Im Brunnen vor dem Tore
Im Brunnen soll angeblich der Geist eines verstorbenen Mädchens leben. Ertrunken vor rund 50 Jahren, soll der Geist der Neunjährigen seitdem dort hausen und jeden ins nasse Verderben ziehen, der dem Brunnen zu nahe kommt.
„Ich denke, dass dort unten irgendwas ist, das den Geist des Mädchens an sich bindet“, sagte Sam und blickte an den Rand des Brunnens. Sie hielten zur Sicherheit Abstand davon.
„Ja gut, aber es gibt nun mal keinen anderen Zugang als von oben rein. Wie sollen wir dieses Objekt finden und rausbekommen?“
„Ich werde runtergehen“, sagte Castiel und drückte Dean seinen Trenchcoat in die Hände.
Mathe
Es gab dort draußen viele Gründe, viele gefährliche Gründe, warum man Angst haben sollte. Warum man nachts nicht das Haus verlassen sollte. Dean kannte sie. Sam noch nicht. Solange es ihm möglich war, würde er Sam davor beschützen, vor den Monstern, der Dunkelheit.
„Dean, ich habe Angst. Was, wenn ich die Mathearbeit morgen nicht bestehe?“
Dies waren die einzigen Sorgen, die seinen kleinen Bruder vom Schlafen abhielten und Dean war dankbar dafür. Dass sein Bruder den Luxus solch trivialer Sorgen haben durfte.
„Hey, du packst das, Sammy. Dafür haben wir beide geübt“, sagte er und hielt ihm fest im Arm.
Honmoon
„Moment, damit ich dich richtig verstehe – dieses spezielle Tor zur Hölle kann nur geschlossen bleiben, wenn alle hundert Jahre ein Lied davor gesungen wird?“
Dean blickte seinen Bruder ungläubig an. Er hatte schon eine Menge Mist in seinem Leben gehört, aber das war nun wahrlich die Krönung.
„Nun, laut der Überlieferung und Übersetzung aus dem Koreanischen. Ich habe auch keine Ahnung, warum sich ein koreanisches Tor hier in Illinois befindet.“
Sam blickte auf das pink aufleuchtende Tor, welches begann sich zu öffnen.
„Wir haben wohl keine andere Wahl. Auf mein Zeichen“, sagte Dean und stimmte Eye of the Tiger an.
Im falschen Körper
„Hey, du Miststück, was hat du vor?“
Bissig fragte Dean das Monster vor ihm, welches nun in seinem eigenen Körper vor ihm stand.
„Ich werde mir dein Leben schnappen, und alle anderen töten, wenn sie mir zu langweilig werden.“
Wütend kämpfte Dean gegen die zentimeterdicken Ketten an.
„Wenn ich dich in die Finger bekomme…“
„Wirst du aber nicht. Und jetzt sei so gut und ertrinke. Goodbye, Dean Winchester.“
Dean sah, wie seine eigenen Arme ihn hochhoben und in den Brunnen warfen. Er sah schon sein Leben vor sich vorüberziehen. Bis ihn zwei Arme, eingepackt in braunen Ärmeln, von hinten festhielten.
Das Monster unterm Bett
Erst bemerkte er nur ein seltsames Geräusch. Es war recht kurz zu hören gewesen, aber verdächtig genug, dass Dean nach der Waffe unter seinem Kissen griff. Doch dann spürte er, wie Castiel seine Hand auf seinen Mund legte. Wie schon viele Jahre zuvor.
In der Dunkelheit konnte er den Engel kaum sehen, und trotzdem nickte er in dessen Richtung. Nach wir vor vertraute er ihm. Und was auch immer sich unter ihrem Bett befand, es war kein willkommener Gast. Sondern ein Monster, dass ihren Tod wollte.
Als der Mondschein sich in seinen Augen reflektierte, machte sich Castiel bereit zum Angriff.
