1. Juni - Hoffnungsvoll
Man sagte doch immer, die Hoffnung stirbt zuletzt. Diesen Spruch hatte Loki noch nie gemocht. Aber dennoch war er hoffnungsvoll, seine Magie zu erlernen.
Natürlich ging dies nicht über Nacht, das war ihm klar. „Du hast Talent, mein Sohn. Ich weiß, dass du es schaffst“, sagte Frigga sanft und lächelte.
„Wann kann ich denn mit den richtigen Sprüchen anfangen? Ich will Thor in einen Frosch verwandeln.“
Die schöne Göttin lachte hell auf. Etwas anderes hatte sie von ihrem Sohn aber auch nicht erwartet. „Dafür ist die Magie aber nicht da, Loki“, mahnte sie schließlich.
Der Junge zuckte mit den Schultern.
02. Juni - Verwundert
Konnte das denn möglich sein? Sollte das tatsächlich Loki sein? Verwundert machte Thor einen Schritt näher und blieb dann wieder stehen,
„Sieht er nicht schneidig aus?“, fragte Frigga.
Sie trat neben ihren Sohn und lächelte versonnen. „Ist das wirklich Loki?“, fragte Thor nach.
„Ja, das ist er. Ich habe bei den Händlern neuen Stoff bestellt. Die Kleidung bzw. den Schnitt hat er sich selber ausgesucht und ich finde, es steht ihm.“
Dem konnte Thor nur zustimmen. Er hätte den anderen fast gar nicht erkannt. Die schwarzen Hosen und das grüne Hemd standen ihm sichtlich. Selbst das Lächeln stand ihm gut.
03. Juni - Unheimlich
Warum hatte Loki nur zugestimmt? Er hätte zu Hause im Palast bleiben und weiter Zaubersprüche lernen können. Aber nein, er hatte zugestimmt, mit Thor und seinen Freunden zu den Höhlen unter Asgard zu gehen.
Der Ort war unheimlich und er fühlte sich nicht wohl.
Die anderen gingen voran.
Sif hielt die Fackel hoch, dennoch brachte sie wenig Licht. „Los, weiter“, forderte Thor. „Ich habe gehört, hier soll es große Schlangen geben, und die will ich sehen.“
Mutig ging er weiter, aber Loki erkannte seine verkrampften Schultern. Hatte sein Bruder auch etwas Angst? „Es ist unheimlich hier unten“, sagte Sif leise.
04. Juni - fassungslos
Er war bereits einiges gewöhnt, aber das ging doch ein wenig zu weit! Anders konnte man es nicht nennen.
Odin stand auf einem der Balkone von Asgard und sah hinunter. Dort sollten sich seine Soldaten im Kampf ertüchtigen, aber stattdessen prügelten sich Loki und Thor.
Er umklammerte das Zepter fester. Neben ihm erschien Frigga und seufzte tief. „Unsere Kinder haben nur Blödsinn im Kopf“, bemerkte sie verärgert und auch ein wenig fassungslos,.
Unten hatten sich die Soldaten und Lady Sif versammelt, um die Kämpfer anzufeuern. Die Rufe waren bis zu ihnen zu hören. Odin seufzte müde und schloss die Augen.
05. Juni - herrisch
Er war ein guter Herrscher. Zumindest redete Odin sich das immer wieder ein. Manche nannten ihn herrisch oder sogar grausam, doch das kümmerte ihn wenig. Ein Reich wie Asgard konnte nicht durch Güte oder Nachsicht regiert werden. Stärke, Ordnung und eine eiserne Hand hielten nun einmal das Königreich zusammen.
Sein Berater stand mit gesenktem Kopf vor dem goldenen Thron und wagte kaum zu atmen. Die Nachricht, die er überbracht hatte, gefiel Odin ganz und gar nicht.
„Und was sollen wir nun tun?“, fragte der Berater leise.
Odin erhob sich langsam. „Schickt die Soldaten an die Grenzen. Sie sollen alles bewachen.“
06. Juni - erschöpft
Erschöpft ließ Thor das Schild und das Schwert sinken. Er übte nun schon seit Stunden und so langsam wurden ihm die Arme schwer.
„Nicht nachlassen“, drängte sein Trainer. „Deine Gegner in einer richtigen Schlacht nehmen darauf auch keine Rücksicht, wenn du müde wirst.“
Der Mann war ein ehemaliger Soldat und der beste Trainer in ganz Asgard.
„Ich bin aber kaputt“, wehrte sich Thor.
„Dann musst du weitergehen und dich zusammenreißen. Ohne Training kannst du nicht besser werden. Denk an die vielen Feinde.“
Verbissen hob Thor den Arm mit dem Schwert. Er würde es allen beweisen und der beste Krieger werden.