Selbst...
Allein mit mir selbst…
Einen Tag später, war ich todmüde. Ich konnte die ganze Nacht nicht einschlafen, Kain war nicht mehr da. Mein Vater schickte mich weg, auf Erkundungstour, ich sollte nachsehen, wo der Letzte Schattenkristall war. Konnte ja nicht so schwer werden, dachte ich mir. Um nicht erkannt zu werden, organisierte ich mir andere Klamotten. Einfache Klamotten, wie sie von normalen Leuten getragen wird. Da ich allerdings in die Unterwelt musste, fiel ich auf, ob ich es wollte oder nicht. Immerhin war ich ein Mensch, die Bewohner der Unterwelt waren Zwerge. Also ging ich los, um den Letzten Kristall zu finden. Durch einen Zufall sah ich Cecil und seine Truppe, mit Kain. Ich nahm mir eine Kapuze und zog sie über, es wäre nicht gut wenn sie mich erkannten. Aber Kain tat es. Er kam unauffällig auf mich zu, flüsterte mir ins Ohr: „My Lady, ich hoffe wir sehen uns wieder.“ Nein werden wir nicht, im Höchstfall auf dem Kriegspfad. Aber ich werde nicht gegen ihn kämpfen. Niemals! Dafür würde ich mich selber hassen. Wobei ich doch schon so unglücklich bin. Er ging wieder zu den anderen, sagte ich sei eine alte Bekannte, die er mal auf einer Mission kennen gelernt hatte… Alte Bekannte also.. Dafür hält er mich... Ich lief hinter eine Ecke und schrie. Ich schrie so laut wie ich konnte, um meine Wut zu verlieren, aber es nützte nichts. Ich würde nur noch wütender, schrie immer weiter, verlor meine Stimme. Mein Arm fing wieder an zu schmerzen. Ich hatte mich wohl überanstrengt. Bis dahin erinnerte ich mich und dass Kain kam und nach mir sah.
Gemeinsam...
Gemeinsam
Als ich wieder aufwachte, lag ich in einem Bett, nicht gerade groß, nicht gerade gemütlich. Mussten das die Leute aushalten, die nicht mit mir auf einem Stand waren? Ich schaute mich um, irgendwas musste doch hier sein… Aber Fehlanzeige… Niemand war da… Ich saß mich hin, recht gerade hielt ich den Rücken, ich versuchte zu reden, aber es ging nicht. Ich musste heiser sein. In dem Moment kam Cecil rein, schaute mich an: „Ah, du bist wach. Dann komm, die anderen warten zu hören, was du außerhalb des Turms willst.“ Ich versuchte wieder etwas zu sagen, aber es funktionierte wieder nicht. So ein Mist, stumm unter dem Feind. Mein Vater wird mich töten, wenn ich ihm das erzähle. Am besten ich behalte es für mich. Dann stand ich auf. Ich ging mit Cecil in einen anderen Raum. Eigentlich hatte ich Angst, höllische Angst, aber ich ließ es mir nicht anmerken. Es gehört sich nicht, Angst zu haben, wenn man eine gewisse Ehre hat. Ich schaute alle nacheinander an, dann schaute ich wieder zu Cecil. Er wusste, dass ich zu diesem Zeitpunkt keine Stimme hatte. Dann stand einer auf. Er war größer als ich, um ca. 2 Köpfe. Ich schaute ihn an. Er nahm mein Kinn und drückte mich gegen eine Wand. „Was willst du hier? Musst du nicht zu Hause bei deinem Vater sein?“, sagte er in einem leicht aggressiven Ton. Ich versuchte zu reden, dieses Mal gelang es mir, wenn auch nur leise: „Sei bloß leise, du willst mich nicht wütend erleben. Da bin ich unerträglich.“ Er rutschte mit der Hand, die er an meinem Kinn hatte, zu meinem Hals und drückte. Er drückte fester und fester, niemand wagte etwas zu unternehmen. Langsam bekam ich keine Luft mehr, mir wurde schwarz vor Augen. Auf einmal kam Kain rein und schubste ihn weg. Ich fiel in seine Arme, er fing mich auf. Meine Augen waren geschlossen und aufgrund meiner derzeitigen Atemnot wollte er mir Helfen. Er sagte: „Da hilft nur Mund-zu-Mund-Beatmung.“ Er küsste mich, gab mir dabei Luft, die er unmittelbar zuvor eingeatmet hatte. Ich öffnete Meine Augen wieder, schaute ihn an. Er lächelte, war froh. „Zum Glück… Du lebst. Ich dachte schon, ich hätte dich verloren.“, sagte er, während er mich noch mal fest in die Arme nahm. Er hob mich hoch und legte mich auf ein Sofa, dann ging er mit dem Typen, der mich zuvor gewürgt hatte nach draußen. Etwa fünf Minuten später kamen die Beiden wieder, unverletzt. Kain kam wieder zu mir, setzte sich neben mich. Ich hielt meinen Hals, durchs Würgen schmerzte er etwas. Genauso wie mein Arm. „Kain…“, krächzte ich, bekam keinen weiteren Ton heraus. Doch er würdigte mich plötzlich keines Blickes mehr. Na toll, er ignorierte mich mal wieder… Ein merkwürdiger Typ mit Halbglatze glotzte mich schief von der Seite an: „ Wer ist das Mädchen Kain, woher kennst du sie?“ „Sie ist die Tochter von Golbez. Aber sie denkt nicht im geringsten daran, so zu handeln, wie er es tut.“, sagte er, während er den Typen anguckte. Eine unangenehme Stille machte sich breit. Schließlich ergriff Cecil das Wort: „Und wie heißt sie? Was will sie hier“ „Ihr Name ist Crystal…“, sagte er doch ich unterbrach ihn mit krächzender Stimme: „Was ich hier will hat euch nicht zu interessieren… Immerhin bin ich im Auftrag..“ Doch ich unterbrach mich selbst. Jetzt hätte ich beinahe zu viel verraten. Ich stand auf und teleportierte mich hinaus.
Da ich wieder an Stimme gewann, ging ich in eine nahe gelegene Herberge. Dort nahm ich mir ein Zimmer und versuchte krampfhaft das Bild von Kain und Rosa zu verdrängen. Doch es funktionierte nicht, sie schwirrten in meinem Kopf rum, wie elende Geister. Na toll.. Meine große Liebe flirtet mit einer Anderen und nach Hause konnte ich auch nicht, da ein brennender Idiot, der sich zu den vier großen Idioten zählte, vor meinem Zimmer stand und auf meine Rückkehr wartete, um mich zu HEIRATEN!
„So ein MIST!!!“, brüllte ich und war kurz davor mit dem Kopf gegen die Wand zu schlagen. Der Wirt kam zu mir hoch. Er musste mich wohl gehört haben. Gerade als er die Tür öffnete, schlug ich mit dem Kopf gegen die Wand und knallte nach hinten. Die Wand war wohl doch härter als gedacht. „Autsch…“, sagte ich, bevor es wieder schwarz um mich wurde.
Als ich meine Augen wieder aufschlug, brummte mein Schädel. Na super… Ich fasste mir an die Stirn und fand einen dicken Verband. Ich musste mir den kopf härter angeschlagen haben, als gedacht. Mein Blick wanderte durchs Zimmer. Ich zuckte zusammen, als ich die Person sah, die mit verschränkten Armen an der Wand lehnte, den Blick nach unten gesenkt. Kain! War der Boden denn wirklich so Toll, dass er es nicht mal nötig hatte, mich anzusehen? „Hallo, hier bin ich!“; wollte ich sagen, aber ich behielt es lieber für mich, er schien etwas sauer zu sein. „Was denkst du dir nur dabei? Ich weiß ja, dass du Probleme hast, aber dass du dich gleich töten musst, verstehe ich absolut nicht.“, sagte er. „Wenn du wüsstest, wie ich fühle, wärst du gar nicht hier. Dann würdest du Abstand von mir halten, wie jeder normale Mensch auch.“, sagte ich, während ich aufstand.
