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Überlebenskämpfe und Dreiecksbeziehungen

KaixRay
von

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Hiros grandioser Einfall

Es war ein Sommer, wie Japan ihn schon lange nicht mehr erlebt hatte. Die Tage waren furchtbar heiß und schwül und in den Nächten wütenden Sommergewitter über das Land, welche den Bauern größten Teils schwer zu schaffen machten. Ray saß unter einem kühlen Wasserfall, um sich der Hitze zu entsagen. Er war nach langer und reiflicher Überlegung wieder nach Japan zurückgekehrt, um sich wieder einer großen Beybladeherausforderung zu stellen. Während der Zeit in der er von seinen alten Freunden entfernt gewesen war, hatte er viel trainiert und wollte sich jetzt wieder einmal mit seinen Teamkameraden aus dem G-Revulotion Team messen. Zwar stand kein offizielles Turnier an, aber er wollte endlich wieder gegen richtige Blader kämpfen. Ray atmete tief aus und verließ seinen kühlen Platz unter dem Wasserfall. Er hatte vielleicht einen Marsch von einer halben Stunde bis zu seinem Ziel, Tysons Dojo, vor sich und machte sich sogleich frohen Mutes auf den Weg. Während er lief versuchte er seine Gedanken zu ordnen. Er freute sich so sehr auf das wiedersehen, dass sein Herz einen großen Sprung machte und seinen Körper mit Glücksgefühlen durchströmte. Als er endlich Tysons Haus erblickte, spürte er das er seine Freude kaum noch bremsen konnte. Wie lange war es jetzt her? Ray wollte die Antwort auf diese Frage eigentlich gar nicht so genau wissen, er wusste nur viel zu lange!

Tyson war gerade dabei Daichi zu erklären wie man ein Telefon benutzte, ohne das derjenige am anderen Ende der Leitung taub wurde, als Ray das Haus betrat. Tyson schoss herum und sah seinem alten Freund glücklich in die Augen. Es schien als würden sie sich lange Zeit nur gegenseitig mustern und mit ihren Blicken dem anderen Anerkennung entgegen bringen. ,, Ray, alter Kumpel! Ich bin so froh das du wieder da bist!" Der Chinese nickte zustimmend und lächelte den Weltmeister nur milde an. ,, Ah Ray, na endlich!" Ertönte plötzlich eine Stimme hinter Ray und der angesprochene wusste nur zu genau wem sie gehörte. Freudig strahlend blickte er Tysons Bruder in dessen braune Augen und erwiderte seinen Gruß. ,, Du bist der letzte. Damit sind wir vollständig!" sprach Hiro in seiner gewohnten ruhigen Stimme, vor der man einfach Respekt haben musste. Ray dachte bei sich, dass Hiro damit meinte das die anderen von G-Revulotion schon anwesend waren, doch ahnte er noch nicht Hiros eigentliches Vorhaben. Genauso wenig wie Tyson, der wie ein Wasserfall auf ihn einredete, ohne das Ray verstand was er von ihm wollte. Sie folgten Hiro ins Wohnzimmer, wo die Blader versammelt waren. Allerdings fiel Ray sofort auf das Kai noch weiter abseits saß als sonst. ,, Komm Kai setz dich zu den anderen!" forderte Hiro ihn auf, worauf er nur von einem bösen Blick gestraft wurde. Den Grund warum Kai sich nur über seine Leiche zu den anderen gesellen würde erblickte der Chinese auch auf den ersten Blick. Mit einem Lächeln im Gesicht, welches alle Sorgen hinwegfegen wollte, saß Brooklyn Seelenruhig am Couchtisch und trank seinen Apfelsaft. Ray fragte sich auch sogleich, was ausgerechnet der hier wollte, wurde aber in seinem Gedanken gestört, da er die Aufforderung von Tysons Bruder erhielt sich zu setzten. Neugierig schaute er sich im Wohnzimmer um. Hier waren also Tyson, Daichi, Max, Kai, Brooklyn und er. Wieso waren sie alle hier? Zufall konnte das ja schon kaum noch sein. ,, Schön euch alle zu sehen!" setzte Hiro an nicht ohne seinen Blick immer wieder auf Kai zu richten. Nur Brooklyn antwortete mit einem lautem ,, Ebenfalls" das sich ziemlich gekünstelt anhörte. Hiro nickte dem orangehaarigen Blader zu und fuhr fort. ,, Ihr werdet euch wahrscheinlich fragen, warum ich euch hier her gebeten habe!" Hergebeten? Ray kratzte sich gedankenverloren am Kopf. Soweit er wusste hatte ihn niemand hergebeten, sondern er war aus eigenem Entschluss gekommen. Aber als er sich so im Raum umsah, bemerkte er das sie wohl alle etwas wie eine Einladung bekommen hatten. Vielleicht hatte er diese gar nicht erhalten, da er seinen Besuch sowieso schon angekündigt hatte. Ray gab sich schließlich mit dieser Erklärung zufrieden. ,, Da ich euch ständig beobachtet habe, musste ich leider feststellen, dass ihr kaum selbständig seid! Und deswegen..." weiter kam er nicht, denn er wurde von Kai unterbrochen. ,, Kaum selbständig? Was wissen sie denn schon vom Selbständig sein?" Anscheinend widerstrebte es Kai gehörig als unselbständig bezeichnet zu werden. Doch Hiro überging Kais Wutausbruch mal eben und redete weiter als hätte es keine Störung gegeben. ,, Und deswegen werdet ihr alle in ein Selbstständigkeitstranig von mir einbezogen werden." Hiro ließ stolz den Blick kreisen. Er blickte in lauter entgeisterte Gesichter und so ziemlich alle schienen zwei Worte mit dem Vortrag Hiros zu verbinden, nämlich Hiro und Klapse. Doch Hiro deutete diese Gesichtsausdrücke ganz anders, denn er dachte in jedem einzelnen Begeisterung heraus zu lesen. ,, Ich weiß das ihr es kaum erwarten könnt und habe deswegen auch schon heute den Flieger gebucht!" Die geschockten Mienen der Blader blieben versteinert und ratlos. Jetzt fiel es auch Hiro auf, das da irgendwie nicht die Freudenschreie kamen die er erwartet hatte. Er stemmte die Hände in die Hüften und funkelte jeden einzelnen drohend an. ,, Von mir aus, dann freut ihr euch halt eben nicht. Aber es bleibt dabei! Macht euch fertig, wir treffen uns in 10 Minuten am Auto!" Mit diesen Worten drehte er sich um und ging aus dem Wohnzimmer, nicht ohne Kai noch einen Vielsagenden Blick zu zuwerfen. Kai entging dieser Ausdruck in Hiros Augen keineswegs und er hätte sich nur zu gerne geweigert mitzugehen. Ray seufzte laut auf und wusste nicht was er zu dem ganzen sagen sollte. Es blieb ihm auch erspart etwas zu sagen, den Kai ergriff als erster das Wort. ,, Bis dann in 10 Minuten. Ich hab noch was zu tun!" Ray staunte nicht schlecht, hieß das etwa das Kai ohne Widerrede bei diesem Blödsinn mitmachte? Das war doch sonst nicht seine Art. Ratlos zuckte er mit den Schultern und erhob sich ebenfalls. Packen musste er ja schließlich nicht, da seine Sachen noch fein säuberlich in einem Rucksack verstaut waren. Die anderen verließen jetzt auch alle nach der Reihe das Zimmer, keiner sagte ein Wort des Protests. Nur Brooklyn blieb noch da und schlürfte weiter seine Apfelschorle. ,, Äh... willst du nicht packen?" fragte ihn Ray leicht verwirrt. Brooklyn lächelte ihn freundlich an und erklärte, er brauch nichts weiter. Schmunzelnd verließ der Chinese den Raum.

Genau Zehn Minuten später standen sie vor dem Haus und warteten auf Hiro, der sie mit seinem Auto abholen wollte. Max hatte mit dem packen wohl etwas übertrieben, es schien als wolle er dort, wo auch immer sie hinfliegen sollten, einziehen. Unter dem Gewicht seines riesigen Rucksacks und den zwei Koffern in seiner Hand brach der schmächtige Amerikaner beinahe zusammen. Im Gegensatz zu Daichi, der auf Tysons Frage hin geantwortet habe, er hätte für den Fall das sie ein paar Monate blieben gleich zwei Unterhosen eingepackt und hatte dann Tyson gefragt ob das zu viel wäre. Brooklyn nahm wirklich gar nichts mit und er und Kai hatten beide nur einen kleinen Rucksack. Endlich kam Hiro mit dem Wagen um die Ecke und blieb vor den Beybladern stehen. Er warf einen zweifelten Blick auf Max und seine zwei Koffer und blickte dann wieder zu seinem kleinen Auto. ,, Ich fürchte die Koffer wirst du da lassen müssen!" erklärte er ihm, worauf Max kräftig protestierte. ,, Das geht nicht! Da sind Lebenswichtige Sachen drin." Hiro begab sich zu einem der Koffer und öffnete ihn. ,, Das ist nicht dein Ernst!" meinte er darauf in einem wütenden Tonfall, als ihm gut 200 Tuben Senf entgegen fielen. Egal wie heftig Max sich noch beschwerte, letzten Endes zog er den kürzeren und die beiden Koffer mussten da bleiben. Die Autofahrt stellte sich als sehr unbequem heraus, vor allem für Kai und Ray, die beide jemanden auf den Schoss nehmen mussten. Dabei stellte Ray fest, dass er dabei mit Daichi wohl das bessere Los gezogen hatte als Kai, der mit Tyson auf dem Schoss nur noch schwer Luft bekam. Brooklyn hatte natürlich den besten Platz, neben Hiro erhalten und lobte deswegen die gemütliche Fahrt, als sie endlich ausstiegen. Am Flughafen wimmelte es nur so von Touristen und Geschäftsleuten, so dass die Blader recht auffielen. Ray musste mit einem hämischen Grinsen feststellen, dass vor allem Kai die Blicke auf sich zog. Einige Mädchen baten ihn und Tyson sogar um ein Autogramm, wobei sie betonten das Tysons Autogramm nur für ihre Brüder seien und Kais einrahmen und übers Bett hängen wollten. Das ließ Kai aber so ziemlich kalt und gab ihnen trotz bitten und flehen von Seiten der Mädchen keines. Schließlich kamen sie zum check- in, wobei Ray fieberhaft nach dem Namen ihres Zieles suchte, jedoch ergebnislos. Schließlich standen sie auf der einen Seite des Check-ins und Hiro auf der anderen. ,, Du kommst nicht mit?" fragte Tyson seinen Bruder enttäuscht. Dieser nickte, wünschte ihnen viel Glück und verschwand. ,, Wohin geht unsere Reise eigentlich? Und wo wohnen wir?" schrie Ray ihm hinterher, doch er bekam keine Antwort mehr darauf. Alle schauten sich fragend an, nur Daichi schien das ganze eher wenig zu interessieren. ,, Mir ist schlecht!" bemerkte er, wobei sein Gesicht eine hässlich grüne Farbe annahm. ,, Wir sind noch nicht mal losgeflogen und dir wird jetzt schon übel!" fuhr ihn Tyson von der Seite an, während sich der kleine Wirbelwind den Magen hielt. Das konnte ja was werden, dachte Ray bei sich. Irgendwie war er aufgeregt, verzweifelt und erfreut zu gleich. Dieses Selbständigkeitstraining wurde wohl noch so mache angenehme und unangenehme Überraschungen mit sich bringen. Während sie alle den Flieger betraten, schaute Ray noch ein letztes mal zurück. Er würde Japan jetzt wieder für einige Zeit nicht sehen, doch es schmerzte ihn nicht, denn er hatte seine Freunde bei sich und er hatte ein vielversprechendes Gefühl im Magen, als sie ihre Sitzplätze einnahmen. Das würde ein echtes Abenteuer werden, da war er sich sicher.

. 6 Blader, eine einsame Insel und jede Menge Trubel

Das erste was Tyson feststellte war, dass sie keinen Platz in der ersten Klasse hatten. Zweite Klasse war unser Beyblade Worldchampion eben nicht gewohnt und murrte deswegen immer noch als sie alle schon ihre Plätze eingenommen hatten. ,, Zweite Klasse und dann muss ich noch neben dir sitzen!" Tyson sah Daichi eindringend an, währen dieser immer noch schwer damit zu kämpfen hatte seinen Mageninhalt dort zu lassen, wo er auch hingehörte. Ray schaute auf seine Sitznummer, die 69. Es war ein Gangplatz, was ihn aber nicht weiter störte, da er sowieso etwas schlafen wollte. ,, Oh Ray, wir sitzen nebeneinander. Aber wenn du lieber am Fenster sitzen willst können wir gerne tauschen."
 

Angesprochener drehte sich zu Max um, der anscheinend die Nummer 68 besaß. ,, Nein ist schon gut!" wehrte er ab und ließ Max an das Fenster. ,, Ist das nicht einfach toll, das wir nebeneinander sitzen?" fragte Brooklyn Kai gutgelaunt und ohne einen Ansatz von Aufregung. Dieser knurrte nur und raunte etwas unverständliches, während er sich angewidert von dem Ex Bega Blader wegdrehte. Dieser verstand Kais Absonderung überhaupt nicht und bequatschte ihn einfach unbesorgt weiter. Kai drückte seine Stirn gegen das Fenster, während er vor sich hin fluchte: ,, Hiro, das werde ich dir heimzahlen, verlass dich sich drauf!"

Das Flugzeug hob mit einem rumpeln ab und Tyson beobachtete die vorbeiziehende Landschaft, bevor sie in die Wolken abtauchten. ,, Willkommen am Bord und einen wunderschönen Aufenthalt hier im Flugzeug wünscht ihnen ihre Thailand Airlines. An unserem Reiseziel in Thailand sind es wunderbare 35° und am Himmel befindet sich kaum eine Wolke. Das Flugzeug fliegt mit einer Geschwindigkeit von 1000 Stundenkilometern und wir werden ungefähr eine Flugdauer von drei bis vier Stunden haben. Unser Personal wird sich um ihr Wohlbefinden kümmern und sie können sich bei Fragen immer an die Stewardessen wenden. Wir bitten sie noch auf die Sicherheitsvorkehrungen zu achten und wünschen ihnen einen angenehmen Flug, ihre Thailand Airlines." Die selbe Ansage kam noch mal auf Englisch und dann machte sich eine Stewardess daran, ihnen zu erklären wie man eine Schwimmweste anlegt. Doch Ray hörte nicht mehr zu, sondern begann sich jetzt ernsthaft seit ihrer Abreise Gedanken zu machen. Thailand? Wieso ausgerechnet Thailand? Das würde ja ein ganz tolles Selbstständigkeitstraining werden, wo sie alle doch kein Wort Thailändisch konnten. Was hatte sich Hiro nur dabei gedacht? Er war sich sicher die anderen würden sich dasselbe auch gerade fragen. Da hatte er zwar nicht ganz unrecht, doch die Mehrzahl von ihnen schienen jetzt andere Probleme zu haben. Max steckte in seiner Schwimmweste fest, die sich perdu nicht mehr öffnen lassen wollte, Daichi brauchte einen Nachschub an Kotztüten und Kai konnte wegen Brooklyns Redeschwall keinen klaren Gedanken fassen. Nur Tyson schien sich die selbe Frage wie Ray zu stellen. Was bezweckte sein großer Bruder hiermit?
 

Nach drei Stunden Flug ereichten sie endlich den Bangkoker Flughafen, in Thailand. Kaum waren sie mit ihrem spärlichen Gepäck ausgestiegen und hatte sich etwas von dem langen Flug erholt, kam schon eine Frau auf sie zu gerannt. "Gott sei Dank, da seid ihr ja!" keuchte sie schwer atmend und strich sich erschöpft eine braune Strähne aus dem Gesicht. ,, Ja da sind wir und wer sind sie?" fragte Ray stutzig. Die Frau lächelte, richtete sich auf und streckte Kai die Hand entgegen. ,, Du musst Tyson sein, nicht wahr? Du siehst deinem Bruder wirklich sehr ähnlich! Ich bin übrigens Sarah." Kaum hatte sie das gesagt, fingen Daichi und Max laut stark das Lachen an. Sarah blickte etwas verwirrt und fragte sich fieberhaft warum Kai, von dem sie dachte er sei Tyson, ihr nicht die Hand schüttelte. ,, Äh...also.." druckste der richtige Tyson , wobei er sich verlegen mit der Hand den Nacken kratzte. ,, Ich bin Tyson!" Der Frau schien es für einen Moment die Sprache verschlagen zu haben, während sie Kai und Tyson eingehend musterte. Schließlich zog sie die Hand von Kai zurück und drückte die Tysons. ,, Also du siehst deinem Bruder auch sehr ähnlich!" Ray versuchte sich zu beherrschen nicht loszuprusten. Anscheinend versuchte diese Sarah die momentane Situation zu retten, schien aber nicht zu merken das sie diese noch verschlimmerte.

Sie räusperte sich, um die unvermeintliche Pause zu übergehen. ,, Also, ihr seid also die G-Revulotion." Sie wollte weiter reden, doch Kai unterbrach sie. ,, Nicht ganz, der da gehört nicht dazu!" Er zeigte mit dem Finger auf Brooklyn, der das ganze mit einem Lächeln überging. Jetzt hatte Kai sie wirklich aus ihrem Konzept gebracht. Sie schaute hilfesuchend zu Tyson, der aber nur grinsend mit den Schultern zuckte. ,, Äh...gut." versuchte Sarah sich zu fangen. ,, Also ich bin Hiros Freundin und er hat mich..." Abermals wurde sie mitten im Satz unterbrochen, dieses mal aber von Tyson. ,, Sie sind waaaaaaaaaaaaas?" Die arme Frau schien bald den Tränen nahe. ,, Na ja, ich bin nicht direkt seine Freundin, eher indirekt." Brooklyn runzelte nachdenklich die Stirn, bevor es sie fragte: ,, Wie kann man den indirekt jemandes Freundin sein?" Sarah strich sich nervös ihre Haare aus dem Gesicht und steckte sie ungeschickt wieder zurück in ihren Zopf. ,, Ich bin nicht seine Freundin, aber ich wäre es gerne. Und da er mich mit dieser Aufgabe betraut hat, glaube ich das er mich auch liebt." Auf den Gesichtern machte sich allgemeine Gleichgültigkeits- Stimmung breit. Das war wieder mal typisch Hiro! Die arme Frau hielt das ganze für einen Liebesbeweis, dabei war der Herr der Stürme nur zu faul selber bis hierher zu fliegen. ,, Also und was sollen sie uns mitteilen?" fragte Max, der sich sein hämisches Grinsen nicht verkneifen konnte. ,, Also er hat gesagt ich soll euch sagen, dass ihr mit der Maschine 506 zu den Malediven fliegen sollt. Der Flieger geht um 15.55 Uhr." Anscheinend war sie äußerst stolz, das jetzt mitgeteilt zu haben.
 

