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Swapped Love

von

Vorwort zu diesem Kapitel:
Vorwort

Hallo meine Lieben,
es freut mich, dass ihr den Weg zu dieser Geschichte gefunden habt.
Sie ist die Fortsetzung von Swapped Bodies, welche gelesen sein sollte, um alles zu verstehen.

Da es eine Fan Fiction zu der nächsten Harry Potter Generation ist, ich aber kleine Änderungen in Swapped Bodies gemacht habe, stimmt nicht alles überein.
Zudem sehe ich »The Cursed Child« nicht als Teil der originalen Harry Potter Story an und werde mich beim Schreiben nicht darauf beziehen. Dadurch entstehen einige Unterschiede. Die könnt ihr entweder in den einzelnen Kapiteln herauslesen, oder falls diese Änderungen eure Entscheidung diese Geschichte zu lesen beeinflussen, könnt ihr sie in den untenstehenden Stichpunkten lesen.

Außerdem wird es in dieser Geschichte Andeutungen von boyxboy geben. Das genaue Ausmaß weiß ich davon noch nicht aber ihr seit schon einmal gewarnt.

Und jetzt wünsche ich euch ganz viel Spaß beim Lesen von »Swapped Love«! Ich hoffe, die Geschichte wird euch genauso gut gefallen wie Swapped Bodies. :)



Unterschiede:
Draco ist Zaubertrankprofessor und Hauslehrer von Slytherin.
Hermine Granger ist stellvertretende Ministerin für Zauberkatastrophen.
Luna Lovegood hat Blaise Zabini geheiratet. Dadurch gibt es ihre eigentliche Zwillinge nicht aber Luna und Blaise haben einen Sohn. Komplett anzeigen
Vorwort zu diesem Kapitel:
Ich habe es in den letzten beiden Tagen geschafft ganze sechs Kapitel vorzuschreiben. Zwar noch nicht Korrektur gelesen, aber jetzt bin ich sicher, dass ich die Zeit meiner Prüfungen mit Kapis überbrücken kann. Also als kleine Osterüberraschung gibt es heute schon das nächste Kapitel :) Danach geht es bis Ende Mai wöchentlich samstags weiter. Komplett anzeigen

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Prolog

Prolog
 

Scorpius Malfoy konnte sich noch an seinen ersten Tag als Schüler erinnern. Verängstig und überfordert hatte er den Hogwarts Express betreten und war in das erste Abteil getreten, welches nicht völlig überfüllt gewesen war.

Nur Rose Granger-Weasley und Albus Potter saßen dort. Zu dem Zeitpunkt hatte er sie noch nicht einmal in seinem Leben gesehen und doch hatte Rose, sobald er sich gesetzt hatte, das Abteil verlassen, da sie meinte er sein kein guter Umgang. Scorpius hatte dies sehr verletzt und er konnte sich noch genau an Albus Worte erinnern. »Mach dir nichts daraus, sie kommt etwas zu sehr nach ihrem Vater. Der ist auch nicht gut darin seine Gefühle auszudrücken und er hat ihr auch eingetrichtert, dass du böse bist. Und das nur, weil er was gegen deinen Vater hat.«

Es war der Beginn ihrer Freundschaft, auch weil das Frettchen von Albus, mit dem Namen Murphy, dem Blonden sofort vertraute und sich auf dessen Schoß gemütlich machte. Scorpius mochte Albus vom ersten Moment an und dem jungen Potter schien es ähnlich zu gehen. Erst bei der bevorstehenden Häuserwahl hatte Scorpius wieder Angst. Er wollte seinen gerade gefundenen Freund nicht sofort wieder verlieren. Umso erleichterter war er, als er wenig später neben Albus am Slytherin Haustisch saß. Rose hingegen war nach Gryffindor einsortiert worden. Und Darius Zabini, den er durch seinen Patenonkel Blaise kannte, war nach Ravenclaw gekommen.

Scorpius konnte sich noch genau erinnern, wie er an diesem Abend, den ersten Abend in Hogwarts, seinen Vater glücklich anlächelte, der immer wieder besorgte Blicke vom Lehrertisch zu ihm geworfen hatte. Einige Zeit blieb Scorpius so glücklich, doch dann starb seine Mutter am Ende seines zweiten Schuljahrs. Er zog sich völlig zurück. Sein Vater, der selbst von Trauer gezeichnet war und Albus brachten ihn zurück ins Leben und doch war nichts mehr wie zuvor. Denn Scorpius liebt seine Mutter und vermisst sie mit jeder Sekunde.

Die Jahre flogen dahin und Albus blieb sein einziger richtiger Freund. Einige Bekannte, mit denen er keine Probleme hatte, kamen dazu und doch vertraute er nur Albus vollkommen. Der Schwarzhaarige hatte, dank seinen vielen Verwandtschaften mehrere Freunde und doch störte es Scorpius nicht, denn Albus hatte einmal gesagt, dass nur er ihn verstehen konnte. Sie teilten eine gewisse Abneigung gegen die Bewohner von Hogwarts, da diese Albus und ihn nur wegen ihren Eltern verurteilten.

Mit Rose hatte er in diesen Jahren nicht viel zutun. Nur durch gelegentliche Treffen in den Gängen und gemeinsamen Unterrichtsstunden bekam er mit, wie sie sich langsam zu einer Frau entwickelte. Und mit ihrer Entwicklung entwickelte auch er sich.

Im sechsten Schuljahr hatte er endlich seine gewisse Lethargie abgelegt und fing an mit anderen Schülerinnen auszugehen. Doch schnell stellte er fest, dass er es nicht mochte. Mit keiner Einzigen hatte er mehr als ein Date. Albus hatte gelacht, denn ihm ging es ähnlich.

Und jetzt im siebten und letzten Schuljahr lauschte er der Eröffnungsrede von Professor McGonagall und hatte gleichzeitig Rose im Blick. Sie redete mit Lily, die ebenfalls in Gryffindor war, und sah dabei mehr als bezaubernd aus.

»Alles in Ordnung?«, fragte Albus ihn skeptisch. »Du grinst die ganze Zeit.«

»Ich denke schon«, murmelte Scorpius ohne den Blick von Rose zu nehmen. Dieses Jahr würde sein Jahr werden, das wusste er. Er würde endlich versuchen, sein Glück zu finden.

Die Auslosung

1. Die Auslosung
 

Doch Scorpius hatte schon früh das Gefühl, dass es doch nicht sein Jahr werden würde. Es waren gerade einmal zwei Wochen im neuen Schuljahr vergangen und noch an diesem Tag würde die jährliche Projektwoche für den siebten Jahrgang stattfinden, die die Häuserfeindlichkeit senken sollte.

Scorpius freute sich allerdings gar nicht darauf. Immerhin wurden die Teams ausgelost und er hatte Angst, in eine Gruppe zu kommen, mit Leuten, die ihn nicht mochten. Und von diesen gab es eine Menge in Hogwarts.

Ein Grund dafür war eindeutig seine Familie. Auch wenn sein Vater alles tat, um das schlechte Ansehen des Hauses Malfoy zu senken, spürte Scorpius den Hass der anderen Schüler nur zu gut. Mittlerweile tat er so, als hätte er sich daran gewöhnt, doch tat es weh. Er hatte nur gelernt, seine Gefühle zu verstecken, nicht einmal Albus bekam etwas davon mit.
 

Jetzt saß Scorpius im Zaubertrankunterricht und hörte seinem Vater eher uninteressiert zu, während er lieber zu Rose schaute. Aus irgendeinem Grund schwärmte sie für den Zaubertrankprofessor, auch wenn dieser viel älter als sie ist. Scorpius schnaubte und biss anschließend seine Zähne aufeinander. Wenn sie schon für einen Malfoy schwärmen musste, warum dann nicht für ihn? Doch ein Großteil der älteren Schülerinnen stand auf seinen Vater, was Scorpius absolut nicht verstehen konnte und er wusste, dass es dem Zaubertrankprofessor ähnlich ging. Vor allem, da er nie auch nur Andeutungen in die Richtung seiner Schülerinnen machte.

Als die Stunde zu Ende ging, war Scorpius mehr als froh Rose nicht mehr dabei zuschauen zu müssen, wie sie seinen Vater anschmachtete. Zusammen mit Albus machte er sich lieber auf den Weg in die große Halle.

»Bist du schon aufgeregt?«, fragte der Schwarzhaarige seinen Freund und Scorpius schaute zu ihm. Albus schien heute ungewohnt fröhlich.

»Du weißt schon, die Auslosung? Ich bin gespannt, mit wem ich die Projektwoche haben werde«, erzählte er weiter und Scorpius Blick verdüsterte sich. Während Albus gespannt darauf wartete, hatte er eher Angst. Bisher hatte er während seiner Zeit in Hogwarts den jüngsten Sohn von Harry Potter immer an seiner Seite gehabt. Ein echter Freund, auf den er sich immer verlassen konnte. Nicht auszudenken, wenn er jetzt zum Beispiel mit drei Gryffindors in ein Projektteam kommen würde. Es wären fünf Tage Hölle auf Erden für den jungen Malfoy.

Dementsprechend schweigsam war er beim Abendessen und brachte nur wenig des Auflaufes hinunter. Nach dem Essen durften nur noch die Siebtklässer in der großen Halle bleiben, die Anderen mussten sie verlassen. Als Professor McGonagall sie schließlich nach vorne rief, wollte Scorpius es einfach hinter sich bringen.

Die Siebtklässer standen in mehr oder weniger gleichgroßen Gruppen beisammen und schauten auf die Schulleiterin, die einen verzauberten Pokal in ihrer Hand hielt.

»Wie Ihr wisst, findet für die Siebtklässer alljährlich ein Projekt statt, um die Häuserfreundschaft zu stärken. Ich werde nun die Paare auslosen«, sagte McGonagall die in ihrem hohen Alter immer noch starke Autorität ausstrahlte.

Während sie immer weitere Namen von Schülern und Schülerinnen aufrief, die anschließend nach vorne gingen, bis es Vierergruppen waren, schaute Scorpius zu seinem Vater, der am Lehrertisch saß. Als Draco den Blick seines Sohnes bemerkte, zwinkerte er ihm zu. Sofort beruhigte sich der junge Malfoy etwas.

»Scorpius Hyperion Malfoy.«

Als er seinen Namen hörte, zuckte er erschrocken zusammen. Er war der Erste seiner Gruppe und ging mit gesenktem Kopf nach vorne. Da Albus noch nicht aufgerufen worden war, hatte er wenigstens eine kleine Chance mit ihm in ein Team zu kommen.

Gespannt beobachtete er deswegen, wie der Kelch einen weiteren Zettel ausspuckte, den die Schulleiterin gekonnt auffing.

»Darius Zabini«, rief sie dann den nächsten Namen aus.

Sofort schaute Scorpius zu dem Ravenclaw. Er hatte keine Probleme mit ihm, im Gegenteil, ihre Eltern waren gute Freunde und deswegen hatte sie sich in ihrer Jungend oft getroffen, doch wirklich eng befreundet waren sie nicht. Aber zumindest war sich Scorpius sicher, dass Darius ihn nicht anfeinden würde.

»Rose Granger-Weasley.«

Scorpius konnte sein Glück gar nicht fassen, als er den nächsten Namen hörte. Er schaute zu der Gryffindor, die jetzt zu den beiden Jungen kam. Sein Herzschlag verschnellerte sich, als er abermals zur Schulleiterin schaute. Wenn jetzt auch noch sein bester Freund zu ihnen kommen würde, dann wäre Scorpius Leben für die nächste Woche perfekt.

»Albus Severus Potter.«

Scorpius musste seinen Freudenschrei unterdrücken, als Albus breit grinsend zu ihnen lief.
 

»Ich glaube, dein Vater hatte da seine Finger im Spiel«, murmelte Albus ihm zu und Scorpius schaute ihn verwirrt an.

»Warum sagst du so etwas?«, fragte er nach.

»Naja, so wie er dir eben zugezwinkert hat und jetzt bist du in einer Gruppe mit mir, Rose und Darius, die du beide magst. Ich denke, er hat da manipuliert.«

Nachdenklich schaute der junge Malfoy in die Richtung seines Vaters. Auch wenn Scorpius es versuchte vor ihm geheim zu halten, wusste er, dass sein Vater wusste, dass er von den anderen Schülern ausgegrenzt und teilweise beleidigt wurde. Bisher war er aber zu stolz gewesen, um ihn zu bitten, etwas dagegen zu unternehmen.

»Hey, so schlimm wäre das doch auch nicht, wir sind eine Woche lang in einer eigenen Wohnung, ist das nicht super.«

Albus versuchte ihn wieder aufzumuntern und er hatte Erfolg damit. Die ganze Projektwoche würden sie in Zimmern verbringen, die eigens dafür geschaffen waren. Diese fünf Tage lang würden sie nicht in der großen Halle essen, sondern in ihren Räumen. Sie müssten nicht in die Bibliothek gehen, um sich Bücher auszuleihen, denn alle wichtigen hatte sie dort zur Verfügung. Natürlich könnte sie die Räume verlassen und zum Beispiel nach draußen zu gehen aber sie mussten nicht und das fand Scorpius fantastisch. Außerdem wäre es seine Gelegenheit Rose näherzukommen.

Als die restlichen Gruppen ausgelost worden waren, hatte jede von ihnen einen Zettel bekommen, auf dem ihre Türnummer stand, sowie das Passwort.

»Körpertausch? Was ist das denn für ein Passwort?«, machte sie Albus sofort lustig und Rose riss ihm den Zettel aus der Hand.

»Sag das Passwort noch lauter!«, zischte sie ihm zu und wandte sich ab.

»Was ist denn mit ihr?«, fragte Darius verwirrt und war damit nicht alleine.

»Keine Ahnung.« Albus zuckte mit seinen Schultern.

Seufzend drehte Rose sich wieder um und verschränkte die Arme vor ihrer Brust.

»Ist euch vielleicht aufgefallen, dass ich das einzige Mädchen in dieser Gruppe bin? Ich habe keine Lust mich mit drei pubertierenden Jungs abzugeben«, ätzte sie und den Jungs klappte der Mund gleichzeitig nach unten.

»Hast du was Falsches gegessen? Du weißt schon, dass ich dein Lieblingscousin bin?«, fragte Albus irritiert und Rose verdrehte als Antwort nur ihre Augen.

»Kommt ihr jetzt mit oder nicht?«, meinte sie und ging voran.

»Vielleicht hat sie ihre Tage?«, vermutete Albus leise und Scorpius zuckten nur verwirrt mit den Schultern. Allerdings war der blonde Slytherin froh, dass Rose diese Aussage nicht gehört hatte, ansonsten würde sie wahrscheinlich sehr wütend werden.

»Mein Vater sagt immer, man soll sich nicht über Mädchen lustig machen, die ihre Tage haben«, wandte Darius ein.

Die beiden Slytherins schauten ihn etwas irritiert an.

»Wir sollten Rose vielleicht folgen«, sagte Scorpius dann und deutete auf die Gryffindor, die sich schon gefährlich weit von ihnen entfernt hatte.

Die nächsten Tage würden sicher sehr harmonisch werden.

Streitgespräche

2. Streitgespräche
 

Scorpius stand in dem Gemeinschaftsraum, der die nächsten Tage sein Zuhause sein würde, und schaute sich um. Der Raum war irgendwie kleiner als er erwartet hatte.

Ein großes Sofa, auf dem vier Personen mehr als ausreichend Platz hatte, zierte einen Großteil der rechten Seite des Zimmers. Links befand sich ein Arbeitstisch, mit vier grauen Stühlen, sowie einem Bücherregal, in denen verschiedene Bücher standen, die ihnen bestimmt bei ihren Aufgaben helfen sollten. Dann gab es noch zwei Türen, die nebeneinanderlagen. Hinter jeder dieser Türen befand sich ein Schlafzimmer, einmal mit einem Bett und ein anderes Mal mit drei Betten sowie jeweils ein angrenzendes Badezimmer.

Schließlich hatten sich die vier unterschiedlichen Personen, nach der Erkundung der Räume, wieder in dem Gemeinschaftsraum versammelt.

»Also, ich denke, wir sollten ein paar Regeln aufstellen, damit wir gut miteinander arbeiten können«, meinte Rose, die sich an den Tisch setzte und die Mappen, untersuchte, die gerade erst dort erschienen waren.

»Rose, du brauchst immer Regeln, das ist doch langweilig. Ich meine, was willst du denn vorschreiben? Sei doch einfach froh, dass du dein eigenes Schlafzimmer und Bad hast«, beschwerte sich Albus und Scorpius biss sich auf seine Unterlippe. Er mochte es an Rose, dass sie immer alles durchplante, strukturierte und ordentlich arbeitete. Albus hingegen war der geborene Chaot.

Während die beiden Verwandten nun diskutierten, entschied Scorpius sich dafür, die Wohnung zu verlassen und seinen Vater aufzusuchen. Er musste einfach wissen, ob der ältere Malfoy die Auslosung wirklich manipuliert hatte.

Der Weg zu dem Büro seines Vaters war länger als von den Slytherinräumen. Immerhin hatte sein Vater als Hauslehrer von Slytherin seine Wohnung auch im Kerker und Scorpius genoss es ihn dort regelmäßig zu besuchen.

Als er jetzt an der Tür klopfte, hörte er die Stimme des Älteren, der ihn hineinbat.

»Alles in Ordnung? Solltest du nicht bei deiner Gruppe sein?«, fragte Draco Malfoy, als sich sein Sohn auf dem Stuhl vor seinem Schreibtisch niederließ.

»Die streiten sich, ob sie Regeln aufstellen sollen oder nicht. Am Ende wird Rose so wie so gewinnen, also habe ich mich ausgeklinkt. Dad, hast du bei der Verlosung manipuliert?«

Als er diese Frage so direkt stellte, konnte er die Augenlider seines Vaters zucken sehen und somit wusste er sofort, dass er es wirklich getan hatte.

»Ja das habe ich getan. Weißt du, in meinem siebten Schuljahr wurde das Projekt das erste Mal ins Leben gerufen. Mein Team wurde auch nicht ausgelost, sondern stand fest und war auch der Grund für die Projektarbeit. Dabei hat Minerva festgestellt, dass es durchaus Vorteile hatte, wie zum Beispiel eine Verbesserung in der Häuserfreundlichkeit. Glaub mir Scorpius, früher waren Slytherin und Gryffindor viel stärker verfeindet als jetzt. Ich wollte nur, dass du mit deinen Freunden in eine Gruppe kommst.«

»Wegen deiner Gruppe wurde die Projektarbeit ins Leben gerufen?«, fragte Scorpius interessiert nach, da sein Vater ihm nur sehr wenig von seiner Schulzeit erzählt hatte.

»Ja. Das lag aber nicht an mir, sondern an Blaise und Hermine.«

»Blaise und Hermine?« Gespannt beugte Scorpius sich näher zu seinem Vater und wollte jede Information aufsaugen. Sein Vater lachte nun, offensichtlich in Erinnerungen und schüttelte dann leicht seinen Kopf.

»Ich sollte dir wohl nicht mehr erzählen, wir Erwachsenen haben abgemacht, dass wir niemanden davon erzählen. Wahrscheinlich habe ich schon zu viel verraten.«

»Aber ich bin doch schon siebzehn«, brummte Scorpius schmollend und verschränkte seine Arme vor der Brust. Immer wenn es besonders spannend wurde, hörte sein Vater auf zu erzählen.

»Nun geh schon zurück zu deinen Freunden, ich muss noch einige Hausarbeiten lesen«, meinte sein Vater nun und klang dabei wieder autoritär. Scorpius seufzte leise und stand auf.

»Scorpius, du weißt, dass du immer zu mir kommen kannst, wenn du Probleme hast?«, hörte er die Stimme seines Vaters, als er schon die Bürotür geöffnet hatte. Er drehte sich nur noch kurz in die Richtung des Älteren und nickte.

Gerade als er die Tür hinter sich schloss, schoss ein weißes Etwas auf ihn zu und Scorpius bückte sich, damit das Frettchen, auf seine Schulter klettern konnte. Auch wenn Murphy eigentlich das Haustier von Albus war, hatte das kleine Tier eine besondere Zuneigung zu dem blonden Slytherin entwickelt. Scorpius Vater mochte Murphy allerdings überhaupt nicht und der Jüngere konnte dies absolut nicht verstehen.

»Na Kleiner«, meinte er jetzt zu Murphy und kraulte ihn, während er zurück zu seinem jetzigen Gemeinschaftsraum ging.

Irgendwann verfiel Scorpius ins Grübeln und dachte darüber nach, was sein Vater gesagt hatte. Zwar hatte er eine Antwort auf seine Frage bekommen, dafür waren aber neue Fragen aufgekommen. Es interessierte ihn brennend, warum sein Vater ihm nicht mehr erzählen wollte, denn er war sich sicher, dass mehr dahinter stecken musste.

»Körpertausch«, murmelte er schließlich das Passwort vor der Tür mit der goldenen 21 die daraufhin aufschwang.

Seine drei Projektpartner befanden sich noch alle im Gemeinschaftsraum. Darius hatte sich auf das Sofa gesetzt, zusammen mit einer der Mappen, durch die er gelangweilt blätterte. Die Haare des Ravenclaws waren schulterlang, schwarz und absolut glatt. Er trug sie in der Regel, so wie auch jetzt, als Pferdeschwanz zusammengebunden und schien stolz darauf zu sein. Seine Haut glich der Farbe von einem Milchkaffee, hellbraun. Die Farbe seiner Augen war dazu silbergrau, was ihn besonders wirken ließ. Zu seinem ungewöhnlichen Aussehen kam sein ebenso außergewöhnliches Auftreten hinzu. Scorpius konnte nicht wirklich sagen, wieso, aber Darius verhielt sich immer anders als der durchschnittliche Junge. Und jetzt gerade machte ihn genau dieses Verhalten sehr sympathisch.

Rose und Albus hingegen schienen sich noch immer zu streiten.

Nachdenklich wollte Scorpius zu Darius gehen, als Rose sich ihm plötzlich in den Weg stellte und ihren Zeigefinger anprangernd vor sein Gesicht hielt.

»Und du! Wohin bist du eigentlich verschwunden?! Wir wollten abstimmen«, zickte sie ihn an und sein Herzschlag verschnellerte sich. Er konnte nicht sagen, wann sie ihn zuletzt direkt angesprochen hatte. Auch wenn sie gerade sehr wütend war, freute es ihn irgendwie.

»Ich war bei meinem Vater«, brachte er über seine Lippen.

»Bei deinem Vater?«, fragte sie nach und sofort erhellte sich ihre Miene. Skeptisch zog Scorpius eine Augenbraue nach oben.

»Ja«, erwiderte er dann langgezogen. Rose errötete etwas und senkte ihren Blick nach unten. Doch Scorpius Laune rutschte auf den Tiefpunkt. Wie konnte es sein, dass sie auf seinen Vater stand und nicht auf ihn? Murphy schien seinen Gefühlsumschwung zu spüren und rieb deswegen an seiner Wange, ehe er von seiner Schulter sprang und die neuen Räume erkundete.

»Sag mal Scorp, hättest du vielleicht ... ich meine wüsstest du vielleicht etwas, um bei deinem Vater landen zu können?«

Geschockt schaute Scorpius Rose an.

»Das ist nicht dein Ernst?«, fragte er entsetzt.

