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Feuermond

Adieneira-Saga I
von

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Rückkehr nach Rhiawen

Titel: Feuermond

Teil: 20/ ~ 45

Autor: Wolfsorceress aka Lady Silverwolf

Anime: Beyblade

Warning: OOC, Shounen-ai

Disclaimer: Die Hauptcharaktere gehören nicht mir und ich verdiene kein Geld mit dieser Fanfic.
 

„…“ reden

//…// denken
 

~~~~~~~
 

So, ich hab's geschafft. *strike* Und so schön früh. *.* Und es ist sogar länger geworden, als ich befürchtet und gedacht habe. ^^

Dieses Kapitel ist das letzte Kapitel des 1. Abschnittes von Feuermond und im Moment frag ich mich, ob ich die ganze Sache in 3 FFs aufteilen soll. 50 Kapitel sind so viel. =.=

Außerdem hab ich damit die 200-Wordseiten-Marke überschritten. ^^ Letztes Mal hatten wir ja schon die 100-Mexx-Seiten.
 

~~~~~~~
 

Rückkehr nach Rhiawen
 

Die Türme Thuan Rhiawens ragten schon seit Stunden wie drohende Pfeiler am Horizont auf. Mit jedem Schritt, den die Pferde taten, mit jedem Meter, den sie zurücklegten, kamen sie näher. Wie Speere gegen den Himmel, die sie warnten, in die Hauptstadt, zum Blauen Palast zurückzukehren.

Der scharfe Wind peitschte das Banner des Königreiches an der Spitze des Bergfriedes und ließ es aussehen wie eine zuckende Flamme. Die dunklen Gewitterwolken, die sich dahinter ballten, verstärkten diesen Eindruck noch.

Es war, als würden alle Omen, alle Zeichen gegen sie stehen. Wenn Bryan an die Ereignisse der vergangenen Tage und Wochen dachte, dann schien es tatsächlich so zu sein. Erst der – zwar missglückte – Überfall des Dämmergildenmörders auf Yuriy. Dann die seltsamen Fremden aus Thyrmis, die Bryan nicht ganz geheuer waren, so friedlich und nett sie auch taten. Dazu kam noch die gespannte Stimmung zwischen Yuriy und Eskander, die zwar nichts Neues, aber doch etwas Bedrohlich war. Und schließlich der zweite, aber diesmal geglückte Mordanschlag.

Nun war Yuriy tot. Bryan hasste sich dafür, dass er es zugelassen hatte, noch mehr aber hasste er den Mörder, der durch den Fluss entkommen war und wahrscheinlich noch lebte. Das erfüllte ihn mit Wut, mit einem solch brennenden Zorn, dass er manchmal glaubte, nicht mehr atmen zu können.
 

Dann krampften sich seine Hände um das, was er gerade in den Händen hielt, und seine Fingernägel gruben sich so tief in seine Handballen, dass er das Blut an seinen Fingern hinunterlaufen fühlte.

Dann wurde sein Gesicht finster und verschlossen, sein Herz kalt und emotionslos.

Dann würde er seinen Schmerz und seine Wut am liebsten hinaus in die Welt brüllen, aber immer blieb er stumm.

Doch so fühlte er sich nur selten. Die meiste Zeit war es, als seien seine Gefühle verloren gegangen, denn außer Trauer war da nichts mehr.

Trauer um den Prinzen.

Trauer um seinen besten Freund.

Trauer um die Person, die wie ein Bruder für ihn gewesen war.

Es war, als sei ihm bei lebendigem Leibe sein Herz herausgerissen worden, so leer fühlte er sich. Leer und verlassen, einsam.

Dabei war er es gar nicht. Salima war stets bei ihm und tröstete ihn, obwohl auch sie von dem Verlust ihres zweiten ‚Bruders’ mitgenommen wurde. So hart, dass ihre sonst so lebendigen Augen matt und bekümmert wirkten.
 

Und er, er wusste nichts um sie zu trösten. War nicht er der ältere Bruder, der immer für seine kleine Schwester da sein sollte? War nicht er der, der sie beschützen, vor dem Übel bewahren sollte, in welcher Form es auch immer auftauchte? War nicht er es, der sie ihm Arm halten und trösten sollte?

Immerhin war er der Ältere, der Erfahrenere, aber jetzt war sie es, die neben ihm ritt, immer bei ihm war und ihn mit ihrer Gegenwart davor bewahrte, gänzlich von der Trauer verschlungen zu werden.

Bryan war todmüde, er konnte kaum die Augen offen halten. Hoffentlich kippte er nicht irgendwann vom Pferd… Er würde vollkommen lächerlich aussehen. Aber was machte das schon?

Sah er doch lächerlich aus, er würde es von Herzen gern tun, wenn Yuriy dafür nur zurückkommen würde. Sein Ruf als kühler, beherrschter Eisklotz hatte durch seine Trauer sowieso schon gelitten.
 

Was störte es ihn? Was interessierte ihn etwas wie sein Ruf oder sein Stolz? Yuriy war tot und das war das einzige, was zählte. Das einzige.

Es zählte nicht, dass er seit dem Mord kaum schlafen konnte, weil er Alpträume von dem Vorfall hatte.

Es zählte nicht, dass Salima so traurig war.

Es zählte nicht, dass er alle Verantwortung auf sie abgewälzt hatte.

Es zählte nicht, dass Robert es war, der die Jagdgesellschaft nun mit Hilfe von Olivier anführen musste.

Es zählte nicht, dass die Leute über ihn tuschelten.

Nur Yuriys Tod zählte. Seine Welt, musste er feststellen, war auf einen einzigen Gedanken zusammengeschrumpft. Obwohl er sie zusammen mit Yuriy eigentlich unendlich groß hatte machen wollen.

Nachdem…nachdem Yuriy frei wäre. Er erinnerte sich noch gut an die alten Träumereien, die sie gehabt hatten, als sie noch Kinder waren.
 


 