Ich...
Ich ging zu einer Höhle, in der ein Portal zur Oberwelt war. Wie erwartet, ist Kain mir gefolgt. In einer Höhle auf der Oberwelt kamen wir wieder aus dem Portal. Direkt in der Höhle, war auch das, was ich Kain zeigen wollte. Es war ein Kleid, ein Hochzeitskleid um genau zu sein... Ich wollte es tragen, wenn ich den Mann heiratete, den ich liebe. Aber da es dazu niemals kommen wird, steht das Kleid hier umsonst. Kain stand hinter mir und bewunderte das Kleid. „Seit wann…“, sagte er, bekam nichts mehr raus, so erstaunt war er. „Das Kleid? Das habe ich gemacht, als ich dich kennen gelernt habe… Aber alle Mühe und Arbeit war umsonst… Denn der Zweck des Kleides wird niemals erfüllt werden…“, sagte ich, während ich das Kleid nahm. „Warum? Welchen Zweck hat es?“, fragte er. „Ich wollte es tragen, wenn ich den Mann heirate, den ich auch wirklich liebe. Aber er hat Gefühle für jemanden anderes… Genauso unerfüllt, wie meine für ihn.“, sagte ich, während ich meine Sense beschwor. „Was hast du vor? Willst du es… kaputt machen? Ohne es einmal getragen zu haben?“, sagte er, während er mir die Sense wegnahm. „Wann soll ich es denn tragen? Jetzt vielleicht?“, sagte ich mit ein bisschen viel Ironie in meiner Stimme. Kain nickte. Er verlangte echt merkwürdiges… Ich in einem Hochzeitskleid… Und das jetzt. Er nahm das Kleid weg und legte es auf eine kleine Anhöhe. Dann zog er mir das Kleid aus, das ich gerade trug. Ich lief knallrot an, denn es kam nicht oft vor, dass mich ein Mann umzog. Und dann auch noch Kain. Als das Kleid geöffnet war, nahm er das Hochzeitskleid. Er stülpte es mir über und zog dann das andere Kleid runter. Er legte das Andere Kleid beiseite, schloss daraufhin das Hochzeitskleid. „Wunderschön. So stelle ich mir meine Braut vor.“, sagte er, während er sein Kinn auf meine Schulter legte. Er umarmte mich von hinten, hielt mich fest, ohne anzudeuten, mich loszulassen. „D-Deine.. Braut?“, stotterte ich. Ich zitterte am ganzen Körper, hoffte er merkte es nicht, was aber wohl nicht so war. Er ging zur Puppe, die das Kleid vor mir trug und nahm die Armstulpen und den Schleier. Er gab mir die Stulpen, ich zog sie an, danach setzte er mir den Schleier auf. Ich schloss die Augen, das war zu viel des Guten. Kain werd wieder Gemein zu mir, so viel Zärtlichkeit von dir bin ich nicht gewohnt. Am liebsten würde ich ihn jetzt in die Arme nehmen und Küssen, aber das ließ ich wohl doch lieber. Stattdessen nahm Kain meine Hände und kniete vor mir nieder. „Crystal, ich muss dir etwas sehr Wichtiges sagen. Ich weiß nur noch nicht, wie ich dir das sagen soll…“, sagte er. Er nahm meine Hüfte und drehte mich um, danach legte meine Hand auf seine Schulter, wie es beim Tanzen üblich war. Meine Andere Hand behielt er in seiner Hand. Wir begannen zu Tanzen, ohne Musik versteht sich. Aber das war egal, ich war Kain so nah wie nie zuvor. Ich wollte diesen Moment genießen, wer weiß wann er endet…
Nach einer Zeit bemerkten wir, dass die Sonne unterging. Ich zog mich um und wir gingen durchs Portal zurück in die Unterwelt. Da ich beim Tanzen mehrmals umgeknickt war, trug Kain mich zurück zu den Anderen, sonst bräuchten wir noch Ewigkeiten, aber wir waren schon viel zu lange weg. „Kain? Ich muss dir mal etwas sagen…“, sagte ich. Ich wollte ihm endlich gestehen, was ich für ihn fühlte. „Später ja? Ich möchte dir ja auch noch etwas sagen… Dann können wir das zusammen machen...“, antwortete er mir. Ich nickte, wollte wissen, was er mir sagen würde… Als wir bei den Anderen ankamen, bat Kain Rosa, meine Füße mal anzuschauen, ich sei öfters umgeknickt. War ja auch so… Das Tanzen ließ er allerdings weg. Rosa schaute meine Füße an, heilte sie mit Vigra. „Was hast du denn angestellt, das deine Füße fast gebrochen waren?“, fragte sie voller erstaunen. Kain und ich schauten uns an. Wir beide mussten anfangen zu lachen. „Du solltest das wirklich noch üben.“, sagte er. Ich schmollte. „Das kann man halt nicht besser schaffen, wenn man sich auf Zehenspitzen stellen muss. Wir können ja mal tauschen…“, sagte ich. „Ne ich mag meine Größe…“, sagte er neckisch. „Tse… Ich geh an die frische Luft… Wir sehen uns nachher?“, fragte ich, etwas aufgeregt, immerhin wollte er mir etwas wichtiges sagen. Ich stand auf und ging auf die Terrasse des Hauses. Der Wind wehte etwas durch mich Haar, ich hielt es fest und legte es mir um die Schulter… Ich sollte mal wieder zum Frisör gehen…. Ich lehnte mich mit den Ellenbogen auf die Kante der Terrasse und wartete, dass es Abend wurde…
Verlassen
Die Sonne war nun vollend untergegangen, der Himmel war schwarz. Aufgrund der Tatsache, dass ich mich in der Unterwelt befand, sah man weder Sterne noch Mond. Schade eigentlich, das würde eine romantische Stimmung hervorrufen. Langsam wurde es kalt, wenn man bedenkt, dass ich mich nur in einem leichten Sommerkleidchen befand… „Wie lange soll ich noch warten? Wir haben doch abgemacht, dass wir uns hier treffen…“, sagte ich zu mir selbst. Jemand legte mir eine Decke über. Ich schaute nach hinten: Cecil. Ich schaute ihn an, vielleicht wusste er etwas… „Kain kommt nicht. Er meinte, er hätte etwas Wichtiges verloren, als ihr vorhin unterwegs wart. Na komm, gehen wir rein. Es wird sonst zu kühl.“, sagte er freundlich. Mir stiegen Tränen in die Augen. Ich nahm die Decke ab und gab sie Cecil zurück. „Danke, aber ich werde nach Hause gehen… Falls ich da noch erwünscht bin…“, sagte ich und sprang von der Terrasse. Ich landete, aber nicht wie geplant mit den Füßen auf dem Boden, sondern in den Armen einer Rüstung. Kain. Er ließ mich runter und hielt meine Hand wieder. „Tut mir leid, dass ich dich versetzen musste… Ich...“, sagte er, doch ich unterbrach: „Hast du gefunden was du gesucht hast?“ Er nickte, dann riss ich mich los und lief. Ich lief und lief, bis ich über ein Monster stolperte… „Oh Oh… hehe…“, sagte ich, ich war unbewaffnet, das einzige was mir blieb, war Magie einzusetzen. Doch das dauerte. Ich bereitete einen einfachen Eis-Zauber vor, doch das Monster griff mich an. Ohne jegliches Rüstzeug war ich aufgeschmissen, es war keine gute Idee, Alles zurückzulassen. Ich schloss meine Augen. Gerade, als ich dachte, jetzt ist es soweit, das Monster hat mich, hörte ich den Schrei eines Monsters, den Schrei des Monsters, das gerade über mich herfiel. Es wurde von jemanden im roten Umhang verbrannt: Rubicante. „Hf… Rubicante? Was machst du hier?“, fragte ich, völlig aufgelöst. Er hob mich hoch, nahm mich auf den Arm. „Am besten, wir gehen nach Hause.“, sagte er. Ich glaube selbst nicht, dass ich das dachte, aber ich war froh ihn zu sehen. Er scheint doch gar kein so schlechter Kerl zu sein. Ich nickte nur, war froh bei jemandem zu sein, der nicht unbedingt Kain war. Etwas Abstand zu ihm würde wohl ganz gut sein. Ich krallte mich bei Rubicante fest, mir war ganz schön kalt und er war ziemlich warm. Er legte seinen Umhang um mich und hielt mich warm. Ich zitterte, so sehr fror ich. „Danke…“, hauchte ich in sein Ohr. Das er noch so nett ist, wobei ich ihn jeden Tag spüren lasse, wie sehr ich ihn hasse. „Brauchst mir nicht zu danken. Das ist eine Selbstverständlichkeit. Immerhin bist du meine Verlobte.“, sagte er mit Zärtlichkeit in der Stimme.