Als plötzlich ein Schrei von Tyson kam. ,, Wir haben nur noch drei Minuten! Sie verabschiedeten sich schnell und schon konnte man sechs aufgeregte Blader durch den Flughafen hetzen sehen. Dabei wurden sie noch kurz von einer Oma angehalten, die Daichi aus versehen umgerannt hatte, dann kamen sie gerade noch am richtigen Flugzeug an. Es war ein kleines Propeller, in den nur acht Leute Platz fanden. Das ganze war schon recht verwunderlich, da die Malediven ein beliebtes Urlaubsziel waren, aber noch verwunderlicher wurde es als sie bemerkten das dieses Flugzeug keine Sitzplätze hatte. Sie waren die einzigen Passagiere und konnten deswegen zügig starten. Jetzt war es an Ray, dem schlecht wurde. Propellerflugzeuge waren schon was ganz anderes als Jumbojets. Dafür erfreute sich Daichi bester Gesundheit. Die Blader dachten jetzt schon das dies hier ein absoluter Höllenflug war, aber richtig Angst bekamen sie erst, als der Pilot ihnen mitteilte sie sollen doch bitte die Fallschirme, die sich an der Decke befanden, anschnallen.
 

,, Wir sollen was? Warum sollten wir das tun?" Die Frage von Tyson war berichtigt, doch der Pilot erklärte ihnen, dass sie auf der Zielinsel nicht landen konnten und sie deswegen abspringen mussten. Mittlerweile hatten alle sechs den Drang Hiro den Hals umzudrehen. ,, Aber ich habe Höhenangst!" versuchte Max dem Pilot verzweifelt zu erklären, doch diesem war das kurz gesagt ziemlich egal. Die Türe des Flugzeuges öffnete sich automatisch und heftige Windstöße überraschten die Blader. Tyson befestigte zusammen mit Ray und Daichi den Fallschirm an Max, der sich noch immer zu weigern versuchte. ,, Ich kann das nicht! Ich habe Angst!" schluchzte er immer wieder. Die Gruppe schaute sich verunsichert an. Ray konnte Max nur zu gut verstehen. Er fand die Idee aus einem Flugzeug, gut 2.000 Kilometer über dem Boden, zu springen auch nicht gerade prickelnd. Aber er wusste auch, dass es wohl keine andere Lösung gab als zu springen.

Er wagte einen Blick nach unten, stolperte jedoch gleich wieder zurück und sein Magen zog sich ängstlich zusammen. Das konnte doch alles nicht wahr sein. Tyson versuchte währenddessen seine Freunde aufzumuntern. ,, Kommt Leute! Wer wird denn gleich den Sand in den Kopf stecken!" ,, Das heißt den Kopf in den Sand stecken, Tyson!" verbesserte ihn Brooklyn grinsend. Den Typen brachte anscheinend wirklich nichts aus der Ruhe! ,, Ihr müsst jetzt springen, sonst landet ihr möglicherweise nicht richtig!" teilte ihnen der Pilot energisch mit. Ray fragte sich sowieso, ob sie lebendig landen würden und vor allem wo. Kai sprang als erster. Er hatte als einziger kein Wort zu dem ganzen gesagt und jetzt sprang er so einfach, als ob das die leichteste Übung wäre. Aber es schien, als hätte er damit den anderen einen Ruck gegeben und ihnen ein wenig die Angst genommen. Nur Max zitterte noch am ganzen Körper. Als zweites war Daichi an der Reihe. Das heißt er wurde kurzerhand von Tyson hinausgeworfen ohne das er Zeit hatte etwas einzuwenden. ,, Komm Maxi!" munterte Tyson ihn auf und streckte seine Hand nach der von Max aus. ,, Wir springen zusammen!" Der blondhaarige Junge griff nach Tysons Hand und wenige Sekunden später waren sie gesprungen. Zwar hörte man Max Schreie noch eine Minute später, aber immerhin hatte er sich überwunden. Nun waren nur noch Brooklyn und Ray übrig.
 

,,Hast du Angst?" fragte Brooklyn den Chinesen leicht besorgt. Ray schüttelte den Kopf. ,, Ich bin nur ein wenig aufgeregt, das ist alles." Brooklyn nickte und die beiden machten sich bereit. ,,Denk einfach du wärst ein Vogel!" schlug Brooklyn Ray vor. Das war das letzte woran Ray jetzt gedacht hatte, aber er lächelte dem anderen Jungen trotzdem dankend zu. Unter ihnen waren nur Wolken zu sehen und der Wind peitschte mit voller Kraft ihn ihre Gesichter. Auf drei sprangen sie. Ray konnte einen leichten Schrei nicht unterdrücken. Der Wind fuhr kalt in seine Klamotten und zerzauste sein Haar. Er flog durch eine Wolkenschicht und er schloss für einen Moment seine Augen. Das war irgendwie ein tolles Gefühl. Als er die Augen wieder öffnete bemerkte er das er viel langsamer als Brooklyn fiel. Es stieg Panik in ihm auf. Mit aller Kraft versuchte er auch schneller zu fallen, bis er bemerkte das, das was er hier fabrizierte ziemlich lächerlich aussehen musste. Nach ungefähr einer Minute konnte er eine Insel entdecken, sie schien sehr klein und Ray fragte sich ob er es wohl schaffte auf ihr und nicht neben ihr zu landen. Mit einem Ruck zog er an seiner Reißleine und der Fallschirm faltete sich mit einem "Wupp" auf. Ray war ziemlich erleichtert das es so einfach klappte. Was er nicht wusste war, dass auf der Fallschirm knall pink war und darauf folgender Satz stand: Der Herr der Stürme ist unschlagbar. Eben wieder einer von Hiros Scherzen. Der Wind trieb Ray etwas vom Kurse ab und er machte verzweifelt irgendwelche Schwimmübungen um wieder richtig zu fallen. Die Insel kam immer näher und Ray rangen trotz des eisigen Windes Schweißperlen von der Stirn. Hoffentlich landete er nicht im Meer, hoffentlich fiel er nicht auf irgendetwas schmerzhaftes. Er holte noch einmal tief Luft und landete sanft auf etwas weichem.
 

Das weiche würgte sich einen schmerzhaften Laut heraus und bevor Ray bewusst wurde auf was er da gelandet war, legte sich der Fallschirm wie eine Decke über ihn. Jetzt konnte Ray auch diesen besonderen Satz lesen und schüttelte ungläubig den Kopf. ,, Könntest du bitte die Güte haben und von mir runter gehen?" fuhr ihn eine wütende Stimme an. Ray erschrak und schaute an sich herunter. Ein violettes Augenpaare funkelten ihn zornentbrannt an und Ray bemerkte nun das er seine weiche Landung wohl Kai zu verdanken hatte. ,,Tut mir echt leid, Kai!" entschuldigte er sich schnell und versuchte aufzustehen, was jedoch ziemlich missglückte. Er verfing sich in dem Fallschirm, stolperte rückwärts und landete mit seinem Gesicht genau zwischen Kais Beinen.
 

Das ganze war ihm oberpeinlich, doch noch peinlicher war, dass er sich drehen und wenden konnte wie er wollte, er kam aus dieser Stellung nicht mehr heraus. ,, Hey Leute, geht's euch gut?" konnten sie plötzlich Tyson fragen hören. Er bewegte sich um das Bündel unter den Fallschirm herum und Ray betete still das Tyson diesen jetzt nicht hochheben würde. Doch Ray hatte wohl nicht so viel Glück wie er sich erhofft hatte und mit ein wenig Kraftaufwand von seitens Tyson waren sie freigelegt.
 

Mitten in seiner Bewegung hielt der Beybladechampion inne und starte sie geschockt an. ,, Was macht ihr da?" Seine Stimme hörte sich heißer an. Ray richtete sich so schnell wie möglich auf und kletterte von Kai herunter. Es war nicht nur Tyson der sie so gesehen hatte, anscheinend hatten auch Max und Brooklyn das ganze verfolgt. ,, Wie sieht es denn aus, was wir hier machen?" fragte Ray mit gereizter Stimme. Urplötzlich verfärbten sich die Gesichter der drei Beyblader rot und Ray erahnte, was sie dachten. Eine peinliche Stille trat ein. Schließlich erhob sich auch Kai und versuchte das Schweigen mit einer Frage zu übergehen. ,, Wo ist eigentlich Daichi?" Die anderen drei zuckten mit den Schultern, bis sie plötzlich durch lautes Gebrüll aufmerksam gemacht wurden, wo besagter steckte. ,, Ich bin hier!" ertönte es aus den Gipfel einer Palme zu ihnen hinunter. Daichi hatte es also geschafft sich in einen Baum zu verfangen! ,, Warte wir helfen dir!" versprach Max mit einem breitem Grinsen im Gesicht. ,, Vielleicht sollten wir ihn da einfach oben lassen. Da ist er wenigstens aufgeräumt!" schlug Tyson in einem Tonfall vor, so dass die anderen glaubten er meine es wirklich ernst. Während sich Max, Ray und Brooklyn daran machten den jammernden Daichi zu befreien, schwor dieser Hiro bei der nächsten Gelegenheit den Kopf abzureisen. Ihr Coach wurde von Minute zu Minute unbeliebter. Eine gute halbe Stunde dauerte es bis sie Daichi aus dem Gewirr befreit hatten. ,, Mir reicht es langsam wirklich! Ich geh nach hause!" verkündete der rothaarige Junge wütend. ,, Wenn du ein paar tausend Kilometer in die Richtung schwimmst, bist du vielleicht in neun Jahren da!" erklärte ihm Tyson. Daraufhin verkündete Daichi, er finde diese Insel eigentlich doch gar nicht so schlecht.
 

Die sechs einigten sich darauf die Insel genauer zu betrachten. Viel gab es da jedoch nicht zusehen. Sie war ungefähr einen Kilometer breit und 600 Meter lang und lag mitten im blauen Ozean. Man konnte vom Strand nur das weite Meer sehen und die Sonne die begonnen hatte unterzugehen. Keine anderen Inseln, kein Festland, nichts als Wasser. Ansonsten war auf diesem Eiland nur ein kleiner Wald, denn die Blader auch gleich durchforsteten. Mit Glück! Hiro hatte anscheinend nicht erwägt sie im freien schlafen zu lassen, sondern ihnen ein großes Haus zur Verfügung gestellt. ,, Was hab ich nicht für einen tollen Bruder!" rief Tyson glücklich über ein Dach über dem Kopf aus. Die anderen schauten ihn mit missbilligten Blick an und signalisierten ihn damit, dass sie da nicht ganz Tysons Meinung waren. Für sie war Hiro der Grund allen Übels. ,, Lasst uns rein gehen!" schlug Max schließlich vor und erklomm die Stufen bis zu der riesigen, hölzernen Eingangstüre. Die anderen folgte seinem Beispiel und Tyson öffnete die Türe. Sie knarrte und gab ihr inneres frei.
 

Vorsichtig betraten die Beyblader das Haus und fanden sich in einer alten Villa wieder. Eine Wendeltreppe führte in das obere Stockwerk und eine andere einen Stock tiefer. Tyson und Kai beschlossen zuerst die untere Etage zu durchsuchen, während Ray und Brooklyn sich der oberen zuwanden und Daichi sich mit Max dem Keller widmete. Sie verabredeten sich in zehn Minuten wieder hier, als ob sie sich verlaufen könnten. Tyson stieß mit aller Kraft eine Tür auf und stolperte in ein recht gemütlich eingerichtetes Wohnzimmer. ,, Na hier lässt sich's aushalten!" verkündete er strahlend, während er sich auf dem blauen Sofa niederließ und den großen Kamin begutachtete. Kai nickte nur zur Antwort und zog die himmelblauen Vorhänge auseinander, um einen Blick nach draußen werfen zu können. Man konnte von dem Wohnzimmer auf das Meer schauen, welches jetzt eine orangerote Farbe angenommen hatte.
 

,,Ach das ist ja gar nicht so schlecht!" verkündete Brooklyn gutgelaunt, während er und Ray die oberen Zimmer begutachteten. Hier oben waren nur Schlafräume und ein kleines Bad, alles äußerst edel eingerichtet. Was Ray allerdings Sorgen machte war die Anzahl der Schlafräume, nämlich genau drei. Das teilte er auch Brooklyn mit und fragte ihn ob er noch andere Schlafmöglichkeiten gesehen hätte. Der EX Bega Blader schüttelte leicht den Kopf und ließ sich auf einem rotem Bett sinken. ,, Wir könnten uns doch ein Zimmer teilen!" schlug Brooklyn vor. Ray wusste das ein Zimmer teilen auch in diesem Falle heißen würde ein Bett teilen und war sich deswegen seiner Antwort nicht sicher. Er zögerte und trat verlegen von einem Fuß auf den anderen. Plötzlich senkte sein gegenüber den Kopf, so dass Ray dessen Gesicht nicht mehr sehen konnte. ,, Verstehe!" antwortete Brooklyn in einem holen Lachen. ,, Du vertraust mir also auch nicht. Was hab ich mir nur wieder eingebildet! Coach Hiro meinte ich würde euch näher kommen, wenn ich hier mitfahren würde. Doch dem ist nicht so. Ihr hasst mich!" Ray starrte geschockt auf Brooklyn, dessen Worte für ihn sehr überraschend kamen. ,, Aber, aber!" versuchte er abzuwehren. ,, Keiner hasst dich! " Auf einmal stand Brooklyn mit einem Ruck auf und schrie ihn zornentbrannt an. ,, Was weißt du schon? Keiner hasst dich?! Das ich nicht lache, ich wurde mein Leben lang gehasst und jetzt kommt so ein Neunmalklug, wie du, daher und will mir das Gegenteil erzählen? Ich wurde mit dem Talent zu beybladen geboren und deswegen hatte ich nie Freunde. Weil ich perfekt war wurde ich gemieden und ihr seid da genauso! Ihr habt doch alle keine Ahnung!" Eine schwarze Wolke umgab Brooklyn und eine rote Substanz glimmte in seinen türkisen Augen auf. Es sah aus, als würde er durchdrehen. Ray wich einen Schritt zurück und hielt sich die Hand vor den Mund. Ihm war plötzlich furchtbar schlecht. Was zum Teufel ging hier ab? Das war doch nicht mehr normal! Die Wolke um Brooklyn breitete sich immer weiter aus und erfüllte jetzt schon das halbe Zimmer. Dazu kam noch ein ziemlich hysterisches Lachen und Ray machte sich jetzt ernsthafte Sorgen um Brooklyn. Er versuchte einen Schritt durch die Wolke auf seinen Gegenüber zuzugehen, doch sobald er mit der Wolke in Berührung kam, wurde ihm wieder Übel. Er konnte keine klare Gestalt mehr erkennen und die Wolke raubte ihm seine ganze Kraft. Erschöpft ließ er sich auf den Boden sinken und ein Hustschwall überkam ihn. ,, Brooklyn! Hör auf!" keuchte er, mit aller Kraft dagegen ankämpfend nicht in die Ohnmacht abzudriften. Brooklyn antwortete ihm, doch die Worte kamen nicht mehr bei ihm an. Er rang nach Atem, doch der Sauerstoff wurde ihm knapp. Sollte das jetzt das Ende sein? Ray wollte schreien, doch fehlte ihm jegliche Kraft dazu. Nein, er wollte nicht sterben.
 

Mit allen Kräften kämpfte er gegen den Schmerz in seinem Körper an. Immer wieder überkamen ihn Schwindelgefühle und er war schon knapp davor aufzugeben, als ihn plötzlich jemand am Arm packte und aus der Wolke zog. Er konnte nicht erkennen, wer dieser jemand war, wusste nur, dass er ihm sehr dankbar war. Seine Lungen fühlten sich wieder mit Luft und er spürte wie sein Körper von einem warmen Schauer überzogen wurde. Seine Augen tränten noch, doch wusste er das er außer Lebensgefahr war. Langsam beruhigten sich seine Augen wieder und die Gegenstände nahmen wieder Form an. Ray richtete sich auf, wobei seine Beine ihn kaum tragen mochten. Brooklyn saß zusammengekauert in der Ecke und ein leichter, schwarzer Vorhang umgab ihn noch. ,, Das ging ja gerade noch mal gut!" verkündete jemand hinter Ray. Der Chinese zuckte zusammen. Konnte das etwa? Aber das war doch nicht möglich. Langsam drehte er sich um und seine Augen weiteten sich. Also doch, er hatte sich nicht verhört. Aber was hatte das alles zu bedeuten?

3. Keine Ruhe für Ray

Hallo an alle^^.

Also ich denk es ist mal an der Zeit etwas zu diesem Fanfic zu sagen. Es ist mein erstes Fanfic also nicht erschlagen, wenns so schlecht ist. Aber ich gebe mir mühe^^. Bitte auch die Rechtschreibfehler großzügig übersehen... Und vielen Dank an die Kommischreiber .Ich freu mich riesig * wie ein Flummiball durch die Gegend hüpf*. Schön weiter eure Meinung sagen XD. Sonst weiß ich ja nicht wie es euch gefällt. Aber genug geredet weiter geht's

Eure InoChan11
 

Ray stand immer noch wie angewurzelt da. Ihm fehlten kurz gesagt die Worte. Er musste träumen, das bildete er sich ein. Vor ihm konnte einfach nicht der Boss der Blitzkriegboys stehen. Den hätte er doch sicher im Flugzeug bemerkt oder wenigstens beim Fallschirm springen. Allzu viele Leute segelten da ja nicht durch die Luft. ,, Hallo." Begrüßte ihn Tala freundlich. ,, Äh...hallo." Ray war immer noch wie vom Donner gerührt. Langsam wurde ihm das alles zu viel. Bei der nächsten Gelegenheit gedachte Ray einen Strick zu nehmen und Hiro zu erschießen. Nein, er würde ihn doch lieber mit einer Pistole erhängen! Oder doch andersrum? Er war schon völlig verwirrt. ,, Hey Ray! Du schaust wie ein Auto beim parken. Hab ich dich so erschreckt?" Wie bitte schaute er? Wie ein Auto im Laken? Wie schaute denn ein Auto im Laken? ,, Hallo! Lebst du noch?" fragte ihn der rothaarige Russe, während er Ray mit der Hand vor der Nase rumfuchtelte. ,, Äh ja ..das heißt nein, also ich weiß nicht!" Ray verhaspelte sich total. Er versuchte angestrengt einen logischen Satz auf die Reihe zu bringen. ,, Kennen dich die anderen schon?" fragte er Tala konzentriert. Na toll, das war jetzt logisch! Tala runzelte die Stirn. ,, Ich denke schon das sie mich kennen! Kai zum Beispiel kennt mich schon ziemlich lang." Ray nickte langsam, bevor er wie verrückt den Kopf schüttelte. ,, Nein, ich meine ob sie wissen das du hier bist." Der andere Junge verneinte und wich vorsichtig einen Schritt von Ray zurück. Der Chinese war ihm nicht ganz geheuer. Ray war sich im Moment selber nicht geheuer. Er war furchtbar müde und er sehnte sich nach einem Bett.
 