»Naja ich meine, es geht doch dieses Gerücht um, dass Professor Malfoy eine Affäre hat und ich ... ach keine Ahnung ... ich finde ihn ziemlich anziehend. Er ist einfach absolut mein Typ.«

»Also bin ich auch dein Typ? Immerhin besteht eine große Wahrscheinlichkeit, dass ich in ein paar Jahren ähnlich aussehen werde«, bemerkte Scorpius säuerlich.

»Nein, Scorp es geht dabei nicht wirklich um das Aussehen, sondern eher um sein Auftreten gepaart mit seinem Aussehen er ist einfach himmlisch.« Rose verfiel ins Schwären und machte den Blonden damit wütend.

»Mein Vater würde sich niemals mit Schülerinnen abgeben! Nicht nur, weil es verboten ist, sondern weil er auch meine Mutter liebt und keine andere Frau!« Er ballte seine Hände zu Fäusten und musste sich zusammenreißen, um Rose nicht anzuschreien.

»Ich glaube eher, er liebt meine Mutter. Nichts für ungut Scorp aber deine Mutter ist schon seit einigen Jahren von uns gegangen, meinst du nicht, er könnte Gefühle für andere Frauen entwickelt haben?«, fragte sie vorsichtig aber für Scorpius waren diese Worte ein rotes Tuch. Egal wie sanft sie gesprochen wurden, es machte ihn noch wütender als ohnehin schon.

»Nein, das glaube ich nicht«, knurrte er. Er wollte nichts davon hören. Er liebte seine Mutter, auch wenn sie wirklich schon einige Jahre nicht mehr auf der Erde weilte. Für ihn kam keine andere Frau an der Seite seines Vaters in Frage. Absolut niemand konnte seine Mutter ersetzten!

»Okay Themawechsel alles gut«, meinte Rose schließlich, da sie wahrscheinlich bemerkte, wie stark Scorpius das Thema mitnahm.

»Also werden wir keine Regeln aufstellen. Aber Jungs, morgen werden wir mit diesen Aufgaben anfangen und ich verlange von euch Mitarbeit!«

Mit diesen Worten verschwand Rose in ihr Schlafzimmer und Scorpius ließ sich erschöpft neben den anderen beiden Jungs fallen.

»Alles gut?«, fragte Albus und Scorpius nickte nur schwach. Auch wenn er langsam anfing zu glauben, dass er es nichts mit Rose werden könnte.

Ausfragung

3. Ausfragung
 

»Du sagst also, dass dein Vater keine Affäre hat?«

Genervt schaute Scorpius von seinem Pergament auf und durchbohrte Rose mit seinem Blick. Am nächsten Tag, nach dem Frühstück hatte sie wieder damit angefangen über seinen Vater zu reden und langsam fragte er sich, ob er wirklich in sie verliebt war. Im Moment ging sie ihm eher auf die Nerven.

»Mein Vater hat garantiert keine Affäre«, knurrte er also als Antwort und drückte seine Feder dabei etwas zu stark auf das Pergament und hinterließ einen Tintenfleck, den er mithilfe eines Zauberspruchs wieder entfernen musste.

»Nun ich bin mir da nicht so sicher. Wie wäre es mit einer Wette? Wenn ich richtig liege, dann habe ich etwas bei dir gut, und wenn du richtig liegst, dann schulde ich dir einen Gefallen. Also was sagst du?«

Scorpius schaute wieder zu Rose, die ihm eine Hand zum Einschlagen hinhielt.

»Nun gut, die Wette habe ich eh schon gewonnen«, brummte er und nahm ihre Hand um sie zustimmend zu schütteln.

Rose lächelte ihn an und sofort wurde Scorpius warm ums Herz. Er konnte ihr nicht böse sein, wenn sie ihn so anschaute. Doch lange hielt diese, für ihn besondere Bindung nicht.

»Also dann müssen wir Professor Malfoy beschatten, um etwas über seine angebliche Affäre herauszufinden.«

»Du glaubst doch nicht wirklich, dass er sich innerhalb Hogwarts mit einer Frau treffen würde oder? Ich meine, woher soll überhaupt das Gerücht herkommen, dass er eine Affäre hat?« Darius mischte sich ein und erntete sofort einen bösen Blick von Rose.

»Mir ist durchaus bewusst, dass er sich nicht im Schloss mit seiner Geliebten treffen würde. Sehr wahrscheinlich werden sie es in Hogsmeade tun oder in den Ländereien hinter der Appariergrenze, wo sich keine Schüler mehr herumtreiben. Und das Gerücht macht seit dem letzten Hogsmeade Wochenende die Runde, weil man ihn mit einer Frau im Eberkopf gesichtet hat. Nur leider waren es keine volljährigen Schüler und durften deswegen den Eberkopf nicht betreten. Scorpius, genau dort werden wir warten, so lange, bis dein Vater dort aufkreuzt.«

Rose klang bei ihrem letzten Satz so bestimmend, dass Scorpius einfach nur bejahend nickte. Gleichzeitig freute er sich aber auch darauf, alleine Zeit mit ihr zu verbringen.

»Vielleicht könntest du deinen Vater vorher etwas unauffällig fragen, wann er nach Hogsmeade geht, ob er irgendwas in seinem Leben bereut und verändern will oder so etwas in der Art. Ich meine, wir können ja schlecht jeden Abend dort Ausschau halten«, überlegte sie und wieder musste Scorpius ihr Recht geben.

»Ich werde heute Abend zu ihm gehen, im Moment hat er ja noch Unterricht.«

Rose nickte und drehte sich von ihm weg um sich wieder den Projektarbeiten zu widmen.

Der restliche Tag zog sich in die Länge. Sie hatten sich alle an dem Arbeitstisch versammelt und Rose hatte die Mappen zugeteilt. Scorpius empfand dies nicht wirklich als Teamarbeit, aber er widersprach nicht, da er keine Lust auf eine Diskussion hatte und zudem gerne alleine und in Ruhe arbeitete.

Nur das Kratzen der Federn auf den Pergamenten war zu hören und irgendwie empfand Scorpius die Situation erdrückend. Umso froher war er, als er bemerkte, dass sein Vater mittlerweile Unterrichtsschluss hatte.

Er stand auf und legte seine Feder zur Seite.

»Ich werde dann meinen Vater etwas aushorchen, bis später«, sagte er nur kurz und verschwand dann aus ihrer kleinen Wohnung.

Die Hände tief in seinen Umhangtaschen vergraben und den Blick etwas gesenkt lief er zum Kerker und stand wenig später in dem Büro seines Vaters.

»Na Scorpius, wie läuft die Projektarbeit? Möchtest du etwas trinken?«, fragte Draco Malfoy, während er durch sein Büro lief zu seinen Privatgemächern. Scorpius folgte ihm und saß nach ein paar Minuten auf dem Sofa des Wohnzimmers mit einer Tasse Tee in der Hand.

»Die Stimmung ist irgendwie ziemlich drückend. Rose ist ganz schön bestimmend«, antwortete der junge Slytherin schließlich auf die Frage seines Vaters.

»Ja das kann ich mir nur zu gut vorstellen. Hermine war damals auch ziemlich autoritär. Weißt du, womit Blaise damals die Stimmung gelockert hat?«

Gespannt schaute Scorpius zu seinem Vater, der ihn anlächelte.

»Er hat uns dazu gebracht Wahrheit oder Pflicht zu spielen. Und nun ja, es hat das sprichwörtliche Eis gebrochen, zwar auch zu einigen Komplikationen geführt aber es hat auf jeden Fall Spaß gemacht.«

»Das klingt interessant«, murmelte Scorpius und trank etwas von seinem Tee. Er hatte nicht wirklich lust, dieses Spiel zu spielen und würde es auch ganz bestimmt nicht vorschlagen.

»Dad gibt es etwas in deinem Leben, das du wirklich bereust?«, fragte er dann, um auf den Grund zu kommen, weswegen er überhaupt herkommen war.

Überrascht schaute sein Vater ihn an, Scorpius war nun klar, das er mit so einer Frage nicht gerechnet hatte.

»Ja, das gibt es tatsächlich«, sagte er dann und der junge Slytherin wusste, dass er die Wahrheit sagte.

»Was denn?«, fragte Scorpius sofort weiter nach und lehnte sich etwas nach vorne.

»Nun, wie du weißt, wurde die Ehe von deiner Mutter und mir von meinen Eltern arrangiert. Zu dem Zeitpunkt, wo ich erfahren habe, dass ich deine Mutter heiraten soll, war ich bereits in eine andere Frau verliebt und doch habe ich die Entscheidung meiner Eltern nicht in Frage gestellt ...«

»Du meinst, wenn du es rückgängig machen könntest, hättest du die andere Frau geheiratet?«

»Hm nein, so einfach ist das nicht, immerhin würde es dich dann nicht geben«, sagte Draco und wuschelte durch Scorpius Haare.

»Hast du Mum nicht geliebt?«, stellte er dann die Frage und wusste, dass sich seine Mimik verfinstert hatte. Selbst nach den fünf Jahren, in denen er ohne seine Mutter leben musste, vermisste er sie jeden Tag.

Sofort spürte Scorpius, wie sich das Gesicht seines Vaters verdunkelte und deutlich den Schmerz zeigte, den er sehr wahrscheinlich verspürte.

»Doch das habe ich. Es war eine Liebe, die sich langsam entwickelt hat, ganz anders als meine erste große Liebe. Die Liebe zu ihr war eher wie ein gewaltiges Feuerwerk, was leider zu schnell ausgegangen ist. Das wirst du sicher verstehen, wenn du deine erste Freundin bekommst.«

Eine Weile herrschte Schweigen zwischen den beiden. Scorpius hing unweigerlich den Gedanken an seiner Mutter nach und glaubte, dass es seinem Vater genauso ging.

»Dad wann gehst du wieder nach Hogsmeade?«, fragte Scorpius dann schließlich und hatte wieder die Aufmerksamkeit des Älteren.

»Wahrscheinlich morgen Abend. Brauchst du etwas?«

»Ich könnte ein paar Schokofrösche vertragen«, meinte Scorpius und grinste. Er liebte die kleinen schokoladenen Frösche mit den Sammelkarten.

»Klar, ich werde dir welche mitbringen aber nun solltest du zurück zu deinen Freunden gehen, ich muss leider noch etwas arbeiten.«

Damit scheuchte Draco Scorpius aus seinem Büro und dieser war froh, wenigstens etwas Brauchbares erfahren zu haben.

Beschattung

4. Beschattung
 

Zurück in der Wohnung erzählte Scorpius Rose, dass sein Vater vorhatte, am nächsten Abend nach Hogsmeade zu gehen. Die Geschichte mit seines Vaters erster Liebe ließ er aus, da er noch nicht bereit war, darüber zu reden.

»Das heißt also, wir werden uns morgen Abend nach Hogsmeade schleichen und uns vor dem Eberkopf auf die Lauer legen. Es stellt sich dann nur die Frage, wie wir das unbemerkt anstellen sollen«, überlegte Rose laut.

Darius und Albus hatten ihnen ebenfalls zugehört und der schwarzhaarige Slytherin näherte sich nun den Beiden.

»James hat mir erzählt, dass es einen Geheimgang nach Hogsmeade gibt«, meinte Albus und hatte sofort die Aufmerksamkeit der anderen.

»Wirklich? Wo?«, fragte Rose sofort nach.
 

Und so kam es, dass Scorpius und Rose sich am späten Nachmittag durch den Geheimgang in den Keller des Honigtopfes schlichen.

»Ich kann nicht glauben, dass wir gerade tatsächlich drauf und dran sind, meinen Vater zu beschatten«, murmelte der Slytherin, als sie sich im Keller von dem Staub befreiten.

»Och komm schon, du willst doch auch die Wahrheit erfahren oder nicht?«, erwiderte Rose sofort und Scorpius nickte leicht verstört. Er hatte sie irgendwie anders eingeschätzt. Und irgendwie wurde sie ihm immer unsympathischer, je mehr er sie kennen lernte. Doch sobald sie ihn anlächelte, verschwanden alle zweifel sofort.

»Okay, mal schauen, ob die Luft rein ist«, murmelte sie dann und öffnete die Tür. Scorpius näherte sich ihr, um auch nach draußen schauen zu können. Sie hatten einen kleinen Einblick in den Verkaufsraum und Scorpius konnte tatsächlich seinen Vater mit einer Packung Schokofrösche sehen.

»Mein Vater«, meinte er leise und Rose nickte.

»Lass uns warten, bis er rausgegangen ist.«

Die nächsten Minuten kamen den beiden Schülern lange vor. Draco Malfoy unterhielt sich mit dem Verkäufer und verabschiedete sich schließlich mit einem Lächeln.

»Er hat gute Laune«, bemerkte Scorpius. Eigentlich zeigte sich der Zaubertrankprofessor in der Öffentlichkeit nicht so fröhlich.

»Ja, vielleicht weil er gleich noch jemanden trifft?«

Der Slytherin verzog sein Gesicht. Es konnte doch nicht wirklich etwas an dem Gerücht dran sein?

»Los komm!« Rose riss Scorpius aus seinen Gedanken, der ihr schließlich folgte. Ungesehen konnten sie den Honigtopf verlassen.

Draußen angekommen konnte der blonde Slytherin gerade noch den hellen Haarschopf seines Vaters sehen.

»Er läuft schon Richtung Eberkopf«, murmelte Rose ihm zu und Scorpius nickte. Die beiden Schüler versuchten ihren Professor so unauffällig wie möglich zu folgen und schienen dabei erfolg zu haben. Sie konnten sehen, wie der ältere Malfoy, immer noch mit einem Lächeln auf dem Gesicht, das Lokal betrat.

»Und jetzt? Wollen wir ihnen in den Eberkopf hinein folgen oder sie von hier draußen beobachten?«, fragte Scorpius, nachdem sie in einiger Entfernung stehen geblieben waren.

»Lass uns lieber draußen warten«, meinte Rose und holte ihren Zauberstab aus ihrer Handtasche. Sie sprach einen Tarnzauber über sie beide und Scorpius staunte nicht schlecht, ihm selbst war dieser Zauber noch nicht so einfach gelungen.

Aber er war froh, dass sie sich dadurch an das Fenster des Eberkopfes stellen konnten und seinen Vater beobachten konnten, ohne selbst aufzufliegen.

Wie es der Zufall so wollte, setzte sich sein Vater an einen Tisch, der von dem Fenster aus gut sichtbar war. Es dauerte ein paar Minuten, bis eine braunhaarige Frau im Eberkopf erschien.

Ungläubig starrte Scorpius zu seinem Vater, der aufstand und danach wirklich eine Frau umarmte, die verdammt nach Hermine Granger-Weasley aussah. Er schluckte und musste an die vielen Schokofroschkarten denken, die er mit dem Bild dieser Frau hatte. Die er sogar besonders mochte, da die Braunhaarige ein beruhigendes Lächeln hatte.

»Das ist meine Mutter«, meinte Rose verblüfft und der Slytherin nickte nur.

»Ich wusste es! Sie hat so viele Andeutungen gemacht«, freute sie sich, nachdem sie die Überraschung verarbeitet hatte.

»Warum freut dich das? Deine Eltern sind doch verheiratet oder nicht?«, brummte Scorpius und schaute zu der Rothaarigen, um seinen Vater nicht mehr anschauen zu müssen. Wie gerne würde er hören, was die beiden Erwachsenen gerade besprachen. Ob sie vielleicht doch nur Freunde waren?

»Meine Eltern verstehen sich schon lange nicht mehr so gut. Ich bin der festen Überzeugung, dass sie nur noch wegen uns Kinder zusammenleben aber meine Mutter ist unglücklich, das spüre ich schon seit einer ganzen Weile.«

»Und es würde dich nicht stören, wenn sich deine Eltern trennen würden? Das würde doch alles ändern«, murmelte Scorpius und lenkte seinen Blick wieder zu seinem Vater. Irgendwie wirkte das Gespräch der beiden merkwürdig ernst auf ihn.

»Natürlich würde sich einiges ändern. Aber es ist mir wichtiger, wenn sie glücklich ist.«

Das klang aus der Sicht des Slytherins viel zu erwachsen für eine Siebzehnjährige.

»Und stell dir mal vor, wenn dein Vater und meine Mutter heiraten würden, dann wäre wir Stiefgeschwister!«

Erschrocken schaute Scorpius wieder zu Rose und konnte nicht glauben, dass sie ihn gerade breit anlächelte. Er wollte doch nicht ihr Bruder sein!

»Das kommt nicht in Frage«, knurrte er.

»Schon klar, ich weiß, niemand kann deine Mutter ersetzten«, sagte sie und seufzte. Scorpius versteifte sich. Diesen Satz hatte er nicht wegen seiner Mutter gesagt, sondern wegen ihr. Doch die Gryffindor schien absolut nichts gegen den Gedanken zu haben, dass sie theoretisch Geschwister, Stiefgeschwister werden könnten.

»Ich meine nur, dass es absolut unrealistisch ist. Deine Mutter ist immerhin noch verheiratet und mein Vater wird sicher nicht noch einmal heiraten«, meinte er dann und konnte Rose nachdenklich nicken sehen. Erleichtert, da das Thema damit anscheinend beendet war, konzentrierte er sich wieder darauf, seinen Vater zu beobachten.

Die Unterhaltung der Erwachsenen wirkte natürlich und sehr vertraut auf den Slytherin. »Würdest du auch gerne hören, was sie sagen?«, fragte Rose und Scorpius nickte nur.

»Komm lass uns versuchen reinzugehen. Wir stehen ja noch unter dem Tarnzauber.«

Rose griff nach seiner Hand und ein vertrautes Kribbeln breitete sich auf seiner Haut aus. Wie konnte es sein, dass er so auf sie reagierte, sie ihn aber als einen Bruder sehen könnte, sich sogar darüber freuen würde, wenn sie wirklich Geschwister werden würden?

Er knirschte mit den Zähnen und versuchte den Gedanken zu verscheuchen. Er sollte mit Albus über diese ganze Sache reden. Vielleicht könnte sein bester Freund ihm bei diesem Gefühlschaos helfen.
 

Die beiden Schüler hatten Glück, dass gerade ein alter Mann das Lokal verließ und sie so durch die noch geöffnete Tür schlüpfen konnten. Rose ließ die Hand von Scorpius erst los, als sie den Tisch der Erwachsenen erreicht hatten, ohne aufzufallen. Sofort vermisste der Slytherin die Wärme, die von ihrer Hand ausging, aber er traute sich nicht etwas zu sagen. Er starrte jetzt lieber zu seinem Vater, dessen Worte er nun verstehen konnte.

»Es ist okay Hermine. Niemand wird dich verurteilen, wenn du diesen Schritt gehst.«

»Es fühlt sich aber trotzdem so an, als würde ich alle verraten. Nicht nur Ron, auch meine Kinder.«

»Du verrätst niemanden. Wie gesagt, es ist okay, wenn du einmal an dein eigenes Glück denkst. Ich denke, deine Kinder werden das verstehen, immerhin haben sie doch bestimmt einiges von deinem Grips geerbt oder nicht?« Ein weiteres Mal konnte Scorpius seinen Vater lächeln sehen und der jüngere Slytherin runzelte seine Stirn. Draco Malfoy schien so glücklich zu sein, wie er es schon lange nicht mehr gesehen hatte.

»Rose würde es vielleicht verstehen. Aber Hugo hängt ziemlich an dem Bild der perfekten Familie.«

Scorpius Vater sagte nichts mehr und der Blick von Hermine Weasley-Granger hing nachdenklich in der Luft.

»Du kannst immer zu mir kommen, wenn du Probleme hast«, murmelte Draco Malfoy und der jüngere Malfoy zuckte zusammen, als er merkte, wie liebevoll diese Worte ausgesprochen wurden.

»Danke Draco«, antwortete die Braunhaarige und wurde leicht rot.

Dann driftete die Unterhaltung zu langweiligen Themen. Aus irgendeinem Grund interessierte es die ehemalige Gryffindor brennend, nach welchen Schema Scorpius Vater seinen Unterricht plante. Irgendwann zupfte Rose an seinem Umhang und nickte Richtung Tür. Scorpius wollte noch nicht gehen, aber Rose flüsterte ihm zu: »Der Zauber hält nicht mehr lange.«

Die beiden beeilten sich den Eberkopf zu verlassen und Scorpius warf noch einen Blick auf seinen Vater, der anscheinend freudig von seinem Alltag berichtete.

»Mein Fazit, bisher ist noch nichts zwischen den beiden passiert, aber wenn es so weitergeht, wird es definitiv passieren«, sagte Rose, als sie Hogsmeade hinter sich ließen und zurück nach Hogwarts gingen.

Scorpius brummte nur verstimmt und wusste nicht mehr, was er denken sollte.

Schokofrösche

5. Schokofrösche
 

Den Rückweg setzten die beiden Schüler diesmal über den normalen Gang der Ländereien an, da der Honigtopf mittlerweile geschlossen hatte. Es war dunkel geworden und recht kalt für Mitte September.

Scorpius hatte deswegen seine Hände tief in den Taschen seines Umhanges vergraben und starrte beim Laufen auf den Boden. Seine Gedanken kreisten um seinen Vater und seine möglicherweise neue Liebe. Immer wieder konnte er Blicke von Rose auf sich spüren, aber er wollte sich nicht mit ihr unterhalten. Am liebsten würde er sich gleich in sein Bett verkriechen und erst später, nach einer Tasse heiße Schokolade mit Albus reden. Danach würde es ihm bestimmt besser gehen.

Der Blonde seufzte und schaute erst wieder auf, als sie das Eingangstor von Hogwarts erreicht hatten.

Sie schafften es noch gerade vor der Ausgangssperre wieder im Gemeinschaftsraum ihrer Wohnung anzukommen.

Darius und Albus spielten dort eine Partie Zauberschach und schienen sehr konzentriert zu sein. Doch als der schwarzhaarige Slytherin seinen Freund entdeckte, breitete sich sofort ein Lächeln auf seinen Lippen aus.

»Na, habt ihr was Interessantes entdeckt?«, fragte er und Scorpius zuckte nur mit den Schultern. Er überließ Rose lieber das Reden, die sofort anfing ihren Abend zu schildern. Ein tiefes Gähnen konnte er nicht mehr unterdrücken.

»Ich geh schlafen«, murmelte er deswegen und ging an seinen drei Projektpartnern vorbei.
 

Als Scorpius am nächsten Tag aufwachte, lag eine Packung Schokofrösche vor seinem Bett. Sofort verbesserte sich die Laune des Slytherins. Er steckte die Schachtel, nachdem er sich im Badezimmer fertiggemacht hatte, ein und würde sie nach dem Frühstück essen.

»Die hat dein Vater gestern noch gebracht«, hörte Scorpius die verschlafene Stimme von Albus, der gerade den Vorhang seines Bettes beiseitegeschoben hatte.

»Guten Morgen«, meinte der Blonde und lächelte seinen Freund an. Albus gähnte einmal kräftig, ehe er den Gruß erwiderte.

Während der Schwarzhaarige nun ins Badezimmer trottete, verließ Scorpius den Schlafraum in Richtung des Gemeinschaftsraumes. Rose und Darius saßen schon an dem Tisch und schienen sich zu unterhalten. Als Scorpius bemerkte, das Rose den Dunkelhäutigen anlächelte, breitete sich ein ungutes Gefühl in seinem Magen aus. Irgendwie hatte der Slytherin das Gefühl, dass die Rothaarige mit jedem flirtete außer mit ihm.