Wieder zu Hause
Als wir am Turm von Babil ankamen, stand mein Vater am Haupteingang. Jetzt wusste ich, was ich vergessen hatte: Rauszufinden, wo der letzte Kristall war und wie man daran kam. Aber ich hatte Glück: In der ganzen Sorge, die er um mich hatte, vergaß er, warum ich überhaupt weg war. Rubicante ließ mich runter und ich ging zu meinem Vater. Er nahm mich in den Arm. „Crystal, dir geht’s gut. Hab ich mir Sorgen gemacht... Ich dachte schon, du hättest dich dem Feind angeschlossen.“, sagte er schluchzend. Er musste weinen… Jetzt hatte ich ein schlechtes Gewissen. „Tut mir leid, dass ich solange weg war. Es tut mir wirklich leid…“, sagte ich, dann bemerkte er, wie ich zitterte. „Du frierst, stimmt’s?“, fragte er, aber ich kam gar nicht zum antworten. Er zog mich rein, jemand ließ mir ein heißes Bad ein. Ich ging ins Bad und zog mich aus, stieg in die Wanne. Ich liebte diese Badewanne, sie war so groß, da hätten locker 5 Leute drin Platz. Ich fühlte mich seit langem mal wieder so richtig wohl. So ein warmes Bad löste doch viel vom Frust, der sich bei mir angestaut hatte. Vor allem, weil ich unbemerkt weinen konnte. Jemand klopfte. Oh mist… Was ist denn jetzt los? „Ist da jemand drin?“, hörte ich von der anderen Seite. Die Stimme kam mir bekannt vor, ich wusste nur nicht woher. „Ähm.. Ja hier ist jemand drin. Und ich bitte darum, dass niemand sonst hier jetzt reinkommt, ich genieße mein Bad.“, sagte ich. Ich schluckte, stieg vorsichtshalber aus der Wanne, um mir schnell das lange Handtuch zu nehmen. Ich wickelte es mir um, während die Tür aufging. Genauso schnell, wie sie aufging, ging sie auch wieder zu. „Das tut mir leid, ich wollte nicht stören.“, sagte derjenige, der die Tür geöffnet hatte. Ich zog mir mein Nachtkleid an, was anderes hatte ich gerade nicht zur Hand. „Yang, was ist los? War da jemand drin?“, hörte ich ein Mädchen fragen, dass sich von der Stimme her genau wie Rosa anhörte. „Ja, die kleine, die Kain mitgebracht hatte. Du weißt wen ich meine.“, antwortete er. Jetzt weiß ich wieder woher ich die Stimme kannte. Er war einer der Freunde von Cecil und Kain, der Typ mit Halbglatze. Dann konnte Kain ja auch nicht weit sein. Ich teleportierte mich in ein anderes Zimmer, mein Zimmer. Dort blieb ich, bis es klopfte. „Crystal, bist du hier?“, hörte ich. Es war mein Vater. „Ja bin ich, komm ruhig rein.“, sagte ich. Die Tür öffnete sich, mein Vater kam herein. „Was wollen die hier?“, fragte ich. „Dich. Kain will etwas mit dir bereden, etwas Wichtiges sagt er. Am besten du gehst hin, sonst haben wir keine ruhige Minute mehr.“, antwortete er. Ich nickte, ging raus, teleportierte mich wieder ins Bad. Wie ich vermutete, standen sie vor der Tür. „Crystal, wenn du nicht sofort raus kommst, dann komme ich rein und hole dich mit Gewalt! Denn auf solche Faxen habe ich keine Lust!“, schrie Kain. Er war auch da. Mit Sicherheit waren auch die anderen da. Da ich nicht den blassesten Schimmer hatte, wie lange er schon da stand, sagte ich einfach: „Kain, ich will nicht. Lass mich einfach in Ruhe, ja?“ Ich versteckte mich in der Badewanne. Kain trat die Tür ein. Er kam auf mich zu und packte meine Arme. Er zog mich hoch, so dass ich mit ihm auf einer Augenhöhe war. Dann schüttelte er mich. „Wie kannst du es eigentlich wagen, einfach so weg zu laufen? Wie, sag es mir! Ich verstehe es einfach nicht! Bin ich dir so egal?!“, schrie er mich an. „Du bist mir nicht egal. Aber wenn Cecil mir sagt, du kommst nicht mehr, fühle ich mich versetzt. Und das tut weh, wenn man schon zwei Stunden gewartet hat. Und da dachte ich, wenn du einfach nicht kommst, kann es ja nicht so wichtig sein, was du mir sagen wolltest. Denn da fühlt man sich schon so, als wenn ICH DIR egal bin!“, sagte ich, den letzten Satz schrie ich. Kain gab den anderen ein Zeichen, sie sollten weggehen. Sie gingen einen Raum weiter. „Crystal, das einzige, was ich dir sagen wollte, war… dass ich…“, sagte er, es endete in Schluchzen. Ich verstand nicht was er sagte, so sehr schluchzte er. Danach ließ er mich runter, immerhin hang ich mindestens 10 cm über dem Boden. Ich nahm ihn in den Arm. Er schien schwer verletzt zu sein im Herzen. „Ruhig… Kain, es tut mir leid. Ich wollte dich nicht verletzen, ehrlich! Beruhige dich jetzt, dann reden wir vernünftig.“, sagte ich in ruhigen Ton zu ihm. Er beruhigte sich. „Crystal, immer wenn ich in deiner Nähe bin, schlägt mein Herz so schnell wie sonst nie. Auch als wir getanzt haben, ich habe gezittert, wie verrückt. Ich glaube, ich empfinde mehr für dich, als einfach nur Loyalität und Freundschaft.“, sagte er, nachdem er aufgehört hatte zu schluchzen. „Kain… Ich wusste nicht... dass du... so fühlst…“, sagte ich mit einigen Pausen zwischendrin. Er schaute mich erwartungsvoll an. Er wollte wohl wissen, was ich fühlte. Gerade, als ich sprechen wollte, hörten wir Cecil rufen: „ Kain, wir brauchen deine Hilfe! Das ist nicht die beste Lage, in der wir sind!“ Wir gingen beide hin, ich mit meiner Sense, Kain mit seinem Speer. Als wir im Nebenzimmer ankamen, sahen wir Cecil, Rosa, Yang, den Typen, der mich andauernd bedroht und Rubicante. Sie kämpften. „Rubicante, hör sofort damit auf!!!!“, schrie ich aus vollster Kehle. Alle hielten inne, selbst Kain war überrascht, was ich für ein starkes Stimmorgan hatte. „Wer hat dir den Befehl dazu gegeben? Sollst du nicht immer warten, bis du den Befehl von meinem Vater UND mir hast? Ich kann mich nicht daran erinnern, dir den Befehl gegeben zu haben! UND JETZT VERSCHWINDE!!!“, schrie ich weiter, während ich auf ihn zuging. Rubicante verschwand. „Woah… starkes Stimmchen….“, sagte der Typ, der mich immer bedrohte. „Nenn mir deinen Namen...