 

~~~~~Flashback~ ~ ~Anfang~~~~~
 

Der Strand von Dhane war einer der schönsten Orte, die Bryan sich je hatte vorstellen können. Umgeben von hohen, steilen Klippen und gesäumt von hohen Bäumen, deren grün belaubte Äste sich im sanften Wind wiegten, lag er am Rande des Treilinischen Ozeans.

Der Strand bestand aus Steinen, Sand und Muscheln, das Wasser war tiefblau und die helle Sommersonne spiegelte sich darin. Das Glitzern der Strahlen auf den Wellen war wie kleine Funken, aber greller und durchdringender.

Das kleine Boot schaukelte ruhig auf den Wellen auf und ab. Gelangweilt saß Bryan am Boden des Kahnes, die Arme auf den Rand gestützt und den Kopf darauf gelegt. Eine seiner Hände fuhr durch das kühle Wasser.

Sein bester Freund Yuriy saß neben ihm und hielt eine Angel in der Hand. Heute hatten sie noch nichts gefangen, weswegen Bryan die Lust daran verloren hatte. Seine Angel lag im Boot. Yuriy gab aber nicht so schnell auf. Manchmal konnte er verdammt hartnäckig sein. Außerdem mussten sie an den Strand zurück wenn es nicht wenigstens so aussah, als würden sie angeln. Oder zumindest einer von ihnen.
 

Ihre Aufseher und Yuriys Königsschwert, ein dunkelhaariger, schlanker Mann, waren streng, wenn es um ihre Bootsausflüge ging. Wenn sie nicht gehorchten, konnte man ihnen diese Ausflüge sehr schnell verbieten. Achtjährige Jungen durfte man nicht ohne Aufsicht lassen, lautete die Deviese ihres Hüters. Bryan sah dummerweise ein, dass er Recht hatte. Vor allem, da einer dieser Jungen der Kronprinz von Thissalia und der andere der Erbe eines Fürstentums war.

„Du, Yuriy…“, begann er und platschte mit der Hand ins Wasser.

„Hör auf damit!“, fauchte der Rothaarige. „Du vertreibst die Fische.“

„Welche Fische? Es sind doch gar keine da.“

„Nur, weil du keine fängst, heißt es nicht, dass keine da sind.“

„Du fängst ja auch keine.“

Yuriy knurrte. „Das liegt nicht an mir!“

„Aber an mir, ja?“

„Genau!“ Yuriy warf die Angel weg und stürzte sich auf seinen Freund. Der versuchte auszuweichen. Das Boot schauckelte beängstigend, aber die beiden schienen es bei ihrer Rauferei nicht zu merken.
 

Bryan, der der Größere und Stärkere von ihnen war, hatte sich bald aus der Umklammerung des schmalen Rothaarigen befreit und drückte den Prinzen auf den Boden. „Na? Sagst du immer noch, ich sei an allem Schuld?“

„Ja!“ Yuriy wirkte sehr überzeugt von sich und der Stoß, den der Grauäugige kurz darauf erhielt und ihn über Bord beförderte, unterstrich seine Forderung noch.

Das Wasser, das über Bryan zusammenschlug, war kälter, als er gedacht hatte. Heftig mit den Beinen strampelnd brachte er sich wieder an die Wasseroberfläche. Yuriys helles, fröhliches Lachen war das Erste, was er hörte.

„He! Was soll der Quatsch?“, brüllte er wütend, doch der Rothaarige antwortete nicht, sondern lachte nur noch lauter. „Hörst du auf zu lachen!“, brüllte Bryan. „Hilf mir lieber!“ Er streckte fordernd die Hand aus.

Der Prinz erbarmte sich sogar und griff danach, aber genau darauf hatte Bryan gewartet. Ein kurzer Ruck und Yuriy landete neben ihm mit einem erstaunten Aufschrei im Wasser. „Das hast du davon.“, lachte Bryan und hob abwehrend den Arm, als der Rothaarige ihn mit einem Schwall Wasser bespritzte. „Lass das!“ Er spritzte zurück.
 

Wütend schlug Yuriy mit der Hand vor ihm ins Meer, so dass er von einem Schwall Wasser übergossen wurde. Sofort war wieder eine Rauferei im Gange. Wie immer…

Sie brauchten einige Zeit, ehe sie keuchend zurück zum Boot schwammen, stillschweigend zu einem Waffenstillstand übereinkommend. Es brauchte noch mehr Zeit, bis sie es geschafft hatten, ins Boot zurückzukriechen, das gefährlich schwankte. Aber es kippte nicht um, nicht einmal als sie sich auf seinen Boden fallen ließen.

Über ihnen erstreckte sich der weite blaue Himmel. Nur wenige weiße Wolken fraßen sich in das Blau. Die Sonne war ein leuchtender Ball, dem man nicht entgegenblicken konnte, weil es einem die Tränen in die Augen trieb. Möwen zogen über ihnen ihre Kreise. Bryan genoss es, wie der sanfte Wind über sie hinwegstrich und wie die warmen Strahlen der Sonne seine Haut wärmten.

„Weißt du was, Bry?“, wollte Yuriy plötzlich wissen.

„Hm?“, machte er müde. Er war gar nicht in der Stimmung, jetzt zu reden.

Der Rothaarige hob die Hand um das grelle Licht von den Augen fernzuhalten. „Ich wäre gern ein Vogel.“
 

„Warum?“ Yuriy sagte solche Dinge nicht ohne Grund. Und die sehnsüchtige Stimme sprach Bände…

„Weil ich dann wegfliegen könnte.“

„Wohin?“

„Ich weiß nicht. Irgendwohin. Bis zum Rande der Welt…“

Bryan richtete sich auf die Ellbogen auf. „Wieso?“ Verwirrt sah er seinen Freund an. Er wusste, dass Yuriy es mit seinem Vater nicht unbedingt gut getroffen hatte, aber er äußerte selten solche Wünsche und er hatte immer einen guten Grund.

„Vögel können überall hinfliegen.“, sagte Yuriy leise. „Ich will die Welt sehen. Die ganze Welt!“

„Die ist aber ganz schön groß.“ Etwas besseres fiel dem Grauäugigen im Moment wirklich nicht ein.

„Na und? Ich will sie trotzdem sehen.“

Diesmal setzte Bryan sich ganz auf. „Darf ich dann mit dir kommen?“

Der Prinz grinste über das ganze Gesicht, er strahlte geradezu. „Natürlich. Ich wäre enttäuscht, wenn du nicht mitkommst.“
 

„Zwei Vögel auf Weltreise.“ Bryan lachte leise, aber es schwang ein wehmütiger Ton in seiner Stimme mit.

„Ja! Ganz genau. Wir werden den Palast des Himmels sehen und die Goldenen Hallen des Drachenkaisers. Und Thyrmis, I’tz’eka, Uneda und Les’kre.“ Yuriys Stimme klang lebhafter als sonst. „Und den Rand der Welt…“

Für einige Zeit schweigen beide. „Und ich würde frei sein…“, flüsterte Yuriy dann und sie beide wussten, dass diese Träume unmöglich waren.
 

~~~~~Flashback~ ~ ~Ende~~~~~
 


 


 

Der Ritt durch die Stadt war eine Hölle. Es war so still um sie herum… Die Leute starrten sie an. Sie sahen nicht das Banner des Prinzen, das sie erwarteten. Weil es nicht da war, denn der Prinz war nicht da. Sie sahen auch nicht den Prinzen, denn er war tot.

Bryan spürte ihre Blicke, dann hörte er sie tuscheln und sah schließlich ihre Verwirrung. Wer konnte es ihnen verübeln? An ihrer Stelle würde es ihm ebenso ergehen. Immerhin war Yuriy ihr Prinz. Sie liebten ihn, nicht nur weil er war, was er war, sondern eher weil war, wer er war. Das Volk liebte seinen Prinzen, es liebte ihn mehr als den König. Bryan wusste nicht, warum es so war, er wusste lediglich, dass es so war.

Und jetzt kehrte er nicht mehr zurück von einer Jagd und niemand wusste, was mit ihm geschehen war. Natürlich fingen sie an zu tuscheln. Die Nachricht von seinem Tod würde über sie hereinbrechen wie eine Katastrophe.

Auch im Blauen Palast wurde es unheimlich still, sobald sie in Sicht kamen und die Leute registrierten, dass weder das Wolfsbanner noch der Prinz selbst zu sehen waren. Hektik brach aus, als sie auf dem Reithof ankamen. Diener kamen dazu um ihnen die Pferde abzunehmen. Irgendwer kümmerte sich um die Wagen. Die ausländischen Gäste wurden auf ihre Zimmer geleitet, ebenso wie alle anderen Adligen und hochgestellten Persönlichkeiten, die auf der Jagd dabeigewesen waren.
 

Bryan sah kaum jemanden schwatzen oder sich unterhalten. Der Tod des Prinzen lag noch immer wie ein drohender Schatten über der Jagdgesellschaft. Eine dumpfe Decke, die alle Fröhlichkeit zu ersticken drohte.

Er seufzte und glitt vom Rücken seines Pferdes. Müde schleppte er sich quer über den Hof zu einem ganz bestimmten Tier. Die schwarze Stute mit dem einst so wilden, stolzen Blick wirkte niedergeschlagen und gebrochen. Yuriy war der einzige, den sie je wirklich geduldet hatte.

Auch sie vermisste ihren Herrn. Das einst glänzende Fell war stumpf und zottelig. Sie schnaubte, als er näher kam und ihr über den Hals fuhr. Allerdings reagierte sie ansonsten nicht auf ihn. So sehr nahm es sie alle mit. Der Falke lehnte den Kopf gegen ihren Hals. Warum hatte er nichts tun können?

„Ritter Bryan?“ Roberts Stimme ließ ihn aufblicken. „Ihr habt gesagt, Ihr würdet die Aufgabe übernehmen, dem König die schlechte Nachricht zu überbringen.“

Bryan blickte ihn müde an. „Ja. Ich gehe.“

„Ich komme mit.“ Erstaunt blickte der Falke den anderen an. Wer würde freiwillig in die Höhle des Löwen gehen und ihm berichten, dass man seinen Sohn nicht hatte beschützen können?
 

Robert blickte ihn offen und gerade an, beinahe so, als wolle er ihn herausfordern seine Entscheidung anzufechten. Aber das hatte Bryan nicht vor. Irgendwie war er dankbar für dieses Zeichen der Loyalität, auch wenn er es nicht verstand.

Er und Robert hatten nie viel miteinander zu tun gehabt. Sie waren einfach zu verschieden. Zumindest hatte es so ausgesehen. Jetzt war Bryan sich da nicht mehr so sicher. Robert Eisenfaust Fürst von Druskill war zwar ein umständlicher, auf Traditionen und Prinzipien beharrender und manchmal langweiliger Mann, der viel zu sehr auf Ehre und Ruhm zu achten schien, aber hinter dieser Fassade verbargen sich tiefe Überzeugungen und überlegte Entscheidungen. Und außerdem absolute Aufrichtigkeit und Loyalität.