»Guten Morgen«, brummte er die beiden an, die ihn kaum wahrzunehmen schienen. Leicht säuerlich griff Scorpius nach einem Brötchen und belegte es sich. Er hörte den anderen beiden nur zu, ohne sich in die Unterhaltung einzumischen. Nachdenklich schaute Scorpius beim Kauen zu Rose und fragte sich, was sie alles über die Vergangenheit ihrer Eltern wusste. Immerhin hatte sie gesagt, dass ihre Mutter Andeutungen gemacht hatte. Und Scorpius glaubte immer mehr, das Hermine Granger-Weasley vielleicht die ominöse erste Liebe sein könnte, von der sein Vater vorgestern gesprochen hatte.

Erst als Albus sich zu ihnen an den Tisch setzte, riss es Scorpius aus seiner Trance. Gezwungenermaßen beteiligte er sich nun an der Coversation.

»Wollt ihr den Prof denn weiterhin beobachten?«, stellte der Ravenclaw irgendwann die entscheidende Frage.

»Stimmt, ihr wisst ja jetzt, dass sie sich treffen, aber nicht, ob sie wirklich eine Affäre haben«, meinte Albus sofort und Scorpius schaute fragend zu Rose, die seinen Blick erwiderte.

»Wir müssen auf jeden Fall herausfinden, was für Gefühle die beiden füreinander haben. Und ich muss einfach wissen, was Mum gestern gemeint hat«, sagte Rose nachdenklich.

»Vielleicht reicht bloßes Beobachten dann nicht aus?«, bemerkte Darius ziemlich trocken und fuhr sich, durch seine noch offenen Haare, was ihn irgendwie ziemlich weiblich wirken ließ.

»Was willst du denn vorschlagen? Ich meine, wir können schlecht ihre Briefe lesen oder etwas in der Art«, sagte Scorpius und zuckte mit den Schultern.

»Das ist eigentlich keine schlechte Idee.«

Geschockt schaute der blonde Slytherin zu der Gryffindor.

»Wie bist du eigentlich in deinem Haus gelandet?«, fragte er leicht säuerlich, worauf Rose ihm nur zuzwinkerte, was sein Herz wiederum dazu veranlasste schneller zu schlagen.

»Also, die beiden werden sich auf jeden Fall Briefe schreiben, dein Vater hat doch keinen Kamin in seinen Räumen?« Scorpius schüttelte den Kopf. »Also Briefe. Wir müssen uns demzufolge in sein Büro schleichen und nun ja, etwas spionieren.«

Scorpius zog gekonnt eine Augenbraue nach oben, eine Geste, die er sich von seinem Vater abgeschaut hatte, und verschränkte seine Arme vor der Brust.

»Das ist ein etwas zu starkes Eingreifen in seine Privatsphäre, findest du nicht?«, bemerkte er. Er hatte absolut keine Lust, in die Räume seines Vaters einzubrechen.

»Als ob du noch nie die Schulregel gebrochen hast«, meinte Rose und verdrehte ihre Augen. Albus kicherte, aber Scorpius blieb bei seiner Meinung.

»Es gibt bestimmt noch einen anderen Weg. Ich könnte Dad auch direkt danach fragen.«

»Ach, weil er dir sonst auch alles erzählt? Da erzählt mir meine Mutter ja sogar mehr.«

»Ach ja? Was hat deine Mutter dir denn erzählt?« Würde es jetzt zum Standard werden, dass er sich mit Rose stritt?

»Immerhin weiß ich, dass Mum einmal deinen Dad geliebt hat«, gab die Rothaarige offensiv zurück und Scorpius war sich nun ziemlich sicher, dass die Mutter von Rose die Frau war, von der sein Vater gesprochen hatte.

»Leute, das führt zu nichts«, versuchte Darius die wögen zu glätten und der blonde Slytherin riss seinen Blick von der Gryffindor los.

Er holte die Packung Schokofrösche aus seiner Tasche und öffnete sie. Der eine klägliche Sprung der Amphibie ging nicht weit und so war es ein leichtes für Scorpius die Schokolade zu packen und daran abzubeißen. Erst danach drehte er die Packung um, um sich die Sammelkarte anzuschauen.

Er hustete abrupt, als ihn Hermine Granger-Weasley freundlich anlächelte.

Albus klopfte ihm sofort helfend auf den Rücken und Scorpius musste etwas Kürbissaft trinken, um sich wieder zu beruhigen.

»Nun, wenn das Mal kein Zeichen war«, bemerkte Darius mit einem Schmunzeln, nachdem Scorpius die Karte auf den Tisch gelegt hatte.

»Okay Scorpius, da du ja anscheinend gegen meinen Vorschlag bist, würde ich vorschlagen, dass du dir deinerseits einen Weg überlegst, wie wir herausbekommen, was jetzt genau zwischen den beiden läuft. Ich würde das gerne noch klären, solange wir zusammenarbeiten müssen«, meinte Rose versöhnlich und dank ihrem Lächeln war Scorpius ihr nicht mehr böse. Doch es erschreckte ihn irgendwie, dass sie ihn anscheinend so leicht um den Finger wickeln konnte.

»Ich werde mir was überlegen«, murmelte er, während er auf das Bild der Hexe schaute, ehe sie aus der Sammelkarte verschwand.

In seinem Kopf schwirrten die Gedanken. Was, wenn sein Vater wirklich eine Affäre mit ihr hatte?

Erst nachdem er den Rest der Schokolade verdrückt hatte, fühlte er sich wenigstens etwas besser und widmete sich den Aufgaben des Projektes. Nicht ohne ab und zu Rose einen Blick zu zuwerfen.

Etwas Verbotenes

6. Etwas Verbotenes
 

Am Nachmittag verließ Scorpius die Wohnung der Projektgruppe, um in die Bibliothek zu gehen. Er wollte sich alleine Gedanken darüber machen, wie sie sicher feststellen könnten, was zwischen seinem Vater und Hermine Granger-Weasley lief. Denn er wollte wirklich nicht einbrechen und vertrauliche Briefe lesen.

Als er in der Bibliothek ankam, war diese wie leergefegt. Der normale nachmittags Unterricht lief noch und aus seinem Jahrgang machte sich keiner die Mühe hier hinzukommen.

Bedächtig lief Scorpius die vielen Regale entlang und wusste nicht einmal, wonach er suchte. Mit einem schnellen Blick vergewisserte er sich, dass die Bibliothekarin nicht da war. Unbemerkt schlüpfte er in die verbotene Abteilung und ignorierte sein schneller schlagendes Herz. Noch nie hatte er die Schulregeln gebrochen, einfach, weil er seinen Vater nicht enttäuschen wollte.

Doch jetzt schaute er auf die vielen, teilweise gruselig aussehenden Bücher, und zog eines aus dem Regal. Nach einem kurzen Blick in das Inhaltsverzeichnis schob er es wieder zurück und griff nach dem nächsten.

Er suchte nach einem Buch, welches einen Zauber enthielt, der die Liebesbeziehung zweier Menschen offenlegen sollte. Zwar wusste Scorpius nicht, ob es solch einen Zauber überhaupt gab, aber wenn, würde er ihn sicher hier finden und nicht im normalen Teil der Bibliothek.

Es dauerte fünf Bücher, bis er in dem Inhaltsverzeichnis das Wort »Liebe« lesen konnte. Gespannt blätterte auf die besagte Seite und wurde enttäuscht, da es sich nur um einen Liebeszauber mit einem erstärkten Lustgefühl handelte. Angeekelt stellte er das Buch wieder zurück und wandte sich zum Nächsten.

Er verbrachte schon gut eine halbe Stunde in der verbotenen Abteilung, bis er einen vielversprechenden Zauber fand.
 

»Sinopsis Ablacsion

Dieser Zauber zeigt dem Anwender durch Auren, wie andere Menschen zueinanderstehen. Es ist möglich die Beziehungen der Personen zu verstärken oder ihnen Hindernisse zu setzten, die oftmals unüberwindlich sind. Richtig eingesetzt kann die anwendende Person die Gefühle aller Personen um sich herum spüren und zu seinem Gunsten beeinflussen.

Die Gefahr des Zaubers besteht darin, dass sich die anwendende Person in der Welt der Auren verlieren kann. Nicht nur ein Zauberer ist durch diesen Spruch wahnsinnig geworden.«
 

Mehrmals überflog Scorpius die Zeilen und fragte sich, ob es das Risiko wert war, diesen Zauber zu verwenden. Immerhin könnte er so nicht nur die Gefühle von seinem Vater und Hermine Granger-Weasley erkennen, sondern sich auch vergewissern, was Rose für ihn empfand. Ob sie überhaupt etwas für ihn empfand.

Trotz seiner Zweifel kopierte er die Seite im Buch, die auch eine genaue Instruktion des Zaubers enthielt, mit einem Spruch und steckte das Pergament anschließend in seine Umhangtasche.

Sich wieder aus der verbotenen Abteilung zu schleichen, war einfacher als gedacht, da ihm noch immer niemand begegnete. Erst als er wieder in der Wohnung des Projektes stand, sah er Albus.

»Wo sind denn die anderen beiden?«, fragte Scorpius, während er sich neben dem Schwarzhaarigen auf das Sofa setzte.

»Darius hat Quidditch Training und Rose trifft sich mit Lily. Sie wollte mich nicht mitnehmen, weil sie angeblich irgendwelche Mädchengespräche führen müssen.« Den letzten Satz grummelte der Slytherin beleidigt in seinen nicht vorhandenen Bart. Scorpius lachte beim Anblick seines besten Freundes und streichelte Murphy, der sich kurz, nachdem er sich gesetzt hatte, auf seinen Schoß gelegt hatte.

»Selbst mein Haustier kuschelt lieber mit dir als mit mir«, brummte Albus dann noch und streichelte den kleinen Kopf des Frettchens.

»Ich glaube, das liegt an deiner Haarfarbe. Wahrscheinlich denkt er, du wärst auch ein Frettchen.« Jetzt konnte Scorpius Lachtränen nicht mehr unterdrücken. Erst nachdem er sich beruhigt hatte, nestelte er die kopierte Seite mit dem Spruch aus seiner Tasche, ohne Murphy zu stören.

»Hier, was hältst du von dem Zauber?«, fragte er und gab den Zettel an seinen Freund weiter. Der nahm das Pergament an und überflog die Seite.

»Das hört sich irgendwie etwas zu dramatisch an. Ich meine, du willst doch keine Gefühle beeinflussen? Das wäre doch falsch«, bemerkte der Schwarzhaarige.

»Aber hier steht auch, dass der Zauber zeigt, wie Personen zueinanderstehen. Wenn man ihn nur anwendet, um das zu sehen, ist doch alles gut oder?«

Albus runzelte nach dieser Bemerkung die Stirn und starrte die Wörter auf dem Pergament an.

»Scorpius ... du willst das doch nicht nutzen, um zu sehen, was Rose für dich empfindet oder?« Hellgrüne Augen starrten ihn eindringlich an.

»Nein«, antwortete Scorpius etwas zu schnell.

»Ich glaube, das Risiko ist es nicht wert. Frag deinen Vater einfach oder wartet etwas, bis sie euch was sagen. Nicht dass du wirklich wahnsinnig wirst«, riet ihm der Schwarzhaarige dann und der Blonde nickte nachdenklich. Wahrscheinlich war es das Risiko wirklich nicht wert. Umsonst stand das Buch mit dem Zauber bestimmt nicht in der verbotenen Abteilung.

»Was ist, wenn mein Vater wirklich etwas mit ihr hat?«, fragte Scorpius dann flüsternd und starrte ins Nichts. Bilder seiner Mutter traten vor sein inneres Auge.

»Scorp ... es ändert doch nichts an der Tatsache, dass dein Vater deine Mutter geliebt hat«, murmelte Albus ebenso leise und legte dem Slytherin beruhigend eine Hand auf die Schulter. Scorpius seufzte. Innerlich hatte er geahnt, dass sein Vater sich irgendwann wieder verlieben würde. Aber musste es ausgerechnet die Mutter von seinem Schwarm sein?

Irgendwann hatte Albus seinen ganzen Arm um ihn gelegt und Scorpius genoss die tröstende Nähe seines besten Freundes. Er musste nichts sagen und doch fühlte er sich besser. Seine Besorgnis auszusprechen war irgendwie befreiend.

Erst als die Tür geöffnet wurde und Darius sehr laut den Raum betrat, schreckten die beiden auseinander. Der Ravenclaw schaute sie etwas verwirrt an und lächelte dann.

»Ich habe es doch gewusst, ihr habt etwas miteinander!«, meinte der Neuankömmling triumphierend und nun blinzelte Scorpius verwirrt.

»Was? Nein! Wie kommst du darauf? Wir sind nur Freunde«, bestritt der Blonde sofort die Annahme des Ravenclaws.

»Ob Albus das auch so sieht?«, murmelte dieser so leise, dass Scorpius sich nicht sicher war, ob er die Worte richtig verstanden hatte. Immer noch irritiert schaute er zu seinem besten Freund, der etwas von ihm abgerückt war und seinem Blick auswich.

Es könnte doch nicht wirklich sein?

Scorpius brauchte ein paar Sekunden, bis er entschlossen den Kopf schüttelte. Es war ausgeschlossen, mehr als Freundschaft war nicht zwischen ihnen. Auf keinen Fall.

Etwas Neues

7. Etwas Neues
 

»Also hast du dir was überlegt?«, fragte Rose, nachdem sie am späten Abend auch wieder in die Wohnung zurückgekehrt war.

»Ich habe entschieden, dass es keinen Sinn macht irgendetwas Verbotenes zu machen. Lass uns doch einfach warten, bis sie uns es selbst erzählen. Oder wir beobachten sie weiter, ohne in ihre Privatsphäre einzugreifen.«

Rose schien von seiner Antwort nicht wirklich begeistert zu sein.

»Ich hätte nicht gedacht, dass du so feige bist, Malfoy!« Mit den Worten drehte sie ihm den Rücken zu und Scorpius schaute sie unwohl an.

»Nur damit du es weißt, ich werde nun zu dem Büro deines Vaters gehen, entweder du begleitest mich, oder nicht.«

Mit offenem Mund starrte der blonde Slytherin ihr hinterher.

»Meint sie das jetzt ernst?«, fragte er an Darius gewandt, der sich in einem Buch über Tierwesen vertieft hatte.

»Nun, ich denke, du musst ihr folgen, um das festzustellen«, sagte er trocken und Scorpius erhob sich seufzend vom Sofa. Murphy fauchte beleidigt und lief von ihm weg, um sich an seinem Futternapf zu bedienen. Dem Frettchen schien seine neue Umgebung zu gefallen.

Scorpius riss sich von dem Anblick des niedlichen Tieres los und folgte schließlich Rose nach draußen.

»Du hast dir Zeit gelassen.« Sie stand an der Wand gelehnt und betrachtete ihre Fingernägel. Erst als er näher zu ihr trat, stieß sie sich von der Wand ab. Er starrte sie an und wusste nicht, warum sie ihn einerseits so anzog, aber andererseits so unsympathisch auf ihn wirkte. Ihm war klar, dass sie gerade nur mit ihm spielte und doch machte Scorpius mit und das nur, weil er sie beeindrucken wollte. Er knirschte mit den Zähnen und widerstand dem Drang, einfach wieder in die Wohnung zurückzugehen. Das Ganze konnte einfach nicht gut enden.

»Wir wissen doch nicht einmal, ob er in seinem Büro ist«, knurrte der Slytherin, als sie mit etwas Abstand in Richtung Kerker liefen.

»Deswegen wirst du auch anklopfen, und wenn er aufmacht, sieht er nur seinen Sohn, der ihn so oder so öfter besuchen kommt. Also nichts Außergewöhnliches«, sagte sie und klang dabei sehr kalkuliert.

»Aber wenn er nicht aufmacht, werden wir uns Zutritt verschaffen«, meinte sie und grinste ihn von der Seite an. Doch diesmal spürte er bei dem Lächeln keine Schmetterlinge im Bauch. Er kommentierte ihre Worte nicht, da sie seine Bedenken eh ignorieren würde, so gut kannte er sie mittlerweile. So erreichten die beiden schweigend die Tür hinter der, die Räume von Draco Malfoy lagen.

Mit einem letzten unglücklichen Blick zu Rose klopfte Scorpius an der Tür. Es vergingen einige Sekunden, in denen einfach nichts passierte.

»Wie lange braucht dein Vater normalerweise zum Öffnen?«, fragte Rose.

»Nicht so lange«, murmelte er und starrte auf die verschlossene Tür. Traf sich sein Vater wirklich gerade mit Misses Granger-Weasley? Oder war er einfach anderweitig im Schloss unterwegs?

»Alohomora«, sprach Rose mit der passenden Handbewegung, doch nichts passierte.

»Du glaubst doch nicht wirklich, dass Dad sich nicht gegen so einen einfachen Zauber absichert oder?«, fragte Scorpius spöttisch und vergrub seine vor Aufregung schwitzenden Hände in seine Umhangtaschen. Vielleicht hatte er glück und das Vorhaben von Rose würde schon jetzt scheitern. Doch dann überraschte die Gryffindor ihn, als sie ein kleines Kästchen aus ihrer Tasche holte.

»Was ist das?«, fragte er interessiert und beugte sich näher zu ihr. Das Mädchen hatte sich vor das Schloss gekniet und holte einige Metalldrähte heraus.

»Das ist ein Dietrich. Ich habe ihn von meinem Großvater väterlicherseits. Aber ich glaubte, Opa hat nicht wirklich verstanden, wofür er gut ist. Glücklicherweise habe ich in einem Buch davon gelesen«, murmelte die Gryffindor, während sie mit den Drähten am Schloss hantierte. Scorpius hatte bisher in seinem Leben nicht viel Kontakt zu Muggelgeräten und fand es deswegen spannend ihr bei ihrem Versuch zuzuschauen.

»Vielleicht solltest du Wache halten? Ich habe den Bogen noch nicht so raus. Könnte etwas dauern«, meinte sie und hantierte verbissen am Schloss herum. Scorpius nickte und drehte sich in die Richtung des Ganges, aus der Personen kommen würden, die zum Büro seines Vaters wollten. Einige Sekunden konnte er nur das metallische Kratzen aus der Richtung von Rose hören, doch dann vernahm er auch eindeutig Schritte.

»Rose jemand kommt«, meinte er panisch und drehte sich zu ihr.

»Verdammt«, fluchte sie, als sie vehement an den Stäben zog, sie sich aber offensichtlich nicht aus dem Schloss lösten.

»Scheiße was jetzt?«, fragte Scorpius panisch und schaute über seine Schulter. Sein Vater näherte sich, da war er sich sicher.

»Küss mich.« Sofort rückte der Blick des Blonden zurück auf die Gryffindor.

»Was?«, fragte er irritiert.

»Küss mich verdammt nochmal! Ich denke, selbst einem Draco Malfoy wird es peinlich genug sein, seinen Sohn jemanden küssen zu sehen, dass er wieder geht«, sagte sie energisch und zog ihn an seiner Krawatte zu sich.

Scorpius hatte die Situation immer noch nicht richtig realisiert, als er ihre Lippen schon auf seinen spürte. Doch enttäuscht stellte er fest, dass das insgeheim von ihm erwartete Feuerwerk ausblieb. Trotzdem schmiegte er sich näher an die Hexe und drückte sie leicht gegen die Tür. Er bekam mit, wie sie auch in dieser Situation am Schloss nestelte und das Muggelgerät versuchte zu entfernen. Ihre andere Hand wanderte in seine Haare und zogen ihn näher zu sich.

Scorpius konnte wirklich nicht behaupten, dass er viel Erfahrung in diesem Gebiet hatte. Nein es war sein erster Kuss und er hatte ihn sich wirklich anders vorgestellt. Es sollte kein Ablenkungsmanöver sein, um eine Straftat zu verdecken aber doch gefiel er ihm, auch ohne das erwartete Kribbeln. Das Gefühl von ihren Lippen auf seinen war angenehm sanft und nicht so feucht, wie er es sich vorgestellt hatte.

Er hörte, wie die Schritte stoppten und sich schließlich, wieder entfernten. Nicht nur er hatte es gehört, auch Rose, die sich sofort von ihm löste. Ihre Wangen waren gerötet und passten perfekt zu ihren rötlichen Haaren. Scorpius schluckte nervös und wusste nicht, was er jetzt machen sollte. Eigentlich hatte er erwartet, dass er sich nach einem Kuss sicher sein musste, dass er Gefühle für sie hatte. Aber er war verwirrter als vorher. Ja, dass Gefühl ihrer Lippen auf seinen, hatte ihm gefallen, aber von dem Kribbeln, von dem in diesen Liebesromanen immer gesprochen wurde, hatte er nichts gespürt.

»Endlich«, seufzte Rose, als sie das Muggelgerät aus dem Schloss befreit hatte.

»Komm lass uns verschwinden.« Scorpius war froh diese Worte zu vernehmen, auch wenn er sich sicher war, dass sich das Verhältnis zwischen ihnen nun verkompliziert hatte. Ob die Rothaarige schon mal einen Kuss gehabt hatte? Soweit Scorpius es mitbekommen hatte, hatte sie noch keinen festen Freund gehabt.

Rose griff vorsichtig aber bestimmt nach seiner Hand.

»Lass uns noch etwas schauspielern, falls uns dein Vater beobachtet«, raunte sie ihm zu und kicherte. Scorpius grinste aber, als er seine Finger mit ihren verschränkte, fühlte er nichts. Gestern noch hatte seine Hand wie verrückt gekribbelt, als Rose sie gehalten hatte. Wie konnten sich seine Gefühle so schnell ändern?

Kaum hatten sie die Eingangshalle hinter sich gelassen, löste der Slytherin seine Hand aus ihrer und räusperte sich unwohl.

»Ich denke, wir sollten das lieber geheim halten«, begann er, da er keine Lust hatte, dass sich Gerüchte in Hogwarts verbreiten würden.

»Warum?«, fragte Rose und schaute ihn skeptisch an. »Bin ich dir peinlich, weil ich nur ein Halbblut bin?« Scorpius knurrte bei dieser Bemerkung und schüttelte den Kopf.

»Nein, ich möchte nur nicht, das irgendwelche falschen Annahmen in Hogwarts kursieren. Ich denke, du hast auch kein Interesse daran, dass man uns eine Beziehung nachsagt«, sagte er ernst, schaute sie dabei aber nicht an.

Sie antwortete nicht, was er als Zustimmung abtat. Obwohl Scorpius sich jetzt schon sicher war, dass er Albus davon erzählen musste. Einfach, weil er mit jemandem über seine Gefühle, seine nicht mehr vorhandenen Gefühle, für das Mädchen reden musste.
 

Kaum waren sie in ihrer Wohnung angekommen, ging Scorpius nach einem kurzen Blick in das Schlafzimmer. Albus hatte sich schon vorher hierhin zurückgezogen und lag nun immer noch lesend in seinem Bett. Der Blonde schmiss sich neben seinem Freund auf sein Nachtlager und erzählte ihm von der vorherigen Situation.

»Du hast sie also geküsst?«, fragte Albus. Der Angesprochene nickte: »Eigentlich hat eher sie mich geküsst.«

»Dann herzlichen Glückwunsch! Obwohl, du siehst nicht so glücklich aus, wie ich erwartet hatte. Alles in Ordnung?«

»Ich weiß einfach nicht, was mit mir los ist. Ich habe einfach gar nichts empfunden. Nicht einmal ein kleines Kribbeln nur das Gefühl von ihren Lippen auf meinen, was zwar ganz gut war, aber nicht so gut, wie ich es mir immer vorgestellt habe.«

»Offensichtlich bist du doch nicht in sie verliebt«, sagte Albus trocken aber Scorpius glaubte einen fröhlichen Unterton wahrzunehmen.