Plötzlich konnte man Schritte auf der Treppe vernehmen und wenig später waren die anderen vier bei ihnen. ,, Ray, Brooklyn wir wollten uns doch in zehn Minuten wieder unten treffen. Habt ihr keine Uhr oder was? Man ihr solltet doch..." weiter kam Tyson nicht, da hatte er Tala entdeckt. ,, Tala, alter Kumpel! Was machst du hier?" Tyson sprang vor Freude im Dreieck, was Ray noch mehr verunsicherte. Der Russe lächelte: Ich erkläre es euch gleich! Am besten wir gehen runter ins Esszimmer und bereden alles in Ruhe." Tala wollte sich zum gehen wenden als ihn Kai schroff von der Seite anfuhr. ,, Hey und was ist mit dem da?!" Er zeigte mit dem Finger auf Brooklyn, der immer noch in der Ecke kauerte. ,, Lass ihn liegen." erklärte ihm Tala und ging die Wendeltreppe hinunter. Daichi, Max und Tyson folgten ihm und auch Ray wollte sich daran machen zu gehen, als ihn Kai plötzlich an die Schulter fasste. Für Ray war diese Berührung wie ein heftiger Stromschlag. Doch von einer Sekunde auf die andere war es schon wieder vorbei und der Anführer der White Tiger X dachte er habe es sich nur eingebildet. ,, Was ist hier passiert?" wollte Kai von ihm wissen. Ray erklärte es ihm kurz und bündig und Kais Gesicht nahm einen Ausdruck an der in allen Details Abscheu wiederspiegelte. Kai knurrte etwas unverständliches und ging an Ray vorbei die Treppe hinunter. Der Chinese blickte noch einmal zu Brooklyn bevor er sich auch auf den Weg zum Esszimmer machte.
 

Das Esszimmer wurde von einem großen Tisch ausgefüllt über dem ein Kronleuchter angebracht war. Das ganze Haus war ja luxuriös, aber dieses Esszimmer topte dies alles noch. An den Wänden waren überall Verziehrungen angebracht und die Stühle waren mit Samt überzogen. Woher hatte Hiro das ganze Geld? Wenn er scheinbar schon recht reich war, könnte er das Geld nicht für etwas sinnvolleres ausgeben als sie hier alle in den Wahnsinn zu treiben? Die Blader nahmen Platz. Tala lächelte erst mal in die Runde, bis er anfing zu erklären. ,, Also wie ihr wisst seid ihr hier auf einem Selbstständigkeitstraining, das Hiro organisiert hat!" Den Name hätte Tala wohl besser nicht erwähnen sollen, denn schon wurde er mit bösen Blicken gestraft. Der Russe räusperte sich und es ging weiter im Text: ,, Also und ich bin hier sozusagen euer Lehrer. Soll heißen ich bin hier der Boss kapiert! Was ich sage zählt!" Dabei blickte er vor allem Kai scharf und eindringend an. ,, Ihr werdet Aufgaben zu verrichten haben und auf jede Aufgabe gibt es Punkte." Alle starrten den rothaarigen Blader ungläubig an. ,, Sind wir hier im Kindergarten, oder was?" fragte Daichi gereizt, dem das alles hier zu blöd wurde. Tala stützte sein Gesicht auf die Hände und überging Daichi einfach. ,, Es gibt auch Minuspunkte, die ich bei nicht gemeisterter Aufgabe oder Ungehorsam verteilen werde!" Dabei musterte er Kai erneut. Ray war das alles momentan egal. Für ihn war das hier genug für einen Tag. Er wollte einfach nur schlafen... ein weiches Bett und.... ,, Ray, Hey! Das hier wird dein erster Minuspunkt!" Ray konnte Talas Stimme ganz nah an seinem Ohr hören. Wieso erhielt er einen Minuspunkt? Kon öffnete die Augen bevor ihm gewahr wurde das er sie überhaupt geschlossen hatte. Anscheinend war er kurz eingenickt, denn alle schauten ihn an. Er richtete sich auf und starrte in Tala eisblaue Augen. ,, Wenn du das nächste mal einschläfst, schnarch wenigstens nicht so laut!" fuhr er ihn an. Ray wurde urplötzlich rot und mied den Blick zu seinen Teamkameraden. Tala holte tief Luft und redete ihm scharfen Ton weiter.,, Wie auch immer! Am besten wir essen jetzt zu Abend und ihr solltet dann ins Bett gehen, da manche von euch anscheinend äußerst müde sind." Ray schaute beschämt zu Boden. ,, Ich werde die Lunchpakete, die Hiro vorbereiten ließ, holen und ihr wartet hier solange!" Als Tala das Zimmer verlassen hatte, kehrte urplötzlich schweigen ein.

Anscheinend war Ray nicht der einzige den die Reise mitgenommen hatte, bei näherem hinsehen waren alle Blader ziemlich am Ende und jeder sehnte sich nach einem ruhigen Schlafplatz. ,,Ich hab oben nur drei Schlafräume entdecken können. Habt ihr vielleicht noch welche gesehen?" fragte Ray vorsichtig. Die Blader schauten sich an und schüttelten die Köpfe. ,,Im Keller war nur noch ein verschlossener Raum, aber ansonsten haben wir nichts vorgefunden." Berichtete Max den anderen. Ray seufzte und betrachtete gedankenversunken die Tischplatte. ,, Hier euer Abendessen." Tala war gerade wieder zur Tür hereingekommen und stellte vor jedem ein Lunchpaket ab. Hungrig packte Ray seines aus, als ihm schlagartig der Appetit verging. ,,Was soll denn das sein?" würgte er gequält heraus, während er sein fragliches Abendessen betrachte. Auch die anderen verzogen angewidert ihr Gesicht. Tala zuckte unwissend mit den Schulten. ,, Esst es einfach!" erwiderte er nur gelangweilt. Ray dachte aber bei sich das dieses Essen wohl kaum genießbar war, doch sein Magen machte ihn darauf aufmerksam, dass er seit Stunden nichts mehr gegessen hatte und so blieb Ray und seinen Freunden nichts anderes übrig als besagtes zu essen. Zum Glück haben die Blader nie erfahren was sie da zu sich genommen hatten, ansonsten wäre dem ein oder anderen dieses wieder herausgekommen. Aber da sie es nicht wussten, aßen sie es notgedrungen und gingen jetzt an die Schlafräume Verteilung.
 

,, Ich hab ein Einzelzimmer im Keller, ihr müsst immer zu zweit ihn ein Zimmer." Berichtete ihnen Tala. Alle schauten sich eine Zeit lang an, bis Tyson das Wort ergriff: ,, Mir ist es egal mit wem ich ein Zimmer teile, ich würde vorschlagen wir losen aus." ,, Keine schlechte Idee." Die Beyblader fuhren herum und sahen Brooklyn an der Tür stehen. Er war also wieder bei Verstand und sein Lächeln haftete wieder auf seinen Lippen. Tala rückte ein Stück zu Max hin und bot dann Brooklyn einen Stuhl an. Dieser nahm das Angebot dankend entgegen und gesellte sich zu ihnen. Tyson hatte währenddessen Zettel gefaltet auf denen er ihre Namen eintrug. Dann hielt er diese Kai unter die Nase, damit dieser ziehen konnte. Kai knurrte noch etwas von wegen er wolle das Einzelzimmer haben, zog dann aber doch. ,, Was hab ich nicht für ein ungemeines Glück!" grummelte Kai sarkastisch, als er sich den Namen auf den Zettel angeschaut hatte. Dann stand er auf und verließ mit den Worten ,, Daichi du schläfst auf dem Boden", das Zimmer." Kurz darauf rannte ihm ein wütend schreiender Daichi hinterher. ,, Jetzt du Maxi!" ermutigte ihn Tyson. Max nickte und zog einen Zettel aus Tysons Hand. ,, Wir werden uns ein Zimmer teilen, Tyson!" lächelte er darauf seinen Freund an. Der Japaner nickte und damit stand für Ray fest das er mit Brooklyn im selben Raum schlafen musste. Na super! Hoffentlich bekam der nicht wieder einen seiner Anfälle, er wollte nicht an einer schwarzen Rauchwolke sterben! Seufzend erhob er sich vom Tisch und verließ von Brooklyn gefolgt den Raum.
 

Ray und sein Zimmergeselle hatten das kleinste der drei Zimmer erhalten, was Rays Stimmung nicht gerade hob. Er hatte gerade begonnen sich umzuziehen, als ihn Brooklyn auf einmal etwas fragte. ,, Ah du Ray, könnte ich mir vielleicht eine Unterhose von dir leihen?" Der Chinese hätte am liebsten laut nein geschrieen, doch Ray wäre nicht Ray wenn er ihm nicht geholfen hätte. Kon litt nun mal an einem Helfersyndrom und so gab er dem anderen Jungen das gewünschte Kleidungsstück. Als dann endlich das Licht ausgeschalten war und die beiden im Bett lagen, dachte Ray er könne jetzt endlich in ruhe einschlafen. Doch da kannte er Brooklyn schlecht, denn dieser dachte nicht im geringsten ans einschlafen und sprach ihn deshalb an: ,, Du Ray?" Der Chinese betete still das er seinen Mund halten würde, aber als das scheinbar nicht der Fall war und der andere ihn jetzt anzuschubsen begann, beschloss er doch, um sein Leben nicht zu gefährden, eine kleine Unterhaltung mit ihm zuführen. ,, Was ist?" gab er matt zurück. ,, Sag mal Ray, was glaubst du ist für Menschen das wichtigste?" Angesprochener stutzte. Was war den das für eine Frage? Er überlegte einen Moment und antwortete dann. ,, Ich weiß nicht, vielleicht Respekt?" Der Ex Bega schüttelte den Kopf. ,, Das bezieht sich zu sehr auf andere Menschen." Ray betrachtete den Jungen der neben ihm lag skeptisch. Was wollte Brooklyn nur hören? Er versuchte es dennoch noch mal. ,, Liebe?" Auf Brooklyns Gesicht machte sich ein spöttisches Lächeln breit. ,, Nein Ray, das klingt zu sehr nach Disney Land!" Er schaute ihn mit seinen türkisen Augen mitleidig an. ,, Ich werde es dir sagen. Es ist die Notwendigkeit!" ,, Was soll das heißen?" Ray verstand nicht ganz was Brooklyn meinte. ,, Ray, jeder Mensch strebt nach dem notwendigsten zum Leben. Nahrung, Wasser, einen Platz zum wohnen. In dieser Beziehung ist jeder Egoistisch, weil jeder Mensch nur versucht zu überleben. Und jetzt überleg mal, was passiert wenn man einem Menschen die Notwendigkeit wegnimmt. Stirbt er dann? Auf Dauer schon, aber sobald er nur wieder einen Funken Hoffnung sieht, lebt er weiter. Ist das nicht jämmerlich? Wir leben eigentlich nur um zu überleben, eben einfach nur um den Tod noch etwas hinaus zu zögern. Warum tun Menschen so was? Ich sehe keinen Sinn dahinter!" Ray blinzelte nachdenklich. Was labberte Brooklyn da nur für einen Psychomist? Langsam bekam er Angst vor ihm. Der Typ war selbstmordgefährdet. ,, Weißt du Brooklyn, ich glaub du machst dir zu viele Gedanken. Menschen haben aus einem bestimmten Grund Angst vor dem Tod. Denn hätten sie das nicht, währen sie alle so wie du und versuchten gar nicht aus ihrem Leben etwas sinnvolles zu machen. Du solltest mehr über das Leben als über den Tod nachdenken, denn ansonsten wirst du ja immer in Sorge leben und dich am Ende dafür selber hassen. Außerdem kann man nicht hinter allem einen Sinn sehen oder was für einen Sinn hätte das beybladen? Dieses Spiel macht einfach Spaß! Spaß haben, lieben, weinen, lachen das gehört doch schließlich alles zum Leben und nicht nur das streben nach dem notwendigsten. Denk mal drüber nach und jetzt würde ich vorschlagen wir schlafen endlich. Es war nämlich ein ziemlich anstrengender Tag!" Brooklyn lächelte ihm zu, ein anderes Lächeln als das was er sonst immer eingemeißelt herumzeigte. Irgendwie netter, echter! ,, Danke, Ray! Gute Nacht. Erwiderte er und zog sich die Decke über die Schultern. Wenig später waren beide eingeschlafen.
 

Am nächsten Morgen kitzelten die warmen Sonnenstrahlen, die durch das Fenster in das Zimmer der beiden Jungen fielen, Ray wach. Er öffnete verschlafen die Augen und richtete sich mühsam auf. Noch etwas müde blickte er neben sich und sah Brooklyn friedlich schlummern. Er erschrak. Was machte dieser Kerl in seinem Bett? Hatte er etwa...? Erleichtert erkannte Ray das er seine Kleider noch anhatte und seine Befürchtungen lösten sich auf. Er blickte im Zimmer umher, Moment das war nicht sein Zimmer! Schlagartig kamen alle Erinnerungen an den vorigen Tag wieder zurück! Jetzt im hellen Tageslicht betrachtet, kam ihm das ganze noch bescheuerter vor. Worauf hatte er sich da nur eingelassen? Halt, was hieß da er? Das hier war ja schließlich alles Hiros Schuld, genau Hiro war der Verantwortliche! Irgendwie fühlte es sich gut an die ganze Schuld auf Hiro zu schieben. Ray kletterte aus dem Bett und zog sich seine chinesischen Klamotten über, dann schlich er sich leise aus dem Zimmer. Er hatte kaum die Türe geschlossen und sich umgedreht, da knallte er plötzlich mit voller Wucht gegen jemanden. ,, Tschuldigung!" murmelte er und taumelte zurück. Na toll, jetzt hatte er sich wahrscheinlich noch die Nase gebrochen! Der Tag fing ja richtig toll an! Er blickte in Kais violette Augen, die jetzt einen Rotschimmer inne hatten. Ausgerechnet mit Kai musste er zusammen rennen. Dieser allerdings sagte kein Wort zu dem ganzen und ging einfach an Ray vorbei. Was anderes war Ray auch nicht von dem Russen gewohnt und so machte er sich auf den Weg in das Esszimmer.
 

Was ihn dort erwartete lies ihn aufschreien. Überall war Blut, an den Wänden, auf dem Tisch sogar der Kronleuchter hatte seinen Teil abbekommen. ,, Morgen Ray!" begrüßte ihn Tyson schlechtgelaunt. Der Chinese blickte den Jungen an, der sich jetzt mit einem Putzeimer daran machte das Blut wegzuwischen. Ray betrachtete ihn geschockt. Als Tyson seine Blicke im Nacken bemerkte erwiderte er: ,, Ich kann verstehen das du geschockt bist. Das bin ich auch. Daichi veranstaltet die ganze Sauerei mit dem Ketchup hier und ich darf es bereinigen!" Ray war erleichtert. Hatte er das hier doch tatsächlich für Blut gehalten! ,, Warum macht Daichi so was?" fragte Ray Tyson irritiert. Dieser zuckte mit den Schultern. ,, Frag ihn selbst! Er ist im Wohnzimmer." Ray machte kehrt und ging Richtung Wohnzimmer, welches er sogar ziemlich schnell fand. Dieses sah ungefähr genauso schlimm aus wie das Esszimmer, wenn nicht sogar noch schlimmer. Daichi kniete auf dem Boden und schruppte einen Sessel. ,, Ah Daichi?" fragte Ray unsicher. Daichi schrie im just in diesen Augenblick an. ,, Klappe, Tyson. Ich will nichts von dir hören. Du bist an allem Schuld. Wärest du nicht auf die dumme Idee gekommen Mord im verschlossenen Zimmer zu spielen, hätten wir jetzt nicht das Schlamassel. Und Tala hätte auch von dem ganzen keinen Wind bekommen; Wenn Max ordentlich Schmiere gestanden hätte. Aber nein, der macht sich lieber ein paar Eier mit Senf! Ganz toll und ich bin jetzt hier das Opfer! Du brauchst auch gar nicht zu jaulen, dass du jetzt das Esszimmer putzen musst. Das hätten wir gar nicht beschmutzen müssen. Nur weil du Max ärgern wolltest. Aber wie heißt es so schön, wer im Glashaus sitzt fällt selber in die Grube!" Ray konnte es sich jetzt ersparen nach dem Grund dieses Chaos zu fragen. ,, Ich bin es Daichi." Teilte er ihm noch mit bevor er sich umdrehte. ,, Ach ja und das heißt entweder wer anderen eine Grube gräbt fällt selbst hinein oder wer im Glashaus sitzt sollte nicht mit Steinen werfen!" Ray zog gerade noch rechtzeitig die Tür zu, ansonsten hätte ihn wahrscheinlich irgendein Gegenstand, den Daichi nach ihm geschleudert hatte am Kopf getroffen. Seufzend entschied Ray sich dafür ein wenig raus zugehen, da er weder das Esszimmer noch das Wohnzimmer betreten konnte und er auch nicht scharf darauf war Tala oder Kai zu begegnen.
 