„Wenn Ihr meint.“, knurrte der Grauäugige und übergab die Zügel von seinem Wallach und Yuriys Stute an einen schüchtern danebenstehenden Stallknecht.

„Es ist mein voller Ernst, Ritter Bryan. Es wäre nicht klug, alleine zu ihm zu gehen.“

Der Angesprochene schnaubte. Aber er musste sich eingestehen, dass der Fürst recht hatte. „In Ordnung, kommt Ihr?“ Gemeinsam machten sie sich auf den Weg zu dem offen stehenden Tor.
 

„Bryan!“ Salimas helle Stimme ließ ihn herumfahren. Sie kam hinter ihm hergerannt. „Wo willst du hin?“

„Ich gehe zum König. Jemand muss ihm die Nachricht überbringen, ehe er es über Gerüchte hört.“

„A…aber…“ Sie schien nicht zu verstehen, warum gerade er es war, der diese Aufgabe übernehmen musste.

„Mach dir keine Sorgen, er reißt mir schon nicht den Kopf ab. Außerdem habe ich Fürst Robert als Verstärkung.“

Sie blickte kurz zu dem Fürsten hinüber als wolle sie sich vergewissern, dass er auch ausreichte. Dann seufzte sie. „Kommst du…kommst du nachher zu mir?“

„Klar, Kleine.“ Er wuschelte ihr durch die Haare, was sie überhaupt nicht mochte, und brachte ein halbherziges Lächeln zustande. Dann drehte er sich abrupt um und setzte seinen Weg, gefolgt von Robert, fort.

Der Ratssaal lag zwar nicht weit vom Reithof entfernt, aber es waren doch einige Gänge, die man durchqueren musste. Bryan dachte an das letzte Mal, als er auf diesem Wege zu Eskander gegangen war. Das war gewesen, als sie von Falkenburg zurückgekommen waren und dem König von den Thyrmisern berichtet hatten. So lange war das noch gar nicht her.
 

Aber Yuriy und Sergej waren bei ihm gewesen, nicht Ritter Robert. Er selbst war nachdenklich gewesen, hatte an das Treffen mit Commander King zurückgedacht und an den Überfall in Falkenburg. Jetzt kam er wieder, um über einen zweiten Überfall zu berichten. Was für eine Ironie…

Die großen Türflügel des Saales waren geschlossen und die Soldaten davor nahmen sofort Haltung ein, als sie die beiden Ritter näher kommen sahen. Bryan stoppte vor ihnen. „Ist der König im Saal?“

„Nein, Herr.“, antwortete einer der Männer.

„Schickt einen Boten zu ihm. Wir haben eine wichtige Nachricht für ihn. Und die Königin kann er auch gleich mitbringen.“ Bryan wusste, dass er ruppig klang, aber alles in ihm sträubte sich gegen eine gewähltere Wortwahl.

Die Wache verbeugte sich. „Wie Ihr wünscht, Herr.“ Der andere Soldat hatte sich inzwischen an der Tür zu schaffen gemacht und sie geöffnet.
 

Bryan und Robert traten ein. Der Saal wirkte – so völlig leer und ohne irgendwelche herumhuschenden Diener und die unheilkündende Präsenz des Königs – verlassen und trostlos. Durch die hohen Fenster fiel mattes Licht, doch von Sonnenschein konnte man nicht sprechen. Die großen Banner an den Wänden, auf denen die Wappen zu sehen waren, wirkten farblos und schlaff. Die lange Tafel in der Mitte des Raumes war beinahe leer, nur ein verlassener Kelch stand noch darauf.

Bryan seufzte und ging zu den großen Fenstern hinüber, während Robert sich auf einem der Stühle niederließ. Durch die gläserne Scheibe konnte man in einen großen Garten sehen. Wiesen erstreckten sich bis hin zu weit entfernten Gebäuden. Den Ställen, erkannte Bryan. Lange, schmale Blumenbeete sowie weiß gekieste Wege zogen sich durch das dunkle Grün. Verstreut erhoben sich einige gestutzte Bäume aus der Erde.

Die dunklen Wolken, die den Himmel bedeckten, ballten sich mehr zusammen. Es war, als würde das Wetter seine Stimmung teilen und dies unbedingt aller Welt zeigen. In der Ferne sah Bryan einen Blitz. Es dauerte lange, ehe er das leise Grollen des Donners hörte, aber er wusste, dass das Gewitter näher kommen würde.
 

Als die Tür am Ende der Halle geöffnet wurde, fuhr er herum. Robert sprang von seinem Stuhl auf. Hochkönig Eskander schritt durch die Tür, gefolgt von seinen drei Königsschwertern. Zielstriebig kam er auf die beiden Ritter zu, die in die Knie gesunken waren, wo sie gerade gestanden hatten.

„Erhebt Euch, Ritter.“, befahl der König und blickte sich um. „Wo ist mein Sohn? Er sollte hier sein.“ Bryan richtete sich langsam wieder auf, dann räusperte er sich. Es war seine Aufgabe, dem Herrscher davon zu berichten, was geschehen war. Er hatte sich freiwillig gemeldet.

Eskander richtete seine Aufmerksamkeit auf ihn. „Nun? Wo steckt mein hochgeschätzter Junge?“ War das Spott?

„Er…er ist verhindert.“, murmelte Bryan leise. Dann räusperte er sich erneut. Es ging nicht an, dass er wie ein kleines Kind hierstand und herumstotterte. Er musste sich zusammenreißen.

Der König runzelte die Stirn auf Bryans Worte. „Und warum, bitte? Ritter Bryan, würdet Ihr mich bitte aufklären, was geschehen ist? Ritter Robert?“ Er wandte sich zu dem Fürsten um, der ebenfalls keine Worte zu haben schien.
 

„Er ist tot.“, platzte es aus Bryan heraus und die schnelle Bewegung, mit der der König zu ihm herumfuhr, ließ ihn zurückzucken. Bryan sprach schnell weiter: „Die Dämmergilde… Einer ihrer Mörder ist uns gefoglt und…“

Eskander hörte gar nicht mehr zu. Er wurde erst kalkweiß, dann zornesrot. „WAS?!“, brüllte er uns seine Stimme hallte in dem Saal wieder. Selbst die Königsschwerter zuckten zusammen und Bryan sprang sogar erschrocken ein Stück zurück. Er kam sich lächerlich vor, aber er schaffte es kaum, seine verkrampfte Haltung, die der plötzliche Ausbruch des Königs hervorgerufen hatte.

Nervös befeuchtete er seine Lippen. „Wir waren auf der Jagd, da wurden wir von Yuriy getrennt. Sergej behauptet, er habe ihn verloren und als wir ihn wieder gefunden hatten, war es bereits zu spät.“ Er blickte unruhig zu Robert hinüber, der beinahe ängstlich dreinblickte, sich aber um eine gefasste Haltung bemühte. Er machte das gar nicht mal so schlecht, wenn man es mit Bryans eigenen vergeblichen Bemühungen verglich.
 

Hastig sprach er weiter: „Yuriy ist…abgestürzt, aber er war schon verletzt. Wir haben ihn nicht gefunden. Er kann das unmöglich überlebt haben und…“

„Wo ist der Mörder?“ Eskanders Stimme war wie eine scharfe Klinge aus Eis, die durch seinen Satz fuhr.

„Was?“, fragte Bryan verwirrt. Wollte der König nicht wissen, was aus seinem Sohn geworden war? Aber dann ohrfeigte er sich in Gedanken selbst für diese Annahme. Yuriy war Eskander egal. Alles, um was es ihm ging, war sein eigener Ruf und die Tatsache, dass sein Erbe ermordet worden war.

„Der Mörder.“, wiederholte der König ungeduldig.

„Er…er ist geflohen. Hinter Yuriy. In den Fluss gesprungen. Wir wissen nicht, ob er es überlebt hat, aber wir haben weder ihn noch etwas anderes gefunden, was auf ihn hinweißt und…“

„Er ist also entkommen?!“, schnappte Eskander laut und fuhr sich genervt durch das schwarze Haar.