»Offensichtlich«, wiederholte er Albus Worte und schaute den Schwarzhaarigen dabei an.

»Was soll ich denn jetzt machen? Sie hat es irgendwie komisch aufgefasst, als ich gemeint habe, wir sollen es niemandem erzählen.«

»Sei ehrlich Scorp, sag ihr das du nichts für sie empfindest, ansonsten bin ich dazu genötigt das Verwandtschaftsverhältnis zu berücksichtigen und dich dafür leiden zu lassen, meine Cousine zu verletzten« Albus letzte Worte klangen viel zu ernst für Scorpius, so dass dieser nur erschrocken nickte. Eine Weile war es still zwischen den beiden.

»Und bei dir? Hast du jemanden von dem ich wissen müsste?«, fragte Scorpius schließlich und die Stille zu brechen. Albus blick lag sofort auf ihm.

»Es ist ... kompliziert«, sagte Albus nachdenklich.

»Los sag schon, wir erzählen uns doch sonst immer alles«, meinte Scorpius und lächelte seinen besten Freund dabei an. Da er dabei kurz die Augen schloss, merkte er nicht, wie Albus sich ihm näherte und einen Kuss auf die Wange drückte, viel zu nah an seinen Lippen.

Danach sprang der Schwarzhaarige sofort auf, verschwand aus dem Schlafzimmer und hinterließ einen verwirrten Blonden.

Irritiert ließ dieser eine Hand auf seine Wange wandern, die anfing zu kribbeln. Sie hatten sich noch nie in dieser Art berührt. Und doch gefiel es Scorpius. Er wollte mehr.

Ein guter Rat

8. Ein guter Rat
 

Scorpius hatte in dieser Nacht schlecht geschlafen. Viel zu sehr kreisten seine Gedanken um Rose und um Albus. Der Blonde hatte seinen besten Freund nicht mehr gesehen, nachdem dieser ihm einen Kuss auf die Wange gegeben hatte und er wüsste nur zu gerne, was er damit ausdrücken wollte. Dazu kamen noch die Worte von Darius, der offensichtlich glaubte, dass zwischen ihnen etwas laufen könnte.

Verwirrt seufzte Scorpius und griff nachdenklich unter sein Kissen, wo er die Seite des »Sinopsis Ablacsion« Zaubers aufbewahrte. Wenn er ihn benutzen würde, dann hätte er wohl Klarheit, wüsste zumindest, was Albus für ihn empfand.

Lange starrte er die Worte an und zerknüllte dann den Zettel.

Entschlossen sprang er aus seinem Bett, schnappte sich nur seine Schuhe und seinen Morgenmantel, um seinem Vater einen Besuch abzustatten. Es war gerade einmal fünf Uhr am Morgen, also war noch niemand wach. Der Vorhang an Albus Bett war zugezogen, dass es den Blonden beruhigte, da sein Freund offensichtlich doch noch spät in der Nacht in sein Bett gefunden hatte.

Ruckartig wandte er den Blick ab, um sein Vorhaben in die Tat umzusetzen.

Das Schloss war gespenstisch ruhig, als Scorpius in Richtung Kerker lief. Da er es in den letzten Tagen mehrmals von seinem neuen kurzzeitigen Zuhause aus gemacht hatte, kannte er den Weg schon mehr als auswendig.

Zum zweiten Mal an diesem Tage stand er schließlich von der Tür seines Vaters und klopfte. Sein Blick fiel auf das Schloss und sein Magen verkrampfte sich. Er würde seinem Vater die Wahrheit sagen und ihn dann fragen, was er machen sollte.

»Scorpius, was machst du denn um diese Zeit hier?«, fragte Draco Malfoy etwas später offensichtlich müde, nachdem er nur in T-Shirt und Schlafhose die Tür geöffnet hatte.

»Ich muss mit dir reden Dad«, sagte Scorpius eindringlich und sein Vater trat sofort zur Seite.

»Was ist passiert?«, fragte dieser besorgt und alle Müdigkeit schien verschwunden zu sein.

Jetzt schaute der junge Slytherin seinen verwirrten Vater an und wusste nicht, wie er anfangen sollte. Er öffnete seinen Mund und schloss ihn wieder. Mehrmals.

»Tee?«, fragte dann der Ältere und Scorpius nickte sofort.

»Ich schätze, es geht darum, dass Rose Weasley vor meinem Büro geküsst hast?«, fragte der Ältere, als er seinem Sohn eine Tasse Tee in die Hand drückte. Scorpius nickte und schmunzelte, da sein Vater Rose nie »Rose Granger-Weasley« nannte, sondern immer »Rose Weasley«. Doch dann merkte er den immer noch fragenden Blick seines Vaters und überlegte, wie er anfangen sollte zu erzählen.

Schließlich fing er an, indem er von dem Streit mit Rose erzählte, wie sie behauptet hatte, dass sein Vater eine Affäre hatte. Als der Ältere nichts kommentierte, machte er weiter und erzählte, wie sie ihnen hinterherspioniert hatten und wie sie zu guter Letzt gestern hier einbrechen wollten.

»Scorpius«, sagte Draco Malfoy tadelnd, doch er hatte ein kleines Lächeln auf den Lippen.

»Also habt ihr euch nur geküsst, damit ich nicht sehe, wie ihr einbrechen wolltet? Raffiniert.« Scorpius grinste verlegen, war aber froh, dass sein Vater ihn nicht für den Versuch maßregelte.

»Und jetzt? Hat dich der Kuss so aus der Bahn geworfen?«

Der Jüngere erklärte, dass er eigentlich nichts gefühlt hatte und wie er später mit seinem besten Freund darüber gesprochen hatte. Etwas zögernd erzählte er auch schließlich von dem Wangenkuss, den er als schöner in Erinnerung hatte, als das Ganze mit Rose.

Der Blick seines Vaters war schon fast erleichtert, was Scorpius verwirrte.

»Offensichtlich hast du keine Gefühle für das Mädchen, was mich ehrlich erleichtert. Immerhin plane ich, ihre Mutter wieder für mich zu gewinnen. Scorpius die Gerüchte sind zwar falsch. Im Moment ist da nicht mehr als Freundschaft zwischen uns, aber ich liebe sie. Erinnerst du dich noch an unser Gespräch vor zwei Tagen? Sie war meine erste Liebe und ich habe immer noch Gefühle für sie. Sie wird sich bald scheiden lassen und dann werden wir es langsam angehen lassen. Ich bin deswegen sehr froh, dass du nichts mit ihrer Tochter hast. Das wäre sonst sehr unangenehm geworden.«

Scorpius brach den Blickkontakt mit seinem Vater und starrte in seine Teetasse. Er musste einfach an seine Mutter denken.

Eine bleiche Hand legte sich auf seine und sofort fühlte der Jüngere sich besser.

»Das alles ändert nichts daran, dass ich deine Mutter geliebt habe. Ich bin sicher, sie würde wollen, dass ich wieder glücklich werde, meinst du nicht?«

Die Frage hing im Raum und Scorpius verdrückte lautlos ein paar Tränen.

»Ja das würde sie«, murmelte er schließlich. Er schaute wieder zu seinem Vater, der ihn abermals erleichtert anlächelte.

»Aber was soll ich jetzt mit Albus machen?«, fragte Scorpius verunsichert.

»Weißt du, in meinem Jahrgang gab es einen Slytherin, der homosexuell war. Er hieß Urquhart und war sogar in meinem Quidditch Team. Er hat sich erst Jahre nach der Schule geoutet und ich hätte niemals gedacht, dass er schwul ist. Was ich damit sagen will, könnte es sein, dass dein Freund wirklich Gefühle für dich entwickelt hat? Er vielleicht sogar homosexuell oder zumindest bisexuell ist, du es aber nicht gemerkt hast?«

»Ich bin mir so unsicher. Ich dachte, wir sind Freunde.«

»Was empfindest du denn in seiner Nähe?«

»Ich bin gerne bei ihm. Er beruhigt mich und kennt mich, abgesehen von dir am besten. Er weiß, wann ich reden will und wann mir einfach Stilles beisammen sein lieber ist. Und wenn wir uns mal umarmen, fühle ich mich geborgen und sicher.«

Unsicher schaute Scorpius abermals in seine Teetasse. Er hatte das Getränk bisher noch nicht angerührt und nippte nun daran.

»Nun ich denke, du solltest mit ihm reden«, meinte Draco Malfoy. Sofort schaute der Schüler zu ihm.

»Wie soll ich das denn machen? Ich meine, es, was auch immer es ist, könnte unsere Freundschaft kaputtmachen«, sagte Scorpius verzweifelt.

»Nun, vielleicht seid ihr beide einfach nicht für eine Freundschaft gemacht. Scorpius, so wie sich das eben angehört hat, hast du Gefühle für ihn. Deine Augen haben regelrecht geleuchtet, als du von ihm geredet hast. Glaub mir, wenn ich eins in meinem Leben gelernt habe, dann ist es: Hör auf dein Herz. Es ist mir egal, in wen du dich verliebst, Hauptsache du wirst glücklich. Auch wenn es komisch ist, dass es ausgerechnet der Sohn meines ehemaligen Erzrivalen geworden ist.« Beim letzten Satz lachte Draco Malfoy auf und grinste seinen Sohn an. Abermals traten Scorpius Tränen in die Augen und er umarmte seinen Vater stürmisch. Dass er dabei den Tee verschüttete, war ihm absolut egal.

»Danke Dad«, schniefte er.

Eine Weile umarmten sich die beiden Malfoys, ehe sich der Jüngere vorsichtig losmachte.

»Ich denke, ich sollte gehen. Ich möchte nicht, dass mich das ganze Schloss in diesem Aufzug sieht«, sagte er leicht verlegen und sein Vater lachte.

»Dann verschwinde schon und halt mich ja auf dem Laufenden.«

Noch einmal nickte Scorpius strahlend, stand auf und verließ dann die Räume seines Vaters mit neuem Mut. Er würde mit Albus reden.

Spezial: Ein Zaubertrankprofessor erzählt

Spezial: Ein Zaubertrankprofessor erzählt
 

In dem Moment, als Hermine ihm sagte, dass sie sich überlegte sich scheiden zu lassen, hatte Draco sich unheimlich gefreut. Er hatte versucht, seine Freude zu verstecken, um sie nicht zu kränken und doch war er sich sicher, dass sie es gemerkt hatte.

Ihre Treffen im Eberkopf, bei denen er ihr Mut machte, diesen Schritt wirklich zu gehen, waren schnell zu einer Routine geworden, die Draco nicht mehr missen wollte. So viele Jahre hatten sie nicht miteinander geredet, denn eine Freundschaft zwischen ihnen hatte sich als unmöglich herausgestellt. Sowohl ihr Mann als auch seine Astoria waren schnell eifersüchtig und so hatten sie sich aus den Augen verloren.

So hatte Draco sie erst wieder gesehen, als sie alle ihre Kinder zum ersten Jahr nach Hogwarts brachten.

Rose Granger-Weasley hatte vielleicht Hermines Verstand geerbt und war durchaus wissbegierig aber sie hatte auch zu viel von Ronald mitbekommen. Es wunderte ihn überaus, dass sie im Haus Gryffindor gelandet war, da sie mit ihrer manipulativen Art auch gut nach Slytherin passen würde. Doch Draco war froh darum. Die Zaubertrankstunden mit ihr reichten schon.

So hatte Draco sie vom ersten Schultag mit »Miss Weasley« angesprochen und nicht mit ihrem unsagbarem Doppelnamen. Wie sich Hermine darauf hatte einlassen können, war ihm schleierhaft. Egal wie oft Rose betonte, dass sie »Granger-Weasley« hieß, er ignorierte es. Er sah sie lieber als eine Weasley an, als, als eine Granger.

Vom ersten Schuljahr an sahen Draco und Hermine sich immer nur am ersten September. Ein kurzer Blick am Bahnsteig, der liebevoll und bedauernd war. Seit Scorpius drittem Jahr kam von ihrer Seite auch Mitleid, da sie mitbekommen hatte, dass seine Frau gestorben war und doch hatte sie nie auch nur ein Wort gewechselt.

Erst als er ihren Brief in der Hand hielt, schmerzte sein Herz. Er sehnte sich nach ihr. In dem letzten Schuljahr ihrer Erstgeborenen bat sie um ein Treffen. Ein Treffen, welches er nur zu gerne zustimmte.

Im Eberkopf hatte sie ihm ihr Herz ausgeschüttet. Wie schlecht die Ehe mit dem Wiesel lief. Wie viel mehr sie sich vom Leben versprochen hatte. Und Draco witterte seine Chance. Er wusste, dass sie nur zu ihm kommen würde, wenn sie ernsthaft darüber nachdachte, sich von dem einfältigen Trottel zu trennen. Mit ein paar gezielten Fragen hatte er sie schließlich dazu gebracht, über eine Scheidung nachzudenken. Es war geradezu lächerlich einfach gewesen.

So sehr hoffte er darauf, dass sie endlich diesen Schritt gehen würde, damit er sie offiziell nach einem Date fragen konnte. Sie küssen könnte, mit ihr, all das machen könnte, von dem er träumte. Und doch zweifelte sie, zweifelte wegen ihrer Kinder.
 

Und auch er bekam einen regelrechten Schock, als er sah, wie Scorpius Rose vor seinem Büro hemmungslos küsste. Das Bild hatte sich regelrecht in seine Netzhaut gebrannt. Plötzlich kam ihm sein Vorhaben falsch vor. Immerhin könnten die beiden potentiell, wenn es nach ihm ginge, Stiefgeschwister werden.

Um so glücklicher war er, als Scorpius am nächsten Tag vor seiner Tür stand und ihm von seinen Gefühlen berichtete.

Zwar fand er es komisch, dass sich sein Sohn offensichtlich zu dem Sohn von Potter hingezogen fühlte, aber er hatte sich schon etwas in der Art gedacht. Schließlich hingen die beiden wirklich auffallend oft zusammen.

Als er Hermine am nächsten Tag davon erzählte, lachte sie. Sie lachte so glücklich wie schon lange nicht mehr.

Und sie hatte auch Neuigkeiten für ihn. Da sie und Ronald Weasley eine Muggelehe eingegangen waren, hielt sie ihm ein Papier der Muggel vor, welches sich als unterschriebene Scheidungsurkunde herausstellte. Sie hatte nur noch ein Trennungsjahr und dann wäre sie endgültig frei von dem Weasley. Und etwas, was ihn sehr freute, war, dass sie den Doppelnamen ablegte und wieder zu ihren Mädchennamen wechselte.

Draco konnte sich noch genau daran erinnern, wie er sie breit grinsend umarmt hatte und sich schwer zurückhalten musste, sie nicht einfach zu küssen. Doch er wollte es langsam angehen. Erst bräuchten sie ein Date.

Einem Date, welchem sie sofort zugestimmt hatte. Und das erste Mal seit langer Zeit hatte Draco wieder das Gefühl, rundum glücklich zu sein.

Die Farbe Rot

9. Die Farbe Rot
 

Mittlerweile war mehr im Schloss los, da die unteren Jahrgänge zum Frühstück gingen. Scorpius nahm einige Schleichwege, damit er nicht in seinem unpassenden Aufzug gesehen wurde, und stand schließlich ungesehen vor der Tür mit der goldenen 21.

»Körpertausch«, meinte er und sofort hatte er Einlass zu der Wohnung dahinter.

Rose saß als Einzige am Frühstückstisch und schaute verwundert auf, als sie ihn eintreten sah.

»Wo warst du denn um diese Zeit?«, fragte sie mit vollem Mund.

»Mit vollem Mund spricht man nicht«, sagte er nur und ging unter ihrem empörten Blick in das Schlafzimmer der Jungs.

Darius musste im Badezimmer sein, da sein Vorhang aufgezogen war, er aber nicht zu sehen war.

Ungestüm ging Scorpius weiter zu dem Bett seines besten Freundes und zog den Vorhang schwungvoll zur Seite. Erschrockene grüne Augen starrten ihn an.

»Scorp? Willst du, dass ich an einem Herzinfarkt sterbe?«, fragte er und lachte anschließend. Verwirrt schaute der Blonde ihn an. Albus benahm sich so normal. Vielleicht hatte er sich das alles doch nur eingebildet.

»Ich ... wegen gestern«, begann er deswegen und schaute dem Schwarzhaarigen ins Gesicht. Dieser zuckte nicht einmal, er wirkte nur müde.

»Was ist denn gestern passiert?«

Unsicher stolperte Scorpius nach hinten.

»Nichts, schon in Ordnung«, murmelte er. Genau in dem Moment kam Darius aus dem Bad und Scorpius nutzte die Chance, um sich darin zu verbarrikadieren. Er hatte sich alles nur eingebildet! Natürlich hatte Albus keine Gefühle für ihn. Warum sollte er auch?

Scorpius kam erst wieder aus dem Bad, als Albus klopfte und ihn fragte, ob alles in Ordnung war. Ohne seinen Freund anzusehen, hatte er sich an ihm vorbeigeschoben und hatte sich wieder auf sein Bett gelegt.

Er verzauberte die Vorhänge so, dass niemand sie öffnen könnte, und warf sich seufzend auf sein Kissen. Eine Papierkugel kam ihm ins Blickfeld und sorgsam entknüllte er das Pergament, auf dem der Zauber »Sinopsis Ablacsion« erklärt war.

Aus einem Impuls heraus griff er nach seinem Zauberstab. Ein paar Mal las er sich den Abschnitt durch, in dem die Handbewegung erklärt war und schließlich sprach er laut und deutlich: »Sinopsis Ablacsion.«

Scorpius schloss seine Augen und spürte, wie die mächtige Magie ihn durchströmte. Es fühlte sich gut an. Das erste Mal in seinem Leben fühlte er sich stark, unbesiegbar. Ein paar Minuten genoss er einfach nur dieses Gefühl, dann zog er den Vorhang zur Seite. Niemand hielt sich mehr in dem Schlafzimmer auf. Schnell wechselte er seine Schlafkleidung, gegen die Schuluniform und trat dann selbstbewusst auf die Tür zum Gemeinschaftsraum zu, bis eine Stimme ihn zurückhielt.

»Du hast den Zauber benutzt nicht wahr?«

Blitzschnell drehte der Blonde sich um, als er erkannte, dass Albus im Badezimmer gewesen war und sich jetzt misstrauisch am Türrahmen anlehnte. Scorpius konnte die Aura sehen, von dem im Buch die Rede war, aber er wusste nicht, wie er sie deuten sollte.

Albus schimmerte quasi rot, und als sich der Schwarzhaarige von der Tür abstieß, um zu ihm zu gehen, wurde das Rot bei jedem Schritt intensiver, bis es schon fast schwarz wirkte.

»Ja«, gab Scorpius grummelnd von sich.

»Und? Was siehst du?«

Irritiert hob der Blonde eine Augenbraue.

»Wieso fragst du mich das?«, fragt er leise, fast schon schüchtern.

»Weil ich mir selbst nicht mehr sicher bin, was ich für dich empfinde«, meinte Albus ebenso leise und das Rot wurde etwas heller.

»Du bist rot«, murmelte Scorpius und jetzt schaute Albus ihn verwirrt an.

»Und was bedeutet das?«

»Ich habe keine Ahnung, das wurde im Buch nicht erklärt.«

Die beiden Freunde starrten sich ein paar Sekunden fast schon feindselig in die Augen. Dann änderte sich die Farbe des, tiefen, dunklen Rotes in ein hellrot, dass friedlich und sanft wirkte. Albus lächelte und machte einen Schritt voran.

Scorpius schaute seinen Freund gespannt und abwartend an. Er traute sich nicht zu bewegen, er hielt sogar unbewusst den Atem an. Albus ging auf Zehnspitzen, um die paar Zentimeter zu überbrücken, die Scorpius größer war als er und dann küsste er den Blonden.

Automatisch schlossen sich die Augen des Größeren und dieser Kuss fühlte sich so anders an, als der am Vortag mit Rose.

Doch viel zu schnell löste sich Albus von ihm und Scorpius brummte verstimmt. Als er die Augen wieder öffnete, schaute der Schwarzhaarige ihn lächelnd an. Es war unwirklich, was gerade zwischen ihnen passiert war und doch gefiel es dem Blonden. Ohne darüber nachzudenken, schnappte er sich die Krawatte seines Gegenübers und zog ihn an sich. Seine Lippen fanden automatisch zu denen von Albus und dieser Kuss war nicht so sanft, wie ihr Erster. Wie im Rausch wollte Scorpius immer mehr, bis sich der Schwarzhaarige schwer atmend von ihm löste.

»Ich hätte niemals gedacht das du ... so, wie du von Rose geschwärmt hast. Du glaubst gar nicht, wie lange ich versucht habe, meine Gefühle zu unterdrücken«, murmelte er und um Scorpius war es nun endgültig geschehen. Die grünen Augen seines Freundes leuchteten ihn so glücklich an, wie er ihn schon lange nicht mehr gesehen hatte. Doch er fand nicht die richtigen Worte. Viel mehr konnte er bemerken, wie sich die Aura um Albus abermals veränderte. Die Farbe des Rotes war noch immer hell und wirkte fröhlich, doch schien sich die Wolke, die sich um den Jungen herum befand, sich ihm anzunähern. Ein kleines Band, fast so wie ein Tau umschlang ihn und wollte ihn nicht loslassen.

Fasziniert beobachtete Scorpius die Auswirkung des Zaubers.

»Scorp?«

Die Stimme von Albus riss ihn aus seiner Beobachtung.

»Ich denke, du kannst du Zauber jetzt beenden«, murmelte der Schwarzhaarige. Fahrig nickte Scorpius und holte seinen Zauberstab aus seiner Umhangtasche.

»Finite«, murmelte er, doch die Aura schimmerte weiter hell vor seinen Augen. Stirnrunzelnd wiederholte er den Aufhebungsspruch, doch nichts passierte.

»Ich kann ihn nicht beenden«, stellte Scorpius erschrocken fest und erntete sofort einen besorgten Blick von seinem Gegenüber.

»Das ist schlecht. Wir müssen in die Bibliothek, sofort! Nicht das du diese beschriebenen Nebenwirkungen bekommst.«

Albus nahm seine Hand und Scorpius konnte sehen, wie sich das rote Tau um ihre verbundenen Finger wickelte, als würde es die Verbindung stärken wollen.

»Und ähm Scorp ... wir sollten das Ganze erst einmal für uns behalten, meinst du nicht auch?«, fragte der Schwarzhaarige, als sie schon an der Tür standen, und wirkte offensichtlich nervös dabei.

Der Angesprochene nickte nur und nach dieser Geste löste Albus ihre Hände voneinander. Scorpius konnte die Taue sehen, die sich nach ihm ausstreckten, es aber nicht zu ihm schafften. Lächelnd beobachtete er das Ganze und es kam ihm fast so vor, als wären es Tentakeln eines Tintenfisches.