Draußen war es schon ziemlich warm und das Meer rauschte hörbar. Ray ging am Strand entlang und beobachtete wie das Wasser seine Spuren wieder verwischte. Der Himmel war wolkenlos und Ray atmete genüsslich die Seeluft ein. Das war doch eigentlich eine tolle Gelegenheit um etwas zu trainieren. Also holte er Drigger aus seiner Innentasche und steckte ihn an den Starter. ,, Los!" schrie er und feuerte seinen Blader gen Himmel. Plötzlich schoss ein anderer Blade hervor und schubste Drigger aus seiner Bahn, so dass er ins Meer geschleudert wurde und die Wellen ihn wieder an Land spülten. ,, Wer..?" fragte Ray und blickte sich um. ,, Du bist mir für heute morgen noch etwas schuldig!" Die Stimme kam vom Dach und dort stand auch die Person der die Stimme gehörte. Kai! Sein Schal flatterte in dem leichtem Wind kaum und doch schien er immer in Bewegung. ,, Ach und was bin ich dir schuldig?" fragte ihn Ray genervt. Kai sprang mit einem Satz vom Dach hinunter in den Sand und hielt seinen Starter mit Dranzer vor sich. ,, Ein Match!" erwiderte er wortkarg. Ray zog die Augenbraue nach oben. ,, Ach, ich dachte du bladest nur noch gegen Tyson, da dir jeder andere Gegner zu schwach ist." ,, Der ist gerade beschäftigt!" gab Kai zurück. Ray biss sich auf die Lippe, er mochte Kais Einstellung nicht gerade. ,, Und da bin ich jetzt deine Notlösung oder was?" fragte Ray knirschend. Er hatte keine Lust sich von Kai verarschen zu lassen. ,, Nein." Erwiderte dieser trocken. ,, Die Notlösung wäre Max gewesen!" Dieser Satz baute Ray jetzt nicht gerade auf. Er hob seinen Starter. Nun würde er Kai mal zeigen, dass auch er ein wahrer Blader war und das man ihn gefälligst ernst zu nehmen hatte. Auf drei schossen ihre Blades aufeinander zu und prallten mit voller Wucht aneinander ab. Ray wurde von diesem Druck der sich dabei aufbaute ins Meer geschleudert. Er schmeckte kurz den Geschmack von Salzwasser im Mund, richtete sich jedoch sofort wieder auf. Er erteilte Drigger den Befehl Dranzer anzugreifen, prallte jedoch an ihm ab. Nie hätte er sich träumen können das Kai so stark war. Ein hämischen Grinsen zeichnete sich auf dessen Gesicht ab und Ray lief ein eiskalter Schauer den Rücken hinunter, dessen Ursprung nicht von seinen nassen Kleidern herrührte. Drigger schlingerte und hatte mühe weiter zu kreiseln. Verflucht, so schnell konnte er sich doch von Kai nicht besiegen lassen. Er feuerte Drigger noch einmal an und lotste Dranzer ins Wasser. Perfekt. Ein Feuerbitbeast wie Dranzer hatte im Wasser eindeutige Nachteile und er konnte sich mit seinem Elektrobitbeast einen Vorteil verschaffen. ,, Los, Drigger!" rief er und der Tiger erschien mit einer gewaltigen Donnerattacke. Da Wasser Strom leitete traf er Dranzer zwar mit voller Wucht, doch hatte er vergessen, dass er selbst noch im Wasser stand. Die Elektrizität fuhr durch seinen ganzen Körper und Ray schrie vor Schmerzen auf. Sofort hörte Drigger auf mit seinen Donner und blieb bewegungslos im Sand liegen. Ray hielt sich den Kopf, in dem es furchtbar pochte. Seine Haare standen ihm zu berge und seine Kleider waren elektrisch aufgeladen. Als der Schmerz sich etwas gelegt hatte begriff er, dass er den Kampf verloren hatte. Kai war nicht zu unrecht bei der letzten Weltmeisterschaft ins Finale gekommen. Der Russe hatte das Beybladen echt drauf. ,, Alles in Ordnung?" fragte Kai ihn in seinem natürlichen kalten Tonfall. Ray zwang sich zu einem nicken. ,, Gut." Bemerkte Kai, dann drehte er sich um und ging mit wehendem Schal davon, Richtung Haus. Ray schritt langsam aus dem Wasser und hob Drigger aus dem Sand. ,, Tut mir echt leid!" sagte Ray niedergeschlagen zu seinem Beyblade. Dieser leuchtete grün auf und Ray musste lächeln. ,, Du hast recht, dann werden wir einfach noch mehr trainieren!" Damit machte auch er sich wieder auf den Weg zurück.
 

Nachdem Frühstück( das Esszimmer war mittlerweile wieder einigermaßen sauber), erhob sich auf einmal Tala. ,, Wir werden jetzt den heutigen Tagesplan durchgehen." Verkündigte er und ließ wie ein Geier den Blick kreisen. ,, Der macht mir Angst!" flüsterte Max Ray ins Ohr. Genervt wischte dieser sich die Spucke, die Max dabei hinterlassen hatte, aus dem Ohr. ,, Ich habe euch in zwei Gruppen geteilt. Jede Gruppe hat eine andere Aufgabe zu verrichten. Aber verlasst euch drauf, dass beide gleich schwer sein werden. Ihr müsst gegen die andere Gruppe kämpfen indem ihr Punkte bekommt. Wir machen jeden Tag eine Aufgabe, einen Monat lang. Die Gewinnergruppe darf nach einem Monat zurück nach Japan. Die Verlierer bleiben einen weiteren Monat hier." Alle hatten das Bedürfnis Tala an den Hals zu springen und ihn zu erwürgen, sie hätten es auch getan, wüssten sie nicht das, das alles Hiros Idee war. ,, Zur Gruppeneinteilung." Sprach Tala weiter. ,, Tyson, Daichi und Max werden in einer Gruppe sein und Ray, Brooklyn und Kai befinden sich in der anderen. Hiro hat für jede Gruppe einen Gruppensprecher eingeteilt, bei euch ist es Tyson und euer Anführer wird Brooklyn sein. Eure Aufgaben finden nicht zeitgleich statt, da wir nicht so viel Platz auf der Insel haben. Zuerst kommt Tysons Gruppe dran, weil ich befürchte das sie sonst noch mehr Mist anstellen." Die Blader schauten sich geschockt an. Kai hatte einen Gesichtsausdruck drauf, der seine sonstige Griesgrämigkeit noch topte. ,, Also ihr drei folgt mir, bitte." Sagte Tala an Tysons Gruppe gewand. Die drei taten wie ihnen geheißen und ließen die anderen alleine zurück.
 

Augenblicklich trat Stille ein. Ray schaute seine Gruppenmitglieder von der Seite an. Er mochte zwar alle seine Teammitglieder aber er wäre doch lieber mit Tyson und den anderen in einer Gruppe. So war er jetzt mit einem Eisklotz und einen Psychoheini zusammen. Ray seufzte auf, einen Monat mussten sie hier bleiben. Im schlimmsten Fall sogar zwei. Doch Ray sah gute Chancen zu gewinnen, solange die beiden anderen den Mund nicht aufmachen mussten. Eine geschlagene Stunden saßen sie im Esszimmer und außer als Brooklyn sich mal kurz nach der Uhrzeit erkundigte, sagte keiner ein Wort. Plötzlich betrat Tala gefolgt von den anderen dreien das Zimmer. Sie sahen zerkratzt, müde und niedergeschlagen aus. ,, Eure Gegner haben fünf Punkte bekommen, die Minuspunkte bereits abgezogen. Das gilt es jetzt von euch zu schlagen. Also los folgt mir!" Die drei erhoben sich und Ray schenkte den anderen einen aufmunterten Blick, obwohl er solch einen jetzt selber gebrauchen könnte. Tala führte sie aus dem Haus und quer über die kleine Insel. Bei jedem Schritt wurde es Ray mulmiger zumute. Er kannte mittlerweile Hiros kranke Ideen nur zu gut und wollte deswegen diese Aufgabe gar nicht bewältigen. Tala stoppte vor dem offenen Meer.
 

,,Hier!" sagte er und zeigte auf die Wasseroberfläche. Ray schluckte. Was sollten sie hier machen? ,, Eure Aufgabe ist folgende: Unter diesem Meer befindet sich eine kleine Grotte, in der ihr atmen könnt. In dieser Grotte wächst das Meerjungfrauengras." Tala hob eine kleine, rötliche Pflanze empor. ,, Diese müsst ihr abpflücken und unbeschädigt herbringen. Wer vor erreichen der Grotte wieder auftaucht bekommt einen Minuspunkt. Wer ohne die Pflanze wieder kommt ebenfalls. Für jedes ans Ufer gebrachte Gras gibt es einen Punkt. Man darf pro Tauchgang nur ein Gras pro Person mitnehmen, ansonsten gibt es Minuspunkte. Ihr habt fünf Minuten Zeit. Los geht's." Die drei starten zuerst sich und dann Tala entgeistert an. Was für ein Unsinn! ,, Die Zeit hat bereits angefangen!" ermahnte sie Tala, als keiner Anstalten machte sich ins Wasser zu stürzen. Ray nahm seinen Mut zusammen und ging ins Meer. Etwas später waren die anderen beiden bei ihm und auf drei tauchten sie ab. Das Wasser hatte eine grünlich-blaue Farbe und unzählige Fische schwammen hier unten herum. Eigentlich wäre es hier richtig schön, wenn man nicht gerade auf der suche nach einem Meerjungfrauengras war. Kai gab ihnen ein Zeichen, dass er die Grotte entdeckt hatte. Ray und Brooklyn folgten ihm. Als sie den Eingang dieser erreicht hatten, schoss plötzlich ein Hai aus dem dunklen Inneren der Grotte hinaus. Er streifte Ray seitlich und schwamm auf nie mehr wiedersehen davon. Diese Begegnung hatte den Chinesen nicht gerade ermutigt in diese Grotte zu schwimmen, wahrscheinlich waren Haie noch das harmloseste was darin lauerte. Doch da Kai und Brooklyn schon in ihr verschwunden waren und ihm langsam auch die Luft knapp wurde, schwamm er doch in das dunkle Innere hinein. Kaum war er ins Innere geschwommen, konnte er seine eigene Hand nicht mehr vor Augen sehen. Die Dunkelheit umgab ihn völlig und Rays Herzschlag setzte für einen Moment aus. Plötzlich spürte er den weichen Boden unter seinen Füßen und er stellte sich mit einen Ruck hin. Seine Lugen füllten sich mit der feuchten Luft, die hier drin herrschte. ,, Kai, Brooklyn!" rief Ray die anderen beiden verzweifelt. ,, Ray!" Kais Stimme kam von weiter hinten und Ray bewegte sich einen Schritt auf ihn zu. ,, Ray, wir sollten hier raus!" rief Kai mit erstickter Stimme. Der Chinese schnaufte, schließlich hatte auch er nicht vorgehabt hier zu übernachten. Aber erst brauchten sie dieses Gras, ansonsten währe die ganze Mühe ja umsonst gewesen. ,, Du verstehst nicht!" knurrte ihn der Russe an. ,, Brooklyn ist unmächtig. Wir müssen ihn hier raus bringen." Ray wollte für einen Moment vorschlagen, dass sie ihn einfach da lassen könnten, doch er schluckte die Bemerkung brav herunter und willigte ein wieder nach oben zu schwimmen. Oben angekommen stellte Tala wütend fest das keiner der drei ein Meerjungfrauengras dabei hatte und das sie schon zu viel Zeit vertrödelt hatten, als das sie noch einmal hätten runterschwimmen können. Die Erklärung das sie nur Brooklyn hatten helfen wollen, minderte Talas Wut nicht im mindesten und so setzte es null Punkte für ihre Gruppe.
 

Niedergeschlagen und Brooklyn hinter sich herziehend machten sie sich wieder auf den Rückweg. ,,Wir sollten es positiv sehen!" versuchte Ray seinen Kameraden aufzumuntern. Doch dieser knurrte nur etwas unverständliches und ging einen Schritt schneller.

,, Null Punkte? Das heißt wir liegen mit fünf Punkten in Führung!" stellte Max freudestrahlend fest, nachdem Ray ihm alles erklärt hatte. Brooklyn lag mittlerweile selig schlummernd auf dem Sessel und keiner hatte nur im mindesten Lust mal nach ihm zu sehen. ,, Du bist ja ein echtes Mathematikgenie!" antwortete Ray ihm abwesend. Er schleppte sich gerade die Treppenstufen zu seinem Zimmer empor, als Tyson und Daichi ihm entgegen kamen. ,, Hey Ray, wir haben ein Rätsel für dich!" sagte Tyson guter Dinge und der Chinese ahnte übles. ,, Also!" setzte jetzt Daichi an. ,, Was hat vier Beine und miaut?" Ray schaute die beiden an, die sich todessicher schienen, keiner könne ihr Rätsel lösen. ,, Eine Katze?" fragte er gelangweilt und die zwei anderen verzogen ihre Gesichter. ,, Er kannte das Rätsel schon!" erklärte Tyson Daichi und die beiden gingen an ihm vorbei. Genervt erklomm Ray die restlichen Stufen und ging in sein Zimmer um sich frische Sachen anzuziehen. Als er ein wenig später wieder nach unten ins Wohnzimmer ging, war keiner der anderen da. Nur Brooklyn stand an der Wand gelehnt und eine schwarze Wolke umgab ihn.
 

Nein, nicht schon wieder! Ray hatte langsam echt keine Lust mehr auf diesen Psychopaten! ,, Ah Brooklyn du bist also wieder bei Bewusstsein!" er versuchte nett zu klingen, doch Brooklyn fasste das offensichtlich falsch auf. ,, Schon klar! Ich weiß das es meine Schuld war, dass wir verloren haben! Das musst du mir nicht noch sagen. Ich gehe!" Bevor Ray überhaupt noch Zeit hatte zu reagieren war Brooklyn auch schon verschwunden. ,, Wir sollten ihm nach gehen bevor er die ganze Insel in die Luft sprengt!" Ray erkannte Kais Stimme hinter ihm und er drehte sich ruckartig um. ,, Gut!" erwiderte er, da er wirklich Angst hatte Brooklyn könnte sie alle in die Luft sprengen. ,, Aber ich schreib den anderen erst einen Zettel!" Ray suchte ungefähr fünf Minuten nach einem Stift und einem Papier bis er endlich eines gefunden hatte.
 

Hallo Leute,

Brooklyn hat wieder einen seiner Anfälle, er war ungefähr so aufgeregt wie meine Cousine und die will nächsten Monat heiraten. Egal, jedenfalls hab ich mich mit Kai auf den Weg gemacht ihn zu suchen.

Gruß Ray
 

,, Gut das sollte so gehen!" verkündete Ray und legte den Zettel auf den Wohnzimmertisch. Kai nickte und die beiden rannten los um Brooklyn zu suchen.
 

,, Wir sind wieder da!" rief Daichi gut gelaunt, während er sein Wasserglas durch die Luft schwenkte und damit den ganzen Boden wässerte. ,, Man, pass doch mal auf!" giftete ihn Tyson an und schubste ihn missmutig aus dem Weg. Was zur Folge hatte, dass Daichi ins Wohnzimmer stolperte und der Länge nach hin flog, nicht ohne sein Wasserglas über den Wohnzimmertisch fallen zu lassen. Dadurch entstand eine riesige Schweinerei und Tala fluchte hinter Tysons Rücken wütend. Daichi richtete sich auf, während er dem Beyblademeister die ganze Schuld gab. ,, Hey seht mal!" rief Max, der an die Unfallstelle gerannt kam.,, Ein Zettel! Aber ich kann wegen dem ausgeschütteten Wasser kaum etwas lesen. ,, Vielleicht ist es ja eine Schatzkarte!" rief Tyson begeistert aus und auch Daichi fand diese Idee große Klasse. ,, Gib mal her!" fauchte Tala und riss Max den Zettel aus der Hand. Es war wirklich kaum noch etwas zu entziffern, doch Tala versuchte sein bestes. " Also hier steht... Hallo Leute... will heiraten... Kai... Gruß Ray!" Tala schaute entsetzt von dem Papier auf und starrte die anderen entgeistert an. ,, Die Leute wollen das Kai heiratet?" fragte Tyson, der den Sinn dessen, was Tala ihm gerade vorgelesen hatte, nicht verstanden hatte. "Das klingt eher als wollte Ray Kai heiraten!" fügte Max hinzu. Augenblicklich trat Schweigen ein. "Das hätten sie uns echt früher sagen sollen!" unterbrach Tyson missmutig die Stille. " Jetzt hab ich nicht mal mehr Zeit ein Hochzeitsgeschenk zu besorgen!" Tala warf dem Weltmeister einen bösen Blick zu, bevor er sich umdrehte und Richtung Haustüre ging. ,, Ich werde die beiden suchen und heraus finden was es mit dem ganzen auf sich hat. Ihr bleibt hier und bewegt euch nicht von der Stelle, sonst zündet ihr noch das ganze Haus an, wie ich euch kenne!" Tyson schnitt hinter dem Russen eine Grimassen und kaum war Tala aus dem Haus verschwunden machte sich ein hämischen Lächeln auf seinem Gesicht breit. Das entging auch Max nicht und er hatte irgendwie keine gute Vorahnung dies bezüglich. Was wollte der Weltmeister nun schon wieder anstellen?
 

Ray und Kai hatten inzwischen die halbe Insel nach Brooklyn abgesucht, ohne sichtbaren Erfolg. ,, Wo steckt der Typ nur?" fragte Ray Kai, dem die Nerven langsam ziemlich blank lagen. ,, Brooklyn?" gab Kai zurück. ,, Ja, wenn sollte ich den sonst meinen?" Kai drehte sich blitzschnell zu ihm um. ,, Nein Ray! Brooklyn ist da oben!" Der Russe zeigte mit dem Finger hoch auf eine Klippe, von der es gut sieben Meter steil nach unten ging und unten im Wasser sich spitze Felsen auf taten. Auf genau dieser Klippe stand Brooklyn, die Arme vom Körper gestreckt, nahe am Abgrund. ,, Oh Gott, der Vollidiot wollte doch nicht etwa springen, um sich das Leben zu nehmen!" schoss es Ray durch den Kopf. Anscheinend hatte Kai gerade den gleichen Gedanken gehabt, denn er rannte auf den Ex- Bega Blader zu. Ray tat es ihm gleich und beide kamen keuchend hinter ihm zum stehen. ,, Brooklyn!" rief Ray und hielt sich seine stechende Seite. Langsam drehte angesprochener sich um und der Chinese blickte ihm direkt in die Augen. Sie waren so leer, so ohne jegliche Hoffnung. ,, Brooklyn!" wiederholte sich Ray. ,, Was zum Teufel tust du da?" Brooklyn gab ihm eine trockene Antwort: " Deine Realität ist meine Illusion!" Damit wandte er sich ab und blickte hinunter aufs Wasser. Super! Was sollte er denn nun mit diesem hirnrissigen Satz anfangen. Ray wollte Brooklyn am Arm fassen, doch dieser zog ihn ruckartig weg. ,, Wenn ich meinen gewünschten Besitz schon nicht bekommen kann, dann zeig ihn mir auch nicht ständig, nur um die Wunde zu vergrößern!" Schrie Brooklyn aus vollem Hals, ohne sie anzuschauen. Plötzlich stürzte sich Kai auf den orangehaarigen Jungen und drückte ihn zu Boden. ,, Es langt mir langsam! Für wenn hältst du dich eigentlich? Glaubst du etwa du hättest auf alles einen Anspruch? Manche Sachen sind eben einfach viel zu gut für so jemanden wie dich!" Das alles brach auf einmal aus Kai heraus und traf Brooklyn mitten ins Gesicht.

Ray verstand langsam die Welt nicht mehr und fing wieder an Hiro an allem die Schuld zu geben, obwohl der diesmal gar nichts dafür konnte. Aber Hiro war Rays Meinung nach ab jetzt immer Schuld. Denn wenn er nicht gewesen wäre, säßen sie jetzt nicht hier auf dieser einsamen Insel, Brooklyn hätte wahrscheinlich keinen Grund sich umzubringen, obwohl bei dem wusste man ja nie, und Kai würde nicht solch einen Unsinn erzählen. Auf einmal fing Brooklyn wie ein Irrer zu lachen an. Ray schaute bestürzt auf ihn hinunter und fragte sich ob er wirklich mit diesem Kerl in einem Zimmer schlafen könnte. Vielleicht war Brooklyn ja ein gemeiner Massenmörder, der von der Polizei steckbrieflich gesucht wurde und da er sich mit Hiro gut verstand, half er ihm ins Ausland zu fliehen. Da Brooklyn aber nicht leben konnte ohne zu töten, hatte Hiro sie alle mit auf diese Insel gebracht, als Ahnungslose Opfer. Oh Gott, was wenn das alles stimmen sollte? Aber hätte Hiro seinen eigen Bruder diesem Psychopaten ausgeliefert. Vielleicht hat Brooklyn Hiro bestochen. Aber vielleicht ging auch einfach Rays Fantasie gerader mit ihm durch.
 