„Äh… Ja.“

„Und er lebt noch?“

„Ich weiß nicht. Der Fluss ist sehr gefährlich, aber…“
 

„Es ist ein Mörder der Dämmergilde.“, warf nun Robert ein. „Wir nehmen stark an, dass er es überlebt hat. Wahrscheinlich ist er längst wieder zurück nach Rhiawen oder wo auch immer er herkam.“ Die Stimme des Fürsten war beherrscht.

„Er lebt also noch.“, verlangte der König nachdrücklich zu wissen, ohne wirklich eine Frage zu stellen.

„Ja.“

„Und ihr wagt es, hier aufzukreuzen und mir eine solche Nachricht zu bringen, OHNE DEN MÖRDER GEFASST ZU HABEN?!“ Die Stimme des Königs wurde immer lauter, bis sie schließlich zu einem beinahe ohrenbetäubenden Brüllen angeschwollen war und fast überschnappte.

„Entschuldigt.“, erklärte Robert mit einem stoischen Gesichtsausdruck, für den Bryan ihn bewunderte. Er selbst war bleich wie der Tod, die linke Hand krampfte sich um das Heft seines Schwertes und sein größter Wunsch war, weit weg von hier zu sein. Den Zorn des Königs auf sich zu laden war nicht etwas, was man sich herbeisehnte.
 

„Aber es war uns unmöglich, im Nachtgesang einen einzelnen Mann aufzuspüren, der auch noch geübt darin ist, sich nicht erwischen zu lassen.“ Das war die Wahrheit. Ein gutes Argument, das Robert da vorbrachte. Ob es helfen würde?

„Es ist mir egal, was möglich und unmöglich ist.“, zischte der König. „Ich verlange, dass ihr mir den Mörder bringt.“

Er fuhr zu Bryan herum, der beinahe zurückgewichen wäre. Aber hinter ihm befanden sich nur die Fenster und die Wand. Er saß wie ein Tier in der Falle. „Ihr sagtet, Ihr wäret von ihm getrennt worden? Wo war sein Königsschwert?“

„Sergej…Sergej hat ihn verloren. Ich weiß nicht… Sergej konnte ihn nicht mehr finden.“

„Es ist unmöglich, die Bindung zu stören.“, behauptete Eskander. „Wo ist das Schwert? Ich möchte ihn sehen. Wer war noch alles dabei, als es passierte?“

„Da waren nur Sergej, Ivan und ich.“, erklärte Bryan. „Nur wir haben den Mörder gesehen, die anderen kamen erst später. Und Lady Mao.“

„Lady Mao?”
 

„Eine der sheyaianischen Adligen.“, erklärte Robert. „Ich weiß nicht, was sie an den Ort des Verbrechens führte, aber sie hat mehr gesehen als alle anderen.“

„Ich möchte, dass sie befragt wird. Und ihr werdet ebenfalle Eure Aussagen machen.“ Eskander blickte von Robert zu Bryan und wieder zurück. „Crain wird sich darum kümmern.“ Er drehte sich um um die Halle wieder zu verlassen. Robert und Bryan verbeugten sich steif.

Doch ehe der König weit gekommen war, betrat eine schlanke, rothaarige Frau den Saal. Königin Aline schwebte herbei, in Begleitung der beiden Königsschwerter, die an sie gebunden waren. „Man sagte mir, ich solle herkommen.“, erklärte sie, als sie den leicht erstaunten Blick ihres Mannes sah. „Ein Bote kam eben in die Kemenate und…“

„Euer Sohn ist tot, Mylady.“ Ohne ein weiteres Wort rauschte Eskander an seiner Frau vorbei.

Bryan fragte sich nicht zum ersten Mal, was diesen Mann so hart und verbittert hatte werden lassen. Aber das war wohl kaum sein Problem…

Aline war mitten in der Bewegung erstarrt. Eines ihrer beiden Königsschwerter blickte besorgt zu ihr, während das andere sich umsah. Aber außer Robert und Bryan befand sich niemand in der Halle.
 

Die beiden Ritter wechselten einen Blick, dann marschierte Robert entschlossen auf die Königin zu. „Mylady.“

Es war, als würde sie von einem weit entfernten Ort wiederkommen. Sie blinzelte. „Ri…Ritter Robert.“ Dankbar nahm sie seine hilfreiche Hand an und ließ sich unter den wachsamen Blicken der Königsschwerter zu einem der Stühle führen.

Bryan beobachtete die Szene schweigend und hilflos. Die Königin hatte er immer als beherrschte, schöne Frau in Erinnerung, aber dieser Anblick hier stimmte nicht mehr mit jenem Bild überein.

Sie hatte anscheinend sofort begriffen, dass Eskander keinen Scherz gemacht hatte und – beachtenswerter noch – sie hatte begriffen, was der wirkliche Inhalt des Satzes war. Sonst würde sie kaum so gebrochen, alt und müde aussehen. Ihr Gesicht wirkte plötzlich eingefallen und die eisblauen Augen, die denen Yuriys so ähnlich waren, waren matt.

„Meine Königin?“, hob Robert fragend die Stimme. Sie blickte auf. Dann füllten sich ihre Augen mit Tränen und sie stützte den Kopf in die Hände.
 

Bryan wusste, sie hatte ihren ältesten Sohn sehr geliebt, vielleicht sogar mehr als ihre anderen Kinder. Auch wenn sie es vielleicht nicht deutlich gezeigt hatte, da sie ihn nicht vor der Willkür seines Vaters hatte beschützen können, und auch wenn Yuriy selbst es vielleicht nicht gewusst hatte, Bryan hatte es schon immer gewusst.

Sie hatte eine bestimmte Art mit ihm umzugehen, mit ihm zu sprechen, ihm mit ihrer Gegenwart zu zeigen, dass sie für ihn da war, so dass er gar keine anderen Schlüsse hatte ziehen können. Und sie war immer so verletzt gewesen, dass er sie nicht an sich herangelassen hatte.

Es war nicht besonders freundlich von ihrem Mann, ihr die schreckliche Neugikeit auf diese Art entgegenzuschleudern. Es musste für sie wie ein Schlag ins Gesicht sein. Wie konnte man nur so grausam sein…?

„My…Mylady…?“, fragte Robert in die Stille hinein, die nur durch das Schluchzen der Königin unterbrochen wurde. Ihr Körper wurde durchgeschüttelt, so dass Bryan kaum hinsehen konnte. Was für Schmerzen mochte sie empfinden? Sie, die Yuriy geboren, aufgezogen und geschützt hatte, so weit es ihr möglich war? Sie, deren ganzer Stolz er gewesen war?
 

Langsam trat er näher. „Meine Königin.“ Robert hatte ihr eine Hand auf die Schulter gelegt, doch mehr tat er nicht. Der Falke fand das nicht verwunderlich. Wie sollte man eine Königin trösten? Er selbst konnte nicht viel tun. Er hatte ja nicht einmal geschafft, seine Schwester aufzumuntern. Sie zuckte noch einmal, dann verstummte das Schluchzen, aber sie saß wie eine Statue. Schweigen breitete sich aus.

Dann hob die Frau auf einmal den Kopf. Ihre Augen waren rot und verschwollen und die Spuren der Tränen waren noch auf ihren Wangen zu erkennen, aber sie wirkte, als hätte sie sich wieder gefasst. Robert trat respektvoll einen Schritt zurück. „Wie?“, fragte sie leise, aber eindringlich. „Wie ist es passiert? Was ist passiert?“

Der Fürst blickte Bryan erwartungvoll an. Der Kerl wollte doch nicht, dass er…? Anscheinend wollte er doch. Der Falke wandte sich zur Königin, die ihn aufmerksam ansah „Die Dämmergilde.“, sagte er knapp. Warum musste gerade er das machen? Er konnte das doch gar nicht! „Wir haben Yuriy verloren und… Als wir ihn wieder gefunden haben, war es bereits zu spät.“

„Aber…was ist mit seinem Königsschwert gewesen? Warum war er nicht bei ihm?“

„Weil… Sergej hat ihn verloren. Wir wissen nicht, was passiert ist.“
 

Sie nickte und blickte schweigend auf ihre Hände, die auf ihrem Schoß lagen. Sie schien nachzudenken, jedenfalls war keine Regung mehr zu sehen. Das rote Haar, das Yuriy von ihr geerbt hatte, fiel offen über ihre Schulter und bis zu ihren Hüften. Sie sah so zerbrechlich aus, wie sie da saß.