“, sagte ich, während ich ihn anschaute. „Ich bin Edge, Prinz von Eblan.“, sagte er. „Also… Edge, Pass auf was du tust, oder Eblan existiert bald überhaupt nicht mehr klar?“, sagte ich, leicht bedrohlich. „Pah, warum sollte ich? Meinst du, du bist stärker als ich?“, fragte er, machte sich dabei über mich lustig. Ich wurde richtig sauer, bereitete den stärksten Zauber vor, den ich beherrschte: Ultima. Als der Zauber fertig war, griff ich Edge damit an. Er wurde nach hinten geschleudert und knallte mit dem Rücken an die Wand. Ich folgte ihm. „Ja, bin ich.“, sagte ich nur, dann drehte ich ihm den Rücken zu. Ich bemerkte, wie er wieder aufstand. „Stärker als ich bist du, das gebe ich zu. Aber stärker als ein Land bist du niemals!“, schrie er mich an. „Du hast gerade dafür gesorgt, dass Eblan komplett von der Landkarte verschwindet… Herzlichen Glückwunsch!“, sagte ich und ging. Ich ging zu meinem Vater. „Vater, ich habe was zu erledigen…. Ich komme bald wieder.“, sagte ich, nahm in kurz in den Arm und ging in mein Zimmer. Ich legte meine Kristallrüstung an. Dann ging ich, wieder an den Anderen vorbei, Richtung Ausgang. Ohne sie auch nur eines Blickes zu würdigen, ging ich, voll von Würde. „Oh oh… Edge, da hast du dir was eingehandelt… Ihre Kristallrüstung legt sie nur an, wenn sie sehr sauer ist und irgendwas zerstören will. Glaub mir, ich muss es wissen.“, hörte ich Kain sagen. Er lief mir hinterher, wollte mich wohl abhalten. Er stellte sich vor mich und hielt mir seinen Speer an den Hals. „Crystal, beruhige dich. Eblan kann nichts dafür was er getan hat. Lass das Land aus dem Spiel.“, sagte er zu mir. „Also wäre es dir lieber, wenn ich ihn töte?“, fragte ich, zeigte dabei auf Edge. „Das habe ich nicht gemeint… Es wäre nur besser, wenn du dich erstmal beruhigst… Wir wissen beide, dass du dann auch den Personen wehtust, die du liebst. Das wollen wir doch nicht oder?“, fragte er mit sanften Ton. „Wer weiß schon was ich will… Und wenn es jemand wüsste… Würde derjenige es nicht verstehen… Mein Wille… wird sich… DARF sich niemals erfüllen… Meinem Vater zu Liebe…“, sagte ich. „Crystal… Wenn mein Wille deinem im Weg ist, musst du mit mir sprechen.“, hörte ich die Stimme meines Vaters. Er kam gerade rein. „Vater…Ich...“, doch ich sprach nicht weiter. „Leute, Ihr solltet gehen. Die beiden brauchen ihre Ruhe.“, hörte ich Kain sagen. Die Anderen gingen, nur Kain blieb noch, tröstete mich. Mein Vater kam zu uns. „Vater… Ich möchte… Nein Ich WILL den Mann heiraten, den ich liebe. Das ist der einzige Wunsch, den ich zu äußern habe….“, sagte ich, während ich mich zu ihm umdrehte. „Und wer wäre das? Solange es jemand ist, dem wir vertrauen können… Habe ich keine Einwände...“, sagte er. „Doch hast du… Das hast du mir selbst gesagt…“, sagte ich. „Um wen handelt es sich, wenn ich fragen darf?“, fragte Kain. „Um… Um…“, sagte ich, bekam mehr nicht raus. Dann nahm ich all meinen Mut zusammen und sagte es: „Kain… Ich liebe... dich!“ Er schaute mich verdutzt an. „War ja zu erahnen… Crystal, geh auf dein Zimmer! Kain, verlasse sofort den Turm. Wage es nicht, dich hier noch mal blicken zu lassen, sonst wird dein Leben schneller enden, als dir lieb ist!“, sagte mein Vater bedrohlich. Ich riss meine Augen auf. „Aber...“, weiter kam ich nicht, mein Vater unterbrach mich. „AUF DEIN ZIMMER!!!!“, schrie er. Ich lief an ihm vorbei, auf mein Zimmer. Was Kain tat, wusste ich nicht…
Innerlich zerrissen...
Die letzten vier Wochen verließ ich mein Zimmer nicht. Man könnte meinen, ich sei eine lebende Leiche… So sah ich zumindest aus. Blass, deprimiert, rote Augen vom weinen… Ich hätte nicht gedacht, dass mein Vater so ausrasten würde… Nur weil ich meinem Herzen folge… Ich hoffte eigentlich nur, dass es Kain gut ging… Immerhin war ich einfach weggerannt. Mein Vater hätte alles mit ihm anstellen können, ihn zum Beispiel töten… Ich schüttelte mich. An so was darf ich nicht mal denken. Kain geht es gut. Da war ich mir sicher. In dem Moment klopfte es. „Crystal, willst du nicht endlich mal rauskommen? Ich habe hier etwas für dich…“, hörte ich es von der Anderen Seite. Rubicante… Ich öffnete die Tür. Soweit hatte er mich schon bekommen… Aber rauskommen würde ich nicht… Niemals! „Was? Ich will nichts mit euch zu tun haben…“, sagte ich, verschränkte die Arme. Er hielt mir ein Paket hin. Ich nahm es, dann ging er wieder. Ich schloss die Tür wieder, schaute verwirrt auf das Paket. Es war relativ groß, ein kleiner Hund hätte reingepasst…Ich öffnete es. Was ich sah war ein roter Schleier. Unten drunter das passende Kleid. Na toll, das Hochzeitskleid… Dadurch, dass ich nicht aus meinem Zimmer gekommen bin, hat er es ausgesucht… Aber um ehrlich zu sein: Das Kleid war schön… Sehr schön sogar. Ich entschloss mich dazu, mich bei Rubicante zu bedanken, sollte ich allerdings meinen Vater begegnen, würdige ich ihn keines Blickes. Genau so machte ich das auch. Ich ging in Rubicante’s Schlafgemach. Ich klopfte, „Rubicante... ich bin es Crystal…“, sagte ich. Er öffnete die Tür und bat mich herein, ich ging in sein Gemach. Seine Möbel waren alle in verschiedene Rot-Töne gehalten, wie es halt zu ihm passt. „Was möchtest du?“, fragte er. „Ich wollte mich bedanken… Das Kleid.. ist sehr schön… Danke sehr..“, sagte ich. „Findest du wirklich? Dann bin ich froh… Dein Vater hat entschieden, dass wir heiraten, sobald du das Kleid hast. Ich hätte es dir schon vor zwei Wochen geben könne, aber du brauchtest wohl noch deine Ruhe.“, sagte er, nahm mich dabei in den Arm. „Das heißt eigentlich… sofort, ja?“, fragte ich, erwiderte die Umarmung... Er nickte still. „Dann... gehe ich mich mal vorbereiten... Bis dann.. Hol mich ab, wenn alles geklärt ist.