Als sie schließlich das Schlafzimmer verließen, saßen Darius und Rose am Frühstückstisch. Die Hexe hatte ihr Frühstück schon beendet und las gerade im Tagespropheten. Interessiert untersuchte er ihre Aura und stellte fest, dass sie schneeweiß war. Darius Aura hingegen war leicht rosa und dünne Fäden machten sich auf den Weg zu der Gryffindor. Doch sobald sie in der Nähe der Hexe waren, flogen sie zurück. Bewundernd beobachtete Scorpius das Schauspiel und half schließlich einem der Fäden den Weg zu Rose zu erreichen.

Sofort schaute die Rothaarige auf und lächelte den Ravenclaw an. Ihre Aura wurde nun ebenso rosa, wie die von dem Zauberer.

Irritiert starrte er die beiden weiter an, als Albus ihn zum Ausgang zog.

»Ich glaube, ich habe die beiden gerade verkuppelt«, stellte er leicht erschrocken fest und Albus lachte.

Scorpius musste nun auch schmunzeln und stellte fest, dass es ihm absolut nichts ausmachen würde, wenn Rose und Darius eine Beziehung eingehen würden.

Kein Weltuntergang?

10. Kein Weltuntergang?
 

So wirklich realisieren, was die letzten Minuten alles passiert war, konnte Scorpius auf dem Weg zur Bibliothek nicht. Es kam ihm vor, wie ein Traum. Doch die starke rote Aura um Albus und die Taue, die sich immer wieder um ihn schlangen, zeigten ihm, dass es kein Traum war.

Lächelnd schaute er immer wieder zum Schwarzhaarigen, der nicht minder gut gelaunt war. Wie auf Wolke sieben, schwebte Scorpius in die Bibliothek und war froh, dass diese abermals nur spärlich besucht war.

Doch leider saß diesmal die grimmige Bibliothekarin an ihrem Platz und hatte den Eingang in die verbotene Abteilung genau im Blick. Skeptisch überlegte der Blonde, wie sie sich unbemerkt hineinschleichen könnten, doch dann zog Albus ihn schon am Umhang in das normale Abteil der Bibliothek, weg von dem Blickfeld der Bibliothekarin.

»Wie heißt der Zauber noch einmal?«, fragte er dort.

»Sinopsis Ablacsion«, antwortete Scorpius wie aus der Pistole geschossen.

»Accio Buch über Sinopsis Ablacsion«, sagte Albus laut und deutlich, mit der passenden Handbewegung. Scorpius hätte gar nicht an den Aufrufezauber gedacht. Es vergingen ein paar Sekunden, bis ein schwarzes Lederbuch auf sie zuflog. Das Buch musste aus der normalen Bibliothek sein, das Bücher aus der verbotenen Abteilung nicht mit Accio aufgerufen werden konnten.

Als es sanft in Albus Hand landete, schlug dieser es sofort erwartend auf. Scorpius trat näher zu ihm, schaute auf die Seiten und doch lagen die roten Taue, die sich wieder um ihn wandten, im Vordergrund.

»Hier steht, dass der Zauber nur aufgehoben werden kann, wenn der Anwendende, dass erreicht hat, was er wollte.«

Nachdenklich ließ Albus das Buch wieder sinken.

»Scorp warum hast du den Zauber angewendet?«, fragte er ihn dann und seine grünen Augen setzten sich so wunderbar von der roten Aura an.

»Ich weiß nicht, es war eine Art Kurzschlussreaktion. Ich war verletzt, da du offensichtlich nichts Besonderes in gestern gesehen hast«, murmelte Scorpius und wich dem Blick des Schwarzhaarigen aus.

»Aber dann müsstest du doch eigentlich erreicht haben, was du wolltest. Du weißt jetzt, was ich für dich empfinde.«

»Weiß ich das?«, fragte Scorpius leise nach. Empört schaute sein Gegenüber ihn an.

»Natürlich! Der Kuss war ja wohl Zeichen genug«, meinte dieser eingeschnappt.

»Sag es, vielleicht hört es dann auf«, bat der Blonde und beobachtete die Farbwechsel von Albus Aura. Erst wurde sie Dunkler, was Scorpius darauf schob, dass Albus etwas sauer wirkte, dann kehrte sie wieder zu der herrlichen hellroten Farbe zurück und der Schwarzhaarige lächelte ihn an.

»Ich habe mich in dich verliebt«, murmelte er und brachte mit diesen Worten Scorpius Herz dazu auszurasten. Er starrte seinen besten Freund an, der nun nicht mehr nur sein bester Freund war. Er wollte, dass er auch sein fester Freund werden würde.

Abermals an diesem Tag zog Scorpius den Schwarzhaarigen zu sich und ignorierte dabei, dass sie sich in der Öffentlichkeit küssten. Von ihm aus könnte die ganze Welt erfahren, dass er Albus mochte. Mehr als nur mochte.

Viel zu schnell löste sich der Schwarzhaarige von ihm und Scorpius öffnete langsam seine Augen. Er seufzte erleichtert, als er sah, dass die rote Aura verschwunden war, sie hatten es geschafft.

»Und?« Seine grüne Augen starrten ihn fragend an.

»Sie ist weg«, meinte Scorpius und lächelte.

»Merlin sei dank«, seufzte Albus erleichtert und der Blonde konnte nicht anders, als breit zu grinsen. Er fühlte sich gerade rundum glücklich.

Eine Weile herrschte Schweigen zwischen den beiden. Scorpius wusste nicht wirklich, wie er mit der Situation umgehen sollte. Albus schien es ähnlich zu gehen. Er legte das Buch offensichtlich nervös auf dem nahestehenden Tisch ab und wandte sich dann wieder zu dem Blonden.

»Wollen wir zurück?«

Scorpius nickte und so verließen die beiden Slytherins wieder die Bibliothek.

»Du solltest mir vielleicht auch noch sagen, was du für mich empfindest. Das macht man normalerweise, wenn einem jemand die Liebe gestanden hat«, sagte Albus leise, nachdem sie schon ein gutes Stück zurück zu ihrer Wohnung zurückgelegt hatten. Sofort fing Scorpius Herz schneller an zu schlagen.

»Nicht hier okay?«, meinte er, um etwas Zeit zu gewinnen. Der Schwarzhaarige nickte und Scorpius konnte nicht sagen, ob er beleidigt war oder nicht.

Als die beiden Slytherins ihre Projektwohnung betraten, saßen Rose und Darius noch immer am Frühstückstisch und redeten miteinander.

»Ach! Lasst ihr euch auch mal wieder blicken? Heute ist der letzte Tag des Projektes und wir sind noch nicht fertig!«, meinte Rose und baute sich bedrohlich vor den beiden Slytherins auf. Erschrocken nickte Scorpius, der ganz vergessen hatte, dass die Schulwoche schon fast vorbei war, denn heute war Freitag.

Ohne weiter über die Geschehnisse nachdenken zu können, wurden die beiden an den Tisch gezogen und bekamen von Rose eine Aufgabe zugeteilt. Scorpius mochte diese Ablenkung aber. Sie gab ihm die Chance seine Gedanken zu ordnen und ab und an, zu dem Schwarzhaarigen zu lächeln.

»Ich habe heute Morgen mit meinem Vater geredet. Er hat keine Affäre mit deiner Mutter, im Moment sind sie nur Freunde«, sagte Scorpius irgendwann an Rose gewandt, als ihm einfiel, dass er die Wette gewonnen hatte.

»Wirklich? Aber wieso im Moment?«, fragte diese sofort und ließ ihre Schreibfeder sinken.

»Ich weiß nicht, ob ich es dir sagen sollte. Deine Mutter sollte es dir selber sagen«, meinte Scorpius, da er der Rothaarigen nicht sagen wollte, dass sich ihre Eltern scheiden lassen würden. Rose schaute betrübt auf den Tisch, ehe sie wieder zu ihm starrte.

»Sie lassen sich scheiden oder?«, fragte sie und klang dabei so verletzlich, wie er es von ihr noch nie vernommen hatte. Da sich ihr Blick regelrecht in ihn bohrte, nickte er schließlich. Die Gryffindor seufzte.

»Das habe ich irgendwie erwartet«, murmelte sie. Scorpius überlegte gerade, was er sagen sollte, um sie zu trösten, als Darius über den Tisch nach ihrer Hand griff.

»Das ist doch kein Weltuntergang«, sagte er in seiner Singsangstimme und sofort lächelte Rose wieder.

»Also Scorp? Was soll ich für dich machen?«, fragte Rose etwas später, als Scorpius sich schon längst wieder der Aufgabe gewidmet hatte.

»Du hast doch die Wette gewonnen«, ergänzte sie, nachdem er sie fragend angeschaut hatte.

»Äh ... ich komme irgendwann darauf zurück okay?«

Rose nickte als Antwort und dann wurde es wieder still zwischen den Vieren. Erst als sie am Abend alle Aufgaben fertigbekommen hatten und diese durch einen Zauber zurückgeschickt hatten, entspannte sich die Lage wieder.

»Die Zeit ging so schnell herum. Ich kann nicht glauben, dass wir morgen schon wieder in unseren normalen Häusern sind. Ich werde diese kleine Wohnung vermissen«, beklagte Albus und Scorpius nickte nur.

»Also was haltet ihr von einer kleinen Party? Immerhin ist morgen Samstag, keine Schule«, sagte Rose und grinste in die Runde.

»Ich glaube, das ist eine schlechte Idee.«

»Scorpius und ich müssen euch auch noch etwas sagen.« Alarmiert schaute Scorpius zu Albus. Sie hatten doch ausgemacht, es erst einmal für sich zu behalten.

»Vielleicht sollten wir Wahrheit oder Pflicht spielen. Dad meinte, dass sie es damals auch mit ihrer Gruppe gespielt haben«, warf er ein, um von Albus Aussage abzulenken. Sein bester Freund oder auch noch etwas mehr schaute ihn säuerlich an und Scorpius glaubte, dass er wirklich etwas sauer war, dass er sein Liebesgeständnis nicht sofort erwidert hatte. Aber dafür bräuchte er Zeit. Viel zu viel war in den letzten Tagen passiert. Und das würde er Albus auch sagen, wenn sie wieder unter sich sein würden.

»Ich weiß nicht, ich mag das Spiel nicht«, bemerkte Rose und verzog angewidert das Gesicht. Scorpius war nur froh, dass sie nicht auf die Worte von Albus einging.

»Moment mal, ich glaube, ich habe etwas gut bei dir?«, fragte er sie grinsend.

»Wirklich? Das soll mein Wetteinsatz sein?«, fragte sie irrtiert und er nickte einfach nur. Darius und Albus schienen nämlich kein Problem mit dem Spiel zu haben.

»Was hast du denn erwartet?«, fragte er, nachdem sie eine Weile einfach nichts sagte.

»Keine Ahnung, ich habe eigentlich mit einem Kuss gerechnet.« Scorpius wusste, dass er sich das eventuell gewünscht hätte, wenn sie sich nicht schon vor dem Büro seines Vaters gezwungenermaßen geküsst hätten. Doch jetzt wollte er sie nicht mehr küssen. Sein Blick glitt zu Albus, der seine Cousine skeptisch musterte. Ob er eifersüchtig war?

»Gut, dann spielen wir halt dieses dämliche Spiel«, meinte Rose irgendwann und seufzte genervt auf.

Wahrheit oder Pflicht 2.0

11. Wahrheit oder Pflicht 2.0
 

Scorpius hatte geglaubte mit dem vorgeschlagenen Spiel Albus daran zu hindern etwas über sie zu sagen. Doch der schwarzhaarige Slytherin schien genau das zu wollen.

»Albus«, zischte er ihn an, doch sein Freund tat so, als würde er ihn nicht hören. Der Blonde war verwirrt von der plötzlichen abwertenden Haltung des Slytherins und schaute ihn unsicher an. Darius hatte in der Zwischenzeit eine leere Glasflasche besorgt und nun saßen sie in einem Kreis angeordnet auf dem Teppich.

»Scorp, da du es dir gewünscht hast, kannst du auch anfangen«, meinte der Ravenclaw und hielt ihm die Flasche hin. Scorpius nickte und nahm sie an. Vielleicht war es doch eine schlechte Idee von ihm gewesen. Unsicher biss er sich auf seine Unterlippe und drehte die Flasche. Es dauerte einige Sekunden, ehe sie eindeutig auf Darius zeigend stoppte.

»Wahrheit oder Pflicht?«, fragte der Blonde.

»Wahrheit«, meinte der Angesprochene sofort und Scorpius überlegte sich schnell eine Frage.

»Was ist das Peinlichste, was dir je passiert ist?«, stellte er einfach eine der Standardfragen. Darius runzelte die Stirn und schien angestrengt nachzudenken.

»Eigentlich ist mir nicht peinlich, aber mir war es sehr unangenehm, als ich im letzten Quidditch Spiel gegen Slytherin den Quaffel quasi selbst in einen Ring geköpft habe. Einige Ravenclaws ziehen mich immer noch deswegen auf, obwohl wir gewonnen haben«, erzählte er schließlich und Scorpius musste grinsen. Zu gut hatte er die Szene vor seinem Auge. Darius hatte als Hüter Talent, doch manchmal war er auch einfach etwas tollpatschig.

Darius griff selbstbewusst nach der Flasche und drehte sie schwungvoll. Sie stoppte bei Rose, die den Ravenclaw erwartungsvoll anschaute. Die Gryffindor bestand sofort darauf, Pflicht auszuwählen.

»Dann massier mir den Rücken«, forderte der Dunkelhäutige und Rose verzog das Gesicht. Offensichtlich hatte sie mit etwas anderem gerechnet. Wieder musste Scorpius grinsen und wagte es, einen Blick zu Albus zu werfen, der zwar neben ihm saß, aber trotzdem weit entfernt wirkte. Nahm der Schwarzhaarige es ihm wirklich so übel, dass er nicht sofort auf sein Liebesgeständnis antworten wollte? Konnte er nicht verstehen, dass es ihn einfach total verwirrte, dass er sich bis vor kurzem noch absolut sicher war, in Rose verliebt zu sein?

Erst als Rose die Flasche drehte und sie auf Albus zeigte, erwachte Scorpius aus seiner Trance. Sein Herz fing schneller an zu schlagen, als Rose die typische Frage stellte.

»Wahrheit«, sagte Albus mit einem leicht säuerlichen Blick in seine Richtung. Scorpius schluckte und hoffte auf eine Frage, die nichts mit ihm zutun haben würde.

»Hm ... Was war dein schlechtestes Date?«, fragte sie schließlich.

»Rose du weißt, dass alle meine Dates bisher nicht so prickelnd liefen«, grummelte Albus und verschränkte seine Arme vor der Brust.

»Ja aber du hast nie gesagt warum, also erzähl!«, forderte die Gryffindor ihn auf. Scorpius konnte seinen Blick nicht von Albus nehmen, der seine Augen zusammenkniff und über seine Antwort nachzudenken schien.

»Ich hatte einige Dates mit Mädchen und das war wohl das Problem«, sagte er leise und schaute Rose an. Diese runzelte verwirrt ihre Stirn, bis sie offensichtlich verstehend ihre Augen weitete.

»Oh«, brachte sie heraus. Scorpius konnte sehen, dass die nächste Frage schon auf ihren Lippen lag, doch Albus schnappte sich die Flasche und drehte sie, ehe auch nur ein Wort ihre Lippen verlassen konnte. Sein Gesichtsausdruck war dabei nichtssagend und irgendwie kalt. Unwohl rutschte Scorpius auf seinem Platz und stellte mit entsetzen fest, dass die Flasche auf ihn zeigte.

»Wahrheit oder Pflicht?«, fragte Albus ihn, wobei er das erste Wort besonders betonte.

»Pflicht«, sagte Scorpius sofort, um nicht über seine Gefühle sprechen zu müssen. Zumindest nicht vor den anderen beiden.

»Momentmal! Albus! Du kannst doch nicht einfach so eine Bombe platzen lassen und dann so tun, als wäre nichts gewesen!«

Rose laute Stimme ließ Scorpius zusammenzucken und er schaute zu der Gryffindor, die ihren Cousin etwas entsetzt anschaute.

»Habe ich es richtig verstanden, dass du nicht auf Mädchen stehst, sondern auf Jungs?«, fragte sie etwas leiser nach und rutschte zu ihm. Scorpius hingegen glitt etwas von den beiden weg, um ihnen mehr Platz zu geben und schaute zu Darius, der ihn anlächelte. Er hatte es ja auch schon geahnt ...

Angespannt schaute Scorpius zu Albus, der auf die Frage von Rose erleichtert nickte. Ob er sich freute, sich geoutet zu haben? Gleichzeitig fragte der Blonde sich, wie lange Albus sich schon sicher war, homosexuell zu sein.

»Ich bin aber nicht der Einzige im Raum, der sich auch für das gleiche Geschlecht begeistern kann«, sagte Albus dann mit einer leicht kratzigen Stimme. Scorpius schluckte, bis er bemerkte, dass der Blick von Rose zu Darius glitt. Traute sie ihm nicht zu, etwas für einen Jungen zu empfinden? Trotzdem fand er es nicht richtig von Albus ihn so bloßzustellen! Er wollte sich doch langsam auf diesen Schritt vorbereiten und nicht noch am selben Tag zweien davon erzählen.

Unsicher rutschte er abermals etwas weg von allen und biss sich auf seine Unterlippe. Er sollte seinen Vater besuchen ... am besten sofort.

»Nicht dein ernst ... Scorpius? Ich dachte ... ich dachte die ganze Zeit, dass du in mich verknallt bist. Besonders nach dem Kuss.« Rose schien nun restlos verwirrt zu sein.

»Ihr nehmt mich auf den Arm oder?«, fragte sie dann und fing an zu lachen. Doch als keiner der Jungs in ihre Lache einstieg, stoppte sie abrupt und starrte erst zu Scorpius und dann zu Albus.

»Ihr meint das wirklich ernst? Ihr habt was miteinander? Ihr seit doch nur beste Freunde?« Sie klang leicht panisch.

Keiner erwiderte etwas auf ihre Wörter und Scorpius schaute wieder zu seinem Freund. Albus blickte anscheinend verunsichert zu ihm und plötzlich begriff der Blonde, warum er all dies tat. Er wollte Sicherheit. Er wollte, dass er zu ihm stand. Er wollte, dass er zugab, etwas für ihn zu empfinden. Aber Scorpius empfand seinen Weg mehr als nur unangenehm.

»Ja wir haben etwas miteinander und wir wollten es eigentlich noch niemandem sagen, weil wir es erst heute richtig bemerkt haben«, knurrte Scorpius schließlich und starrte seinen besten Freund oder vielleicht doch mehr an. Er konnte ihm das schlechte Gewissen regelrecht ansehen.

Rose schien nun endgültig sprachlos zu sein, was wirklich nur selten vorkam. Darius grinste in die Richtung der beiden und schien absolut nichts dagegen einzuwenden haben. Und Scorpius war sich nicht sicher, wie er mit der Situation umgehen sollte. Es wäre am besten, wenn er Albus sagen würde, was er für ihn empfand, aber er war sich doch einfach unsicher. So unsicher.

Die grünen Augen des Slytherins brannten sich in seine und er wusste, dass er es endlich hören wollte. Scorpius schluckte und sprang schließlich auf. Die Enge des Raumes schien ihn zu erdrücken.

Ohne sich noch einmal umzudrehen, rannte er zur Tür und verschwand aus der Wohnung, die Rufe der anderen ignorierend.

Beziehungsstatus

12. Beziehungsstatus
 

Scorpius landete schließlich auf dem Astronomieturm. So ganz genau wusste er nicht, warum es ihn hierher gezogen hatte. Sein Vater hatte ihm nicht die Tür geöffnet und wahrscheinlich war er mal wieder in Hogsmeade.

Jetzt stand der junge Slytherin auf dem Turm und starrte auf die Ländereien von Hogwarts. Sein Vater hatte ihm erzählt, was sich hier oben abgespielt hatte und doch konnte sich Scorpius den Krieg nur schwer vorstellen. Er war einfach froh, dass Frieden herrschte.

Der Blonde schloss seine blaugrauen Augen und versuchte seine Gedanken und Gefühle zu ordnen. »Hör auf dein Herz.« Die Worte seines Vaters klangen so klar in seinen Erinnerungen, doch Scorpius war einfach nur verwirrt.

Er seufzte und entschied gerade, dass er wohl zurückgehen sollte, um mit Albus zu reden, als er hörte, wie eine andere Person den Turm bestieg. Sein Herz schlug so schnell, als würde er gerade etwas Verbotenes machen. Und als er Albus dunklen Schopf erkennen konnte, verschnellerte sich sein Herzschlag nur noch mehr.

Er schluckte und wich dem Blick des anderen Slytherins aus.

»Hey ... es tut mir leid, wenn ich dich irgendwie bedrängt habe«, murmelte der Neuankömmling und stellte sich neben den Anderen. Scorpius biss sich auf seine Unterlippe um Albus schließlich unsicher anzuschauen. Wie konnte es sein, dass sein bester Freund solche Gefühle in ihm auslöste? Vor ein paar Tagen dachte er doch noch in Rose verliebt zu sein ...

»Schon in Ordnung, ich bin einfach nur verwirrt«, murmelte der Blonde also die Wahrheit.

»Wir können uns so viel Zeit lassen, wie du willst.«

Die Worte erreichten Scorpius Ohren flüsternd und er musste abermals schlucken. Wollte er dies? Wollte er die Freundschaft mit Albus riskieren für etwas was er sich in seinen Träumen nicht hätte ausmalen können?

Der Blonde zuckte erschrocken zurück, als sich die Finger von Albus um seine rechte Hand gelegt hatten. Seine Hand hielt Seine und es fühlte sich merkwürdig richtig an.

»Ich brauche definitiv Zeit. Wenn du ... wenn du das nächste Mal jemandem davon erzählen willst, dann möchte ich, dass du vorher mit mir darüber sprichst. Allgemein möchte ich es erst einmal nicht in der Schule herumposaunen. Und wir werden unseren Familien, also deiner, erst davon erzählen, wenn wir uns ganz sicher sind.« Die Worte sprudelten aus Scorpius heraus, ohne das er großartig darüber nachdachte. Doch er bewirkte, ein strahlendes Lächeln im Gesicht des Schwarzhaarigen.

»Dann möchtest du es versuchen?«, fragte er noch einmal nach, während er ihn näher zu sich zog. Scorpius nickte nur, ehe er es sich noch einmal anders überlegen könnte. Als sich ihre Lippen wieder berührten, fragte der Blonde sich, wie er jemals gedacht haben könnte, dass das hier falsch sein könnte.

»Ich kann immer noch nicht glauben, dass du solche Gefühle in mir auslöst. Ich meine, ich dachte, die ganze Zeit ich wäre in Rose verliebt ... und jetzt das«, murmelte Scorpius, als die beiden sich voneinander lösten.

»Ich glaube, du könntest pansexuell sein. Ich meine, ich bin wirklich homosexuell, einfach, weil ich den männlichen Körper viel attraktiver finde, als den Weiblichen. Aber bei dir ist es anders nicht wahr?«

»Ich weiß nicht. Keine Ahnung, ich fand Rose schon attraktiv ... Aber was soll pansexuell sein?«

»Nun, jemandem der pansexuell ist, dem ist es egal, welches Geschlecht sein Partner hat. Er verliebt sich aufgrund des Charakters.«

Scorpius blinzelte und nickte schließlich. Auch wenn er diesen Ausdruck noch nie gehört hatte, passte er irgendwie auf seine Situation. Er hatte sich wirklich in den Charakter von Albus verliebt und war dabei nicht von seinem Geschlecht geblendet gewesen.