Geisterstadt
Unsicher sahen die Brüder sich um. Sie kannten den Begriff Geisterstadt und dessen Bedeutung schon seit einer Ewigkeit. Doch eine Stadt voller Geister hatten sie sich darunter nicht vorgestellt. Noch harmlose Geister, Rachegeister, Poltergeister, die Stadt schien alles zu bieten. Dean lief ein kalter Schauer über den Rücken, als einer dieser unzähligen Geister unaufmerksam durch ihn hindurchschwebte.
„Denkst du, Cass wüsste, was hier abgeht?“, fragte Dean, während seinen Bruder Sam etwas ganz anderes zu schaffen machte.
„Ich frage mich eher, wie wir mit ihm Kontakt aufnehmen sollen? Mein Handy funktioniert nicht. Und mein Gebet scheint er auch nicht zu hören.“
Ein Foto voller Fremder
Er starrte das Foto an, das ihm aus dem Buch gefallen war. Sofort erkannte er sich, aber nicht die anderen. Nicht den größeren Mann, hinter ihm stand und eine Hand auf seiner Schulter hatte. Nicht den anderen Mann, dessen Hand er während des Fotografierens gehalten hatte. Wer waren diese Männer? Sie kamen ihm so vertraut vor und doch so fremd…
Er ging damit zu seiner Frau, fragte sie, doch diese nahm ihm das Foto aus der Hand. Lächelte, berührte seinen Arm und flüsterte: „Vergiss sie, sie sind niemand.“
Seine Augen leuchteten lila auf, wie die ihren, bevor er wieder verstummte.
Von Meer verschwunden
Verschwunden, von einem Tag auf den anderen waren sie weg. Die Fische, die Delfine, die Wale, selbst die Quallen und die Schildkröten, jegliches tierisches Leben war aus den Ozeanen, den Meeren verschwunden. Leere Gewässer und ihre einzigen Bewohner waren die Menschen auf ihren großen Schiffen.
„Das ist doch nicht normal, irgendwas ist da passiert!“, sagte Dean, während sie in einer Hütte saßen und sämtliche Nachrichtenportale durchforsteten.
„Es ist, als wäre sämtliches maritimes Leben ausgelöscht worden.“
Ratlos sah Sam die beiden an.
„Ich habe kein gutes Gefühl. Und keine Ahnung, was vor sich geht“, sagte Castiel mit Bedauern in der Stimme.
Insektenplage
Sie verschwanden nicht. Egal, wie oft er sich die Arme wusch und desinfizierte, sie verschwanden nicht. Stattdessen tauchten sie wieder, und wieder auf. Er sah sie, er spürte sie unter seiner Haut, in seinen Armen, in seinem Blut… Maden über Maden, wie sie über seine Arme liefen. Es wurden einfach nicht weniger. Egal, wie sehr er es versuchte. Egal, wie schmerzhaft es war. Es hörte. Nicht. Auf.
Wie war das nur passiert? Hatte ihn eine Hexe verflucht? War er nun vollkommen und vollständig innerlich tot, eine wandelnde Leiche?
Er hörte Castiels Stimme, bevor sich dessen Hände auf seine Arme legten.
Voodoo-Puppen
Es fing erst harmlos an, mit einem kleinen Schnitt beim Rasieren. Eine kleine Unaufmerksamkeit, das übliche. Etwas, das jedem passiert und um das man sich keine Gedanken macht. Als ihm die vielen Schnitte auf seinem Rücken auffielen, kam es ihm dagegen schon merkwürdig vor. Doch erst als er stolperte, und es schaffte seinen Arm zu brechen, war Dean auf der Hut. Sam sowieso. Und genau jetzt war Castiel mal wieder unterwegs, unerreichbar. Ja großartig.
„Dean, vielleicht hast du ja doch irgendeinen Hexenbeutel“, sagte er, als Castiel zurückkam. Und Dean eine Voodoo-Puppe auf den Schoß legte. „Deine“, sagte er ziemlich angestrengt.