“, sagte ich, löste mich von ihm und ging. Er schaute mir noch etwas sehnsüchtig hinterher, doch ich ignorierte es... Er war immerhin in ein paar Stunden bis ein paar Tagen mit mir verheiratet... Gerade als ich meine Gedanken fortführen wollte, hörte ich die Stimme meines Vaters: „Ach, Crystal... Was machst du denn hier außerhalb deines Zimmers? Hast du dich wieder beruhigt? Dann kann es ja losgehen, mit der Hochzeit!“ Ich ignorierte ihn. Ich ging einfach weiter bis zu meinem Zimmer. Dort schloss ich mich wieder ein und nahm das Hochzeitskleid . Es war sehr angenehm zu tragen, der Stoff war weich und Zart auf der Haut. Ich rief Barbarizzia in mein Zimmer. Sie sollte mir helfen, meine Haare zu bändigen. Meine Haare waren durch die Zeit, in der ich nicht zu Hause war, sehr kaputt. Sie kam und begann zu kämmen. „Du vermisst Kain, stimmt’s?“, fragte sie mich. „Ja... Ich hoffe, es geht ihm gut.“, antwortete ich. „Bestimmt... Ich glaube, wenn man verliebt ist, weiß man wie es dem anderen geht... Zumindest hat man es im Gefühl... Denke ich.“, sagte sie, immer zweifelnder, da sie merkte, dass es mir dabei nicht gerade besser ging. Ich fing an zu weinen, still, damit sie es nicht bemerkte, was mir ausnahmsweise mal gelang. „Wie möchtest du deine Haare eigentlich haben? Soll ich sie dir hochstecken?“, fragte sie mich. Ich nickte. Hochstecken, warum nicht? Dann würde ich wenigstens nicht ewig drauf laufen... Sie steckte meine Haare hoch. Es klopfte. „Crystal, alles ist vorbereitet. Du kannst jetzt kommen, wir warten im obersten Stockwerk.“, sagte derjenige hinter der Tür. Rubicante. Ich seufzte. Barbarizzia half mir beim anziehen, das Kleid war sehr merkwürdig anzuziehen... Aber schließlich gelang es uns doch. Wir begaben uns langsam aber sicher ins oberste Stockwerk... Wie sehr hoffte ich doch, jemand würde kommen und mich vor meinem Schicksal retten. Aber dazu wird es wohl nicht kommen, denn niemand wusste, dass mein Schicksal mich so schnell einholte...
Schicksal
Graziös und elegant gingen Barbarizzia und ich die Treppen hinauf, bis zum obersten Stockwerk. Gerade vor der Tür, hörten wir die Alarmsirene. Es waren wieder Eindringlinge im Turm... Meine Gebete wurden erhört. Yippie! Mein Vater stürmte aus dem Saal, direkt an uns vorbei. Wir schauten ihm hinterher. Etwas verwundert, schauten wir uns an. Irgendetwas stimmt wohl nicht oder ist er so aufgebracht, weil die Alarmsirene aktiviert worden war? Wenn er deshalb so aufgebracht ist, kann das eigentlich nur bedeuten, dass Cecil und seine Freunde hier waren. Mir egal, ich wollte nur meinen Vater bei der nicht gewollten Hochzeit haben... Mehr oder weniger... Deshalb ging ich ihm hinterher, nachdem ich Barbarizzia zu Rubicante geschickt hatte, sie sollte ihm sagen, dass ich gleich komme. Als ich dort angekommen war, wo mein Vater war, merkte ich, dass er kämpfte, wie nicht anders erwartet, gegen Cecil. Da sie Rosa im Team hatten, konnten sie ihre Wunden immer wieder heilen, so entschied ich, meinen Vater ebenfalls mit Weißmagie zu unterstützen. Er schaute mich perplex an. „Crystal, was machst du hier? Solltest du nicht oben bei Rubicante sein?“, fragte er mich, während er einen Schlag von Edge, dem Prinzen von Eblan abwehrte. „Ja schon, aber ich möchte nicht heiraten, während mein Vater hier unten kämpft. Das gehört sich nicht.“, antwortete ich. Er lächelte. „Dann lass uns das hier schnell beenden, dann kannst du heiraten.“, sagte er. Besser nicht, wollte ich sagen. Aber ich behielt es lieber für mich. Stattdessen bemühte ich mich drum, nicht getroffen zu werden, immerhin hatte ich ein schönes Hochzeitskleid an. Gerade, als ich Vigra einsetzen wollte, wurde mein Vater besiegt. Der Kampf stoppte, ich wollte mich um seine Wunden kümmern. Als ich beginnen wollte, spürte ich eine Hand auf meiner Schulter, Rosa. „Crystal, du kommst mit uns. Hier bist du nicht gut aufgehoben. Bei uns geht es dir besser.“, sagte sie, ruhig und fürsorglich. Ich rief Barbarizzia über Gedankenkontakt. Sie kam, schneller als erwartet. „My Lady, was kann ich für euch.. AH!“, beendete sie ihren Satz, als sie meinen Vater am Boden liegen sah. „Barbarizzia, kümmere dich um ihn. Bring ihn hoch zu Rubicante, der beherrscht den Vigra-Zauber. Ich komme gleich nach.“, gab ich ihr den Befehl. Mit Hilfe des Windes, über den sie herrschte, hob sie meinen Vater an und transportierte ihn nach oben, sorgfältig, damit er ja keine Schmerzen hatte. Als ich mir sicher war, dass sie in sicherer Entfernung waren, schaute ich Rosa an und stand auf. „Es tut mir ja Leid, aber wie ihr seht, heirate ich gleich. Und bei der Hochzeit sollte die Braut nicht fehlen, oder?“, sagte ich, während ich mein Kleid richtete. „Gib es doch zu, du hasst Rubicante. In Wirklichkeit würdest du schon lange weg sein, wenn du nicht die Angst hättest, dein Vater kommt dir dazwischen. Und außerdem, Kain wartet auf dich. Er ist zu verwundet, um hierher mitzukommen. Er möchte dich noch mal sehen, bevor er stirbt.“, sagte Cecil. Mir fiel die Kinnlade herunter. „Kain... liegt im.... Sterben?“, fragte ich, während ich meine Gedanken sortierte. Alle vier nickten, Cecil, Rosa, Yang und Edge. Es hatte mich von Anfang an gewundert, dass Kain nicht da war, aber damit hätte ich nicht gerechnet. Ich dachte, er wartet irgendwo, aus Angst, mein Vater könnte seine Drohung war machen. Aber dem war wohl nicht so. Ich schaute zur Tür, in der Barbarizzia und mein Vater vor einigen Minuten verschwunden waren... Was würden sie sagen, wenn ich weglaufen würde? Dann schaute ich zu Cecil, Rosa, Yang und Edge. Was würde Kain tun, wenn ich nicht kommen würde? Ich befand mich in einer Schwierigen Situation... „W... Wartet hier... Ich komme gleich wieder...