Lächelnd schaute der Blonde wieder zu dem Jungen neben sich und verlor langsam seine Unsicherheit.
 

Und Albus hielt sich an sein Versprechen. Auch nach der erfolgreich beendeten Projektwoche, das Team hatte fast in jedem Fach ein Ohnegleichen bekommen, hielten sie ihre Beziehung bedeckt. Scorpius wusste, dass Albus es seinen ganzen Verwandten, die auch noch zur Schule gingen, sagen wollte. Doch der Blonde fühlte sich noch nicht wohl bei dem Gedanken und deswegen ließ der Schwarzhaarige es. Auch wenn dieser mehrmals beklagte, dass Scorpius seinen Vater schon eingeweiht hatte. So wussten neben seinem Vater nur noch Rose und Darius von ihrer Beziehung, da diese ihnen einige Fragen gestellte hatten, nachdem sie zurück in die Wohnung gelangt waren.
 

Nur heimlich küssten sich die beiden, denn auch in ihrem Schlafsaal waren sie nicht alleine. Und doch war Scorpius im Moment glücklich. Ihm war klar, dass es nicht ewig heimlich so weitergehen könnte, doch er wollte jetzt noch nichts daran ändern.

Was die beiden Slytherins aber ändern wollten, war das Verhalten von Rose und Darius. Es war klar zu sehen, dass die Gryffindor und der Ravenclaw mehr füreinander empfanden, ein Umstand von dem Scorpius immer noch nicht wusste, ob er ihn ausgelöst hatte. Doch die beiden schienen nicht über ihren Schatten springen zu können oder zu wollen.

So kam es, dass Rose und Darius sich bei Quidditch Spiel Gryffindor gegen Ravenclaw gegenüberstanden, ohne über ihre Gefühle geredet zu haben. Die Gryffindor als Jägerin und der Ravenclaw als Hüter. Es war, als wären sie Feuer und Wasser. Denn genauso flogen sie über dem Feld.

»Was ist denn heute mit Rose Granger-Weasley los? Die sonst so erfolgreiche Jägerin von Gryffindor hat noch keinen einzigen Torring getroffen!«, schallte der Kommentar des Stadionsprechers über der Quidditch Gelände und Scorpius musste grinsen. Es schien so, als könnte Rose, sobald sie in der Nähe von Darius war, nicht mehr richtig denken. So hatte sie keinen kleinen Anteil daran, dass Gryffindor dieses Match verlor.

»Es wird Zeit, dass wir die beiden endgültig verkuppeln«, lachte Albus neben ihm und der Blonde stimmte seinem festen Freund zu. Es war für ihn immer noch surreal ihn als seinen festen Freund zu sehen, doch mit jedem Tag gewöhnte sich Scorpius mehr daran und er wollte definitiv nichts an diesem Umstand ändern.

»Hast du schon einen Plan?«

Die Mannschaften hatten das Quidditch Feld mittlerweile verlassen und der Blonde konnte sehen, dass Darius schmachtende Blicke in Richtung der rothaarigen Gryffindor warf. Ob er vor kurzem auch so ausgesehen hatte?

»Du hast doch noch was gut bei Rose.«

»Nein, ich habe sie doch dazu gebracht, Wahrheit oder Pflicht zu spielen«, korrigierte Scorpius Albus, der stirnrunzelnd auf das Feld starrte.

»Wir müssen die beiden einfach nur dazu kriegen, miteinander zu reden«, murmelte der Schwarzhaarige.

»Lass uns einfach zu den Umkleiden gehen und schauen, was sich aus der Situation ergibt«, meinte Scorpius und er erhielt ein Nicken als Antwort.

Als sie die Umkleiden erreichten, warteten einige andere Schüler, hauptsächlich Ravenclaws, auf ihre Siegermannschaft. Scorpius konnte sehen, wie Darius in seiner etwas speziellen Kleidung den Raum verließ und sofort von einigen Mitschülern gefeiert wurde.

Auf der Gryffindorseite sah es anders aus. Der Slytherin konnte nur Lily Potter entdecken, die sofort zu Rose eilte, als sie sich zeigte.

»Komm gehen wir zu Rose, bei ihr haben wir wohl eher eine Chance mit ihr zu reden«, bemerkte Albus und der Blonde stimmte ihm zu.

Doch Rose war ganz und gar nicht erpicht darauf mit den beiden Slytherins zu reden. Sie flüchtete, sich so schnell es ging, in den Gryffindorgemeinschaftsraum und hinterließ zwei verwirrte Jungs.

»Okay, vielleicht sollten wir den Plan um ein paar Tage verschieben, offensichtlich verkraftet sie die Niederlage nicht so gut«, brachte Albus die komische Situation auf den Punkt.
 

Tatsächlich warteten sie genau drei Tage. Dann erwischten sie zufällig Darius alleine auf dem Flur. Er wirkte leicht verträumt und merkte anscheinend gar nicht, wie die zwei Slytherins sich ihm näherten.

»Hey Darius«, meinte Scorpius schließlich betont lässig und ihm entging nicht, wie der Angesprochene kurz erschrocken zusammenzuckte.

»Hey«, erwiderte er.

Es herrschte kurz Stille zwischen den drein.

»Kann ich euch irgendwie helfen?«, fragte dann der Ravenclaw.

»Wenn du mir sagen kannst, ob du etwas für meine Cousine empfindest?«

»Welche?«, erwiderte Darius trocken und Scorpius musste schmunzeln. Albus hatte wirklich einige Cousinen.

»Du weißt schon, die mit den roten Locken, die es am Wochenende nicht geschafft hat auch nur ein Tor gegen dich zu werfen.« Albus klang etwas angesäuert und Darius Blick war nun auch etwas entschuldigend.

»Ich wüsste nicht, was es euch angehen würde«, meinte er schließlich und es war Scorpius klar, dass er sich unwohl fühlte.

»Wir könnten dir helfen«, sagte er deswegen und lächelte den Dunkelhäutigen an.

»Ich brauche keine Hilfe«, wehrte Darius ab und schritt entschlossen an den beiden vorbei.

»Wenn es sonst nichts weiter gibt, man sieht sich«, verabschiedete er sich etwas kühl und hob lässig die Hand.

Sofort schauten die beiden Slytherins sich an.

»Offensichtlich wird es schwerer als gedacht, sie zu verkuppeln.«

»Offensichtlich«, stimmte Scorpius zu.
 

So mischten sie sich nicht weiter in die nicht vorhandene Beziehung zwischen Rose und Darius ein, nahmen sich aber vor, falls es einmal eine einmalige Gelegenheit geben würde, diese zu nutzen. Stattdessen konzentrierten sie sich auf ihre eigene Beziehung.

»Scorp, ich weiß, ich habe dir gesagt, ich lasse dir so viel Zeit wie du willst aber mir fällt es langsam wirklich schwer nichts zu sagen. Weißt du eigentlich, wie oft ich das Bedürfnis habe, der ganzen Welt zu sagen, dass wir zusammengehören?«, fing Albus eines Abends ein etwas ernsteres Gespräch an. Sie saßen am See und schauten hinaus auf das schwarze Wasser.

Albus Blick lag auf dem Blonden und er konnte sehen, dass der Schwarzhaarige leicht verzweifelt wirkte. Nachdenklich senkte Scorpius seinen Blick zu der Hand seines Gegenübers und nahm sie in seine.

»Ich weiß. Lass uns ... lass es uns in den Weihnachtsferien deiner Familie sagen und danach outen wir uns in Hogwarts in Ordnung?«, fragte Scorpius schließlich leicht schüchtern und lächelte seinen Freund an.

»Mehr als nur in Ordnung«, sagte dieser offensichtlich erleichtert. Albus verschränkte ihre Finger miteinander und Scorpius wusste, dass er das Richtige tat.

Zweifel?

13. Zweifel?
 

Am ersten Tag der Weihnachtsferien war Scorpius leicht nervös. Wie gewohnt apparierte er mit seinem Vater ins Malfoy Manor, was seitdem seine Mutter nicht mehr lebte, einsam und verlassen wirkte. Nur dank den Hauselfen, die sein Vater mittlerweile bezahlte, empfing sie keine Staubschicht.

»Ich habe darüber nachgedacht, das Anwesen zu verkaufen. Es ist viel zu groß für uns beide ...«, sagte sein Vater in dem Moment, als Scorpius seinen Mantel auszog. Geschockt schaute er zu dem Älteren. Auch wenn der junge Slytherin sich schon lange in den alten Gemäuern von Malfoy Manor nicht mehr heimisch fühlte, wollte er es nicht verkaufen. Zu viele glückliche Erinnerungen verband er mit diesem Haus. Nicht wenige davon, als sie noch eine richtige Familie waren, als seine Großeltern und seine Mutter noch gelebt hatten.

Scorpius schreckte aus seinen Gedanken hoch, als er die Hand seines Vaters auf seiner Schulter spürte.

»Entweder ich verkaufe dieses Haus oder ich vererbe es dir verfrüht. Ich habe schon lange darüber nachgedacht. Es wäre für mich viel angenehmer, mir ein Haus in Hogsmeade zu kaufen. Wenn du deinen Abschluss hast, habe ich auch keinen Grund mehr, das ganze Wochenende in Hogwarts zu verbringen.«

Scorpius hörte die Worte von Draco, doch er brauchte etwas um sie zu verstehen.

»Ich ... ich weiß nicht. Kann ich darüber nachdenken?«, fragte er schließlich leise und sein Vater nickte.

Nachdenklich ging der Schüler in sein Zimmer und machte sich daran, seinen Koffer auszupacken. Er biss sich auf seine Unterlippe, da er den Gedanken einfach nicht vom Manor lösen konnte.

Es war schon so lange im Familienbesitz, dass Scorpius nicht einmal wusste, welcher Malfoy es einmal gebaut hatte. Und irgendwie kam es ihm nicht richtig vor, wenn er dieses Haus erben würde. Denn er würde den Stammbaum nicht rein halten, das war ihm schon klar, selbst wenn es nicht mit Albus klappen würde. Er würde die Person heiraten, die er liebte. Und dabei würde er garantiert nicht auf den Blutstatus achten.
 

»Und, wann besuchst du Albus?«, fragte sein Vater ihn beim Abendessen. Nervös rutschte Scorpius auf seinem Stuhl hin und her und kaute langsam seinen Bissen zu Ende.

»Morgen«, sagte er dann kurz angebunden. Er war sich dem Blick des Älteren bewusst, doch er wollte nicht mehr sagen. Morgen würden Albus und er sich vor seiner Familie outen und er hatte verdammt schiss vor der Reaktion dieser. Dass sein Vater es so gut aufgenommen hatte, freute ihn immer noch, doch er bezweifelte, dass alle so wie er reagieren würden.

»Mach dir keine Sorgen Scorpius, alles wird gut.«

Sein Vater schien mal wieder seine Gedanken lesen zu können und Scorpius wünschte sich sehr, dass er auch dieses Mal recht hatte.
 

So kam es, dass der Blonde am nächsten Morgen mit leichten Magenschmerzen, vor Nervosität, zu Albus apparierte. Er hatte fast eine geschlagene Stunde damit vertrödelt in seinem Ankleidezimmer zu stehen und sich zu fragen, was er anziehen sollte. Schließlich hatte er sich für eine dunkle Jeans und ein schwarzes Hemd entschieden, was sich gut mit seinem dunklen Mantel machte.

Trotzdem schmälerte es Scorpius Anspannung nicht. Er schluckte einmal, als er durch den Muggelvorort schritt, um schließlich am verborgenen Haus der Potters zu klopfen.

»Hallo Scorpius«, begrüßte Misses Potter ihn und zog ihn in eine kurze, aber herzliche Umarmung. Da der Blonde oft bei den Potters zu besuch war, kannte er diese Art von Umarmungen. Aber da er wusste, dass er heute nicht nur seinen Freund besuchen würde, war er nervös und erleichtert, als sich die Frau wieder von ihm löste.

»Albus ist in seinem Zimmer«, sagte Ginny Potter dann und Scorpius nickte ihr lächelnd zu. Dann drehte sich die Rothaarige von ihm Weg und der Slytherin eilte zur Treppe. Wie von selbst lief er die Stufen hoch und klopfte schließlich an der Tür, wie er es schon so oft getan hatte. Unruhig schluckte er. Vielleicht würde es bald etwas komplizierter werden, wenn seine Eltern erst einmal von ihrer Beziehung wissen würden.

Ein Gegrummeltes »Ja« von Albus riss ihn aus seinen Gedanken und er öffnete den Zugang.

»Hey«, murmelte er seinem Freund entgegen, der ihn sofort angrinste und auf ihn zukam. Er erwiderte die Begrüßung und zog ihn freudig in seine Arme. Scorpius konnte nicht anders, als sich zu entspannen und sich in der Umarmung fallen zu lassen. Er fühlte sich geborgen und wollte ihn am liebsten nicht mehr loslassen. Auch wenn er Albus nur einen Tag nicht gesehen hatte, hatte er ihn vermisst. Und diese Gefühle bestärkten ihn in der Annahme, dass diese Beziehung richtig ist.

Einige Minuten verblieben die beiden in dieser Position, ehe sie sich auf den weichen Teppich vor Albus´ Bett setzten.

Scorpius schaute seinen Freund an und meinte nach einer ruhigen Minute: »Also, wie machen wir es?«

»Was meinst du?« Irritiert blickte Albus ihn an.

»Ach komm schon, wie wollen wir es deiner Familie sagen?«

Albus wich offensichtlich unwohl dem Blick seines Freundes aus.

»Albus ... du wolltest doch, dass wir uns in den Ferien, also genauer gesagt heute, outen?«, fragte Scorpius unsicher. Eigentlich war er doch derjenige, der Zeit haben wollte. Scorpius hätte nicht damit gerechnet, dass Albus anscheinend kalte Füße bekam.

»Ich weiß ... aber ich habe Angst. Dein Vater hat es ja so gut aufgenommen, aber ich habe Angst, dass meiner es nicht so locker sieht«, der Schwarzhaarige seufzte und starrte auf seine Hände.

»Dann lassen wir es?«, fragte der Blonde leicht verwirrt von der Situation. Vor den Ferien hatte Albus, zumindest nach seinen Worten, noch der ganzen Welt von ihnen erzählen wollen und jetzt bekam er anscheinend doch Zweifel, welche Scorpius Herz schmerzen ließen. Und dadurch, dass sie es aufschieben würden, würde das Outing auch nicht besser werden. Doch das wollte er Albus so nicht sagen, da er sehen konnte, dass der Schwarzhaarige überfordert mit dem Lebensumstand war. Er biss sich auf seine Lippe und fing an zu begreifen, wie Albus sich gefühlt haben muss, als er sich noch nicht seine Gefühle eingestanden hatte.

»Ich bin so dämlich. Ich möchte doch die ganze Zeit, dass du dich zu uns bekennst und jetzt bekomme ich kalte Füße! Aber ich habe einfach Angst vor der Reaktion. Was wenn sie mich verstoßen?«

Die grünen Augen bohrten sich verzweifelt in seine und Scorpius wusste nicht, was er sagen sollte. Stattdessen zog der den Schwarzhaarigen einfach in eine Umarmung. Sofort sank dessen Kopf an seine Schulter und er seufzte.

»Sie würden dich niemals verstoßen«, sagte Scorpius dann, doch Albus reagierte nicht auf seine Worte.

Er hatte Albus schon oft getröstet. Immerhin waren sie schon einige Jahre befreundet, doch noch nie hatte er sich so verbunden mit Albus gefühlt. Der Schwarzhaarige hob seinen Kopf und drückte ihm einen leichten, fast schon schüchternen Kuss auf die Lippen. Grinsend schloss Scorpius seine Augen und erwiderte den Kuss ebenso sanft.

Erst als sie ein erschrockenes Keuchen aus der Richtung der Tür hörten, fuhren sie auseinander. Schluckend drehte Scorpius seinen Kopf zu dem offenstehenden Eingang und sah James Potter, der sie fassungslos anschaute.
 

Einige Sekunden herrschte fassungslose Stille in Albus Zimmer. Der Ältere Potter Bruder schaute mit weit aufgerissenen Augen zu dem Jüngeren. Scorpius wusste nicht, wie er reagieren sollte. So hatte er sich das Outing jedenfalls nicht vorgestellt.

»James«, sprach Albus neben ihm und klang dabei genauso verunsichert, wie er sich fühlte.

»Das ist krass«, sagte James Sirius Potter schließlich und drehte sich ruckartig herum. Erst als die Tür beim Schließen laut knallte, wachte Scorpius aus seiner Starre auf.

»Erzählt er es jetzt den Anderen?«, fragte er Albus, der die Tür wie versteinert anstarrte.

»Ich ... ich weiß es nicht«, murmelte sein Freund.

»Komm, lass uns ihm lieber folgen«, meinte er leise und drückte die Hand seines Freundes.

Scorpius schluckte, als sein Freund sich langsam erhob und sie sein Zimmer verließen. Das erste Mal fühlte er sich wirklich unbehaglich in dem Haus, was er eigentlich als eine Art zuhause ansah. So oft hatte er schon hier, bei Albus, übernachtet und auch schon einige Feste mit den Potters gefeiert. Doch als er jetzt, in das Wohnzimmer eintrat und die Blicke aller ihm und Albus galten, fühlte er sich wie ein ungewollter Fremder.

»Albus, was redet James da?«, Ginny Weasley wandte sich mit einer hohen Stimme an ihren jüngsten Sohn und Scorpius konnte sehen, wie sich ihr Blick auf die, immer noch verschlungenen Hände von ihm und Albus richtete. Sofort ließ der Schwarzhaarige seine Hand los. Verletzt schaute Scorpius zu ihm, doch Albus hatte jetzt keinen Blick für ihn übrig.

»Ich wollte es euch eigentlich schonender beibringen«, sagte Albus kleinlaut. Mitterlerweile hatte sich auch sein Vater zu ihnen gesellt. Scorpius versuchte keinen Blickkontakt zu dem Mann aufzubauen, doch er spürte seine Blicke nur zu genau.

»Wie ... wie ist das denn passiert?« Ginny Weasley schien noch immer fassungslos zu sein. Schon allein die Betonung des »das« ließ Scorpius zusammenzucken.

»Wir haben uns verliebt«, sagte Albus und klang dabei bockig. Er hatte seine Arme schützend vor seinem Körper verschränkt und der Blonde ahnte schon, dass er sich jetzt mit seiner Familie streiten würde. Doch Scorpius wollte sich nicht einmischen. Am liebsten würde er von hier verschwinden. Er musste ein Seufzen unterdrücken, als ihm klar wurde, dass er sich vor dieser Situation nicht würde drücken können.

Während Albus nun erklärte, dass sie Gefühle füreinander entwickelt haben, schaute Scorpius zögernd zu Harry Potter, der sie mit einer tiefen Falte zwischen den Augenbrauen anstarrte. Er hatte den Erwachsenen noch nie mit so einer ernsten Miene gesehen.

»Mensch Mama! Ich bin nicht gestorben, ich habe lediglich gemerkt, dass ich Gefühle für Scorpius entwickelt habe!«

Albus laute Stimme ließ Scorpius zusammenzucken. Der Blonde schaute zu seinem Freund und dann zu seiner Mutter, die beschwichtigend einen Arm gehoben hatte.

»Komm, lass uns verschwinden Scorp! Anscheinend ist dein Vater viel toleranter als meine Familie!«, Albus schrie und nahm seine Hand. Immer noch perplex folgte Scorpius seinem Freund und wagte es nicht, zu den Potters zurückzuschauen.

Spezial: Dracos Ängste

Spezial: Dracos Ängste
 

Draco lächelte, als Hermine am Eingangstor des Malfoy Manors erschien. Trotz der eigentlich kühlen Temperaturen des Winters trug sie ein helles Sommerkleid, welches ihre Beine im lauen Wind sanft umspielte. Ihre Stimme war zart, als sie ihn begrüßte und er erwiderte ihre Umarmung begeistert. Sofort fühlte er sich geborgen und dieses Gefühl verschwand auch nicht, als sie in sein Anwesen eintrat.

Sie lächelte ihn an und Draco musste automatisch zurücklächeln.

»Ich möchte dir etwas zeigen«, raunte er ihr zu und nahm ihre Hand. Wie selbstverständlich umschlossen sich ihre Finger und Draco führte sie wie ferngesteuert zu dem Salon, in dem der Stammbaum der Familie Malfoy hing. Er wusste eigentlich nicht, was er ihr zeigen wollte. Stattdessen schaute er nun auf seinen Namen, neben dem sich der von Astoria befand und unter dem Scorpius als einziger Nachkomme stand.

»Ich kann dich verstehen«, murmelte nun Hermine, obwohl er nichts gesagt hatte, was sie hätte verstehen können. Er schaute zu der Brünetten und ihr Ausdruck änderte sich.

»Aber ich kann dir nicht verzeihen.«

Hart trafen ihn diese Worte, schnitten regelrecht Löcher in sein Herz. Er wollte etwas sagen, aber seine Kehle war wie zugeschnürt. Er wollte nach ihr greifen, doch sie verschwand. Verwirrt schüttelte Draco seinen Kopf und starrte schließlich wieder zu dem Stammbaum. Wie von selbst fiel sein Blick auf das Geburtsdatum von Scorpius Hyperion Malfoy. Gerade als er sich wieder abwenden wollte, um Hermine zu suchen, bewegte sich die Wolle und formte neue Zahlen. Überfordert sah Draco zu, wie der magische Teppich neben dem Geburtsdatum seines Sohnes sein Sterbedatum webte. Den heutigen Tag.

Es dauerte einen Moment, bis die Erkenntnis in ihn aufstieg und er schrie.
 

Schreiend setzte sich Draco in seinem Bett auf und fuhr sich mit zitternden Händen durch seine Haare. Er hatte schon lange keine schlimmen Alpträume mehr gehabt und schon gar nicht so einen realistischen. Mühsam versuchte er tief ein und aus zu atmen, um sein schnell schlagendes Herz zu beruhigen, doch er hatte keinen Erfolg. Er brauchte Gewissheit.

Er kämpfte sich aus seinem Bett und stand nach wenigen Minuten im Salon, der die Hauptrolle in seinem Traum gespielt hatte. Mehrere Lichtkugeln ließen den gesamten Raum erhellen und doch fühlte Draco sich unbehaglich.

Erst als sein Blick auf den Stammbaum fiel, beruhigte er sich. Es befand sich kein Todesdatum neben Scorpius´ Namen. Erleichtert seufzte er auf und ließ sich in einen der Sessel fallen. Erst jetzt merkte er, wie kalt es eigentlich war. Zittert erhob er sich wieder und verließ den Salon. Aber er wollte sich nicht wieder in sein Bett legen, viel zu präsent war noch der Traum. Viel zu sehr vermisste er das Gefühl der Geborgenheit.

So blieb er an der Zimmertür von Scorpius stehen. Er wusste nicht, ob er überhaupt von Albus zurückgekommen war, immerhin hatte er ihm erlaubt, bei ihm zu übernachten. Vorsichtig und leise öffnete er die Tür und schaute, wie schon so oft, in das Zimmer seines Sohnes.

Mit den Jahren hatte sich sein Reich verändert und doch trug es seine Handschrift. Als Draco nun die hellen blonden Haare, trotz des schwachen Lichts erkannte, lächelte er erleichtert.