Willkommen im Rudel
Er hatte ihn gesucht. Er hatte ihn verdammt lange gesucht und ebenso lange vermisst. Und als er ihn endlich wiedersah, nach so vielen Jahren, merkte er, dass er ihn für immer verloren hatte. Sein Bruder, sein kleiner Bruder, stand vor ihm, mit grünen Augen, knurrend, aber auch ruhig. Dean sah das Silbermesser in seiner Hand an. Was sollte er tun? Wie sollte er reagieren? Als Jäger, oder als Bruder? Sein Leben hatte sich in einen Albtraum verwandelt. Und er sah keine anderen Ausweg. Er ließ das Messer fallen, und schloss seine Augen. Bereit, sich dem neuen Leben seines Bruders anzuschließen.
Tentakel aus der Tiefe
Sie schnappten zu, sie griffen um sich. Angefangen an seinem Bein, wickelten sie sich um seinen Körper und rissen ihn immer tiefer hinein ins Wasser. Tiefer hinab an den Abgrund des Sees. Die Wasseroberfläche entzog sich ihm immer mehr und mehr, er spürte, wie der Drang zu atmen immer stärker wurde. Der Druck auf seine Lungen schmerzte, und seine Wangen kämpften dagegen an, seine Lippen wollten sich öffnen, doch das durfte er nicht. Die Tentakel legten sich sachte um seinen Hals, der Rest seines Körpers war in einem harten Griff.
„Dean“, war sein letzter Gedanke, bevor Sam immer tiefer sank.
Mit Nadel, Garn und Körperteilen
„Sie sind doch krank!“, rief Dean aus, und kämpfte nach hartnäckig gegen die Fesseln, die ihn an den Tisch banden. Er dachte, sie hätten alle Mitglieder der Styne Familie erledigt. Jedoch, ein Vetter dritten Grades hatte es geschafft, unter dem Radar zu leben und wollte nun Rache nehmen. Rache an Dean, Rache für seine Familie.
„Dein Bruder oder der Engel werden dir nicht helfen können. Dafür habe ich Vorkehrungen getroffen. Sorge dich nicht, noch geht es ihnen gut. Noch. Der eine hat schöne Augen, der andere schönes Haar. Aber zuerst kommen deine Arme dran“, sagte er und hob das Messer.
Interview mit einem Vampir
„Okay, was genau soll das jetzt bitte werden?“, fragte Dean, als er sah, wie sein Bruder sich mit einem Headset und einer großen Flasche Wasser an den Laptop setzte.
„Ich habe dir doch erzählt, ich will mit Benny über eure Zeit im Fegefeuer reden. Weil ich mir sicher bin, dass er im Gegenzug zu dir oder Cass keine Details weglassen wird.“
Dean sah ihn skeptisch an, er hatte ihm bereits ausgiebig über ihre Zeit im Fegefeuer erzählt, aber Sam schien noch immer neugierig zu sein.
„Tja, dann mal viel Spaß“, sagte Dean und ließ seinen Bruder mit einem Kopfschütteln allein.
Eine kalte Hand in meiner
Irgendetwas stimmte nicht, auch wenn Sam nicht so recht sagen konnte, was es war. Überhaupt war Dean so seltsam drauf, den gesamten Abend lang. So viel… lockerer. Sein Selbstbewusstsein war natürlicher, sein Lachen war echter, seine Zunge lockerer. Seine Flirtversuche offensichtlicher.
Doch was war passiert? Sam hatte ein ungutes Gefühl, welches sich weiter verstärkte, als sich ihre Hände versehentlich berührten. Als sie beide nach dem leeren Glas mit den Salzstangen griffen, um sich mehr zu bestellen. Seine Hand lag über Deans, und sie fühlte sich kalt an. Eiskalt.
Eine schreckliche Vorahnung holte Sam ein, und er starrte seinen Bruder an.
Necromancy gone wrong
Dean Winchester hatte viele Geheimnisse. Nur die wenigsten davon waren gut, oder für die breite Masse bestimmt. Das führte das Leben eines Jäger mit sich, ein Leben im Verborgenen, ein Kampf in der Dunkelheit. Doch selbst gegenüber seinen Kameraden hatte er ein finsteres Geheimnis, welches er für sich behielt. Für welches er vorzugsweise angefangen hatte Dämonen zu jagen.