“, sagte ich und rannte die Treppen hoch, so schnell wie ich noch nie gerannt bin. Ich rannte bis ins oberste Stockwerk, darauf gefasst, dass ich gleich sterben würde, wenn ich meinen Vater frage, ob ich zu Kain gehen darf, um ihn ein letztes Mal zu sehen... Ich öffnete die Tür. Rubicante war dabei, meinen Vater zu heilen. Ich schluckte. Trotz Aufregung ging ich langsam und ruhig. „Vater, ich habe.. eine... Frage an dich...“, begann ich. „Sprich, mein Kind.“, antwortete er. Ich glaube, er ahnte schon, was kommt. „Mir wurde gerade berichtet, dass...“, ich machte eine Pause. Meine Tränen stiegen an, alle Gefühle, die sich so lange in mir gestaut hatten, kamen hoch. Ich sank auf die Knie, krallte mit den Händen in den Boden, völlig in Tränen aufgelöst. „Bitte Vater.. Kain liegt im Sterben, darf ich ihn ein letztes Mal sehen?! Bitte, es wäre auch das allerletzte Mal!“, schrie ich. Er wollte etwas sagen, aber Rubicante ergriff das Wort: „Crystal, liebst du ihn so sehr? Liebst du ihn so sehr, dass du dafür sterben würdest?“ Ich nickte. Für Kain würde ich alles tun, sogar mein Leben würde ich hingeben. „Dann geh. Wenn du ihn so sehr liebst, dann geh zu ihm und komm nicht wieder, bis es ihm besser geht oder er von uns gegangen ist.“, hörte ich meinen Vater sagen. Ich schaute ihn an. Auf meinem Gesicht, waren viele Tränenspuren zu sehen, meine Schminke war völlig verlaufen... Gruslig musste ich aussehen, bis ich anfing zu lächeln. Ich stand auf, lief zu meinem Vater und Rubicante und umarmte beide gleichzeitig. Wie sehr musste ich ihnen dafür doch danken. „Nun geh, sonst stirbt er noch, bevor du ihn siehst.“, hörte ich Barbarizzia sagen. Ich nickte, lief auf direktem Wege in mein Zimmer, nahm mir mein Lieblingskleid, zog es an, wusch mir die verlaufene Schminke aus dem Gesicht, befreite mich von dem Schleier, löste die Hochsteckfrisur und lief wieder zu Cecil und den Anderen. Als sie mich sahen, lächelten sie. Noch bevor ich richtig bei ihnen angekommen war, liefen sie auch los, ich hinterher, allerdings dauerte es nicht lange, bis ich sie einholte. „Du bist schnell, sieht man dir gar nicht an.“, hörte ich rechts neben mir. Edge. „Könntet ihr euch bitte beeilen, sonst kommen wir zu spät...“, sagte ich nur. Zwei Stockwerke weiter unten, stand ein Flugschiff. Es gehörte dem Schiffsbauer Cid, der zu Cecils Truppe gehörte, allerdings gerade nicht bei ihnen war. Wir stiegen ein, das einzigste Problem das ich mit dem Flugschiff hatte, war, dass es hoch fliegte... Und ich hatte Höhenangst.
Zeit...
Auf dem Flugschiff klammerte ich mich an eine Stange. Wir starteten, das war für mich immer das Schlimmste. Dieses Rattern, als würde man sogleich wieder abstürzen... Es machte mich Wahnsinnig... Yang bemerkte meine Angst. Er kam zu mir, löste meine Hände von der Stange, die schon fast gebogen war, wegen mir. „Keine Angst, das Schiff ist mit Mithril verstärkt, uns kann nichts passieren. Und wenn doch, beschütze ich dich. Das schwöre ich dir, bei meiner Ehre als Mönch.“, sagte er, während er meine Hände hielt. Ich schluckte. Ein normaler Absturz war ja noch nicht mal schlimm, aber wenn wir hier abstürzen würden, würden wir in brennend heißer Lava landen, was kein Mensch überleben würde. Das war die viel größere Sorge die ich hatte. Sollte Kain überleben, würde er nicht nur mich, sondern auch seine Freunde verlieren... „Und das Ding ist auch wirklich sicher?“, fragte ich, um mich zu vergewissern, dass ein Absturz nicht möglich war. Er nickte. „Und wir fliegen nicht hoch?“, fragte ich um mich zu vergewissern, das ich keine Gefahr laufen würde, mich zu übergeben. Er schüttelte den Kopf. „Nein, würden wir hoch fliegen, würden wir gegen die Decke krachen.“, sagte er und deutete nach Oben. Stimmt, schaute man nach oben, sah man nichts, außer Schwarz, das sich hin und wieder vom roten Leuchten der Lava färbte. Ich seufzte. „Na wollen wir es hoffen...“, sagte ich, noch etwas unsicher. Rosa kam auf uns zu. Sie schaute mich an. „Crystal, ich muss mal mit dir unter vier Augen reden. Kommst du mit nach drinnen?“, fragte sie mich. Ich nickte und wir gingen ins Innere des Schiffes. Wir gingen in einen Raum mit vielen Stühlen, okay, mit sechs Stühlen... Sie setzte sich auf einen, ich auf einen anderen. “Sag mal, was fühlst du für Kain?“, fragte sie mich gerade heraus. Ich schaute sie an. Mit so etwas hätte ich nie gerechnet... Aber ich antwortete: „Ich... liebe ihn. Wieso fragst du?“ „Weil es mich interessiert. Als ich sagte, Kain liegt im Sterben bist du so zusammengezuckt. Ach und im Übrigen, ich glaube nicht, dass er sterben wird.“, antwortete sie mir. Ich schaute sie an. „Er... wird nicht... sterben? Ganz sicher?“ „Ganz sicher. Eigentlich geht es ihm richtig gut. Er kann gehen, stehen, nur leidet er an gelegentlichen Schwindelanfällen. Aber die legen sich nach einiger Zeit wieder.“ „Was hat er eigentlich genau? Ich meine wodurch hat er die Schwindelanfälle?“ „Keine Ahnung... Es scheint, als würde er innerlich gegen etwas kämpfen. Eine Art Fluch oder so...“, sagte sie noch, dann stand sie auf. „Es würde ihn sicher freuen, wenn du eine Weile bei ihm bleibst... Du wirkst beruhigend auf ihn. Hat er zumindest gesagt.“, fügte sie hinzu, dann verließ sie den Raum, ging wieder nach oben. Ich seufzte, stützte meine Ellenbogen auf meinen Knien ab. Meinen Kopf legte ich in meine Handflächen. Eine Art Fluch... Glaubt er ich kenne mich damit aus? Tue ich ja, aber nur wenn sie von meinem Vater sind, was dieses Mal gar nicht so weit gefehlt war.
Heiße Luft!