Er war zuhause. Ihm ging es gut. Er schlief, so wie er es eigentlich auch tun sollte.

Doch dann stutzte Draco. Neben dem blonden Schopf erkannte er etwas Schwarzes. Konzentriert starrte er das Doppelbett an und verzog seinen Mund nach unten, als er sich sicher war, dass Albus Potter neben seinem Sohn lag.

Auch wenn er gesagt hatte, dass er die Beziehung akzeptiert, bräuchte er auf jeden Fall noch Zeit, um sich daran zu gewöhnen. Leise schloss er die Tür wieder und seufzte einmal laut. Scorpius war glücklich, das war alles, was ihn interessieren sollte. Trotzdem wollte er sich nicht vorstellen, was die beiden zusammen machten.

Kopfschüttelnd entfernte er sich von der Tür und schlenderte langsam weiter, bis er in seinem Schlafzimmer stand. Es war noch tiefste Nacht, doch Draco hatte das Bedürfnis Hermine zu sehen. Er bräuchte jemanden, mit dem er über alles reden könnte und er könnte sich niemand Besseres vorstellen, als die ehemalige Gryffindor.

Der Traum hatte nur seine Ängste widergespiegelt, das war Draco klar. Hermine hatte ihm längst gesagt, dass sie einen Neuanfang wagen könnten und das sie seine Entscheidung von damals akzeptierte. Und doch hatten sie bisher noch kein richtiges Date gehabt. Immer kam ihr etwas dazwischen und sie wollte ihrer Familie noch nichts sagen. Sie sollten erst einmal die Scheidung von ihrem Ex verarbeiten ...

Draco ballte seine Hände zu Fäusten und ließ sich dann doch wieder auf sein Bett fallen. Er sehnte sich nach der Geborgenheit, die er in Hermines Nähe immer spürte, und er würde nicht aufgeben, bis er sie endlich wieder spüren könnte.

Doppelpack

14. Doppelpack
 

»Ich fass es nicht! Das sie so! Argh!«

Albus lief, seitdem sie in seinem Zimmer angekommen waren, wie ein verrückter hin und her. Er hatte sich mehrmals aufgebracht durch seine Haare gefahren, weshalb diese nun zu alle Richtungen abstanden. Scorpius ließ ihn seinen Frust abbauen und wagte es nicht, ihn jetzt anzusprechen.

»Warum musste das so schief laufen? Hast du meine Mutter gesehen? Sie sah aus, als wäre eine Welt für sie zusammengebrochen! Und James dieser kleine miese Verräter! Ich fass es einfach nicht! Dabei hat sie mir doch immer gesagt, dass es das wichtigste im Leben ist, glücklich zu sein und man auch für seine Liebe kämpfen sollte. Wie oft hat sie mir den Vortrag gehalten, dass sie sich auf den ersten Blick in Dad verliebt hat und ihn nie aufgegeben hat? Und jetzt! Jetzt hört sie mir nicht einmal richtig zu!«

Albus ließ sich schweratmend neben Scorpius auf seinem Bett fallen und atmete tief durch. Der Blonde schlang einen Arm um den Schwarzhaarigen, wagte es aber nicht zu bedenken, dass er seiner Mutter gar nicht die Chance gegeben hatte, zu antworten.

»Lass uns einfach heute hier bleiben und morgen zurückgehen. Ich bin sicher, dann wollen sie mit dir vernünftig reden«, meinte er beruhigend und spürte, wie Albus sich gegen ihn lehnte.

»Danke«, murmelte dieser an seiner Schulter.
 

In dieser Nacht hatte Scorpius das erste Mal in den Armen von Albus geschlafen und konnte sich nun nichts Besseres mehr vorstellen. Er fühlte sich geborgen und sicher, auch wenn er spürte, dass dem Schwarzhaarige die Sache mit seiner Familie belastete.

Als er erwachte, schien die Sonne schon hell in sein Zimmer. Albus hatte sich auf seinen Bauch gedreht und sabberte leicht auf sein Kissen. Scorpius musste sofort grinsen und strubbelte dem Jungen durch seine dichten schwarzen Haare.

Sofort brummte dieser und öffnete, offensichtlich mürrisch seine grünen Augen. Er strich ihm weiter durch seine Kopfbehaarung und Albus schien diese Berührung offensichtlich zu gefallen. Der Schwarzhaarige schnurrte regelrecht, was Scorpius breit grinsen ließ.

»Frühstück? Oder eher Mittagessen?«

Erneut brummte Albus nur als Antwort, was Scorpius aber akzeptierte. Wenn seine Familie so reagiert hätte, wäre er auch eher wortkarg.

So saßen die beiden wenig später im Speisesaal und erfreuten sich der Kochkünste der Hauselfen. Während Scorpius kaute, überlegte er, ob er Albus erzählen sollte, das sein Vater überlegte das Manor zu verkaufen. Doch ein kurzer Blick zu seinem Freund zeigte ihm, dass dieser im Moment nicht für tiefsinnige Gespräche geeignet war. Er musste ihn so schnell wie möglich dazu bringen, nach Hause zu gehen und mit seiner Familie zu reden. Und ihnen dieses Mal vor allem auch zuzuhören.

»Wann möchtest du es nochmal versuchen?«, fragte der Blonde schließlich, als sie ihr Mittagessen beendet hatten. Sofort galt der Blick des Schwarzhaarigen ihm.

»Morgen ist das Weihnachtsessen bei Oma Molly. Bis dahin sollten wir das eigentlich geklärt haben«, brummte Albus verstimmt.

»Also, was hältst du dann davon, wenn wir uns heute noch einen schönen Tag machen und wir uns dann morgen wieder bei deiner Familie blicken lassen?«

Scorpius wollte, dass Albus ihm widersprach und er so davon überzeugt sein würde, von selbst darauf gekommen zu sein, bereits am heutigen Tag zurück zu den Potters zu gehen. Doch als Albus zustimmend nickte, verwarf es seinen Plan. Offensichtlich wollte sein Freund sich doch noch weiter drücken.

»Andererseits ist es wohl eine schlechte Idee. Es macht es ja nicht besser, nur weil man es aufschiebt«, sagte er leise und versuchte nach der Hand seines Freundes zu greifen.

»Du hast ja leicht reden. Dein Vater versteht dich ja auch immer perfekt! Teilweise könnte man meinen, er wäre dein Freund und nicht dein Vater. Der perfekte Vater ...«

Albus fuhr ihn an und Scorpius wusste, dass er nur an ihm seine Wut auslassen wollte. Trotzdem konnte er das nicht auf sich sitzen lassen.

»Mein Vater ist alles andere als perfekt. Du weißt genau, wie sehr ich unter den Vorurteilen leiden musste«, zischte Scorpius also zurück und erhob sich ruckartig von seinem Stuhl.

»Es wäre das Beste, wenn wir jetzt zu deiner Familie gehen. Wahrscheinlich machen sie sich sorgen und ganz bestimmt bereut es deine Mutter, nicht verständnisvoller gewesen sein.«

Scorpius schaute seinen Freund auffordernd an, bis dieser sich seufzend erhob.

»Du hast recht. Tut mir leid«, murmelte er niedergeschlagen und der Blonde lächelte ihm aufmunternd zu.

»Möchtest du, dass ich mitkomme?«, fragte er schließlich unsicher.

»Du hast doch die ganze Zeit von »wir« gesprochen?« Albus schaute ihn irritiert an.

»Ja schon aber es hätte ja sein können, dass du das lieber alleine mit deiner Familie klärst«, gab er kleinlaut zu und Albus schüttelte sofort seinen Kopf.

»Uns gibt es doch ab jetzt nur noch im Doppelpack.«
 

So standen die beiden gut eine Stunde später vor dem Haus der Potters und Albus öffnete die Tür, da der Schutzzauber ihn erkannte und einließ.

»Auf in den Kampf«, murmelte der Schwarzhaarige, als der den Eingang für Scorpius offen hielt. Es dauerte nur ein paar Sekunden, dann stand Ginny Potter vor ihnen und zog ihren jüngsten Sohn in die Arme, bevor dieser reagieren konnte. Erleichtert grinste der Blonde. Es folgten tausende Entschuldigungen der Mutter, doch Scorpius wusste, dass Albus ihr schon bei der innigen Umarmung verzeihen hatte.

Er lächelte noch immer, bis plötzlich Harry Potter vor ihm stand. Schon seit dem ersten Treffen hatte er großen Respekt vor dem Kriegshelden, doch jetzt hatte er regelrecht Angst vor ihm. Wie schon gestern war der Gesichtsausdruck des Erwachsenen ernst und ließ Scorpius unwohl schlucken.

»Scorpius«, sagte Harry Potter schließlich und ließ den Jungen damit zusammenzucken.

»Mister Potter«, erwiderte er mit einer ungewohnt hohen Stimme und schielte zu Albus, der gerade dabei war, sich von seiner Mutter zu lösen.

Der Erwachsene schlug ihm so überraschend auf die Schulter, dass es Scorpius fast umhaute. Strauchelnd hielt er sich auf den Beinen und erntete einen amüsierten Blick von Harry Potter, der ihm eigentlich nur einen freundschaftlichen Klaps geben wollte.

»Ich habe ein Auge auf dich«, flüsterte der Brillenträger schließlich noch so leise, dass nur Scorpius es hören konnte. Erleichtert atmete er aus und beobachtete, wie Albus nun auch von seinem Vater umarmt wurde. Wie vorausgesagt, war seine Familie alles andere als wütend. Wahrscheinlich waren sie gestern wirklich nur überrumpelt und Albus Reaktion hatte es nicht besser gemacht.

Doch nun hatte Scorpius das Gefühl, das sie es geschafft hatten. Sie wurden von ihren Familien akzeptiert und das war ihm das Wichtigste. Darauf könnten sie eine stabile Beziehung aufbauen.

Wo die Liebe hinfällt

15. Wo die Liebe hinfällt
 

Hermine Granger fieberte dem alljährlichen Weihnachtsessen im Fuchsbau entgegen, welcher am morgigen Tag stattfinden würde. Dieses Jahr würde sie zwar eine unerfreuliche Nachricht verbreiten, doch sie wäre so erleichtert, wenn sie es endlich ausgesprochen hätten.

Bereits heute Morgen hatte sie Rose und Hugo darüber in Kenntnis gesetzt, dass sie sich von Ron scheiden lassen würde. Während Rose diese Nachricht ziemlich gefasst aufgenommen hatte, war Hugo komplett aus allen Wolken gefallen. Lange hatte er geweint und Hermine kamen zweifel, ob sie diese Nachricht wirklich auf dem Weihnachtsessen verbreiten wollte. Andererseits kannte sie Ron. Wenn sie nichts sagen würde, dann würde ihm irgendwann diese Neuigkeit herausplatzen, da war sie sich hundertprozentig sicher.
 

So saß sie einen Tag später, an der langen Tafel, welche so gut wie alle Verwandten beherbergte. Zusätzlich waren noch einige Gäste eingeladen. Auch Draco war mit seinem Sohn anwesend, was sie der Beziehung zwischen Scorpius und Albus verdanken konnte. Direkt am Anfang des Essens hatten die beiden Slytherinschüler sich vor den teilweise noch unwissenden Anwesenden geoutet. Und wenn Hermine die beiden jetzt beobachtete, dann konnte sie sehen, wie verliebt sie waren. Schmunzelnd nahm sie die Ähnlichkeiten beider mit Harry und Draco wahr und bekam das Bild nicht mehr aus dem Kopf, wie die beiden Väter Händchen hielten und nicht ihre Söhne.

Kopfschüttelnd versuchte sie den Gedanken zu vertreiben.

»Ist alles in Ordnung Hermine? Schmeckt dir der Braten nicht?« Molly Weasley musste ihre Reaktion beobachtet haben und schaute sie nun liebevoll an.

»Ja, es ist alles in Ordnung. Ich ... Wir müssen euch nur etwas sagen«, begann Hermine und biss sich unsicher auf ihre Lippe.

»Oh, du bist wieder schwanger Liebes?«, fiel ihr sofort Molly ins Wort.

»Ähm nein.« Hermine schaute kurz zu ihrem Exmann, der anscheinend nichts über dieses Thema sagen wollte.

»Wir haben uns scheiden lassen.«

Und mit diesen Worten schaffte es die Brünette den bunten, lauten Haufen der Weasleys abrupt zum Schweigen zu bringen. Alle Augenpaare, selbst die derer, die diese Nachricht eigentlich schon wussten, lagen auf ihr.

»Das ist ... schade.« Molly schien zutiefst bedrückt und holte sich ein Stofftaschentuch aus ihrer Tasche. Hermine war froh, dass Ginny, die neben ihrer Mutter saß, diese tröstete.

»Ja, es hat einfach nicht mehr gepasst«, meinte die Brünette schließlich und hörte nur zu gut das Schnauben von Ron. Wenn es nach ihm gegangen wäre, dann hätten sie diese Farce von Ehe weitergeführt.

»Das hängt wohl eher mit einem anderen zusammen«, brummte Ron und Hermine spannte sich unsicher an. Kurz fiel ihr Blick auf den blonden Mann, der recht weit weg saß, doch sie konnte seinen Blick spüren.

»Ron wie bereits gesagt, es hat nichts damit zutun«, zischte sie ihren Exmann an und atmete tief ein und aus. Natürlich prasselten Fragen der Weasley Familie auf sie ein und Hermine spürte auch den verletzten Blick ihres Sohnes.

Ruhig antwortete sie und irgendwann schienen alle Anwesenden zu begreifen, dass sie es wirklich ernst meinte und dass sie nichts mehr daran ändern könnten.

»Es ist schade Hermine, aber es ist kein Weltuntergang«, meinte Ginny irgendwann und nahm sie in den Arm. Sofort war die Brünette froh, dass ihre Freundin sie verstand. Wie oft hatte sie sich bei ihr über die Probleme mit ihrem Bruder ausgeheult. Dennoch war es nicht selbstverständlich und deswegen war Hermine glücklich darüber, eine Freundin wie Ginny zu haben.
 

Es war mittlerweile spät am Abend und die meisten Weasleys hatten sich schon verabschiedet. Der Fuchsbau war geradezu gespenstisch still, als Hermine alleine im Garten stand und zu den Sternen hinaufsah. Wie so oft fragte sie sich, ob sie den richtigen Schritt in ihrem Leben ging. Damals war sie sich so sicher, mit Ron glücklich zu werden. Doch es hatte sich als Fehler herausgestellt.

Hermine hörte Schritte auf sich zukommen und wusste, dass es Draco war. Sie waren schon lange nicht mehr allein gewesen. Sie hatte Angst den letzten Schritt in seine Richtung zu gehen. Auch weil sie nicht wollte, dass er als Scheidungsgrund gelten würde. Denn er war nicht der Grund. Er hatte ihr nur geholfen, ihre Gedanken und Gefühle zu ordnen. Auch alleine wäre sie irgendwann dazu gekommen, sich von Ron scheiden zu lassen. Nur vielleicht noch nicht heute.

Draco stellte sich neben sie und Hermine konnte die Wärme spüren, die von ihm ausging. Vorsichtig blinzelte sie zu ihm und blickte sofort in seine unverkennbaren grauen Augen. Er sagte nichts, schien darauf zu warten, dass sie ein Gespräch anfangen würde. Nachdenklich lenkte Hermine wieder ihren Blick hinauf in den Sternenhimmel und fühlte sich mit dem Mann an ihrer Seite schon wesentlich besser. Sie wusste, dass er noch immer darauf wartete, dass sie ihm ein Termin für das Date nennen würde.

»Du hast wohl den ersten Schritt gemacht«, murmelte Draco in die Stille hinein und Hermine nickte nachdenklich. Sie hatte ihm gesagt, dass sie erst ihrer Familie von der Scheidung erzählen wollte, ehe sie mit ihm ausgehen würde. Und das hatte sie getan. Jetzt stand ihnen eigentlich nichts mehr im Weg, dennoch wollte Hermine noch warten. Sie wollte nichts überstürzen.

»Ich werde auf dich warten, Hermine. Egal wie lange du brauchst.«

Draco nahm ihre Hand und küsste ihren Handrücken sanft, schenkte ihr noch ein breites Lächeln, ehe er wieder in das Haus zurückging.

Seufzend schaute sie dem Mann nach und fragte sich, warum sie überhaupt noch zögerte. Es war doch klar, wofür sie sich entscheiden würde.

Lächelnd schaute sie wieder hoch zu den Sternen. Sie würde noch etwas warten, der Anstand verlangte dies von ihr. Aber sie würde sich von ihm ausführen lassen und dann mal schauen, was noch alles zwischen ihren passieren könnte. Sie war bereit dafür.
 

Draco schaute über seine Schulter und sah gerade noch, wie Hermine wieder zum Sternenhimmel schaute. Sie hatte ihm hinterhergesehen. Grinsend betrat der Zaubertrankprofessor den Fuchsbau und schaute sich nach seinem Sohn um. Schnell fand er ihn, doch Scorpius hatte anscheinend nichts besseres zu tun, als Albus Potter zu küssen. Schnaubend wanderte Dracos Blick weiter und er blieb an Harry Potter hängen, der skeptische zu den beiden Schülern schaute.

Kurzentschlossen gesellte Draco sich zu Potter, der ihn überrascht anschaute.

»Es ändert nichts Potter, er bleibt immer noch dein Sohn«, sagte er voll überzeugt.

»Ja, da hast du recht. Trotzdem muss ich das Ganze erst einmal verdauen ... Es wundert mich, dass du das so gelassen hinnimmst. Immerhin ist er dein einziger Erbe und mit ihm wird die reinblütige Linie der Malfoys aussterben, nicht wahr?«

Draco schaute zu dem Schwarzhaarigen neben sich und zog eine Augenbraue gekonnt nach oben.

»Die Linie hätte schon bei mir aussterben sollen«, antwortete er galant und brachte Potter damit zum Grinsen.

»Mach sie glücklich Malfoy. Mit Ron war sie schon lange nicht mehr glücklich. Aber erwarte nicht, dass ich dich sofort an ihrer Seite akzeptieren werde. Wenn du sie irgendwie verletzten solltest, dann!«

Potter ließ seine Drohung ohne Worte ausklingen, aber Draco verstand ihn auch so.

»Keine Angst, das habe ich nicht vor«, murmelte der Blonde und richtete seinen Blick wieder auf die Frau, die er liebte. Hermine hatte den Fuchsbau wieder betreten und schien sich gerade von Molly zu verabschieden. Damals war er einfach ein Idiot, anders konnte er es nicht beschreiben. Wie er sie mit dem Weasley hatte ziehen lassen können, war einfach nur unfassbar dämlich. Doch er hatte sich an die Familientradition gehalten, sein privates Glück untergeordnet.

Nie wieder würde ein Malfoy unter dieser Tradition leiden müssen. Sein Sohn konnte machen, was er wollte, solange er glücklich sein würde. Da war ihm selbst Potters Spross willkommen.

Denn wie sagt man so schön? Wo die Liebe hinfällt ...

Sicherheit

16. Sicherheit
 

Rose Granger-Weasley war gelinde gesagt verwirrt. Bis vor kurzem hatte sie noch geglaubt, dass Scorpius Malfoy in sie verschossen wäre. Denn nicht nur einmal hatte er sie mit einem eindeutigen Blick angesehen. Wenn sie daran dachte, wie sie zusammen nach Hogsmeade gegangen waren, war sie sich ihrer Annahme sehr sicher.

Sie seufzte und wandte den Blick von dem Slytherin ab, der gerade mit ihrem Cousin Albus knutschte. Anscheinend hatte sie sich geirrt. Sie hatte eigentlich gedacht eine gewisse Art der Macht ihm gegenüber zu haben und sie hatte diese genossen. Doch jetzt war dem nicht mehr so.

Rose wusste ihre weiblichen Reize einzusetzen und das der Blonde so gar nicht darauf reagierte, machte sie nervös und brachte sie aus dem Konzept.

Allgemein lief seit der Projektwoche in ihrem Leben einiges schief. Mit schrecken erinnerte sie sich an das letzte Quidditch Spiel. Sie konnte im Nachhinein nicht mehr sagen, wieso sie so versagt hatte. Wenn sie den Quaffel erobert hatte, war alles gut. Doch sobald sie sich den Torringen näherte, die Darius Zabini bewachte, war sie total unkonzentriert. Entweder verlor sie den Ball an einen Gegner, schaffte es nicht kontrolliert zu passen oder warf miserable, so dass der Hüter keine Probleme hatte, den Ball abzuwehren.

Rose seufzte, als sie sich erinnerte, wie Lily meinte, dass sie sich vielleicht in den Ravenclaw verliebt hatte. Sie und sich verlieben! Die Gefühlsduselei war für sie mehr als nur überflüssig. Sie wollte einen guten, einen sehr guten Abschluss erreichen und Jungs würden sie nur vom Lernen abhalten. Zwar genoss sie es, das andere Geschlecht zu verwirren und um den Finger zu wickeln aber sie hatte keine Lust sich zu verlieben oder gar eine feste Beziehung einzugehen.

Langsam wandte sie ihren Blick wieder zu dem Paar, welches sich hier im Hogwarts-Express küsste.

»Könnt ihr euch nicht ein Zimmer nehmen«, zischte sie und verschränkte genervt ihre Arme vor der Brust. Ihre drei anwesenden Cousinen Lily, Roxanne und Lucy neben ihr kicherten und die Jungs ignorierten sie eiskalt. Wahrscheinlich hatte sie ihre Stimme nicht einmal gehört, so sehr waren sie in ihrer eigenen Welt.

Nur ihr Bruder Hugo schien ihre abwehrende Haltung zu kopieren. Er starrte allerdings aus dem Fenster und Sorge breitete sich bei Rose aus. Seitdem ihre Eltern ihnen erklärt hatten, dass sie sich scheiden lassen würden, hatte sich Hugo total eingeigelt. Er redete nur noch sehr selten und wenn war es patzig. Ihre Mutter hatte ihr aufgetragen ein Auge auf ihn zu haben und meinte, dass es wahrscheinlich nur eine Phase sei. Doch Rose wusste nicht, wie sie damit umgehen sollte. Normalerweise war ihr Bruder eine Frohnatur, der immer ein Lächeln auf den Lippen hatte. Aber jetzt wirkte er deprimiert und selbst seine sonst immer glänzenden roten Haare waren matt.

Unwohl schaute Rose wieder auf das Buch, welches Recht unbeachtet auf ihrem Schoß lag. Ihre Hände verkrampften sich, während sie es hielt. Irgendwie hatte sie im Gefühl, dass ihr restliches Schulleben nicht mehr so einfach laufen würde, wie bisher.
 

Und Rose behielt mit ihrem Gespür recht. Die nächsten Wochen nach den Weihnachtsferien liefen sehr stressig ab. Nicht nur, dass Scorpius und Albus sich offiziell als Paar geoutet hatten, und somit auch die Gryffindor einige Fragen beantworten musste. Nicht nur einmal wurde sie gefragt, ob sie etwas bei der Projektwoche mitbekommen hatte. Die beiden waren das Gesprächsthema Nummer eins an der Schule und bald wurde Rose es leid, immer wieder die gleichen Fragen zu beantworten. Aber immerhin wurden Scorpius und Albus nicht angefeindet.