Yuriy ähnelte ihr sehr, aber er war ganz und gar nicht wie sie. Niemals hätte er so schwach und hilflos ausgesehen. Bryan unterdrückte ein Seufzen und schloss die Augen. Er ertrug den Ablick dieser gebrochenen Mutter nicht mehr.

„Ich bitte darum, mich entfernen zu dürfen, meine Königin.“ Bryan spielte nervös mit dem Saum seines Wappenrockes. Er fühlte sich absolut fehl am Platze. Aline blickte zu ihm. Sie sah müde und abgehärmt aus. „Meine Schwester erwartet mich.“, fügte er hinzu.

„Ja, Ritter Bryan. Geht nur, auch für Euch ist es ein schwerer Verlust.“, erklärte sie leise und ihre schöne Stimme war voller Trauer. Bryan verbeugte sich und entfernte sich rückwärts gehend einige Schritte, ehe er sich umdrehte und rasch aus dem Ratssaal verschwand.
 


 


 

Die Beerdigung fand in der großen, schneeweißen Zitadelle des Totengottes Gilthanas in Rhiawen statt. Sie befand sich am Rande des suathischen Viertels, war jedoch von von Thissaliern erbaut worden.

Sie war uralt, aber trotzdem eines der majestätischsten und größten Gebäude, die Rhiawen zu bieten hatte. Zumindest sah Bryan das so. Hoch ragten die Türme und Bögen in den grauen Himmel auf und zeichneten sich scharf und gespenstisch dagegen ab. Groteske Figuren und Wasserspeier säumten die Simse. In den Stein waren Struckverzierungen und Ornamente gehauen.

Die silbernen Glocken, die sich im größten Turm befanden, hallten weit über die Stadt, um Yuriy zu ehren. Sie teilten der Bevölkerung mit, dass jetzt die Beisetzung für ihren verstorbenen Prinzen stattfand.

Massen von trauernden Menschen waren zum Totenplatz geströmt um Abschied zu nehmen. Bryan hatte gewusst, dass Yuriy beliebt war, aber er hatte niemals auch nur geahnt, dass so viele Menschen ihn in ihr Herz geschlossen hatten und das so stark, dass sie jetzt hier in der Kälte des kommenden Winters standen nur um zu warten, bis sein leerer Sarg an ihnen vorbeigetragen wurde.
 

Denn ein leerer Sarg würde es sein. Niemand hatte seine Leiche gefunden, als sie ihn gesucht hatten. Der Falke hatte es geahnt, schon zu dem Zeitpunkt, als er die Soldaten losgeschickt hatte, um ihn zu suchen. Es war einfach unmöglich in einem Gebiet wie dem Nachtgesang eine Person zu finden, die tot war. Trotzdem hatte er es getan, er hatte den Gedanken, dass der Körper des Eiswolfes von wilden Tieren zerfetzt wurde, nicht ertragen.

Bryan seufzte und blickte zu der Tür der Kutsche, die ein Diener in dunkler Livree jetzt mit einer tiefen Verbeugung öffnete. Der Falke erhob sich und stieg aus. Vor ihm befanden sich die neun glattpolierten Stufen, die zum Tempelportal führten.

Er drehte sich um, um seiner kleinen Schwester den Arm zu reichen und sie die Treppen hinaufzugeleiten, während die Kutsche hinter ihm weiterfuhr um dem nachfolgenden Wagen Platz zu machen.

Kurz blictke er zurück. Aus der neu ankommenden Kutsche stiegen Olivier LesDemondes und einige seiner Familienmitglieder. Sie alle trugen schwarz und grau. Ebenso wie der Rest des Volkes. Alle waren sie in dunklen Kleidern gekommen, um den Eiswolf in seinem Tode zu ehren.
 

Salima zupfte an seinem Ärmel um seine Aufmerksamkeit wieder auf den Weg zu richten und zog ihn mit sich. Auch er selbst trug schwarze Trauerkleidung aus edlem Stoff. Er fühlte sich unwohl darin, aber etwas anderes war zu diesem Anlass weder ausreichend noch angemessen.

Das Kirchenschiff war riesig und die Schritte der ankommenden Personen hallten dumpf und leer in dem riesigen Raum. Lange Bänke reihten sich hinereinander. Alle waren nach vorn zu dem erhöhten Altar ausgerichtet, auf dem neun Kerzen standen und über dem eine riesige Sense hing. Das Symbol des Totengottes Gilthanas.

Vor dem Altar stand ein Sarg, über dem ein schwarzes seidenes Tuch lag, auf der dasselbe Symbol zu sehen war. Was würde Bryan dafür geben, dass dieser Sarg wenigstens nicht leer war. Und wie viel mehr würde er dafür geben, dass er gar nicht dort stand.

Salima war es, die ihm den richtigen Weg zeigte, sonst wäre er wohl stehen gelieben wie eine solche hirnlose Kreatur, die oft in Gruselgeschichten vorkam und angeblich ein wiederauferstandener Toter war. Sie sorgte dafür, dass er sich setzte und schließlich auch, dass er den Blick von dem Sarg abwandte, den er wie hypnotisiert angestarrt hatte.
 

Sie war sehr still und Bryan wusste, dass es ihr schwer fiel, so beherrscht zu bleiben. Konnte er es ihr verübeln? Er selbst versagte darin ja wohl kläglich…

Die Zitadelle füllte sich immer mehr. Adlige, Magier, hoch gestellte Persönlichkeiten nahmen auf den langen, harten Holzbänken Platz. Auch die Sheyai und die Shinazuki kamen. Sie waren – wie alle anderen – dunkel gekleidet und wirkten bedrückt und schwermütig. Wie alle anderen Anwesenden auch. Leise setzten sie sich auf die Bänke, die man ihnen zugewiesen hatte.

Zuletzt betraten der König und seine Familie den Tempel. Eskander wirkte in der schwarzen Kleidung und mit dem großen Schwert an der Seite beeindruckender noch als sonst und seine Lippen waren ein dünner Strich. Yuriys fünf Schwestern trugen lange schwarze Kleider und sie alle wirkten als hätten sie einige Nächte nicht mehr gut geschlafen.

Caradok, Yuriys kleiner Bruder und nun der Thronfolger, hatte rotgeweinte Augen und klammerte sich schutzsuchend an die behandschuhte Hand seiner Mutter. Yuriy und er lagen im Alter zwar Jahre auseinander, doch trotzdem hatte der Eiswolf sich von all seinen Geschwistern mit ihm noch am Besten verstanden.
 

Aline schritt hoch erhobenen Hauptes und betont aufrechtem Gang an den Bänken vorbei, doch ihr Gesicht war hinter einem schwarzen Schleier versteckt, so dass man die Züge nicht erkennen konnte.

Als die königliche Familie Platz genommen hatte, trat der Hohepriester des Gilthanas zum Altar und begann zu sprechen. Erst begrüßte er alle Anwesenden, dann nannte er den Grund, warum sie hier zusammen gekommen waren.

Bryan seufzte leise und senkte den Kopf, hörte nicht mehr zu. War das denn wichtig? Wichtig war nur, dass Yuriy tot war. Er hatte es noch nicht wirklich begriffen. Manchmal wollte er mit Yuriy sprechen und blickte auf, öffnete schon den Mund, doch da war kein Yuriy mehr. Gab es denn etwas Bedauernswerteres als ihn?

Die letzten Tage hatte er beinahe allein und völlig untätig verbracht. Er hatte kaum etwas gegessen, geschweige denn sich um etwas anderes gekümmert hatte. Wenn Salima nicht gewesen wäre, würde es noch viel schlechter um ihn stehen.

Tag für Tag hatte er am Fenster in seinem Zimmer gesessen und über die umliegenden Gebäude und die riesigen Gärten des Blauen Palastes hinweg nach Norden gestarrt. Dort oben, in den fernen Bergen, die er nicht hatte erkennen können, die dort hinter dem von Wolken bedeckten Horizont lagen, war Yuriy gestorben. Und dorthin wünschte er sich jetzt.
 