Durch meine Sitzpose schaute ich auf den Boden. Mir fiel auf, dass meine Schuhe ganz schön dreckig waren... Ich muss sie wohl mal wieder ... Okay, Schluss, Aus, Ende, weg mit den wirren Gedanken. Im Moment ist nur wichtig, schnell zu Kain zu kommen. Und was dann? Sollte ich mir etwa Gedanken machen, was er damals zu mir gesagt hatte? „Mehr als nur Loyalität und Freundschaft“ Moment mal.. sollte das etwa heißen, dass er in mich verliebt ist? „Oh mein Gott!“, hörte ich mich selber rufen. Ich sprang von meinem Stuhl auf, gerade als Edge hereingestürmt kam. ,,Was ist Prinzesschen, fällst du uns gleich in Ohnmacht? Oder wolltest du einfach nur aus dem Fenster springen?“, hatte er die Frechheit mich zu fragen. „Nein, ich überleg nur gerade, wie ich dieses Schiff schnellstmöglich unter meine Fugen bringe... Dich werde ich dabei im Übrigen als Erstes Rauswerfen, nur damit du es weißt ja?“, knurrte ich, trotzdem lässig. „Haha, das ich nicht lache... Gegen uns vier hast du nicht die geringste Chance.“, erwiderte er. „An deiner Stelle wäre ich mir da nicht ganz so sicher“, war das einzigste was ich entgegnete und marschierte an ihm vorbei. Meine Siegesstimmung wurde dadurch getrübt, dass ich wieder anfing an Kain zu denken. Dieser Fluch war echt nervig.. Warum hatte mein Vater ihn überhaupt auf Kain gelegt? Ach ja, ich wollte es so... Ganz in Gedanken vertieft, merkte ich gar nicht, wo ich hinlief, bis ich schließlich mit jemandem zusammenstieß. Cecil... Er hielt das Steuer in der Hand, doch durch unseren Zusammenstoß, glitt es ihm aus den Händen. Das Schiff flog auf einmal Steil abwärts. Edge, der gerade aus dem Schiffsinneren kam, stolperte und fiel direkt auf uns zu. Ich wollte ihm ausweichen und schubste ihn „aus versehen“ vom Schiff hinunter. Allerdings hielt er sich an der Schleppe meines Kleides fest, wodurch ich auch hinunterfiel. Ich hielt mich jedoch an Cecil fest. Während wir da so hingen, kam Yang angesprungen und riss das Steuer in die Höhe. Durch die ruckartige Flugänderung flogen wir drei im 180° Winkel nach oben, unsanft landeten wir auf dem Schiff. Edge, der vor Wut kochte.. oder lag es doch an der Lava, der er gerade nur um ein haar entkommen war? ... Egal, er kochte und ich glaube Cecil hatte nicht gerade einen freundlichen Gesichtsausdruck. Ich saß mit dem Rücken zu ihm, was ich auch gerade gut so fand, nur war sein Blick etwas unangenehm. Ich flüchtete mich nach drinnen, wo ich direkt Rosa in die Arme lief. „Was war das denn gerade?“, fragte sie mich, während sie nach draußen schaute. „Nichts...“, sagte ich nur. Sie musste ja nicht unbedingt alles wissen... Wobei Cecil dies sicher für mich übernahm. Hoffentlich waren wir dann schon wieder auf dem Land. Solange Kain nichts davon erfuhr... Er wäre sicher nicht davon begeistert, einen seiner Freunde in die Lava zu schubsen.. „Auch wenn er nur ein überhebliches Arschloch ist...“, dachte ich. „Wer bitte?“, fragte Rosa mich. Upps, das musste ich wohl laut gesagt haben. „Ähm.. nichts.. Ich lege mich ins Bett, weck mich wenn wir da sind.“, sagte ich schnell, ging dann in ein Zimmer weiter hinten, wo ich laut anfing zu lachen. Es war doch zu komisch, anzusehen, wie Edge da hing und innerlich um sein Leben bangte. Hätte er allerdings meine Schleppe zerrissen, wäre ich ihm an die Gurgel gegangen.. Wobei das schon die Lava für mich getan hätte, wäre auch lustig mit anzusehen.
Angekommen
Anscheinend döste ich weg, denn es kam mir vor als seien nur 10 Minuten vergangen, bis es klopfte. „Wir sind da, du kannst rauskommen. Dir tut auch keiner was.“, hörte ich von der anderen Seite der Tür, Rosa. Mehr als mich böse angucken oder mir Beleidigungen konnten sie sowieso nicht tun, außer sie wollten ernsthaften Ärger mit Kain bekommen... Ach Kain... Ich seufzte, dann kam ich aus dem Zimmer. Edge schien immer noch sauer auf mich zu sein, obwohl... Er sah mich immer so an. Cecil schien sich wieder eingekriegt zu haben, ob Rosa mit ihm gesprochen hatte? Yang war immer noch so neutral wie sonst auch, wie immer halt. Und Rosa war eben Rosa, nett wie immer, wobei ich sie hasste. Endlich gingen wir an Land. Am liebsten wäre ich auf die Knie gegangen und hätte den Boden geküsst, doch das war mir dann doch zu peinlich. Ich marschierte an der Spitze, bis mir auffiel, dass ich gar nicht wusste, wo Kain war. Ich drehte mich um. „Ähm, wo müssen wir eigentlich hin?“, fragte ich und kam mir unheimlich blöd vor. Anstatt etwas zu erwidern, übernahm Cecil die Führung. Ich folgte ihm, bis wir an der Burg der Zwerge ankamen. Oh.. nicht gut, die kannten mich bestimmt noch vom Angriff von damals. Immerhin war ich es, die ihn angeführt hatte. Ich überlegte, wie ich mich tarnen konnte, bis Cecil sich umdrehte und sagte: „So. Jetzt müssen wir schauspielern. Ich hoffe du bist gut. Kain reißt mir den Kopf ab, wenn sie dich gefangen nehmen.“ „Wieso? Sind doch nur zwei Meter von einander entfernt, wenn sie im Verließ landet.“, sagte Edge. „Lass das bloß nicht Kain hören.“, erwiderte Yang daraufhin. „Das würde dir bestimmt nicht gefallen.“ Ich stellte mir gerade bildlich vor, wie Kain Edge verfolgen würde... Der Lachanfall kam mit voller Wucht, ich musste mir die Hand auf den Mund pressen, um ihn zu ersticken. Scheinbar dachte Rosa das Gleiche, denn auch sie bebte vor unterdrücktem Lachen. Ehe ich mich versah band Cecil meine Hände mit einem dicken Strick zusammen. „Hey!“, wollte ich mich beschweren, doch er sah mich nur an. In dem Moment verstand ich, was er vorhatte. Im Gänsemarsch marschierten wir zum Tor: Cecil voran, der mich an dem Strick hinter sich her zog, dahinter Edge, der sich den Scherz erlaubte mir ein Messer in den Rücken zubohren, dann Rosa und zum Schluss Yang. Die Wachen sahen unsern Trupp skeptisch an, der eine fragte: „ Was seid ihr denn für ein Zug?“ Ein leises „Tschuck Tschuck“ entwischte meinem Mund, allerdings so leise, dass es keiner außer mir hörte, zu meinem Vorteil. Cecil redete auf beide ein, anschließend ließen passieren. Die Gänge durch die sie mich führten waren düster und nur von Fackeln erleuchtet... endlich blieben wir vor einer Tür, einige Stockwerke tiefer, stehen .Cecil war endlich mal bereit mir die blöden Fesseln abzunehmen. In der Zwischenzeit hatte Rosa die Tür geöffnet und alle außer Cecil und mir waren hinein gegangen. Er war nämlich immer noch damit beschäftigt den megakomplizierten Knoten zu öffnen, den Yang noch zusätzlich zu Cecils Knoten hinzugefügt hatte. „Sicher ist sicher“, hatte er gelacht. Dafür hätte ich ihm eine Reinwürgen können, was ich allerdings nicht getan hatte, weil 1. er immer nett zu mir war und 2. weil meine Hände gefesselt waren. Als er es schließlich doch geschafft hatte, trat er einen Schritt zurück. „Ladys first.“, hatte er nur gemeint. Mein Blick hätte ihn an die Wand nageln könne, doch ich ging an ihm vorbei, immerhin schaute Kain uns sehr interessiert zu. Ich bildete mir ein, ein Lachen zu hören, doch ich sah nur Kain an. Das erste, was über meine Lippen kam, als ich in das Zimmer trat, war: „ Okay, wessen Idee war es, dass Kain im sterben liegt?“ Eine tödliche Stille machte sich breit, bis schließlich Rosa das Wort ergriff: „Das war dann wohl mein Einfall.“ Ich durchbohrte sie beinahe mit meinem Blick: „Herzlichen Dank, ich wäre auch so mitgekommen. Wer hat schon Lust einen brennenden Idioten zu heiraten, der es eh nur auf Macht abgesehen hat?“ Er ist abartig, fügte ich in meinen Gedanken hinzu. Kain schien zu verstehen, was ich meinte, denn er fing an zu lachen. „Ey, das ist nicht lustig, ich bin immerhin die Unglückliche, die ihn heiraten muss... Wollen wir tauschen?“, nahm ich unseren alten Scherz wieder auf. „Nein danke, bin vollauf damit beschäftigt meine Schmerzen zu ertragen... ansonsten bin ich vollends glücklich.“, kicherte er. „Gibt es eigentlich noch etwas Anderes, das ich hier tun sollte, außer Krankenschwester zu spielen? Leute von Luftschiffen zu schmeißen macht mir nämlich auch sehr spaß, allerdings nur wenn es Leute sind, die mich zu Tode reizen. Nur würde die Einwohnerzahl rapide sinken...“ Ich warf Edge einen vielsagenden Blick zu, er musste wissen, wovon ich rede, denn er fühlte sich anscheinend etwas unbehaglich. Immerhin hatte er es meiner Vorliebe für Schleppen zu verdanken, dass er nicht zum knusprigen Snack für die Monster geworden war. „Dürfte ich wissen, worum es geht?“, kam es von Kain. „Nein.. Das ist eine Angelegenheit, die ausschließlich Edge und mich betrifft. „Mhm..“ Mehr sagte er nicht. „Ich glaube, mir gefällt die Variante mit der Krankenschwester besser“, kam es leise von Edge. Jetzt, wo ich endlich bei Kain war, schienen die Anderen uns etwas Privatsphäre gönnen zu wollen. Sie verließen den Raum. Als sie die Tür schlossen, hörte ich noch, wie Yang Edge aufzog: „Na, jetzt hast du wohl jemanden, der dich in die Schranken weißt!“ Danach hörte ich nichts mehr außer ihren sich wegbewegenden Füßen. „Okay und was jetzt?“, fragte ich. „Für den Anfang könntest du dich neben mich setzen.. Ist ja genug Platz hier.“, hörte ich ihn sagen. Ich seufzte, dann ging ich auf ihn zu.