Sein Bruder hatte sich für ihn, für die Welt geopfert. Doch er hatte mit dem Verlust nicht leben können. Nicht mit seinem Tod. Und nun… war sein Bruder durstig. Durstig nach noch mehr.
Dean fuhr mit dem Impala zurück. Es war Fütterungszeit.
Niemand lacht
Langsam konnte Castiel verstehen, warum sich der jüngere Winchesterbruder vor Clowns so sehr fürchtete. Doch konnte man das, was vor ihm stand, noch wirklich als Mensch bezeichnen? Nein, was auch immer es war, es war nichts, mit dem sie bisher zu tun hatten. Dean hätte sich wieder einen witzigen Namen einfallen lassen, hätte er nicht längst das Bewusstsein verloren. Während das Clownwesen den jüngeren Winchester jagte, jagte der Engel ihn. Dabei behielt er seine Umgebung stets umsichtig im Auge.
Er musste vorsichtig sein, wer wusste, ob und welche Schwachstellen das Monster hatte.
„Gefunden“, sagte er wütend und zückte seine Klinge.
Waldi ist wieder da
Waldi war wieder da. Eine Woche, nachdem Sam seinen Hund auf dem nächstbesten Friedhof begraben hatte, vor wenigen Wochen, stand der kleine Dackel wieder auf der Matte. Sein Fell voller Erde, als hätte er sich selbst wieder ausgebuddelt. Dean sah ihn skeptisch an, er hatte die Tür zum Motelzimmer aufgemacht. Er starrte auf den Dackel und er könnte schwören, der Dackel starrte zurück. Noch intensiver als der Engel es tat und das war eine Leistung.
„Hey, ähm, Waldi?“, fragte er und bereute es immer noch, dass Sam Castiel den Namen hatte auswählen lassen. Waldi dagegen trottete in das Zimmer hinein.
Augen auf dem Kopfkissen
„Die Motels, du die raussuchst, werden auch immer merkwürdiger“, sagte Dean und stellte seine Tasche auf dem Bett ab. Sam legte seine auf dem Boden, bevor er kommentarlos ins Bad ging. Dean blickte sich um, sah all die merkwürdige Deko. Doch für nur 20 Dollar die Nacht, wollte er sich da wirklich beschweren? Ja, zur Hölle, natürlich!
Er blickte auf die Lippen auf der Tapete, den Augen auf den Kopfkissen, die Holzhände, die überall herumstanden. Kunst war ihm noch nie ferner als in diesem Moment.
„Ich glaub, ich penn einfach im Impala“, sagte Dean und drehte sich zur Tür um.
Knochensammler
„Ja, das ist überhaupt nicht gruselig“, sagte Sam sarkastisch, aber man konnte ihm die Angst anhören. Wie auch den Ekel.
„Nein, überhaupt nicht.“
Dean blickte sich um, und wäre am liebsten rückwärts wieder rausgegangen. Knochen, überall Möbel und Dekorationen aus Knochen, soweit die Augen sehen konnten. Stühle, Tische, Lampen, sogar das Laminat. Einfach alles war aus Knochen geformt, geschnitzt, gebaut worden.
„Also ich würde jetzt lieber einen Werwolf jagen, oder einen Vampir. Oder von mir aus eine Hexe. Irgendwas, was auf jeden Fall mehr Sinn macht als… das hier.“
Dean zuckte seine Pistole, bereit, sie bei Bedarf sofort zu benutzen.
Stimmen in der Wand
„Hey, du hast das doch auch gehört, oder?“, fragte Dean, nachdem er zum fünften Mal höchstkonzentriert an der Wand vorbeigelaufen war. Sam sah ihn dagegen nur verwundert an.
„Nein, da ist nichts, was soll ich da hören?“
Dean verdrehte die Augen, rannte zum anderen Ende des Hauses und zog Castiel mit sich. Dieser ließ es kommentarlos mit sich geschehen.
„Ok, du mit deinem Supergehör, kannst du was hören?“
Dean stemmte die Hände in die Seite, als Castiel seine Augen schloss und sein „Supergehör“ benutze.