Nur am Rande hatte er mitbekommen, dass die Verhandlungen zwischen den Sheyai und den Shinazuki langsam in eine Phase übergingen, in der sie sich einig werden konnten. Auch, dass man mit den Thyrmisern Handelsverträge geschlossen hatte, hatte er nicht wirklich realisiert. Ebenso die Tatsache, dass Eskander Sergej für den Mord sozusagen verantwortlich gemacht hatte, indem er ihn in den Kerker hatte bringen lassen.

Es kümmerte ihn nicht nach all dem, was im Nachtgesang geschehen war. Das einzige, was kurz ihn aus seiner Lethargie gerissen hatte, war die Nachricht, dass die Kämpfe mit den Norag abgeschlossen waren und sein Vater in den Blauen Palast kommen würde, um dem König persönlich Bericht zu erstatten.

So ganz konnte niemand seine Botschaft begreifen, in der stand, dass die Suatha sie aufgefordert hatten, gemeinsam gegen den Feind aus dem Norden zu kämpfen. Verstanden hatte es auch Baltheir nicht.

Und jetzt saß Bryan hier, auf einer der Bänke in der Zitadelle, direkt hinter dem König und seiner Familie. Salima saß neben ihm, in einem schwarzen Kleid, mit schwarzem Schleier vor dem Gesicht. Ihre Finger waren ineinander verkrampft und Bryan wusste, dass sie weinte, auch wenn er es weder sehen noch hören konnte.
 

Am liebsten hätte er es ihr gleich getan, aber er konnte nicht. Sein Hals war staubtrocken und seine Glieder fühlten sich an wie aus Blei. Er hörte kaum, was der Priester vorn am Altar erzählte. Wen interessierten denn schon die Zeilen aus dem Heiligen Buch von Gilthanas, die der Mann vorlas, oder die besonderen Eigenschaften aufzählte, die jeder an Yuriy so sehr geschätzt hatte.

Absoluter Mut.

Ehrlichkeit, die schon schmerzte.

Charme, wenn er es denn wollte.

Strategisches und taktisches Geschick.

Aufrichtigkeit. Ehrgeiz. Zielstrebigkeit. Kampffertigkeit. Geschicklichkeit. Loyalität. Pflichtbewusstsein.

Bryan konnte diese Liste noch lange weiterführen. Doch er schwieg. All das, all diese Worte fassten nicht wirklich, was Yuriy gewesen war.

Yuriy war gewesen, was der Priester aufzählte. Aber er war noch viel, viel mehr. Er war der Eiswolf. Er war sein bester Freund. Das konnte man nicht in Worte fassen.

Schließlich kam der Priester zum Ende. Vier muskelbepackte Männer traten vor und hoben den Sarg auf ihre Schultern. Das Tuch wippte leicht bei jeder Bewegung, die sie machten. Der Priester und seine Gehilfen schritten voran und die Männer mit dem Sarg folgten ihnen dichtauf. Eskander und seine Familie erhoben sich und schlossen sich der Totenbahre schweigend und stumm an. Salima zupfte ihn am Ärmel und sie erhoben sich um zu folgen.
 

Bryan wusste, dass sie vom Stand her nicht dazu berechtigt waren, als zweite zu folgen, aber da er so eng zu Yuriy gestanden hatte, hatte niemand etwas dagegen gesagt, als man ihre Plätze bestimmt hatte. Sie alle wussten, Yuriy selbst hätte es so gewollt.

Vielleicht verstanden sie nicht, was ihn und den Prinzen verband, verbunden hatte und vielleicht akzeptierten sie es nicht einmal, aber hier, hier und jetzt mussten sie es respektieren, sonst würden sie gegen den Willen der Person handeln, die sie hier ehrten.

Hinter Salima und ihm kamen all jene anderen Leute. Nach Rang geordnet schlossen sie sich dem Zug an, der durch eine große Nebentür nach draußen marschierte. Von vorn hörte Bryan die monotonen Sprechgesänge des Priesters, die anhalten würden, bis sie die Grüfte der Hohen Könige erreicht hatten, wo sie Yuriys leeren Sarg in einem Grabmal beisetzen würden.

Das und die Schritte der Leute waren auch die einzigen Dinge, die zu hören waren. Die riesigen Massen an Menschen, die die Straße säumten, sagten kaum ein Wort. Nirgends konnte Bryan Getuschel oder Geflüster hören, auch keine Schmipfworte oder etwas anderes, was sonst den Auftritt von Adligen – insbesondere von Eskander – begleitete.
 

Der Marsch war zwar nicht lang, aber beschwerlich, da er am Ahd Rhiawen hinaufführte. Schon nach kurzer Zeit ließen sie die Häuser hinter sich zurück. Um sie herum befanden sich nur noch Steine und dunkles Heidekraut, das schon längst verblüht war.

Der Weg wandelte sich von normalem Pflasterstein zu weißen Platten. Oft wurde er nicht begangen. Säulen, an denen Efeu wucherte, säumten ihn. Er war uralt, der Erste Hochkönig hatte ihn und die Grüfte anlegen lassen, so hieß es selbst in den glaubwürdigsten Geschichtsbüchern. Das hieß, es stimmte also.

Ironischerweise hatte der Erste König niemals in den Grüften seine Ruhe gefunden. Natürlich hatte auch er einen Sarg und ein Mausoleum in der großen Höhle bekommen, doch der Sarg war leer. Denn der Erste König war in Kämpfen gegen die Suatha gefallen und sie hatten seinen Schädel genommen und seinen Körper verbrannt, wie es bei ihnen üblich war.

Auch Yuriys Leiche würde niemals in den Grüften liegen, allerdings war sie nicht verbrannt worden. Was ein himmelweiter Unterschied…
 

Die Grüfte selbst lagen hinter einem hohen Torbogen, der in den Ahd Rhiawen hineinführte. Hinter jenem Bogen lag die riesige Höhle, die – so sagte man – von Zwergenhänden geschaffen worden war. Mehrere hohe, breite Gänge führten von ihr ab und von diesen Gängen konnte man in die kleinen Grabgewölbe gelangen, in denen große, steinerne Särge standen, in die der Holzsarg jedes einzelnen versenkt wurde.

Der Priester stoppte direkt vor einem der Gänge. Er wurde von Kerzen beleuchtet, die in regelmäßigen Abständen in eisernen Haltern an der Wand angebracht waren. Seine Helfer, sowie die Sargträger stellten sich zu ihm. Auch die königliche Familie stoppte. Bryan stellte sich auf die Seite und zog Salima mit sich. Er wollte nicht im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen, aber er wollte sich auch nicht zu weit von dem Sarg entfernen.

Immer mehr Menschen strömten in die Halle. Die meisten würden hier stehen bleiben, nur einige wenige den Priester und den Sarg begleiten. Bryan und Salima würden zwei davon sein.
 

Schließlich wurde es still in der Halle. Kurz darauf hörte man den Priester und seine Gefhilfen singen. Es war ein dumpfer, trauriger Gesang in der alten Sprache der Thissalier. Weitere Stimmen fielen ein und schließlich merkte Bryan, dass seine eigene ebenfalls dabei war. Er sang zwar mehr schlecht als recht, aber er wollte nicht aufhören. Dieses Abschiedslied war unverzichtbar für ihn.

Der Gesang trug sich schließlich allein, als der Priester den Sargträgern das Zeichen gab, ihm zu folgen. Er verschwand in jenem Gang, den er ausgesucht hatte, begleitet von kerzentragenden Gehilfen. Die Kerzen spendeten nur wenig Licht. Zu wenig, dass man gut sehen konnte. Der Sarg wurde von den Schatten des Ganges verschluckt.

Kurz darauf setzte sich der König in Bewegung. Seine Familie folgte, dann Bryan und Salima und einige andere Leute, die Yuriy mehr oder weniger nahe gestanden hatten. Bryan fragte sich, warum sie überhaupt mitkamen. Vielleicht nur der Form halber…

Die Gruft, die man für den leeren Sarg ausgewählt hatte, war leer und trostlos. In der Mitte erhob sich ein riesiger, schwarzer Kasten aus Stein. Drei Stufen führten hinauf. Der Deckel lag auf den Boden.
 

Der Rest der Zeremonie ging beinahe in vollkommener Stille dahin. Der Priester stellte sich auf die Seite, während seine Gehilfen sich im Raum verteilten. Ihre Kerzen erhellten den trostlosen, kahlen Raum nur spärlich.