Brooklyn hatte sich gerade wieder beruhigt und schaute jetzt Kai siegessicher an. "Schön Kai, du willst es ja offensichtlich nicht anders. Ab jetzt werde ich alle Register ziehen!" Dann packte er Kai brutal an den Haaren und zog ihn nahe an sein Gesicht heran und flüsterte ihm leise, aber noch laut genug das Ray es verstand etwas zu. " Er gehört mir, verstanden?!" Sie blickten sich noch ein paar Sekunden wütend an, dann erhob sich Kai gefolgt von Brooklyn. Kai funkelte Brooklyn immer noch wütend von der Seite an, während dieser schon wieder fröhlich lächelte. " Tut mir leid, Ray. Ich wollte dir keine Sorgen machen, aber manchmal geht eben mein Temperament einfach mit mir durch!" Ray zwang sich ebenfalls zu einem gequälten Lächeln. Temperament durchgehen, ja so konnte man Brooklyns Selbstmordlaunen auch beschreiben. Ray sehnte sich sehnlichste nach China zurück, wo keine Gestörten um jede Ecke lauerten. Aber wahrscheinlich übertrieb Ray nur mal wieder und Brooklyn hatte einfach eine schlechte Kindheit.
 

" Was macht ihr hier? Denkt ihr wirklich ihr könntet mich verarschen?" Die drei drehten sich um und sahen Tala wutentbrannt da stehen, die Arme in die Hüften gestemmt und mit einem Gesichtsausdruck als wollte er sie alle auffressen. " Tala, wir haben euch doch einen Zettel da gelassen." Versuchte der Chinese ihn zu beschwichtigen. " Oh ja das habt ihr allerdings. Und ich muss sagen, das ich auf diese Art von Witz kein bisschen stehe!" Verwirrt schaute Ray zu Kai hinüber, in dessen Gesicht man aber keine Regung ausmachen konnte. " Was meinst du?" fragte Ray Tala verdutzt. Talas Augen verengten sich zu Schlitzen und er schnaufte geräuschvoll aus. " Findest du das jetzt etwa auch noch lustig? Ich kenne deinen Gestörten Humor ja Kon, aber Tyson und die anderen nehmen deine Worte ernst und ich habe keine Lust das du dieses Selbstständigkeitstrainig ins lächerliche ziehst." Rays Mund klappte auf und wieder zu, ohne das ein Ton herauskam. Was zum Teufel war nun schon wieder los? Langsam hatte er wirklich keine Lust mehr auf das ganze hier. Seine Geduld war am Ende. Manchmal lässt Gott ein paar Menschen aufeinander los und schaut zu wie sie sich gegenseitig fertig machen. Nur das es in diesem Fall Hiro war und nicht Gott der hierfür verantwortlich war. " Tala, ich hab keinen Schimmer von was du eigentlich redest, aber ich habe auch keine Lust mich von dir beleidigen zu lassen. Auf dem Zettel stand legendlich, dass Kai und ich Brooklyn suchen und den haben wir ja jetzt gefunden!" Tala blickte zu Kai, der ihn zornig musterte. Der rothaarige Russe ließ seinen Blick von Ray zu Kai, über Brooklyn und wieder zurück zu Ray gleiten. Langsam kam er sich jetzt wie ein Idiot vor. Dabei wollte er doch Ray mal so richtig fertig machen. Er konnte den Chinesen einfach nicht leiden. Wagte er es doch tatsächlich sich an Kai ran zu machen. Dabei war Ray, nach Talas Meinung, noch nicht einmal hübsch. Und jetzt stand er, Tala, wieder da wie ein Volltrottel und Ray wieder wie ein Held. Widerlich! Aber das wollte Tala nicht auf sich sitzen lassen. Er würde seine Macht hier auf der Insel ausnutzen und Ray nieder machen. Auf Talas Gesicht breitete sich ein gehässiges Lächeln aus. Diesem Ray würde er es schon zeigen.

Liebeskriege

Hallo, da bin ich wieder mit einem neuen Kapitel.

Ich hab zur Zeit irgendwie mega Schulstress und deswegen hat es diesmal länger gedauert. Tut mir leid *verbeug*

Dieses Kapitel widme ich salud01 und MissKai, danke für eure lieben Kommis *euch durchknuddel* Also wünsch ich euch viel Spaß beim nächsten Kapitel ^^
 

Die Vier machten sich schließlich wieder auf den Weg zurück zu ihrem Haus. Tala hatte kein Wort mehr verloren und die anderen Drei hielten es auch für besser die Sache auf sich beruhen zu lassen. Als sie in der Nähe des Hauses waren schrie Brooklyn plötzlich auf. Gott, was war denn jetzt schon wieder? Ray war wirklich genervt von dem Ex-Bega Blader. " Schaut mal da!" schrie jener jetzt und deutete auf das Haus, aus dem dicke Rauchschwaden aufstiegen! Geschockt starrten sie auch den hervorquellenden Rauch und alle hatten den gleichen Gedanken. Feuer! Die vier Blader rannten los. Vielleicht konnten sie ja noch etwas retten. Wenn jetzt auch noch ihr Haus abbrennen würde, wäre das Chaos perfekt. Ray sah sich dann schon völlig durchdrehen. Wahrscheinlich würde er dann genauso durchgeknallt werden wie Brooklyn. Vielleicht würden sie sich dann verbünden und gemeinsam Pläne aushecken die Weltherrschaft an sich zureisen. Nein, so durfte es nicht enden! Die Vier erreichten die Haustüre und rissen diese im selben Augenblick auf. Ray wäre fast vom Schlag getroffen worden, was er da sah. Kai und Tala waren in ihrer Bewegung erstarrt und Brooklyn lächelte fröhlich vor sich hin.

" Seid ihr von allen guten Geistern verlassen?" schrie Tala außer sich, nachdem er den ersten Schrecken überwunden hatte. Tyson, Daichi und Max starrten den Chef der Blitzkriegboys stutzend an. " Wir dachten ihr freut euch. Die Würstchen schmecken echt große Klasse!" erwiderte Tyson, der den Ernst der Lage scheinbar nicht verstand, gelassen. Ray wollte und konnte seinen Augen nicht trauen. Er wusste ja, dass die drei etwas naiv und leichtfertig waren, aber dass sie so blöd waren, hätte Ray nicht gedacht. Die drei Blader saßen mitten in der Eingangshalle, hatten ein Lagerfeuer entfacht und grillten seelenruhig Würstchen. Ray schaute genervt zu Tala, dessen Adern sich bereits abzeichneten, so wütend war er. Kai schwieg zu dem ganzen und Brooklyn schien das auch noch für witzig zu halten. " Ihr Vollidioten!" rief Tala jetzt aus vollem Hals. " Was habt ihr euch denn dabei wieder gedacht? Ach, was frag ich eigentlich noch?! Gar nichts habt ihr euch gedacht, wie ihr euch nie etwas bei euren blödsinnigen Aktionen denkt. Nicht mal auf den Gedanken scheint ihr gekommen zu sein, dass ihr hiermit das ganze Haus abfackeln könnt! Lagerfeuer, mitten in der Eingangshalle! Wie blöd seid ihr eigentlich? Ihr seid dumm auf die Welt gekommen und habt nichts dazu gelernt. Aber ich kann euch das ja tausendmal predigen, dass geht ins eine Ohr rein und ins andere wieder raus. Ihr seid Hoffnungslos. Ich werde mit euch noch wahnsinnig!" keuchend beendete Tala seinen Vortrag. Selbst Ray, der gar nicht gemeint war, wurde bei dieser Zurechtweisung mulmig. Max schaute aus als hätte man ihn gerade verprügelt. Er traute sich gar nicht mehr zu ihnen hoch zu sehen. Daichi schien das ganze wirklich in ein Ohr rein zu gehen und durchs andere wieder hinaus, aber bei Tyson bahnten sich dicke Krokodilstränen den Weg durch sein Gesicht.

Mit unschuldigen Dackelblick, den ihm aber keiner so recht abkaufen wollte, musterte er Tala. Ray hätte dieser Blick wohl trotzdem erweicht, aber bei dem Russen zog das nicht. " Als erstes," sprach Tala weiter. " werdet ihr das hier sofort aufräumen, als zweites macht ihr uns zur Strafe das Abendessen und als drittes werde ich euch auseinander tun! So kann und wird es nicht weiter gehen!" Tyson schien bemerkt zu haben, dass die Unschuldsnummer nicht half und änderte seine Taktik. " Wer glaubst du eigentlich wer du bist?" fragte er mit künstlich klingender Härte. " Du hast uns gar nichts zu sagen. Wir hören ab jetzt einfach nicht mehr auf dich!" Vorsichtig lugte der Japaner zu Angesprochenen hinüber, ob diese Strategie die gewünschte Wirkung zeigte. Doch um Talas Lippen spielte sich jetzt eine hinterhältiges Lächeln, was Tyson sichtbar Angst einjagte. " Ach Tyson!" höhnte er. " Wie geistesarm kann ein Mensch allein nur sein? Das anschaulichste Beispiel steht vor mir und heißt Tyson! Wenn du nicht mehr auf mich hören willst, bitte schön. Ich will nur das dir die Konsequenzen klar sind. Denn dann werde ich es dir nicht mehr gestatten hier in diesem Haus zu leben, denn dein Bruder hat mir die Lizenz gegeben jeden der nicht auf mich hören will raus zuwerfen! Außerdem wirst du auch alleine schauen müssen wie du wieder zurück nach hause kommst. Denn ohne mich sitzt du für immer hier fest! Willst du dein Vorhaben immer noch durchziehen?" Tyson war absolut sprachlos. Gehorsam wie ein Schosshund schüttelte er den Kopf. " Gut, dann geht jetzt und macht Abendessen. Die Zimmerverteilung wird sich ab heute ändern, bis ihr euch endlich eurem Alter entsprechend benehmt. Das heißt, dass du Tyson von nun an bei Brooklyn schlafen wirst, Daichi bei Ray einzieht und Max das Einzelzimmer bekommt. Ich werde dann zusammen mit Kai in einem Zimmer sein." Tala grinste siegessicher. Genau so gefiel ihm die Aufteilung. Ray durfte sich mit diesem Quälgeist Daichi abgeben und er würde mit Kai in einem Bett schlafen. Mit seinem Charme würde er dann auch Kai weich bekommen und was er dann alles mit Kai anstellen konnte malte er sich auch schon genau aus. Er schaute verlangend das Objekt seiner Begierde an und Ray dachte ein kurzes blitzen in Talas Augen gesehen zu haben.
 

Allerdings verstand er nicht warum Tala so einfach sein Einzelzimmer hergab und dann auch noch mit Kai in ein Zimmer ging. Und warum hatte er Daichi aufs Auge gedrückt bekommen? Überhaupt war Tala nie wirklich nett zu ihm. Langsam kam Ray der Gedanke, dass Tala ihn nicht ausstehen konnte. Nur warum nicht? Schließlich hatte Ray ihm nie etwas getan.

Das so genannte Abendessen, bestand aus ein paar kalten Würstchen und etwas Ketchup, also nichts wirklich Weltbewegendes. Doch Tyson befahl ihnen ihn von nun an nur noch mit "Tyson der Meisterkoch" anzureden. Kaum hatte er diesen dämlichen Wunsch geäußert, bekam er von Daichi auch schon dessen Ladung Würstchen ins Gesicht geschleudert, die er aber daraufhin sofort wieder haben wollte, da er noch Hunger hatte. Aber der, zum Teil berechtigt, beleidigte Tyson schmiss Daichis Essen kurzer Hand aus dem Fenster. Das hatte zur Folge, dass ein recht großer Streit zwischen den beiden ausbrach und erst Tala sie wieder zur Ruhe bringen konnte. Ray war mittlerweile wirklich genervt und er fragte sich zum x-ten mal, seit sie dieses Überlebenstraining begonnen hatten, wie lange er das noch aushalten konnte. Die Zimmerverteilung wurde zwar zur Kenntnis genommen, doch Tala war der einzige dem sie zusagte. Tyson und Max lieferten sich ein regelrechtes Szenario, da sie ja jetzt getrennt waren. Nachdem sie sich zum 100 mal umarmt und beteuert hatten, dass sie die besten Freunde waren und das niemand sie trennen konnte, waren auch endlich ihre Tränen getrocknet und man ging zu Bett. Ray war sich sicher, dass Tala allein auf dem Weg zu den Schlafzimmern des Öfteren mit einem Blick von Kai getötet wurde. Selbst Brooklyn war das Lachen vergangen.
 

Es kam wie es kommen musste. Ungefähr 10 Minuten nachdem Ray und Daichi sich ins Bett gelegt hatten, sagte dem Chinesen etwas, dass er diese Nacht wohl kaum ein Auge zumachen würde. Das rührte zum einem von dem ohrenbetäubenden Schnarchen Daichis als auch von dem mangelnden Platz im Bett her. Denn der kleine Wirbelwind schaffte es sich so breit zu machen, dass Ray schon fast auf dem Boden lag. Genervt und mit aller Kraft versuchte Raymond einzuschlafen. Doch das unregelmäßige Schnarchen machte es ihm unmöglich auch nur zu dösen. Plötzlich gab es einen leisen Knall und Ray war aus dem Bett gefallen. Fluchend rappelte er sich wieder auf. Er fragte sich wie Kai es geschafft hatte mir diesem Energiebündel in einem Bett zu schlafen. Ray betrachte den Boden und kam mit sich überein, dass er wohl auch hier kaum einschlafen würde. Sein Blick schweifte zum Fenster. Draußen war eine Sternenklarenacht und der Mond schien hell in ihr Zimmer. Der Chinese erhob sich vom Boden.
 

Wenn er schon wohl oder übel die ganze Nacht wach bleiben musste, dann wollte er sich wenigstens die Sterne ansehen. Er verließ leise das Zimmer, obwohl er glaubte das selbst eine Herde Elefanten Daichi nicht wach bekommen hätten. Darauf bedacht kein Geräusch zu machen schlich er sich durchs Haus bis zur Türe. Er öffnete sie und trat ins freie. Die milde Nachtluft schlug ihm sanft ins Gesicht und er atmete tief ein. Die Luft schüttelte die Müdigkeit von Ray ab und er ging munter den Strand entlang. Es war angenehm warm und vom Meer wehte eine erfrischende Brise. Ray lauschte dem Rauschen der Wellen und das Meerwasser benässte seine Füße. Da er sich keine Schuhe angezogen hatte, spürte er das kalte Wasser, dass seine Füße umspielte. Ray ging eine ganze Weile am Strand entlang und er vergaß für einen Moment, dass sie auf einer einsamen Insel feststeckten und seine Probleme von Stunde zu Stunde schlimmer wurden. Schließlich legte er sich in den Sand und betrachte die Sterne. Es mussten Abermillionen sein, die von da oben zu ihm hinunterfunkelten. Irgendwie packte Ray eine ihm bekannte Sehnsucht und er atmete noch einmal lächelnd die frische Nachtluft ein.

" Ach Ray, kannst du auch nicht schlafen?" hörte er plötzlich eine sehr vertraute Stimme hinter ihm. "Oh, bitte lass mich einfach träumen oder mir diese Stimme nur eingebildet haben!" betete Ray ruhig, ohne daran zu glauben. " Geh weg! Hau ab!" dachte Kon bei sich, doch die Person hatte sich schon neben ihm nieder gelassen. " Wunderschön hier, oder?" fragte der Jemand mit leicht betörenden Unterton. " Wie die Wellen so rauschen, die Sternlein blinken, ein Windlein weht!" Ray schaute missmutig in die türkisen Augen des Jungen, der neben ihm saß. " Brooklyn!" seufzte er. Konnte dieser Psychopath ihn den nie in Ruhe lassen? Brooklyn lächelte ihn geheimnisvoll an. " Ist das nicht schön, wir beide hier so allein?" Ray zog eine Augenbraue hoch. Er konnte sich beim besten Willen nicht vorstellen, was daran so toll sein sollte. Ray persönlich hätte nichts dagegen einzuwenden den Ex-Bega Blader an den Nordpol zu schicken, seinetwegen auch an den Südpol, Hauptsache ganz weit weg von ihm!

" Ach Ray!" ächzte Brooklyn. " Kennst du dieses Gefühl? Das Gefühl dein eigener Feind zu sein?" Der Chinese zuckte zusammen. Er kannte diese Empfindung nur zu gut, aber er hatte keine sonderliche Lust darauf das jetzt mit dem anderen Jungen auszudiskutieren. Brooklyn bekäme sonst nur wieder einen seiner Selbstmordanfälle. " Weißt du was es heißt, wenn du denkst ein tiefes Meer macht sich unter dir auf und alle wollen das du darin versinkst?" ( hab ich aus KKJ ^^) Ray wusste nicht genau was er darauf erwidern sollte, auch kam es ihm merkwürdig vor, dass Brooklyn immer noch lächelte, wo er doch solch ein Zeug erzählte. Plötzlich schaute ihm der andere direkt in die Augen und Ray glaubte irgendetwas merkwürdiges, ja geradezu beängstigendes, ihn ihnen zu sehen.
 

Sie blitzten den Chinesen gierig an und Ray bekam es langsam mit der Angst zu tun. Was sollte das nun wieder werden? Kon hatte keine Zeit zu reagieren, so schnell hatte sich der Oranghaarige auf ihn gestürzt. Brooklyn war jetzt über den verwirrten Ray gebeugt und hielt dessen Arme fest auf den Boden gedrückt. Die Strähnen seines Haares berührten Rays Gesicht und ein verlangendes Lächeln umspielte seine Lippen. Der chinesische Blader war immer noch wie vom Donner gerührt. Er starrte in Brooklyns türkise Augen und für einem Moment waren nur die Wellen zu hören. Schließlich setzte sich Brooklyn aufrecht auf Rays Hüften und versuchte den Jungen unter ihm mit seinen Blick zu hypnotisieren. " Was soll das? Geh gefälligst von mir runter!" fluchte Ray, der sich langsam wieder gefasst hatte. Ray war eigentlich ein sehr gutmütiger Mensch, aber dieser Kerl schaffte es ihn zur Weißglut zu treiben. Immer noch hämisch grinsend saß Brooklyn auf ihm obendrauf. Schließlich beugte er sich langsam zu ihm hinunter und Ray funkelte ihn zornig an. Der Ex-Bega Blader war bis auf ein paar Zentimeter an sein Gesicht herangekommen und Ray spürte unwillkürlich dessen heißen Atmen. Ray wollte gerade einen Befreiungsversuch starten, als er plötzlich Brooklyns Lippen auf seinen spürte. Geschockt riss er die Augen auf. Wurde er gerade tatsächlich von Brooklyn geküsst? Der Körper des Oranghaarigen schmiegte sich an ihn und als Ray letztlich auch noch dessen Zunge in seinem Mund fühlte, war das Fass endgültig übergelaufen. Angewidert schubste er den Jungen von sich, so das dieser rückwärts in den Sand fiel.
 