„Ja, ich kann etwas hören. Stimmen von Seelen, wie sie um Erlösung schreien“, sagte er ruhig.
Hexenstunde
„Also entweder rufst du sie an, oder ich mache es“, sagte Sam und sah seinen Bruder fordernd an. Dieser blickte zurück. Sie beiden wollten nicht, aber sie mussten Rowena um Hilfe bitten. Sie wussten, in diesem Fall würden sie ohne den Beistand einer mächtigen Hexe nicht sonderlich weiterkommen.
„Ne, du hast sie doch auf der Kurzwahl, ruf du sie doch an.“
Sam wollte entrüstet etwas erwähnen, ließ es aber dann bleiben. Castiel stand in der Ecke, die Arme verschränkt, hörte sich das seit geschlagenen 20 Minuten an.
„Ich hole sie“, sagte er resigniert, bevor er sich aus dem Raum teleportierte.
Der Raum, den es nicht gibt
„Cas… wo sind wir?“, fragte Dean, der sich mehr als vorsichtig umsah. Um sie herum gab es nichts. Nichts zu sehen, nichts zu hören, nichts zu fühlen. Nichts außer ihnen beiden, weder ein anderer Mensch noch ein anderer Engel. Sie wussten weder, wie sie an diesen Ort gelangt waren, noch, wie sie diesem wieder entkommen sollten.
„Wir sollten nicht hier sein. Ein Ort wie dieser sollte nicht existieren.“
Castiel nahm Deans Hand in die seine, und zückte seine Engelsklinge.
„Zur Not werde ich uns hinausschneiden. Die meisten meiner Kräfte sind blockiert.“
„Na klasse, von wegen das wird ein ruhiger Abend.“
Die Metamorphose
Am Anfang war da nur ein Biss, ein kleiner, wie von einem kleinen Hund. Castiel hatte die Wunde geheilt, alles gut. Das hatte man davon, dass man einen kleinen Hund nur kurz streicheln wollte.
Erst hatte die Stelle angefangen zu jucken. Dann wurden seine Fingernägel immer länger, seine Augen grüner und die Zähne spitzer.
Anfangs hatte er sich in seinem Zimmer verkrochen, aus Angst, jemanden anzufallen, Sam oder Castiel aus Versehen zu verletzen. Oder gar noch schlimmer.
Doch natürlich hatten sie nicht lockergelassen. Natürlich nicht. Und so setzte sich Castiel neben ihn in die Hocke.
„Wir helfen dir, Dean, versprochen.“
Unangekündigter Besuch
Manchmal passieren Dinge, von denen man nie hätte sagen können, dass sie tatsächlich passieren könnten. Auch, wenn man bereits sehr viele merkwürdige Dinge gewohnt war. Da sie einem doch viel zu abwegig erscheinen. Dennoch erfreut es einen doch immer wieder, wenn man aus dem Nichts positiv überrascht wird. So erging es Dean, als er das Klopfen an seiner Tür hörte, sie öffnete und Castiel entgegenblickte, der ihn ansah, als wäre er nur mal eben kurz in der Tankstelle gewesen, um Kuchen und sein Lieblingsheft zu kaufen.
„Hallo Dean“, sagte dieser unverblümt und drückte ihm eine Packung Jerky in die Hände.
Herzlichen Glückwunsch! Es wird ein ... Alien.
Gebannt starrte Castiel zusammen mit Sam und Dean auf den Fernseher, als sie sich gemeinsam einen Horrorfilm ansahen. Die Wahl des Films war Sams Idee gewesen, und während dieser sich eine große Portion Popcorn gönnte, sah Dean immer mal wieder zu Castiel hinüber, um diesen Reaktionen zu sehen. Schließlich erreichte der Film die berühmte Frühstücksszene, und als sich Kane auf dem Tisch umherwand, als seine Kollegen ihn versuchten festzuhalten, da wusste Dean, es war gleich soweit. Unter dem entsetzten Schreien seiner Crewmitglieder, brach der Chestburster aus der Brust des Mannes heraus. Und Castiel blickte doch überraschter, als Dean gedacht hatte.