Die Trauergäste versammelten sich neben den Stufen, die wieder aus der Krypta herausführten. Die Sargträger stellen ihre Last neben dem Steinsarg ab und nahmen den hölzernen Sarg, in dem Yuriys Leiche hätte liegen sollen, von der Bahre um ihn vorsichtig die Stufen zu dem schwarzen Kasten hinaufzutragen und darin zu versenken.

Mit dem Steindeckel hatten sie wesentlich mehr Schwierigkeiten, da er noch schwerer sein musste, als er aussah. Doch trotzdem hoben sie ihn beinahe ohne einen Laut auf den Sarg. Nur ein Knirschen war zu vernehmen, als der Sargdeckel einrastete.

Bryan zuckte zusammen, als das leise Geräusch ertönte. Es klang so entgültig. So ewig. Ewig. Was für ein trauriges Wort…

Salimas Hand schloss sich um seine Finger und kurz darauf spürte er ihre zweite Hand im Gesicht. Sie strich ihm über die Wange; sie strich ihm die Tränen weg. Er hatte gar nicht gemerkt, dass er geweint hatte.
 

Schließlich löste sich die kleine Gesellschaft wieder auf. Bryan wusste, dass im Blauen Palast jetzt das Bankett stattfand, aber er brachte es nicht über sich zu gehen. Der Priester, seine Gehilfen sowie die Träger waren schon lange verschwunden. Als erstes gingen die anderen Gäste, dann die königliche Familie. Schließlich waren nur noch Bryan und Salima übrig.

Hand in Hand standen sie vor dem leeren Sarg, doch obwohl er wusste, dass Yuriy nicht hier lag, sondern weit oben im Nachtgesang sein Grab gefunden hatte, konnte er sich einfach nicht lösen.

Und Salima blieb bei ihm. Ohne ihr… wer wusste schon, was er tun würde. Er war ihr dankbar, dass sie blieb. Schließlich führte sie ihn nach draußen. Die große Halle war längst leer und verlassen. Niemand blieb so lange wie sie beide… Ob überhaupt irgendwer bemerkt hatte, dass sie die Grüfte noch nicht verlassen hatten?

Vor dem Torbogen blieb Bryan stehen. Weit unter ihnen erstreckte sich Rhiawen, eine laute, lärmende Stadt voller Leben und lieben und hassen.

Der scharfe, kalte, frische Wind schmerzte nach der muffigen, abgestandenen Luft der Gräber beinahe in seinen Lungen, aber er atmete tief ein. Hoch am Himmel stand die Sonne, sie stach zwischen dicken, grauen Wolken und winzigen Flecken von blassem Blau hervor und tauchte das Land in helles, bleiches Licht.
 

Von seinem Standpunkt aus konnte er den Yaivor sehen, der sich wie ein blaues Band durch das grüne und braune Land schlängelte. Der weiße Weg hob sich unnatürlich von dem Hang des Ahd Rhiawen ab, die bewachsenen Säulen jedoch wirkten wie integriert in die wegen des nahen Winters kahle Landschaft. Kleine Heidepflänzchen wuchsen auf jenem Hang, durchsetzt von Gras und Felsen.

Bryan war es, als sähe er all das zum ersten Mal. Er fühlte sich so neugeboren. Vielleicht kam es davon, dass er eben erst gestorben war, zusammen mit jenem Freund, den er mehr geschätzt hatte als alles andere auf der Welt.

Seine Hand schloss sich eng um Salimas Finger, die den Druck erwiderte und zu ihm aufblickte. Dann wandten sie beide den Blick in den Himmel, von dem die ersten Flocken des Winters fielen. Lautlos tanzend sanken sie dem Erdboden entgegen um ihn mit weißer, makelloser Pracht zu bedecken. Und der Wind strich durch ihrer beider schwarzer Kleidung, durch Bryans Haar und Salimas Schleier. Es war wie ein leises Flüstern in ihrer beider Ohren.
 

Armer grauer Falke!