" Hast du sie noch alle?" keuchte Ray, während er sich angeekelt mit seinem Ärmel über den Mund fuhr. Brooklyn ließ sich von ihm nicht irritieren. Als wollte er den eben geschehenden Moment noch einmal voll und ganz auskosten leckte er sich genüsslich über die Lippen. Ray lief bei Brooklyns Anblick ein kalter Schauer den Rücken hinunter. Der Typ war einfach widerwärtig! Was bildete sich dieser...dieser durchgeknallte, schwule Psychopath eigentlich ein? Ray stand auf und schaute dem am Boden sitzenden Jungen wütend in die Augen. Am Anfang mochte er den Ex-Bega Blader einfach nur nicht besonders, er dachte er wäre eben nur ein wenig abgehoben. Aber mittlerweile wusste er, dass Brooklyn nicht nur etwas abgehoben sondern völlig bescheuert war. Der Kerl gehörte in die geschlossene Anstalt. Ray suchte angestrengt nach den richtigen Worten, um dem anderen mitzuteilen was er von ihm hielt. Doch auf halber Strecke verloren sich die Worte wieder und er zischte ihm schließlich nur zu. " Lass mich ab jetzt bloß in Ruhe, ich will nichts mehr mit dir zu tun haben! Meine Geduld ist am Ende. Such dir andere Freunde, mit denen du deine Spielchen treiben kannst!" Damit drehte sich der Anführer der White Tiger X um und ging in Richtung Haus davon. Er war so aufgebracht über das gerade erlebte, dass er nicht mitbekam das eine Person das ganze aus sicherer Entfernung beobachtet hatte und das er auch nicht bemerkte wie Brooklyn seinen Kopf senkte und leise flüsterte: " Ich bin einfach nur so einsam!"
 

Am nächsten Morgen herrschte eine gedrückte Stimmung in dem Speisesaal. Alle außer Kai und Tala saßen um den Esstisch herum und warfen sich gegenseitig vernichtende Blicke zu. Ray hatte sich so weit wie möglich weg von Brooklyn gesetzt und obwohl er ständig dessen Blicke im Nacken spürte, versuchte er sich nichts anmerken zu lassen. Max und Tyson sprachen aus irgendeinem Grund nicht mehr miteinander und Daichi verlangte die ganze Zeit lautstark nach etwas essbarem, bis er sich von Tyson eine Kopfnuss einfing. " Wo bleiben die beiden denn so lange?" fragte der Beybladeweltmeister nach einiger Zeit genervt. " Tja Tyson, wahrscheinlich stemmen sie Gewichte und joggen am Strand entlang!" zischte Max mit einem vielsagenden Blick zu Tyson hinüber. Dieser funkelte nur wütend zurück und verschränkte die Arme vor dem Körper. Ray fühlte sich nicht ganz wohl in seiner Haut, da er das Pech hatte zwischen den beiden Streithähnen zu sitzen. Auch konnte es sich nur schwer vorstellen, dass Kai und Tala zusammen, am besten noch Händchen haltend, am Strand entlang joggten. Diese Vorstellung war zu lächerlich um wahr zu sein.
 

Kaum hatte Ray seinen Gedanken zu Ende gefasst, da wurde auch schon die Tür zum Esszimmer aufgeschlagen. Ein missgelaunter Tala betrat das Zimmer, gefolgt von Kai in dessen Gesicht man keinen Gefühlsausdruck zu lesen vermochte. Tala funkelte jeden von ihnen schlechtgelaunt an bevor er zu einer Rede ansetzte. " Wie es aussieht kam es keinem von euch in den Sinn Frühstück zu besorgen. Aber es ist sowieso schon fast Mittag, das heißt dann wohl das das Frühstück heute ausfällt." Er wurde von Daichis und Tysons Protestrufen unterbrochen. Max schaute seinen blauhaarigen Freund abermals mahnend an und er verstummte. Als auch Daichi durch einen gekonnten Schlag auf den Hinterkopf zum Schweigen gebracht wurde, sprach der Blitzkriegboy weiter. " Da ich mir denken kann, dass die meisten von euch nicht auch noch das Mittagessen entbehren können besteht die heutige Aufgabe von beiden Gruppen darin ein appetitliches Essen zubereiten. Wir haben keinerlei Zutaten mehr im Haus, was heißt das ihr auch diese selbst beschaffen müsst. Die alten Gruppen werden übrigens beibehalten, da sich das ganze sonst mit den Punkten schlecht regeln ließe." Den letzten Satz hatte er beinahe geflüstert. Ray seufzte leise auf. Er hatte eigentlich gehofft Tala würde die Gruppen ändern und er hätte Brooklyn los, aber so wie es aussah durfte er sich weiter mit ihm herumschlagen. "Na dann los!" verkündete Brooklyn fröhlich und lugte zu Ray hinüber. Diesem wurde mulmig zumute und er erhob sich vom Tisch und steuerte geradewegs auf Kai zu. Die anderen erhoben sich ebenfalls und Brooklyn hatte sie ziemlich schnell erreicht.
 

" Schön und was kochen wir jetzt?" fragte Brooklyn zum mindestens 10. mal, seit sie das Haus verlassen hatten. Ray ignorierte das Ex-Bega Mitglied gekonnt und Kai hielt es wohl auch nicht für nötig ihm zu antworten. Tala hatte ihnen befohlen auf der nördlichen Inselhälfte nach Nahrungsmitteln zu suchen, während die Gruppe von Tyson sich der südlichen widmen sollte. Auch hatte er ihnen verboten die Küche in ihrem Haus zu benutzen und so mussten sie ihr Essen womöglich am offenen Feuer zubereiten, wenn sie es kochen wollten. Und dafür brauchten sie überhaupt erstmal ein Feuer. Ray ließ den Blick nach einer Nahrungsquelle kreisen, doch hier wuchs weder Obst, noch sonstige Pflanzliche Kost. Sie waren eine ganze Weile wortlos nebeneinander hergelaufen, als Kai plötzlich stoppte. Ray drehte sich zu dem Russen um. " Kai, was ist? Wir müssen weiter! Oder hat dir Gott gerade einen Geistesblitz geschickt, wie wir irgendetwas zu essen auftreiben können?" hackte der Chinese mit sarkastischen Unterton nach. Auch Brooklyn fauchte leise irgendeine Gemeinheit hinter Kais Rücken. Kai bedachte Ray mit einem bösen Blick, bevor er an ihm vorbei ans Meer trat. Der Chinese seufzte genervt auf. " Und was wird das jetzt bitte schön, Kai?" Angesprochener antwortete ihnen, ohne sie anzusehen. " Kann einer von euch Fische fangen?" Ray blickte den Russen verdutzt an. Fische? Was zum Teufel will er jetzt mit Fischen? Wir sollten uns lieber um was zu Essen kümmern und... Plötzlich fiel es Ray wie Schuppen von den Augen. Fische - Mittagessen . Natürlich! Er schlug sich die Hand gegen die Stirn. Wenn sie auf dieser Insel schon keine Nahrungsmittel finden konnten, mussten sie eben im Meer suchen. Und im Meer gab es Fische und Algen. Daraus ließ sich doch was machen. Nur wie fängt man Fische ohne eine Angel?
 

" Ich könnte es ja mal versuchen!" meldete sich jetzt Brooklyn zu Wort. Kai und Ray tauschten kurz Blicke aus, bevor Ray ein zuckersüßes " Okay, Brooklyn versuch es." Hervorbrachte. Im Hinterkopf hatte der Chinese die wage Hoffnung, der Orangehaarige könnte vielleicht ertrinken - oder ertränkt werden. Ray schüttelte den Kopf. Seid wann hatte er denn solch böse Gedanken, dass passte doch irgendwie gar nicht zu ihm. Brooklyn war derweil ins Wasser gestiefelt und stand jetzt bis zur Hüfte im blau - grünen Ozean. " Das dürfte nicht allzu schwer sein! Das Wasser ist hier glasklar und ich kann die Fische gut erkennen!" berichtete Brooklyn seinen unfreiwilligen Teamgefährten. "Na dann, viel Glück!" raunte Kai dem im Wasser stehenden sarkastisch zu. " Werde ich haben!" giftete Brooklyn zurück. Ray konnte sich ein schmunzeln nicht verkneifen. Anscheinend konnten die zwei sich nicht wirklich ausstehen. Ray fühle sich plötzlich diesbezüglich sehr zu Kai hingezogen. Er war schon kurz davor zu dem Russen zu gehen und ihm ein " Komm, machen wir ihn gemeinsam fertig!" ins Ohr zu flüstern, doch irgendwie hatte Ray Angst vor Kais Reaktion. Würde sich dieser doch sicher nicht mit Ray verbünden, schließlich brauchte ein Kai Hiwatari keine Freunde und Verbündete schon gar nicht. Innerlich aufseufzend blickte er verstohlen zu Kai hinüber. Die Sonne schien auf seine grau-blauen Haare und ließ sie in diesem Licht fein glänzen. Ray betrachte den anderen eine ganze Weile, der seinen Blick nur stumm auf Brooklyn gerichtet hatte. " Scheiße, sieht der gut aus!" schoss es Ray auf einmal durch den Kopf.
 

" Häh? Sag mal Ray hast du jetzt den vollen Schaden?!" ermahnte sich der Chinese selbst. " Seid wann denke ich, dass ein Typ gut aussieht und dann auch noch Kai! Man, ich muss einen Sonnenstich haben! Aber so heiß ist es doch gar nicht. Aber er ist heiß! Ray, verflucht reiß dich zusammen!" Der Chinese schüttelte wie wild den Kopf, um diese Gedanken zu vertreiben. " Ray, denkst du der geht?" fragte ihn plötzlich Brooklyn und der Anführer der White Tiger X schreckte auf. Er schaute zu dem Orangehaarigen, der einen zappelnden, silbernen Fisch in die Luft hielt. "Ja, ja!" antwortete Ray verstört. " Werf ihn her!" Brooklyn schaute etwas ungläubig zurück. " Was schaut der mich denn jetzt so blöd an?" fragte sich Ray wütend. " Ich soll ihn zu dir werfen?" wiederholte der Ex-Bega Blader unsicher. " Nein, du sollst ihn dir auf den Kopf setzten, weißt du?!" fauchte Ray ihn an. Brooklyn schaute bedenklich den zappelten Fisch an. " Ray, ich glaub nicht das das gut geht!" " Jetzt werfe ihn endlich, du Idiot!" schrie Ray ihn an, dem langsam der Geduldsfaden riss. Brooklyn tat wie ihm geheißen und der Fisch traf den Chinesen kurz darauf im Gesicht. Der Fisch fiel in den Sand, wo er schließlich zappelnd und sich windend liegen blieb. Mit einem " tut mir leid, ich mache es wieder gut." Auf den Lippen widmete sich Brooklyn wieder dem Fische fangen. Knurrend hob Ray den Fisch wieder auf. Es war nicht unbedingt ein Prachtexemplar von einem Fisch, aber für den Kochtopf reichte es allemal. Ray ließ den Blick kreisen, bevor er sich an Kai wand. " Kai, wir brauchen Brennholz, denn ohne Brennholz kein Feuer und ohne Feuer kein Essen und ohne Essen keine Punkte. Also kannst du zufällig Palmen ohne Axt fällen?"
 

Ray schien gerade den Sarkasmus für sich entdeckt zu haben. Kai drehte sich wortlos zu der Palme hinter dem Chinesen um. Er betrachtete sie eine Zeit lang, dann holte er seinen Dranzer aus der Tasche und schloss ihn an seinen Starter an. Ray runzelte die Stirn. " Kai, du kannst unmöglich mit deinem Beyblade eine Palme fällen!" " Ach, kann ich nicht?" erwiderte ihm der Russe kalt. Er hob seinen Starter und schoss ihn Richtung Pflanze ab. Dranzer streife Ray leicht an der Wange bevor er die Palme traf. Der Chinese verstand erst nicht was geschah. Kais Blade war so schnell, dass man ihn mit bloßem Auge kaum erkennen konnte. Wohl aber konnte Ray sehen wie die Palme langsam in ihre Einzelteile zerfiel. Kon klappte der Kinnladen runter. Hatte Kai da gerade die Palme in ein paar Sekunden zu Kleinholz verarbeitet? Immer noch sprachlos betrachtete Ray die Holzteile und die vereinzelten Palmenblätter auf dem Boden. " Da hast du dein Brennholz!" verdeutlichte ihm Kai noch mal, bevor er sich wieder umdrehte. Ray legte den mittlerweile toten Fisch ab und begann die Holzteile aufeinander zuschichten, damit es später gut brennen konnte. Währenddessen überlegte er sich, wo wohl Tyson und die anderen vorher das Holz für ihr Lagerfeuer in der Eingangshalle herhatten. Waren sie auf die gleiche Weiße wie Kai vorgegangen? Ray musste schlucken. Stand er Kai und Tyson im beybladen mittlerweile schon so weit nach, dass das ganz normale für die beiden für ihn schon übernatürlich schien. Ray ließ sich neben den Stapel Holz fallen. War aus ihm ein miserabler Blader geworden?
 

" Hey, Ray-chan. Was schaust du denn so traurig?" Der Chinese wurde aus seinen Gedanken gerissen, als er Brooklyns Stimme ganz in seiner Nähe vernahm. Er blickte missgelaunt zu dem Ex-Bega Blader auf, der vier weitere Fische in der Hand hielt. " Mir geht's gut! Und tu mir einen Gefallen und nenn mich nicht Ray-chan!" erwiderte er angeschlagen. Kai hatte derweil begonnen ein Gestell zu basteln, dass er über dem Holz befestigte. Er nahm Brooklyn die Fische ab und hängte sie an das hölzerne Gestell auf. " Jetzt brauchen wir nur noch Feuer!" teilte Ray den anderen beiden mit. Brooklyn zuckte die Schultern. " Das dürfte ja kein Problem sein. Unser werter Meisterblader Kai hat ja schließlich ein Feuerbitbeast." Angesprochener warf Brooklyn eine seiner bösesten Blicke zu, äußerte sich aber nicht zu dem Gesagten. Er schloss seinen Dranzer erneut an den Starter an und schoss ihn in Richtung Brennholz. Ray beobachtete das ganze gründlich, vielleicht konnte er ja noch etwas lernen. Aber viel bekam der Chinese nicht zu sehen. Kai schloss die Augen, konzentrierte sich kurz und gab seinem Bitbeast den Befehl das Holz zum brennen zu bringen. Wenige Sekunden später züngelten große Flammen an dem Holz empor. Ein wenig beleidigt blickte Ray zu Kai hinüber und sah ihm genau in diesem Moment in seine strahlenden Augen. Irgendetwas merkwürdiges regte sich in Ray. Als hätte Kai noch ein weiteres Feuer entfacht und zwar direkt in Rays Körper.
 

Plötzlich spürte er eine kalte Hand auf seiner Stirn und kurz darauf wurde er von ein paar türkisen Augen gemustert. " Geht's dir nicht gut, Ray?" fragte ihn Brooklyn leicht besorgt. " Du bist so rot im Gesicht!" Ray brauchte kurz bis er verstand, worauf Brooklyn hinauswollte. Aber was bildete sich dieser Kerl ein ihn schon wieder anzufassen? Bevor er selbst dazu kam Brooklyns Hand weg zuschlagen, übernahm das schon jemand anderes für ihn. Kai hatte den Orangehaarigen am Armgelenk gepackt und von Ray weggezogen. " Lass die Finger von Ray und kümmere dich lieber ums Essen!" knurrte der Russe dem Ex- Begablader bedrohlich zu. Dann ließ er Brooklyn wieder los und verpasste ihm dabei einen kleinen Stoss, der aber ausreichte damit Brooklyn rückwärts zu Boden fiel. Ray hatte das ganze stumm verfolgt. Hatte sich Kai da gerade wirklich für ihn eingesetzt? Aber warum sollte er das tun? Obwohl Ray Kais Reaktion nicht ganz nachvollziehen konnte, vermochte er ein Lächeln nicht unterdrücken. Irgendwie freute es ihn, dass Kai ihn vor Brooklyn beschützt hatte, warum auch immer. Kai entging Rays gute Laune keineswegs und deswegen ließ er die Gelegenheit nicht aus um ihn anzugiften. " Und Ray, grins nicht so blöd! Steh lieber auf und hilf mit oder glaubst du ich mache hier alles allein?" Die Stimmung des Chinesen sank augenblicklich wieder in den Keller. Ray murmelte ein leises Entschuldigung und stand auf. Fische hatten sie ja schon, die mussten nur noch braten, fehlte also noch eine Beilage. Da es hier auf der Insel keinen Reis gab, musste etwas anderes als Ersatz herhalten. Ray stiefelte ins Wasser, bis er bis zur Hüfte im kühlen Nass stand. Das Wasser war wirklich sauber, aber es musste hier doch trotzdem so etwas wie Algen geben. Plötzlich fiel es Ray siedendheiß wieder ein, das Meerjungfrauenkraut! Wahrscheinlich war es essbar und wenn nicht konnte er es ja immer noch Brooklyn unterjubeln. Die Hölle war auf der nördlichen Inselhälfte gewesen und Ray wusste auch noch ungefähr wo. Er schaute zu seinen beiden Leidensgenossen hinüber und stellte fest, dass er die beiden wohl eher nicht fragen würde, ob sie mitkommen wollten. Also machte er sich allein auf den Weg zur Grotte. Wenn das mal kein Fehler gewesen war!
 

So das wars mal wieder. Das nächste Kapitel werde ich wohl in der Sicht von Kai oder von Brooklyn, schreiben, aber trotzdem in Er - Form. Ihr könnt mir ja schreiben, welche Sicht ihr lieber wollt. Und bitte hinterlasst mir ein paar Kommis ^^. Sayonara eure InoChan11

Gefangen in der Angst

Hallo, da bin ich wieder mit einem neuen Kapitel.

Ich weiß es hat diesmal sehr lange gedauert, aber mein Computer hat das ganze Kapitel einfach wieder gelöscht und ich durfte es noch mal schreiben.
 

Diesmal ist es in der Sicht von Kai und ein bisschen von Brooklyn geschrieben. Ich hoffe es gefällt euch und ihr hinterlasst mir ein paar Kommis *flehender Hundeblick* Also viel Spaß ^.^
 

* Schau mich nicht so an!

- Warum nicht?