Blutige Fußspuren
Sam hatte sich einfach nur eine Flasche Wasser holen wollen, um beim Lesen in seinem Zimmer noch ein wenig zu trinken. Mehr hatte er nicht gewollt. Und nun musste er sich mit einer blutigen Fußspur herumschlagen, die mitten in der Küche ihren Anfang nahm und in den Gang hinausführte. Sam zuckte mit den Mundwinkeln. Dean und Castiel waren auf einer Jagd, irgendwas mit Mörderclowns, mehr hatte Sam nicht wissen wollen. Und nun befand sich irgendwas, oder irgendjemand, mit ihm im Bunker. Erst jetzt bemerkte er die Glasscherben. Die Ursache für die Blutung. Jetzt musste er nur den Besucher selbst finden.
Spiegelbild
„Was genau soll ich hier sehen?“, fragte Sam, als er sein Spiegelbild betrachtete. Er konnte nur sich selbst sehen, seinen Bruder am anderen Ende des Raumes und das große Himmelbett neben diesem. Nichts Besonderes, nichts außergewöhnliches. Und doch bestand Dean darauf, dass Sam sich den Spiegel ansah.
„Dean, wenn das jetzt wieder ein unnötiger Kommentar über meine Frisur ist…“
Dann blickte er genauer hinein, drehte sich um, sah wieder in den Spiegel. An der Wand hinter ihm, hinter Dean, war ein runder Bilderrahmen, mit einem dunklen Foto. Doch im Spiegelbild konnte er darin Augen sehen. Augen, die ihn anzustarren schienen.
Blutmond
„Der Vollmond ist heute ungewöhnlich rot. Dabei soll die nächste Mondfinsternis erst am dritten März im Jahr 2026 sein“, sagte Sam und runzelte die Stirn. Als Castiel neben ihn trat, spürte er ein merkwürdiges Gefühl im Nacken.
„Das ist keine totale Mondfinsternis. Das ist ein schlechtes Omen, nur über die Ursache bin ich mir noch im Unklaren. Das müssen wir herausfinden.“
Er drückte seine Augen zu Schlitzen zusammen, bevor er sein Gesicht wieder entspannte.
„Möglicherweise hat es etwas mit Deans Verwandlung zu tun. Möglicherweise müssen wir ihn aufhalten. Der Gedanke gefällt mir nicht.“
„Mir auch nicht, Cass, mir auch nicht.“
Geisterschiff
„Das EMF-Gerät spielt komplett verrückt“, sagte Sam, als er es wieder ausschaltete und in seiner Jackentasche verschwinden ließ. Dean schüttelte seinen Kopf.
„Kein Wunder, dieses gesamte Schiff ist ja auch voller Geister. Fehlt nur noch, dass der alte Karren selbst ein Geist ist.“
Sofort drehten sich sämtliche Köpfe zu ihm um, und warfen ihm giftige Blicke zu. Er hob entschuldigend seine Schultern.
„Du solltest vorsichtig in deiner Wortwahl sein, die Geister betrachten dieses Schiff als ihr Zuhause“, warnte ihn Castiel mit freundlicher Stimme.
„Und ja, es gibt einen Geist dieses Schiffes. Ihr nennt diese Wesen Klabautermänner“, fügte er noch hinzu.
Schwarze Flecken auf der Haut
Anfangs waren es nur einzelne Flecken auf den Händen. Er dachte, das wäre nur das Motoröl, dass sich aus Gründen in seine oberste Hautschicht gedrängt hätte, als er den Ölwechsel seines Impalas in die Hand genommen hatte. Doch dann wurden es immer mehr und mehr Flecken. Flecken, die sich auf seinem Körper verteilten. Die hart und ledrig wurden. Flecken, die sich nicht wegwaschen ließen. Flecken, die auch von Castiel nicht weggeheilt werden konnten.
„Was passiert mit mir?“, fragte er und blickte den beiden in die Augen.
„Ich bin mir nicht sicher“, sagte Castiel mit Bedauern.
„Aber dir wachsen überall Schuppen.“