Trauere nicht

Um deinen Freund, den Wolf.
 

~~~~~~~
 

Was haltet ihr eigentlich von dem Pairing Olivier x Mathilda? Vielleicht bring ich's rein...

Im nächsten Kapitel geht es weiter bei den Suatha. *freu*

Also, ich wünsche mir jede Menge Kommis von euch. ^^
 

Sorceress



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Kommentare zu diesem Kapitel (21)
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Von:  Rabbit
2012-04-25T23:43:05+00:00 26.04.2012 01:43
Diese FanFic wurde mir von Diabolo_17 empfohlen und ich bereue sie nicht gelesen zu haben. ; u ;

Um ehrlich zu sein mag ich das Genre Fantasy/Mittelalter nicht wirklich und lese es auch nicht gerne... Aber diese FF ist nun wirklich die große Ausnahme. Ich bin total hin und weg und begeistert!
Eigentlich bin ich kein wirklicher Beyblade Fan mehr, aber alles fing bei mir mit Beyblade an und mein erstes Shounen-Ai Pairing war nunmal Tala/Kai... Und irgendwie mag ich sie immer noch und ich bin einfach voll begeistert hier von den ganzen Charakteren. Du schreibst sie so toll... Oh god du schreibst üerhaupt so wunderbar. ; _; omfg all my feelings.

Die ganze eigene Welt die du da erschaffen hast ist so hammer. Wie machst du das? Ich versuche schon seit Jahren meine eigene Geschichten in meinen Kopf auf Papier zu bringen und ich krieg das nicht hin meine eigenen Welten so schön zu beschreiben, wie du es kannst.

Und Kai! Er ist so wunderbar! Und Yuriy und Bryans Bromance (Das Wort kling so was von nicht passend zu dieser Geschichte... ABER ES IST DOCH WAHR. D:) ist so bezaubernd.

Und was mir gefällt ist das es hier sooooo lange dauert bis man überhaupt bemerkt das es Shounen-ai ist... Ich hab das letzte Chapter von Feuermond nun fertig und hab noch immer kein Shounen-ai bemerkt und ich mag es. Ich liebe es wenn es lange dauert, denn je mehr freut man sich über jede Kleinigkeit, selbst wenn sie nur Blicke austauschen. ; _; Und deine FF liest sich auch ohne Shounen-ai total toll.

Und wie du Yuriy beschreibst. Er ist so schön! Ich weiß gar nicht wie ich meine Gefühle ausdrücken soll! omfg asgaskdhasjdha HELP

...Und das Kapitel hier. Es war so verdammt traurig. Armer Bryan. Ich bin so froh das er seine wunderbare Salima hat. Ich hab es genossen zu lesen, wie sie sich gegenseitig Halt gaben. Sie sind ein so tolles Geschwisterpaar.

Ich freu mich schon darauf Wolfsmond zu lesen. Ich bin wirklich so begeistert von der Geschichte. ; _;
Ich hoffe sie ist nicht abgebrochen?

Jedenfalls habe ich mich in diese Geschichte verliebt und... Hallo, ich bin ein neuer Leser und Fan. ; u ;/)
Von:  Tokiogirl06
2010-11-27T10:11:03+00:00 27.11.2010 11:11
WOW super tolle FF, voll der Hammer. Ich hoffe du schreibst bald an der Fortsetzung weiter.
Von:  lady_j
2009-05-25T16:13:55+00:00 25.05.2009 18:13
einen wunderschönen!^^

Jetzt kommt mein kommi. Puh, und was das für ein kommi sein wird. Gestern bin ich –nach vier tagen xD- mit „Feuermond“ fertig geworden. Eigentlich müsste ich dir böse sein, denn deine FF hat mich vom lernen für eine wichtige klausur abgehalten xD

Aber naja *klausur zusammenknüll und über schulter werf* . was soll ich sagen? Hamma story!

Ich hab mich zuvor nicht an sie herangetraut, aber jetzt hatte ich mal wieder voll lust auf klassische fantasy und hab einfach mal angefangen. Muss gestehen, die komplexität deiner welt hat mich erst ganz schön erschlagen, aber als ich mich einmal reingelesen hatte, musste ich auch immer wissen, wie es weitergeht (jetzt hab ich bestimmt einen augenschaden vom vielen lesen vom monitor...aber das war es wert).

Ja, fangen wir doch gleich mit deinem AU an. Ich bin oft sehr beeindruckt gewesen, wie durchdacht der kontinent ist. Wirklich wunderbare orte hast du da erschaffen, genauso wie die wesen, die hinter dieser und jener ecke auf uns leser lauern...mein kopfkino lief beim lesen jedenfalls tadellos –was auch dazu beigetragen hat, dass ich nicht einfach abschalten konnte^^
Das einzige problem, was ich hierbei hätte, wäre wohl, dass ich kaum die hälfte aller ortsnamen richtig aussprechen könnte, aber hey –dazu liest man ja, anstatt vorzutragen xD

Nächstes thema: die götter. Als jemand, der selbst schon in gewisse materien getaucht ist, habe ich natürlich ein paar parallelen entdeckt, zum beispiel zur keltischen religion. Und germanische könnte auch dabei gewesen sein, aber da kenn ich mich nicht so aus^^ vor allem der name „man suatha“ hat mich an die bezeichnung für „kinder der göttin dana“ erinnert, die ich hier lieber nicht hinschreibe, denn ich schreibe sie notorisch falsch x3
Ich hab nix gegen diese parallelen. Sie beweisen, wie sehr du dich auskennst. Und dass du es tust, merkt man praktisch in jedem kapitel. Ich zieh den hut vor dir.

Sopp, worüber plaudere ich als nächstes? Vergessen tu ich bestimmt was, ist ja so viel...
Naja, gehen wir halt zu den charas: alle wichtigen sind tiefgründig, alle miteinander verstrickt...wie geil xD gefällt mir im großen und ganzen. Besonders wie du yuriy darstellst, finde ich richtig genial. Das kapitel „der prinz von thissalia“ hat mir sehr gut gefallen, wenn es auch ein wenig langatmig war. Aber zur negativeren kritik komme ich gleich noch mal.
Jedenfalls, yuriy gefällt mir richtig gut. Als zeichnerin juckt es mich da schon gewaltig in den fingern: hättest du was dagegen, wenn ich ne illu zur FF mache? Ich lasse mich oft von gelesenem oder gehörtem inspirieren, deswegen frage ich...
Allgemein finde ich es gut, dass du so viele beyblade-charaktere unterbringen kannst. Bei der fülle an personen fällt es leichter, wenn man schon ungefähr weiß, wer gemeint ist. Und deine pairings sind auch sehr interessant und ansprechend. Schön, dass du so zwischen shonen- und shojo-ai und hetero variierst, da ist für jeden was dabei. Ich persönlich bin ja ein yuka-anhänger (deine FF ist wie ein ü-ei für mich: fantasy, yuka, gut geschrieben. Spiel, spaß, spannung xD). Deswegen bin ich auch total gespannt, wie es weitergeht. Sehr schön übrigens auch, dass beide „manns genug“ sind und keiner verweichlicht dargestellt wird.

Hm,hm, ich glaube, ich hab jetzt einige punkte vergessen, auf die ich noch ansprechen wollte. Vielleicht kann ich es ja mal nachholen.
Was mir aber noch auf dem herzen liegt, sind zwei dinge, bei denen ich beim lesen mehr als einmal die augen verdreht habe xP:
Erstens sind deine beschreibungen sehr lang. Ich weiß, du hattest mal erwähnt, dass du selbst es nicht magst, wenn dir nicht beschrieben wird, wie es in der welt aussieht, in die du dich lesen willst. Und eine detaillierte beschreibung zeugt ja auch von liebe zum eigenen AU. Allerdings war es für mich stellenweise sehr anstrengend. Besonders gleich im ersten oder zweiten kap, wo du rhiawen beschreibst. Am ende hatte ich den faden verloren^^
Ich habe die beschreibungen oft nur überflogen, muss ich gestehen. Und trotzdem konnte ich der geschichte folgen und mir alles gut vorstellen. Das beweist, finde ich, dass man da nicht allzu detaillreich sein muss. Allerdings ist das deine sache; und deine FF zeichnet sich auch gerade durch die liebevolle beschreibung aus. Deswegen will ich dir da gar nicht reinreden.
Mein zweites problem war die charakterfülle: letztendlich hatte ja jeder seinen platz und war sinnvoll eingesetzt. Ich bin nur sehr schnell ungeduldig geworden, wenn du manche szenen aus tausend und abertausend perspektiven beleuchtet hast (siehe oben die anmerkung zu „der prinz von thissalia“. Ist vielleicht nicht das beste beispiel, da hier die verschiedenen perspektiven durchaus einen sinn gemacht haben. Anstrengender war es für mich in den letzten kapiteln, wo du beschrieben hast, wie yuriys angeblicher tod auf eine reihe von personen wirkt. Da hätte es mir besser gefallen, wenn du dich auf wenigere beschränkst, dafür aber mehr ins detail gehst.)
Und die vielen nebenhandlungen...zeugt von komplexität und gefällt mir auch; jedoch, wenn man unbedingt wissen will, wie die geschichte an einer ganz bestimmten stelle weiter geht, und man erst die fortsetzungen der ganzen anderen handlungen bekommt....aargh xDD

Ich hoffe, du verstehst, was ich meine. Du siehst mich insgesammt jedenfalls sehr beeindruckt und ungeduldig auf neue kapitel wartend. *mit wolfsmond schon angefangen hat*

Gruß,
lady_j

PS: bitte nicht auf die exotische groß- und kleinschreibung achten. dieser kommi ist in word entstanden...<.<

Von: abgemeldet
2007-12-30T21:15:04+00:00 30.12.2007 22:15
der arme bryan...ich hatte grad sau die tränen in den augen und jetzt immer noch einen kloß im hals...*schluckt*....
...
...
...
ich bin so sprachlos...selten hat mich eine ff so berührt...
dann verbleibe ich mal so, ziehe meinen hut vor diesem meisterwerk (!!!)
und wandere langsam weiter zum nächsten teil...
Von: abgemeldet
2007-10-06T20:17:56+00:00 06.10.2007 22:17
die geschichte ist einfach sowas von schön echt eine der besten geschichten die ich jeh gelesen habe und ich hoffe du schreibst schnell weiter! Es ist einfach nur wahnsinn wie du die verschiedenen abläufe mit einander verknüpfst!
Und dann is die geschichte auch noch über mein lieblings parring *freu*

und die beerdiegung einfach nur tot traugig hast du aber sehr schön beschrieben!
Der arme sergej ich hoffe er wird nicht getötet yuri brauch ihn schließlich und bryan erst!

Bitte schreib ganz schnell weiter wed dann auch ganz viele kommis hinterlassen!

gggglg
litel_saku
Von:  MikaChan88
2007-08-25T01:06:44+00:00 25.08.2007 03:06
die ff is echt super! ^-^
Von: abgemeldet
2007-07-16T16:40:56+00:00 16.07.2007 18:40
hallöchen,
ich bin leider mal wieder zu faul, nochmal jedes kapi einzeln zu kommentieren, aber dafür will ich hier am schluss noch was sagen:
diese ff ist einfach mega- super genial!
dein schreibstil und deine super ausführliche charabeschreibung lassen deine ganze welt in meinem kopf erscheinen. man kann fast durch die augender figuren sehen.
wie schaffst du bloß diese ganzen erzählstränge sinnvoll zusammnzuführen?
hab mich total in die geschichte und in sämtliche personen (na gut die bösen nicht) verliebt^^.
armer, armer bry ich trauere schon richtig mit ihm mit (wie auch alle anderern, die hier ein kommi abgegeben haben).
ich bin ja sooooo gespannt wies weitergeht, werd mich gleich ans lesen machen.
mach nur weiter so!
liebe grüße
Skye
Von:  tsuki-neco
2007-06-06T18:59:04+00:00 06.06.2007 20:59
tut mir leid das ich erst jetzt ein kommi schreibe. ich hab dieses kap vollkommen übersehenen. tut mir leid *verbeug*

das kap war super ^-^ und vor allem traurig.
bryan tut mir so leid. man kann richtig mit ihm mit fühlen und leiden. wenn er doch nur wüsste das yuriy noch lebt ...
aber nicht nur mit ihm fühlt man mit. auch seine mutter ...

ich kann mich nur wieder holen: das kap war wunderschön

co-chan
Von:  ivy-chan
2006-12-16T18:12:57+00:00 16.12.2006 19:12
einsame spitze
ich finde deine geschichte seeeeeeeeehr gut^^
ich habe immer das gefühl als würde ich ein buch lesen
Von:  Webwolf_Hanna
2006-09-30T09:33:01+00:00 30.09.2006 11:33
Ich hätte heulen können. Ein traurig schönes Kapitel.


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