* Weil es weh tut

- Soll ich jetzt Mitleid haben?

* Nein, das erwarte ich nicht

- Wie kannst du es dann wagen, mir zu befehlen?

* Weil ich es nicht aushalte

- Und du willst ein Hiwatari sein?

* Tut mir leid

- Lügner

* Ich bin kein Lügner

- Du redest zu viel, sei endlich still

* Ich soll Still sein?

- Ja, schweig endlich

Und ich schwieg...
 

Missmutig betrachtete Kai den Ex - Bega Blader, wie er neues Holz in das Feuer schob. Hass stieg in dem Russen auf, Hass den er kaum noch unterdrücken konnte. Er dachte an sein Gespräch mit Brooklyn letzte Nacht und wieder glomm Wut in ihm auf. Hatte der Orangehaarige seine Worte ernst gemeint, glaubte er wirklich er bräuchte so dringend Rays Mitleid? Oder war er auf etwas ganz anderes aus?
 

Brooklyn bemerkte Kais Blicke im Nacken und warf ihm einen höhnischen Blick zu. "Was ist Kai? Du schaust mich ja wohl kaum an, weil ich dir so gut gefalle oder?" Der Russe verengte seine violetten Augen zu Schlitzen, erwiderte aber nichts darauf. Er drehte sich um und ging in Richtung Westen davon. Kai wusste das Brooklyn ihn nicht aus den Augen ließ. Vielleicht war er darauf aus zu beobachten wie er, Kai, etwas verbotenes tat, um dann zu Tala zu rennen und zu petzen. Sollte er doch. Kai ließ sich auf einem kleinen Felsvorsprung nieder und starrte ins Meer hinab.

Die Fische mussten eh nur noch braten und Brooklyn konnte sich ja ums Feuer kümmern, also konnte er sich ohne Bedenken hier hin setzen. Ray hatte sich ja scheinbar auch einfach aus dem Staub gemacht, war wohl klüger so. Unweigerlich musste er wieder an sein Gespräch mit Brooklyn denken. Er war eigentlich nur Nachts raus gegangen um Tala zu entgehen und sich die Sterne anzusehen. Wäre er mal lieber im Bett geblieben.
 

Flashback 1
 

Kai atmete die frische Nachtluft ein, während er auf einer kleinen Anhöhe den immer wiederkehrenden Wellen zusah. So ungern er auch hier auf dieser Insel feststeckte konnte er nicht leugnen, dass er diese Sternenklare Nacht, den Nächten in Tokio vorzog. Den ständigen Lärm und der niemals dunkel werdenden Stadt ausgesetzt zu sein, stellte man sich ja schließlich nicht gerade erholsam vor. In Russland hatte er zwar auch solch Sternenklare Nächte, aber es war nicht das selbe. Hier fühlte er sich frei, nein hier war er frei.
 

Kai stand eine ganze Weile auf der Anhöhe, bis er plötzlich Schritte am Strand vernahm. Kurz darauf erschien die Person, die das Geräusch erzeugt hatte. Seine glatten, schwarzen Haare leuchteten im Mondlicht und seine Chinesischen Klamotten ließen keinen Zweifel zu, wer er war. Ray ließ sich im Sand nieder und blickte in die Sterne. Kurz darauf erschien eine weitere Person, die sich über den Chinesen beugte. Kai musterte Brooklyn misstrauisch. Die beiden redeten miteinander, aber Kai konnte nicht verstehen was sie sagten. Wenig später hatte sich der Ex - Bega Blader auf Ray gestürzt und küsste ihn. Kai wollte sich gerade dazu entschließen zu gehen, so etwas musste er wirklich nicht mit ansehen, da bemerkte er das Ray nicht all zufreiwillig von Brooklyn geküsst wurde. Er stieß den Orangehaarigen weg und schrie ihn an. " Such dir andere Freunde." Dann war er verschwunden. Brooklyn allerdings blieb im Sand sitzen und begann wie ein Verrückter zu lachen.
 

Kai hätte jetzt auch einfach gehen können, aber irgendetwas hielt ihn davon ab. Also sprang er von der Anhöhe hinunter in den Sand, nur wenige Meter von Brooklyn entfernt. Der Ex-Bega Blader schaute ihn langsam an und seine Augen weiteten sich, als er den Russen sah. " Kai!" stellte Brooklyn keuchend fest. Kai betrachtete den anderen mit seinen kalten Augen argwöhnisch. Eine Weile war es totenstill zwischen den beiden und keiner von ihnen ließ den jeweils anderen aus den Augen. " Was wolltest du von Ray?" fragte Kai schließlich, nach einer halben Ewigkeit. " Ich wüsste nicht was dich das angeht!" konterte der Orangehaarige. Kai verschränkte die Arme vor der Brust. " Könnte ja sein, dass ich dich bei etwas erwischt habe was gegen die Regeln verstößt, Brooklyn. Würde Tala sicher brennend interessieren." Brooklyn schnaufte verachtend. " Sag Kai, seid wann bladest du?" Der Russe blickte etwas überrascht in die türkisen Augen des anderen. Er wüsste nicht, was das mit der momentanen Situation zutun hätte. Es war ihm sowieso schleierhaft wieso er sich überhaupt mit dem Suizidgefährdeten Typen unterhielt. Brooklyn schien zu bemerken, dass Kai zu diesem Thema eisern schwieg. " Nun zumindest vermute ich, dass du erst üben musstest bis du deinen Blade unter Kontrolle hattest, oder?" hackte Brooklyn nach. Kai zog eine Augenbraue nach oben. Sicher hatte er schon immer ein gewissen Talent zum Beybladen an den Tag gelegt, aber sofort hatte er es natürlich nicht gekonnt. Er war ja schließlich kein Wunderkind oder etwas ähnliches. Wäre er eines gewesen, hätte ihm das bestimmt einige unangenehme Erfahrungen erspart. "Ja." Erwiderte Kai knapp.

Brooklyn begann wieder zu lachen. " Siehst du. Du hattest halt ein schönes Leben und eine nette Vergangenheit, Kai!" Bei dieser Aussage zog sich bei Kai alles zusammen. Seine Augen nahmen wieder einen gefährlichen Rotschimmer an und er ballte seine Hände zu Fäusten, um dem Drang zu entgehen Brooklyn zu schlagen. ( Ok zugegeben, Kai würde wohl niemanden schlagen aber ich konnte mir das einfach nicht verkneifen. ^^°). " Ich dagegen" sprach der Ex- Begablader weiter ohne Kais Reaktion bemerkt zu haben, " hatte es da nicht so einfach."
 

Flashback 2
 

Die Sonne schickten ihre letzten warmen Strahlen über den Spielplatz und tauchte die Landschaft in ein schwaches rot. Sie würde bald untergehen und den Sternen Platz machen. Ein kleiner, orangehaariger Junge saß auf einer der drei Schaukeln und wippte leicht hin und her. Die anderen Kinder waren alle schon nach hause gegangen und hatten ihn hier allein zurück gelassen.
 

" Hey, da ist ja unser kleines Naturtalent. So allein Brooklyn?" Der orangehaarige Junge schreckte auf und sah in die Gesichter vierer Jungen. Sie waren wohl etwas älter als er und trugen vom Spielen abgenutzte Kleider. Beschämt schaute Brooklyn auf seine eigenen, strahlend weißen und sauberen, Klamotten. " Du hältst dich für was besseres, was?" warf ihm der größte der Jungen vor. Sein kohlrabenschwarzes Haar strich er sich dabei lässig aus der Stirn und er warf den anderen einen viel sagenden Blick zu. Brooklyn schluckte schwer bevor er sich zur Wehr setzte. " Nein, das halte ich mich nicht!" Die Gesichter der Jungen verdüsterten sich und einer von ihnen ließ sein Handgelenk gefährlich knacken. " Ach nein!" zischte der schwarzhaarige leise. " Wetten du kannst alles? Du bist ja schließlich das kleine Wunderkind!" Brooklyn schossen Tränen in die Augen, aber er verkniff sie sich tapfer. " Ich kann nicht alles! Und ich bin auch nur ein Kind!" Der schwarzhaarige gab einen seiner Freunde ein Zeichen. Dieser nickte und ging schnellen Schrittes auf den auf der Schaukel sitzenden Jungen zu. Er packte Brooklyn brutal am Kragen und zog ihn von der Schaukel hoch. Ein leises Wimmern entwich dem Orangehaarigen. " Hier, siehst du das?" fauchte der Junge und hielt Brooklyn eine Art Kreisel vor die Nase. Angesprochener nickte unsicher. " Weißt du was das ist?" Brooklyn schüttelte schnell den Kopf, während er verzweifelt nach einem Ausweg aus dieser Lage suchte. "Das ist ein Beyblade!" erklärte der Junge forsch weiter. " Wir wollen das du ihn testest." Damit drückte er Brooklyn den Kreisel zusammen mit einer Art Abschussgerät in die Hand und wies ihn an vorzutreten. Eingeschüchtert trat der Jüngere vor einen dicken Jungen, der ebenfalls einen Kreisel in der Hand hielt. Er hatte ihn jedoch schon an dem Gerät befestigt.

Hilfe suchend blickte sich Brooklyn um, da er nicht wusste was er nun tun sollte. "Stell dich doch nicht so an, du weißt doch sonst immer alles!" fuhr ihn der schwarzhaarige von der Seite an. Erschrocken und eingeschüchtert blickte Brooklyn auf die beiden Gegenstände in seiner Hand hinab. Sein Gefühl sagte ihm, dass er den Kreisel unten an das andere Ding befestigen musste. Gedacht, getan. Es machte ein leises Klick und der Kreisel hing genau an der Stelle an der auch der Kreisel des dicken Jungen hing. Dieser hielt ihm das Ding jetzt mit dem Abschussgerät entgegen und zog an einer kurzen Reißleine. (O Gott, muss ich hier gerade wirklich erklären wie man beybladet? >.<) Kaum hatte er das getan, flog der Kreisel auf Brooklyn zu und landete im Sand ( so was modernes wie ne Beyarena haben die nicht ^^). Beunruhigt trat Brooklyn einen Schritt zurück. Auf dem Gesicht des Dicken haftete ein fieses Grinsen und der Beyblade kreiselte unbeirrt vor sich hin. " Du musst versuchen ihn mit deinen Blade zum stillstand zu bringen!" erklärte ihm der Größte ungeduldig. Unsicher nahm Brooklyn die Reißleine in die Hand und zog daran. Wenig später leistete auch sein Kreisel dem anderen Gesellschaft. " Ha, los zeig es ihm!" feuerte der gegnerische Junge seinen Beyblade an. Der Kreisel griff Brooklyns an und setzte ihm ein paar Kratzer zu. " Ach beinahe habe ich es vergessen!" meldete sich jetzt wieder der schwarzhaarige zu Wort. " Wenn du verlierst, stellen wir mit dir an was wir wollen." Leise wimmernd betrachtete Brooklyn den dicken Jungen, der mit seinen Muskeln spielte. Brooklyns Blade wurde erneut getroffen und er hatte den Anschein als würde er bald liegen bleiben. Der Blade schlingerte und einem weiteren Angriff würde er nicht standhalten. Dann hätte Brooklyn verloren und das durfte nicht passieren! Verzweifelt suchte der Kleine nach einem Ausweg, während dicke Tränen über seine Wangen liefen. Er musste etwas tun, sonst...
 

Plötzlich war ein gewaltiges Donner zu hören und die Kinder zuckten ängstlich zusammen. Brooklyn schaute gen Himmel, wo sich dicke Wolken zu bilden begannen. Aber irgendwie erschienen dem Orangehaarigen die Wolken merkwürdig. Sie sahen nicht wie normale Gewitterwolken aus, sondern irgendwie furcht einflössender. " Lass es uns beenden!" schrie der dicke Junge und sein Blade steuerte direkt auf Brooklyns zu. Da geschah es. Ein Blitz zuckte über den Himmel und tauchte für ein paar Sekunden alles in ein weißes Licht. Brooklyn bemerkte, dass sein Kreisel zu leuchten begann und plötzlich wurde alles um ihn herum schwarz.
 

"Wo bin ich?" flüsterte der Orangehaarige ängstlich. Er vermochte kaum etwas zu sehen, als diese unendliche Dunkelheit. Es war kalt, so unglaublich kalt, dass der kleine Junge befürchtete zu erfrieren. " Hallo Brooklyn!" ertönte auf einmal eine tiefe, laute Stimme. Erschrocken fuhr angesprochener zusammen und blickte sich unsicher um. Plötzlich tauchte eine Gestalt vor Brooklyn auf, erst war sie klein aber bald wurde sie immer größer. Der Orangehaarige begriff das die Gestalt auf ihn zukam. " Warum so ängstlich, Brooklyn? Du hast mich doch gerufen!" Die Stimme wurde ebenfalls lauter und der Junge drückte seine Hände gegen die Ohren. " Wer bist du?" flüsterte er. " Wer ich bin?" Die Stimme drang nicht von außen an sein Ohr, es war als ob sie direkt in seinem Kopf sprechen würde. Das ganze machte Brooklyn auf eine furchtbare Art Angst. Auf einmal war die Gestalt vor ihm angekommen. Angsterfüllt legte der Junge den Kopf in den Nacken, um das ganze Geschöpf sehen zu können. Es war groß, sehr groß. Vorsichtig wich Brooklyn ein paar Schritte zurück in die Dunkelheit. Das Wesen glich einem Pferd und auf der anderen Seite einer Katze. Es trug eine Art goldene Rüstung und an seinen Armen hatte es scharfe Klauen. Aber das Wohl bemerkenswerteste an ihm waren zwei riesige schwarze Flügel die dem Geschöpf aus dem Rücken wuchsen. " Du hast mich gefragt, wer ich bin." Sprach das Wesen auf seine eigene Art weiter. Brooklyn versuchte die Stimme aus seinem Kopf zu bekommen, vergeblich. " Mein Name ist Zeus. Ich komme aus einer anderen Dimension und bin auf deinen Wunsch hier erschienen!" " Ich habe dich nicht hierher gewünscht! Das muss ein Irrtum sein!" versuchte Brooklyn die Lage dem Wesen klar zu machen. " Oh doch, das hast du!" widersprach ihm Zeus. " Gerade eben, als du gegen diesen Jungen gebladet hast, konnte ich diesen Wunsch in dir brennen spüren. Den Wunsch nicht zu verlieren, den Wunsch nach Anerkennung. Du bist einsam, nicht wahr?" Brooklyn schüttelte den Kopf. " Ich bin nicht einsam!" widersprach er trotzig. " Ich habe schließlich meine Eltern und..." Der Orangehaarige stoppte. <Und Freunde> wollte er sagen, aber das wäre gelogen. Er hatte keine Freunde, ihn konnte niemand leiden. " Ja, Brooklyn du hast keine Freunde und deine Eltern leben im Ausland. Hast du das etwa vergessen? Nicht einmal an deinem letzten Geburtstag waren sie anwesend. Du wurdest nur mit ein paar, mit Geld bestochenen , Kindern von irgendwelchen Arbeitskollegen deiner Mutter abgespeist!" Brooklyns rechte Hand formte sich zu einer Faust. Zeus sprach die Wahrheit.

Sollte das heißen seine Eltern liebten ihn auch nicht? Die anderen Kinder mieden ihn, weil er unglaublich begabt war und ihm alles in den Schoss zu fallen schien. Aber warum sollten ihn seinen Eltern meiden? " Brooklyn!" setzte das Wesen erneut an. " Du warst kein Wunschkind. Deine Eltern wollten dich eigentlich überhaupt nicht haben, du störst sie nur bei ihren Bilderbuchkarrieren." Etwas Nasses lief Brooklyn über die Wange. " Aber ich kann doch überhaupt nichts dafür, dass ich so bin wie ich bin!" schluchzte der Junge leise. " Nein!" erwiderte Zeus behutsam und hätte Brooklyn aufgesehen, hätte er wahrscheinlich das siegessichere Blitzen in Zeus Augen gesehen. Aber er sah nicht auf. " Du kannst gar nichts dafür. Die anderen sind nur neidisch, weil du perfekt bist. Du hast dich lange genug von ihnen klein machen lassen. Jetzt ist es an der Zeit für deine Rache! Du und nur du hast das Zeug dazu über dein Schicksal zu befehlen. Du hast die Macht, die ihnen fehlt. Zeig ihnen, wer du bist!" Ein hämisches Lächeln umspielte jetzt Brooklyns Lippen. "Ja!" hauchte er. " Sie werden meine Rache zu spüren bekommen." " Wenn das dein Wunsch ist!" lachte Zeus laut und auf einmal verschwand die gesamte Dunkelheit um Brooklyn herum und er befand sich wieder auf dem Spielplatz. Aber die echte Dunkelheit war in seinem Herzen geblieben und begann sich darin breit zu machen.
 

Brooklyn schaute auf. Der dicke Junge stand immer noch genauso siegessicher da wie vorher, scheinbar hatten die anderen Jungen nichts von dem ganzen, was bei Brooklyn gerade geschehen war, mitbekommen. Der Orangehaarige blickte hinab zu seinem Kreisel. War das alles nur ein Traum gewesen? Doch da erkannte er eine ihm bekannte Kreatur auf seinem Blade. Zeus! Mit einem unheimlichen Grinsen auf dem Gesicht begann der Junge auf einmal zur Gegenwehr anzusetzen. Der Dicke war in diesem Moment so überrascht darüber, dass Brooklyn angriff das er seine Verteidigung außer acht gelassen hatte. Zeus attackierte den anderen Blade brutal, so dass ein Teil des Powerrings absplitterte. Brooklyns Grinsen wurde immer breiter. Ja, jetzt würde er es ihnen heimzahlen! Er war perfekt und das würden diese Jungen jetzt auch zu spüren bekommen. " LORD OF DARKNISS!" schrie Brooklyn und die Dunkelheit erschien erneut wie ein Sog hinter dem Rufenden, allerdings konnten auch die anderen Jungen ihn nun erkennen. Brooklyn spürte ein Gefühl, das ihn bald mehr als vertraut werden sollte. Das Gefühl die Macht über einen anderen Menschen zu haben, das Gefühl der Stärkere zu sein. Er hörte die gequälten Schreie der Jungen, er sah Blut spritzen und er wusste genau das dies alles sein Werk war.

Als die Dunkelheit, dessen Ursache Zeus war, langsam verschwand und die Abenddämmerung wieder einkehrte, sollte nichts mehr so sein wie es einmal war. Brooklyn hatte soeben seine Seele verkauft und es noch nicht einmal bemerkt.
 

Flashback 2 Ende:
 

Kai schaute angewidert auf den Ex-Bega Blader hinab. Dieser hielt sich den Kopf, als ob er schrecklich schmerzen würde. " Verstehst du jetzt, Kai?" stöhnte er, " Ich bin schon lange kein Mensch mehr, ich bin nur noch ein willenloses Geschöpf meiner selbst. Zeus war nur der Auslöser des ganzen, der Stein der das alles ins rollen gebracht hat.