Und nun?
Kurz bevor ich mich setzen wollte, nahm er meine Hand und zog mich auf seinen Schoß. Ich errötete, denn soweit war er nie zuvor gegangen. Er sah mir in die Augen und versuchte mir wortlos etwas mitzuteilen. Je länger ich ihm in die Augen schaute, desto mehr Fragezeichen bildeten sich in meinem Kopf. Er schien sie in meinen Augen zu sehen, denn er seufzte. So seufzte man nur, wenn man es satt hatte, gegen etwas anzukämpfen, was in diesem Fall meine ultimative Blödheit war. „Tut mir leid, aber du musst mit mir reden, sonst verstehe ich nichts.“, flüsterte ich in sein Ohr. Er atmete zweimal tief durch. Jetzt kommt’s, Sag’s mir! Sag’s Mir! Und bitte lass es nicht „Ich liebe Rosa“ oder „Wenn ich dich sehe, denke ich an Rosa“ sein... Er öffnete den Mund, als wollte er etwas sagen, doch dann klappte er ihn einfach wieder zu und schüttelte den Kopf. „So geht das nicht..“, sagte er schließlich. „und wie dann? Soll ich jetzt versuchen, deine Gedanken zu lesen?“, fragte ich schlicht. „Das wäre doch was.“ Das schien seine Anspannung zu lockern, denn er sagte: „Am besten zeige ich es dir einfach.“ Er hielt meinen Kopf fest und kam immer näher, ich hatte das Gefühl rot anzulaufen, ob es wirklich so war wusste ich nicht. Ich schloss meine Augen, als es plötzlich klopfte. Unsere Köpfe schossen herum. Dann wurde die Tür mit voller Wucht aufgestoßen... Ein Zwerg stand im Türrahmen. Doch es war kein gewöhnlicher Miniatursoldat. Es war Zwergenkönig Giott. Hinter ihm standen Edge und Rosa. Ihre Mienen verrieten, dass sie nicht erfreut waren, dass ich nicht da war, wo ich offiziell sein sollte. „ Was hat SIE außerhalb einer Zelle verloren?“, donnerte der König. „Meinen ersten, richtigen, offiziellen, schönen, UNGESTÖRTEN Kuss!“, donnerte ich zurück. Von dem ließ ich mir doch nichts sagen, er war mindestens einen Meter kleiner als ich. Er kam auf uns zu und umklammerte zwei meiner Finger, mehr konnte er mit seinen Stummelfingern nicht umfassen. Doch es war offensichtlich, dass er mich von Kain herunter und in eine Zelle schleifen wollte. Jedoch war ich körperlich im Vorteil, obwohl ich für eine Kämpferin sehr zierlich gebaut war. Kain nahm die andere Hand des Zwerges und hob ihn hoch, damit er direkt vor seinem Geicht baumelte. „Könntest du mir bitte einen guten Grund nenne, warum du unsere Privatsphäre störst?“, ertönte seine durch den Helm gedämpfte Stimme, bedrohlich. Dem Zwergenkönig schienen die Worte zu fehlen, denn sein Mund klappte auf und zu, wie bei einem Karpfen, der nach Luft schnappt. „Fisch...“, konnte ich dazu nur sagen. Es sah aber auch wirklich nur zu komisch aus. Das schien den König wieder in die Realität zu holen, er funkelte mich böse an, bis ich böse zurückfunkelte, ich hatte meinen typischen „Noch-ein-Wort-und-du-bist-tot-Blick“ aufgesetzt, den hatte ich mir von meinem Vater abgeschaut. Ich fühlte praktisch schon, wie meine Sense in meiner Hand lag. Kain schien meinen Blick zu erkennen, denn er versuchte die Situation zu beruhigen. Die Luft war schon statisch aufgeladen von meiner Wut, denn Edge, der näher an der Tür stand, als Rosa, rieb sich nervös die Arme, als wollte er jeden Moment zu den Waffen greifen. Kann ich verstehen, er hasst mich, ich ihn auch. Doch in dem Moment schien es eher von der statischen Luft zu kommen, als von unserer gegenseitigen Abneigung auf den Anderen. Kain ließ den Zwerg auf den Boden, im selben Moment ließ der Zwerg meine Finger los. Schade, in der alten Position hätte ich ihm bequem den Kopf abschneiden können, ohne von Kains Schoß rutschen zu müssen. Mich immer noch anstarrend, bewegte sich König Giott rückwärts Richtung Tür. Ich hörte wie Edge zum König flüsterte: „Willst du sie nicht einfach töten? Das wäre einfacher für uns alle...“ „Das will ich jetzt aber mal streng überhört haben“, sagte Rosa und stieß Edge den Ellenbogen in die Seite. Danach packte sie ihn am Ohr und zog ihn zurück in den Gang. Edge sah aus wie eine kleine Rotznase, die ihre gerechte Strafe bekam. Ich musste lachen, schwieg jedoch, als ich Edge’s Blick bemerkte, der unmöglich... noch hasserfüllter aussah als sonst. Als auch der König aus dem Zimmer war und die Tür hinter sich schloss, lehnte ich mich bei Kain an. „Sag mal, ziehst du das Ding auch mal aus?“, fragte ich, während ich auf seine Rüstung zeigte. Er strich zärtlich durch mein Haar, während er anmerkte: „Klar, wenn ich Baden gehe, oder mir zu warm wird, aber nur wenn ich alleine bin. Wirklich alleine...“ Ich schaute ihn an. Auch aus diesem Blickwinkel hatte ich keine Möglichkeit sein Gesicht zu sehen. „Ach so..“ „Du würdest gerne wissen, wie mein Gesicht aussieht, stimmt’s?“ Ich nickte. „Schon, aber wenn du es nicht zeigen möchtest, dann lässt sich das nicht ändern.“ Er nahm mich fest in den Arm, hielt meinen Kopf wieder etwas fest. Dann ließ er mich los. Ich schaute ihn irritiert an. „Steh mal kurz auf.“, meinte er. Ich stand auf, schaute ihn an. Dann stand er auch auf. „Kain, du musst sitzen bleiben...“ Er hielt wieder meine Hände fest, schaute mir tief in die Augen...