Zudem hatte sich ihre Gefühlslage nicht gebessert, eher im Gegenteil. Immer, wenn sie auf Darius traf, schalteten ihr sonst so produktives Gehirn einfach aus. Ein Lächeln des Ravenclaws reichte und sie bekam weiche Knie, verlor die Kontrolle und wurde schwach. Und sie hasste Kontrollverluste! Ein Grund, warum sie auf Alkohol verzichtete. Sie wollte immer und überall die Kontrolle über ihren Körper und über ihre Emotionen. Doch der Ravenclaw schien wie Gift für ihr Gehirn zu sein.

Und langsam musste sie sich eingestehen, dass Lily vielleicht recht hatte und sie sich wirklich in Darius verliebt haben könnte.

Je länger sie diese Tatsache ignorierte, desto schlimmer schien es zu werden. Sie konnte die Gedanken an den Schwarzhaarigen nicht verhindern.

Es wurde Zeit, dass sie etwas an diesen Zustand änderte.
 

Deswegen stand sie gut drei Wochen seit Ende der Weihnachtsferien am Eingang der großen Halle und wartete auf den Jungen, der es schaffte sie aus dem Konzept zu bringen. Es war noch früh am Morgen, doch Rose wollte ihn noch vor dem Frühstück abfangen, um diese, für sie schreckliche Situation, zu klären. Er müsste ihr einfach nur sagen, dass er kein Interesse an ihr hatte und dann würde ihr Gehirn hoffentlich begreifen, dass es sich Quatsch ausmalte.

Tatsächlich musste sie nur fünf Minuten warten, bis Darius ihr entgegenkam. Er trug seine schwarzen langen Haare offen und dieser Anblick gefiel ihr sehr. Sie schluckte und schüttelte ihren Kopf um sich zur Besinnung zu bringen.

»Wartest du etwa auf mich?« Die typische Singsangstimme von dem Jungen, der sie so aus dem Konzept brachte, erklang neben ihr und sie zuckte zusammen. Wann hatte er sich ihr so genähert?

»Ich ... nein, wieso sollte ich?« Ihre Stimme klang viel zu hoch und sie räusperte sich. Ihren eigentlichen Plan durchzuführen, fühlte sie sich nicht in der Lage.

»Rose?«, murmelte er ihren Namen und sie schaute ihn verschreckt an. Warum klangen diese vier Buchstaben aus seinem Mund so gut?

»Hast du irgendein Problem mit mir?«, fragte er langsam und schaute ihr tief in die Augen. Automatisch schüttelte sie ihren Kopf. Warum hatte er solch schöne Augen? Sie konnte regelrecht darin versinken. Darius runzelte seine Stirn und schien ihr nicht zu glauben.

»Du ... du bringst mich aus dem Konzept! Ich weiß auch nicht warum. Es ... ich möchte einfach, dass wir uns bis zum Abschluss aus dem Weg gehen okay? Ich will nicht abgelenkt werden vor den Prüfungen.« Ihre Stimme überschlug sich und sie war sich sicher, dass Darius sie nicht verstehen würde.

»Ich lenke dich ab?«, fragte dieser jetzt und hatte ein breites Lächeln auf dem Gesicht. Rose spürte, wie sich ihre Wangen erwärmten. Wahrscheinlich hatte diese jetzt eine ähnliche Farbe wie ihre Haare.

»Ja«, brachte sie heiser heraus und riss sich von seinen einnehmenden Augen los. Wann war er ihr so nah gekommen? Sie konnte seinen angenehmen, herben Geruch riechen und hatte den Drang, ihn zu umarmen oder vielleicht auch noch mehr.

»Dann versprich mir etwas.«

»Was?« Verwirrt schaute sie ihm wieder ins Gesicht.

»Geh mit mir zum Abschlussball und ich werde dir aus dem Weg gehen, keinen Grund geben, der dich ablenken könnte.« Seine Stimme klang tiefer als normal und ihr Herzschlag verschnellerte sich.

»Ja«, antwortete sie sofort, ohne darüber nachzudenken.

»Gut, dann sehen wir uns an dem Abend.« Er beugte sich zu ihr hinunter und drückte ihr einen Kuss auf die Wange.

Rose starrte ihm hinterher, als er in die große Halle ging. Ein Lächeln bildete sich auf ihren Lippen. Sie war sich nicht sicher, ob sie Darius nun wirklich aus ihren Gedanken verbannen könnte, um zu lernen. Aber die Sicherheit auf ein Date mit ihm beruhigten sie. Und so langsam fing sie an, sich auf den Abschlussball zu freuen.

Zuhause

17. Zuhause
 

Draco Malfoy schaute entspannt auf das kleine Häuschen, welches unweit von Hogsmeade stand. Er würde von hier aus gerade einmal zwanzig Minuten zu Fuß nach Hogwarts brauchen.

Nach langem Überlegen hatte er sich dazu entschlossen, das Malfoy Manor zu verlassen. Er hatte absolut keine finanziellen Probleme, eher im Gegenteil, deswegen konnte er sich das zusätzliche Haus auch leisten. Ob sein Sohn das Manor weiterhin beziehen würde, hatte er ihm freigestellt.

Und als Draco nun zum ersten Mal sein neues Zuhause betrat, stellte er sich vor, wie es wäre, hier zusammen mit Hermine zu leben. Die vorhandenen Möbel waren alle mit weißen Lacken verdeckt und doch wirkte das Haus auf Draco gemütlich.

Sorgsam richtete sich der Zaubertrankprofessor in den nächsten Stunden ein und war mal wieder froh, dass er einige Haushaltszauber konnte. So tapezierten sich die Wände von selbst und auch mehrere Staubwedel wirbelten durch die zwei Etagen.

Zufrieden beendete er schließlich die Zauber und schlief diese Nacht das erste Mal in seinem neuen Heim.
 

Es dauerte noch drei Wochen, in denen er sich eingelebt hatte, bis endlich Hermine ein Date mit ihm zusagte. So ganz konnte Draco es noch immer nicht glauben. Und kaum hatte die Brünette stellvertretende Ministerin für Zauberkatastrophen zugesagt, bekam der Zaubertrankprofessor Panik.

Zitternd hielt er ihre kurze Nachricht in der Hand, die sie ihm mit einem Waldkauz zukommen lassen hatte. Anscheinend wollte sie jetzt keine Zeit mehr verlieren, denn sie fragte ihn, ob er morgen Zeit hätte. Eigentlich hatte er noch einige Hausarbeiten, die er normalerweise an seinem freien Samstag kontrollierte, doch dies würde er mit Freuden auf den folgenden Sonntag verschieben.

Lächelnd schrieb er seine Erwiderung auf der Rückseite ihres Briefes und band diesen an den Fuß des Vogels, der auf die Antwort wartete.

Er schaute dem Waldkauz hinterher, wie er sich gekonnt in die Luft erhob und von seinem Grundstück flog. Erst dann ergriff erneut die Panik von ihm Besitz. Er wusste nicht, was er mit ihr machen sollte. So lange hatte er darüber nachgedacht, doch alle üblichen Dates kamen ihm nicht gut genug vor. Immerhin sollte dieses Date perfekt werden. Aber offensichtlich hatte sie ihn nun zu sich eingeladen.

Draco starrte noch aus seinem Fenster und grübelte, als von dem Waldkauz längst nichts mehr zu sehen war.
 

Am Samstagabend tigerte Draco nervös durch sein Schlafzimmer und konnte sich nicht für sein dunkelblaues oder schwarzes Hemd entscheiden. Schon den ganzen Tag stand der ehemalige Slytherin etwas neben sich und schien eher auf Autopilot zu laufen. Selbst sein Sohn hatte es ihm beim gemeinsamen Frühstück angesehen und das, obwohl er eigentlich nur Augen für Albus hatte.

Seufzend griff Draco nach dem blauen Hemd, streifte es sich über und schloss die Knöpfe sorgsam. Der Zaubertrankprofessor freute sich, dass die Beziehung zwischen seinem Sohn und Albus Potter anscheinend gut aufgenommen wurde. Draco könnte es nicht ertragen, wenn Scorpius darunter leiden würde aber die Schüler waren offensichtlich toleranter, als er erwartet hatte.

Kaum hatte er den letzten Knopf geschlossen, schaute Draco in den Spiegel vor sich und runzelte skeptisch seine Stirn. Vielleicht sollte er doch lieber das Schwarze anziehen? Verwirrt schüttelte er seinen Kopf und verließ sein Schlafzimmer. Er kam sich vor wie ein verliebter Teenager bei seinem ersten Date.

Schmunzelnd zog er sich seine Schuhe und seinen Mantel an, um dann hinaus in die kalte Winterluft zu treten. Doch lange musste er sich ihr nicht aussetzen. Er apparierte zu der Adresse, die sie ihm geschickt hatte, und landete vor der Tür eines Mehrfamilienhauses im Zaubererteil von London. Ohne zu zögern, klopfte er an ihre Tür und atmete ein paar Mal tief ein und aus, um sich zu beruhigen. Wie lange hatte er sich schon auf diesen Tag gefreut? Er hoffte nur, dass er es nicht vermasseln würde.

Einige Geräusche drangen an die Tür, ehe diese von Hermine Granger geöffnet wurde. Draco wusste, dass dies ihre eigene Wohnung war. Sie war aus dem Haus von Weasley ausgezogen und ihre Kinder würden erst in den Osterferien entscheiden, ob sie mit ihr gehen würden, oder bei Weasley bleiben würden.

»Hey«, begrüßte er sie und grinste dabei, er konnte seine Freude einfach nicht verbergen. Aber seine Stimme klang ungewohnt dünn und verriet seine Nervosität.

»Hey«, erwiderte sie und lächelte breit zurück, ehe sie zur Seite trat und ihm andeutete einzutreten. Dies ließ er sich nicht zweimal sagen.

Sofort schob er sich an ihr vorbei, hinein in die warme Wohnung, in der es nach Zimt roch. Ein kurzer Blick in den Flur zeigte ihm einige Kartons, die sortiert an der Wand standen. Während er seinen Umzug durch allerlei Zauberei erleichtert hatte, schien Hermine lieber selbst die Umzugskartons auszupacken.

Draco versuchte nicht so viele Gedanken daran zu verschwenden und wandte sich wieder der Frau zu. Sie hatte gerade die Haustür geschlossen und lächelte ihn an.

»Ich würde dich gerne ausführen, in ein schickes Restaurant oder -«, er stoppte, als er ihren unsicheren Ausdruck sah.

»Du möchtest dich nicht mit mir in der Öffentlichkeit zeigen?«, fragte er beklommen.

»Es hat nichts mit dir zutun wirklich. Nur die Presse hat mitbekommen, dass Ron und ich uns scheiden lassen haben und wenn ich mich mit dir in der Öffentlichkeit zeige, dann werden alle denken, du wärst der Scheidungsgrund und das möchte ich nicht«, sagte sie und schaute ihn dabei entschuldigend an.

»Das möchte ich auch nicht«, murmelte er und war kurz versucht, sie einfach in den Arm zu nehmen. Doch es blieb bei dem Impuls. Er wollte nichts überstürzen, dieses Mal müsste sie den ersten Schritt machen. Stattdessen konnte er es nicht verhindern, dass sein Blick über ihre Gestalt glitt. Sie war schön, keine Frage. Ein schwarzes Stoffkleid, welches knapp über ihre Knie ging, wirkte edel an ihr und Draco konnte sich nicht daran hindern, sich vorzustellen, wie er ihr diesen Stoff ausziehen würde.

»Was hältst du dann davon, wenn wir selbst kochen und vielleicht einen Film schauen?«

Ihre Stimme riss ihn aus seinen Gedanken und Draco war froh, dass sie diese nicht mitbekommen hatte. Auch wenn er nicht wusste, was genau ein Film war, stimmte er zu.
 

Als Draco etwas später neben Hermine auf ihrem Sofa saß, den selbstgemachten Auflauf genoss und sich erklären ließ, wie genau ein Fernseher funktionierte, fühlte er sich zuhause. Und das lag nicht an ihrem noch weitestgehend uneingerichteten Wohnzimmer, sondern einfach an ihr.

Lächelnd legte Draco sein Besteck zur Seite und war sich sicher, dass er Hermine irgendwann dazubekommen würde, in sein Haus einzuziehen. Denn auch sie schien sich in seiner Nähe wohl zu fühlen.

Wie von selbst legte er schließlich seinen Arm um sie. Er hatte über diese Geste nicht großartig nachgedacht und wollte schon zurückzucken und sich entschuldigen, als sie sich an ihn kuschelte. Überrascht schaute er zu der Brünetten, die ihren Kopf an seiner Brust anlehnte. Seine Herzschlagfrequenz explodierte förmlich.

Ja, er hatte wirklich sein Zuhause gefunden.

Epilog

Epilog
 

Scorpius schaute sich ein letztes Mal das Malfoy Manor an. Sein Vater hatte ihm die Wahl gelassen und er hatte sich dafür entschieden, das Anwesen zu verkaufen. Die Familie Malfoy, die einmal dieses riesige Haus bauen lassen hatte, existierte in seinen Augen nicht mehr. Sein Vater hatte dafür gesorgt, dass er sich nicht an die strengen Regeln der Reinblüter halten musste, und dafür war er ihm sehr dankbar.

Und da er eben die Familientradition nicht fortführte, verkaufte er Malfoy Manor. Bald würde es den Namen einer anderen noblen Familie tragen und er müsste sein ganzes Leben lang nicht mehr arbeiten. Aber eigentlich musste er es jetzt schon nicht. Auch sein Vater hatte seinen Job eher aus Langeweile, denn auch er hatte genug Geld geerbt.

Seufzend drehte Scorpius sich um und schaute zu seinem Freund, der am Eingangstor auf ihn wartete. Das Einzige, was den Blonden traurig stimmte, war, dass das Grab seiner Mutter sich auf diesem Grundstück befand.

»Bist du dir wirklich sicher?«, fragte Albus, als Scorpius ihn erreichte. Sofort nickte der Blonde entschlossen. So lange hatte er schon darüber nachgedacht und jetzt, wo sie beide ihren Schulabschluss in der Hand hatten, hatte er sich endgültig entschieden.

»Dann lass uns los, die Abschlussfeier beginnt gleich«, meinte Albus dann und griff nach seiner Hand. Sie apparierten zu dem Haus seines Vaters und von dort aus liefen sie nach Hogwarts.

In dem ganzen Schloss herrschte eine gelöste Stimmung. Die unteren Jahrgänge ließen sich von der Euphorie der Ältesten mitreißen, auch wenn sie der Abschlussfeier nicht beiwohnen konnten.

Scorpius und Albus betraten ein letztes Mal ihren Schlafsaal im Schloss. Ihre Koffer waren bereits gepackt und würden von den Hauselfen morgen zu den Zügen gebracht werden. Ein letztes Mal würde der Jahrgang von Scorpius mit dem Hogwarts-Express fahren und irgendwie wurde ihm schwer ums Herz.

Der Blonde würde bei seinem Vater einziehen aber dort nicht lange bleiben. Zusammen mit Albus würde er erst einmal das Leben genießen und eine kleine Weltreise beginnen. Und er hatte nicht vor so schnell wieder zurück in England zu sein.

»Willst du dich umziehen oder nur weiter grinsend vor dich hin starren?«

Albus Kommentar ließ Scorpius zusammenzucken.

»Ich habe mir nur gerade unsere Zukunft vorgestellt«, murmelte der Blonde.

»Ich kann es schon kaum erwarten. Überleg mal, wie viel wir erleben werden«, sagte Albus und grinste ihn an.

»Aber erst einmal müssen wir diese Feier hinter uns bringen.«
 

Als die beiden Slytherins die große Halle betraten, war die Party schon in vollem Gange. Es wurde getanzt, gelacht und getrunken. Wahrscheinlich würde im Laufe des Abends auch, der eigentlich verbotene Alkohol, in der Bowle landen.

Albus holte ihnen etwas zu trinken, während sich Scorpius durch die Menge schob, um bekannte Gesichter zu suchen. Es dauerte etwas, bis er Darius ausmachte. Dieser stand zusammen mit Rose am Rand der Tanzfläche und hielt ihre Hand.

Sofort breitete sich ein Lächeln auf den Lippen von Scorpius aus. Anscheinend hatten die beiden es endlich hinbekommen. Unweit dieses ungleichen Paares, konnte er hellblonde Haare ausmachen und tatsächlich machte sein Vater zusammen mit Hermine Granger die Tanzfläche unsicher.

Das Lächeln auf seinen Lippen schien gar nicht mehr zu verschwinden. Scorpius hatte es verstanden, als sein Vater ihm erklärt hatte, dass er mit Hermine Granger eine Beziehung führt. Auch wenn für ihn eigentlich nur seine Mutter an der Seite seines Vaters in Frage kam, mochte er Hermine Granger. Sie war nett und sie machte den Zaubertrankprofessor glücklich. Wahrscheinlich würde er sich auf Dauer an sie gewöhnen.

Scorpius konnte sich noch genau daran erinnern, wie sein Vater ihn erleichtert angelächelt hatte, nachdem er die Neuigkeit gut aufgenommen hatte. Er wollte sich nicht ausmalen, mit welchen Reaktionen dieser gerechnet hatte.

Albus trat zu ihm und hielt ihm ein Glas der Bowle entgegen.

»Dein Vater wirkt echt glücklich«, meinte der Schwarzhaarige und trank einen Schluck des Getränks.

»Ja, es freut mich, ihn so zu sehen.« Scorpius lächelte und Albus nahm seine Hand. Der Blonde wusste, dass sein Freund nicht gerne tanzte, deswegen gab er sich damit zufrieden, weiter die verschiedensten Pärchen zu beobachten. Als dann auch noch Rose und Darius an ihnen vorbei wirbelten, erinnerte er sich an den Zauber.

»Meinst du, ich habe die beiden wirklich verkuppelt?«, fragte er seinen Freund.

»Ich weiß es nicht. Aber ich sehe da keine Nachteile. Rose kann sich schon durchsetzen, wenn sie etwas nicht will.« Albus zuckte mit den Schultern und stellte sein leeres Glas weg.

»Komm, lass uns tanzen.« Albus zog ihn an seiner Hand auf die Tanzfläche, so dass er sein Glas gerade noch abstellen konnte.

»Du willst freiwillig tanzen? Womit habe ich das denn verdient?«, fragte Scorpius lachend.

»Ich liebe dich, Scorpius Malfoy«, murmelte Albus als Antwort und brachte Scorpius aus dem Rhythmus, so dass er fast auf den Boden fiel. Bisher hatte sie diese Worte noch nicht ausgesprochen. Besonders er, dem es so schwer fiel über Gefühle zu reden, hatte Albus bisher noch nicht gesagt, was er für ihn empfand.

»Ich liebe dich auch, Albus Potter.« Die Worte gingen ihm so ungewohnt leicht von den Lippen, dass er sich sicher war, dass diese Worte verdammt ernst waren. Er liebte ihn wirklich von ganzem Herzen.

Und jetzt, wo sie sich mitten auf der Tanzfläche küssten, konnte er sich keine Zukunft ohne den Schwarzhaarigen an seiner Seite vorstellen.
 

___________
 

Und schon ist die Story zu Ende D:

Es bleibt definitiv nicht, meine letzte Harry Potter FF.

Bis dahin,

Eure Carina aka DDDracooo [17.06.2017]


Nachwort zu diesem Kapitel:
Schaut mal bei meinem Twitter Account vorbei :) Dort werde ich demnächst Sachen wie z.B. den nächsten Kapitelnamen posten. Twittername: @Carina_Fue Komplett anzeigen
Nachwort zu diesem Kapitel:
Nächste Woche wird es zusätzlich zum Samstagskapitel noch ein kleines Spezialkapitel aus Dracos Sicht geben :) Komplett anzeigen

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Kommentare zu dieser Fanfic (23)
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Bitte keine Beleidigungen oder Flames! Falls Ihr Kritik habt, formuliert sie bitte konstruktiv.
Von:  Koko_Hekmatyar
2017-11-21T22:08:55+00:00 21.11.2017 23:08
Ich habe Swapped Body and Swapped Love jetzt in einem Rutsch durchgelesen. Ich bin begeistert. Ich bin wirklich froh das Hermine und Draco letztendlich doch noch zueinander gefunden haben. Und ich liebe Albus und Scorpius zusammen. Eine wirklich super Fanfiction. Ich freue mich weitere Geschichten von dir zu lesen. XD
Von:  Koko_Hekmatyar
2017-11-21T20:52:46+00:00 21.11.2017 21:52
Hahahaha. Der Satz von Darius am Ende ist einfach genial. XD
Von:  Omama63
2017-06-25T16:17:26+00:00 25.06.2017 18:17
Eine super FF, mit einem schönen Ende.
Ich freue mich, dass es Hermine und Draco doch noch geschafft haben zusammen zu kommen.
Deine FF hat mir sehr gut gefallen.
Klasse geschrieben.

LG
Omama63
Von:  Omama63
2017-06-20T13:05:53+00:00 20.06.2017 15:05
Hermine lässt sich scheiden, dass das Draco freut ist klar.
Was wird Ron sagen, wenn er erfährt, dass sie mit Draco ausgeht?

LG
Omama63
Von:  Omama63
2017-06-20T12:32:31+00:00 20.06.2017 14:32
Dein Draco gefällt mir sehr gut. So sollte es sein, wenn man nicht mehr weiter weiß.
Draco musste wegen seinem Vater auf seine große Liebe verzichten und jetzt ermutigt er seinen Sohn nach seinem Herzen zu gehen.
Ich würde mich freuen, wenn aus Albus und Scorpius ein Paar werden würde.

LG
Omama63
Von:  Omama63
2017-06-20T12:21:10+00:00 20.06.2017 14:21
Jetzt weiß Scorpius wenigstens, dass er nichts für Rose empfindet.
Albus Kuss kat ihm ein Brickeln verschafft.
Vielleicht sollte sich Scorpius in der Männerwelt umsehen.

LG
Omama63
Von:  Omama63
2017-06-20T12:08:05+00:00 20.06.2017 14:08
Den Zauberspruch sollte Scorpius nicht verwenden. Es könnte mehr aufgedeckt werden, als im Lieb ist, wenn er es überhaupt mitbekommen würde, denn wenn er wahnsinnig wird, dann bekommt er nichts mehr mit.
Albus steht also auf Scorpius, aber der nicht auf ihn.
Das wird eine komplizierte Sache werden.

LG
Omama63
Von:  Omama63
2017-06-20T10:46:07+00:00 20.06.2017 12:46
Da muss ich Scorpius recht geben, sie sollten die Briefe nicht lesen.
Ich denke auch nicht, dass es eine gute Idee ist, seinen Vater nach Hermine zu fragen.
Er sollte lieber nach der großen Liebe von seinem Vater fragen, sonst bemerkt Draco noch, dass sie ihm nachspionieren.

LG
Omama63
Von:  Omama63
2017-06-20T10:34:38+00:00 20.06.2017 12:34
Scorpius gehen jetzt viele Gedanken durch den Kopf, aber wenigstens hat er gesehen, wie glücklich sein Vater ist, wenn Hermine bei ihm ist.
Vielleicht wird er es irgendwann akzeptieren.
Mit Scorpius und Rose sieht es nicht so gut aus. Sie will ihn lieber als Bruder und nicht als Partner.

LG
Omama63
Von:  Omama63
2017-06-20T07:35:23+00:00 20.06.2017 09:35
Das hat Scorpius super gemacht. Draco hat nicht mitbekommen, dass er ihn ausfragt.
Bin schon gespannt, ob sie Draco mit einer Frau erwischen.

LG
Omama63


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