Die Jungen wurden am nächsten Morgen schwer verwundet gefunden und ins Krankenhaus gebracht. Sie haben es überlebt. Die Menschen begannen aber seit diesem Zeitpunkt mich noch mehr zu verachten, meine Eltern schickten mich zum Psychologen, doch keiner kam an mich ran. Ich begann hinter einer Maske zu leben, da sind wir uns gar nicht mal so unähnlich was Kai?" Brooklyn lächelte wieder sein smartes Gentlemen Lächeln, bei dem es Kai alles zusammenzog. Kai hatte Brooklyn stillschweigend zugehört, aber nicht weil ihn dessen Vergangenheit sonderlich interessiert hätte. Brooklyn hatte nach Kais Meinung einfach eins an der Klatsche, warum wollte er eigentlich gar nicht so genau wissen. Was ihn aber veranlässigt hatte zu bleiben, war ein Grund den er sich selber nicht wirklich eingestehen mochte. Es war die Unwissenheit, was Brooklyn zu Ray gesagt hatte und was dieser Psychopath überhaupt von dem Chinesen wollte. " Und was hat das jetzt alles mit Ray zu tun?" sprach Kai seine Gedanken aus. Brooklyn strich sich langsam eine Strähne seines orangefarbigen Haares aus dem Gesicht und schien sich die richtigen Worte zurechtzulegen, bevor er sie aussprach. " Weißt du Kai, Ray ist ein sehr guter Mensch. Ich kann es dir auch nicht erklären, aber wenn ich bei ihm bin habe ich immer das Gefühl, als könne er etwas Licht in mein dunkles Herz bringen."

" Du hast Recht!" fauchte Kai den anderen an. " Ray ist ein guter Mensch, viel zu gut für dich! Er ist definitiv zu Schade um von dir als Seelentröster missbraucht zu werden."

Mit diesen Worten drehte sich der graublauhaarige um und ging mit einer Menge zuordnender Gedanken davon. Warum hatte er den Chinesen gerade verteidigt? Wieso hatte er so eine unglaubliche Wut auf den Orangehaarigen? Und wieso in aller Welt verschwand dieses merkwürdige Gefühl nicht aus seiner Magengegend, wenn er an Ray dachte?
 

Flashback 1 Ende
 

Und Ende des Kapitels. Ich versuche das nächste mal nicht mehr so lange mit dem Schreiben zu brauchen. *fühlt euch geknuddelt*

Eure InoChan11

Weil du nicht allein bist

6. Weil du nicht allein bist
 

Ray hatte den Ort wieder gefunden an dem sie ihre erste Aufgabe zu verrichten hatten. Irgendwo da unten war die Höhle mit dem Meerjungfrauenkraut. Der Chinesezog sein Oberteil aus und seine Hose leistete diesem sogleich Gesellschaft. Nur mit Boxershorts bekleidet schritt er langsam ins Meer hinein, bis zu der Stelle wo ihm das Wasser bis zum Hals reichte. Tief holte er Luft und tauchte ab. Er hoffte das er heute zumindest keinem Hai begegnen würde. Er schwamm an einer kleinen Gruppe hellblauer Fische vorbei und tauchte dann schließlich in das dunkle der Höhle ab. Es war genau wie beim letzten mal. Er spürte den weichen Boden unter seinen nackten Füßen und richtete sich auf, um sogleich die feuchte Luft einzuatmen. Er tastete sich vorwärts, unfähig etwas zu sehen. Wenn kein leuchtendes Reklameschild das Meerjungfrauenkraut anzeigte, wusste Ray nicht wie er es erkennen sollte. Plötzlich lief der Chinese gegen eine Wand. „Aua!“ fluchte selbiger und rieb sich die Stirn. „Toll!“ Hier war die Höhle also zu Ende und immer noch kein Zeichen von irgendeinem Kraut. Ray tastete die glatte Wand ab, als er plötzlich ein Loch erfühlte. Er schob seine Hand in das Loch und spürte auf einmal ein paar kleine Pflänzchen. „Yeah! Ich glaub ich hab sie gefunden!“ dachte sich Ray siegessicher. Er riss die Pflanzen ab und wollte seine Hand wieder aus dem Loch ziehen, doch er bekam sie nicht mehr raus. „Na großartig!“ fluchte Ray wütend und zog mit aller Kraft an seiner Hand, aber ohne Erfolg. Seine Hand begann langsam zu schmerzen und das ständige ziehen machte die Lage auch nicht besser. „Verdammt ich bin da rein gekommen, also muss ich doch auch wieder hinaus kommen!“ Doch all das ziehen, zerren und fluchen brachte den Chinesen auch nicht weiter. Er steckte fest und kam nicht mehr los. Erschwerend kam jetzt auch noch hinzu, dass der Wasserpegel hier unten zu steigen begann. Ray stand das Wasser nun schon fast bis zur Schulter. Irgendetwas musste passieren, aber Kon wurde langsam klar das er aus dieser Lage allein nicht mehr raus kam.
 

„Sag mal, Tyson hat Tala nicht gesagt, dass wir nicht auf die andere Inselhälfte dürfen, sondern auf der südlichen bleiben sollen?“ fragte Daichi den Japaner, während er versuchte mit ihm Schritt zu halten. „Man Daichi, manchmal darf man sich eben nicht an Regeln halten, ansonsten verliert man. Außerdem gefällt mir die Hälfte besser und was Tala nicht weiß macht ihn nicht heiß!“ erwiderte Tyson etwas genervt. „Hoffentlich schafft es Max wenigstens eine dieser blöden Kokosnüsse zu knacken. Ich sag dir Daichi, ich verreise nie wieder auf eine Insel ohne Supermarkt!“
 

Kaum hatte Tyson seinen Satz zu ende gesagt, als er plötzlich abrupt stehen blieb. Für Daichi kam das so überraschend das er kurzerhand in den älteren hineinrannte. "Verflucht noch mal, Tyson! Was wird das jetzt?!“
 

„So eine Frechheit!“ beschwerte sich der Japaner lautstark. „Wir sollen irgendetwas zu essen suchen und Ray geht schwimmen!“ Daichi lugte an Tyson vorbei und sah Rays Kleider im Sand liegen. Er ließ seinen Blick aufs Meer hinaus wandern und suchte mit seinen Augen dieses nach einer Spur des Chinesen ab. „Aber Tyson, wenn Ray schwimmen gegangen ist, warum sehe ich ihn dann nicht?“ Der Japaner schirmte seine Augen vor der Sonne ab und ließ ebenfalls seinen Blick kreisen. „Ich gebe zu, dass ist tatsächlich merkwürdig. Vielleicht ist ja etwas passiert.“
 

Daichi riss erschrocken die Augen auf. „Ich weiß es Tyson! Ray wurde bestimmt von Außerirdischen entführt, die jetzt mit ihm im Weltall gefährliche Experimente durchführen!“ Der Japaner seufzte entnervt auf und schaute Daichi mit einem gekonnten “Du hast sie doch nicht mehr alle“ Blick an. „Und warum sollten die Marsmännchen Ray zuerst ausziehen?“ „Woher soll ich wissen was in dem Kopf irgendwelcher Außerirdischen vorgeht, Tyson? Und überhaupt wer sagt denn das diese Aliens vom Mars kommen?“ Tyson verdrehte die Augen und ließ Daichi einfach stehen. „Wohin willst du jetzt?“ rief ihm der kleine Wirbelwind noch hinterher. „Ich suche jetzt mal Kai und Brooklyn. Vielleicht wissen die ja was mit Ray ist.“
 

//Na, die haben mir ja gerade noch gefehlt!// schoss es Kai durch den Kopf als er Tyson und Daichi den Strand entlang rennen sah. „Hey, Kai!!“ rief der Japaner, kaum hatte er den Russen entdeckt. Kai schloss die Augen und gab vor nichts gehört zu haben. „Verdammt Kai, ich weiß das du uns hörst, also ignorier uns gefälligst nicht!“ fluchte Tyson als er keuchend vor dem Stein, auf dem der Russe saß, angekommen war. „Wo ist denn Brooklyn?“ warf jetzt Daichi neugierig ein. Kai zeigte mit dem Finger hinter seinen Rücken. Brooklyn saß immer noch bei dem Feuer und neben ihm lagen zwei gebratene Fische. „Wow, Daichi! Da kommen wir ja gerade richtig!“ freute sich der Japaner, der bei dem Anblick von Essen ja bekanntlich alles um sich herum vergaß. Doch Daichi packte ihn an der Schulter ( der muss ganz schon hoch gesprungen sein, um an Tysons Schulter zu kommen XD). „Tyson, wir sind nicht zum essen hergekommen!“ Schlagartig erinnerte sich Tyson wieder, was er die beiden eigentlich fragen wollte.

„Sagt mal, Brooklyn, Kai. Was ist denn mit Ray los?“ Kai drehte sich blitzartig zu Tyson und Daichi um. „Was soll mit Ray sein?“ Kai bemühte sich möglichst ruhig und kalt zu klingen, doch irgendwie klappte es diesmal nicht so recht. In dem Russen machte sich ein mulmiges Gefühl breit. Ray war doch nicht etwa was passiert oder? „Das wollten wir ja gerade euch fragen! Wir haben da vorne Rays Kleider im Sand gefunden und haben erst gedacht er wäre schwimmen gegangen, aber wir konnten ihn im Meer nicht ausfindig machen.“ Gab Tyson den beiden zu verstehen. Brooklyn war jetzt auch aufgestanden und hatte sich zu den anderen drei bewegt. „Ihr habt Rays Kleider gefunden?“ hackte der Orangehaarige noch einmal ungewöhnlich ruhig nach. Tyson und Daichi nickten synchrone. Brooklyn zuckte mit den Schulter. „Er wird halt tauchen gegangen sein. Bei der Hitze ist das doch nachvollziehbar.“ „Du hast Nerven!“ begann auf einmal Daichi den größeren anzuschreien. „Ray wurde von Außerirdischen entführt und du bleibst total cool! Ich dachte ihr wärt Freunde.“ Tyson schnaubte erneut verächtlich über Daichis Fantasien bezüglich Rays Verschwinden, aber Brooklyn schwieg nur und schien über etwas nachzudenken.
 

„Ich muss dich enttäuschen, Daichi! Weder das eine noch das andere stimmt!“ warf jetzt Kai ein. „Ray wurde weder von Aliens entführt, noch ist Brooklyn mit Ray befreundet!“ Brooklyn warf dem Russen einen giftigen Blick zu, erwiderte jedoch nichts. Vielleicht weil er wusste, dass er sich die Freundschaft mit Ray verspielt hatte, vielleicht aber auch einfach, weil es ihm egal war was Kai über seine Beziehungen dachte. „Macht euch keine Sorgen, ich werde ihn suchen gehen!“ sagte Kai zu Tyson und Daichi gewandt. „Ach wirklich, Kai? Seit wann bist du denn so hilfsbereit?“ wollte Tyson wissen, dessen Neugierde geweckt worden war. „Es kommt nun mal schlecht, wenn einer von unserer Gruppe verschwindet. Ich denke nicht, dass Tala das passen würde und Hiro wäre sicher auch nicht begeistert, wenn Ray was passiert wäre. Schließlich trägt er die Verantwortung!“ Tyson klappte den Mund auf und zu. So viel Konter hatte er von dem Russen eigentlich nicht erwartet. „Und außerdem solltet ihr beide jetzt wieder auf eure Seite der Insel verschwinden!“ Tyson und Daichi setzten urplötzlich ein smartes Lächeln auf, wünschten Kai noch viel Glück bei der Suche und verschwanden Richtung ihrer Inselhälfte. Kai hätte schwören können, dass er noch ein „Glaubst du die verpfeifen uns an Tala?“ gehört hatte. „Ich werde Ray auch mit suchen!“ Kai drehte sich wieder dem Orangehaarigen zu. „Danke, aber ich benötige deine Hilfe nicht. Es muss sowieso jemand bei den Fischen bleiben und deswegen kommst du nicht mit!“ Brooklyn erwiderte Kais bösen Blick nicht weniger gehässig. „Ich bin aber der Gruppenleiter! Also wirst du bei den Fischen bleiben.“ Kai knurrte etwas unverständliches. „Weißt du Brooklyn, Ray wird dich aber nicht sehen wollen. Versteck dich nicht immer vor der Wahrheit und schau ihr mal ins Gesicht. Ray kann dich nach deiner Aktion letzte Nacht nicht mehr sehen oder was glaubst du warum er dir aus dem Weg geht und jetzt geh zurück ans Feuer und lass mich nach Ray sehen.“ Damit drehte er sich um, hielt er es doch für völlig unnötig mit diesem Psychopaten zu streiten. „Ich sag es Tala!“ schrie ihm Brooklyn auf einmal hinterher.“ Kai blieb stehen und drehte sich mit einem leichten Grinsen um. „Mach doch, aber du darfst dabei nicht vergessen, dass Tala mir aus der Hand frisst.“ Er ließ den sprachlosen Ex-Begablader hinter sich stehen und ging davon.
 

Lange brauchte er nicht suchen, da hatte er auch schon die chinesischen Kleider entdeckt. Kai beugte sich zu ihnen hinunter und hob sie hoch. Das waren eindeutig Rays Klamotten. Vorsichtig, als täte er etwas verbotenes, hob Kai die Kleider an sein Gesicht und atmete tief ein. Sie rochen nach dem Chinesen, irgendwie angenehm. Kai schloss die Augen und zog den Duft in sich ein, bis ihm gewahr wurde was er hier überhaupt tat. Sofort schmiss er die Kleider von sich und starrte immer noch geschockt auf diese. //Was zum Teufel, ist denn mit mir los? Hab ich jetzt nen völligen Schaden?// schoss es dem Russen durch den Kopf. Kai hatte seinen Blick dem Boden zugewandt. //Moment mal, da sind Fußabdrücke!// Kai folgte den Abdrücken, bis zu jenen die von den Wellen verwischt wurden. //Klare Sache, Ray ist ins Meer gegangen. Gott, ich hätte Detektiv werden sollen. Oh, man was denke ich den nun schon wieder. So ein Benehmen passt überhaupt nicht zu einem Hiwatari.// Kai seufzte und fasste sich an die Stirn. //Vielleicht habe ich auch einfach einen Sonnenstich.// Kai entledigte sich ebenfalls seines Oberteils und warf es zu Rays Kleidung. Seine Hose ließ er jedoch an, nur die Schuhe und die Socken mussten noch daran glauben. Kai stiefelte ins Wasser, bis er nicht mehr stehen konnte. //Moment mal, die Stelle hier kenne ich doch. War hier nicht unsere erste Prüfung?//

Kai tauchte ab ins kühle Nass. //Na, aber klar ist sie das!// Kai schwamm ein paar Züge, bis in Richtung Grotte. // Er wird doch nicht etwa da hinein geschwommen sein?//
 

Kai überlegte ob es einen Versuch wert war in besagter Grotte zu suchen, entschied sich dann schließlich aufgrund von Luftmangel mal hinein zu schwimmen.

Die ihm bekannte Dunkelheit umgab ihn erneut und als er sich hinstellte wurden seine Lungen abermals von der feuchten Luft gefühlt. //Gemütlich ist ja was anderes, aber ich will hier ja nicht einziehen//. Kai bewegte sich ein paar Schritte, bis er plötzlich leise, verzweifelte Laute vernahm. „Ray! Hey, Ray! Bist du hier irgendwo?“ Die Laute hörten auf und für einem Moment dachte der Russe er habe sie sich nur eingebildet, aber kurz darauf erklang eine ihm bekannte Stimme. „Kai? Bist du das? Ich steck hier hinten fest und komme nicht mehr los und das Wasser beginnt zu steigen!“ Kais Herz machte einen Sprung. Er hatte Ray gefunden und so wie es sich anhörte war er auch noch bei Gesundheit.
 

Rays Hand begann mittlerweile heftig zu schmerzen. Aber Kais Stimme hatte ihm neuen Mut verliehen. Kai hatte nach ihm gesucht! Irgendwie musste Ray bei diesem Gedanken lächeln. Der sonst so kalte Kai hatte sich also tatsächlich Sorgen um ihn gemacht! Aber vielleicht hatte auch einfach Tala sein Verschwinden bemerkt und jemand nach ihm geschickt. Ja, wahrscheinlich war es das. Ein Eisklotz wie Kai käme doch nie freiwillig um ihn zu retten! Ray seufzte traurig auf.

Plötzlich spürte der Chinese wie sich zwei starke Arme um seine Brust schlangen. Sein Herz klopfte bis zum Anschlag. „K..Kai?“ Zum Glück war es in der Hölle dunkel, denn Rays Gesicht machte der Farbe einer Tomate gehörig Konkurrenz. „ Wo steckst du fest?“ Kais raue Stimme war nahe an Rays Ohr, so das der Chinese im ersten Moment zusammenzuckte. „Ich wollte das Meerjungfrauenkraut holen und da bin ich mit meiner Hand in einem Loch stecken geblieben und bekomme sich jetzt nicht mehr raus.“ Antwortete Ray mit belegter Stimme. Kai gab eines seiner berüchtigten Hms von sich und begann Ray zu sich zu ziehen. „Aua, Kai! Das tut weh!“ jammerte der Chinese, da seine Hand so noch mehr in Mitleidenschaft gezogen wurde.
 

„Hör auf zu jammern! Du bist schließlich selber Schuld!“ fauchte Kai zurück.

Ray biss sich auf die Unterlippe. Er hatte Kai nicht wütend machen wollen, aber er hatte mal wieder zuerst gesprochen und dann gedacht! Ray hätte sich dafür ohrfeigen können. Kai zog fester an und Ray musste sich stark zusammenreißen vor Schmerz nicht aufzuschreien. Seit wann war er so schmerzempfindlich? Plötzlich gab es ein erlösendes „Plop“ und Rays Hand war wieder in Freiheit. Der schwarzhaarige atmete erleichtert aus. Kai hielt ihn immer noch fest und hatte scheinbar auch nicht die Absicht ihn in nächster Zeit loszulassen. „Äh.. Kai, du kannst mich jetzt wieder loslassen.“ Setzte Ray unsicher an. „Hmm..“ entgegnete Kai, hielt Ray aber weiterhin fest. //Na super!// dachte sich Ray, jetzt bin ich auch nicht weiter als vorher! Rays Herz klopfte wie wild und er hatte Angst, dass Kai das merken könnte. Oh Gott, warum konnte Kai ihn nicht einfach wieder loslassen. Ray fühlte sich als würde er in den Armen des Russen verbrennen und außerdem war das hier nicht der beste Platz um eng umschlungen in der Gegend rum zustehen. Erstens sah Ray nichts, zweitens stieg das Wasser immer noch und drittens blutete seine Hand etwas, was aber Haie anlocken konnte und auf eine Begegnung einer solchen Art konnte der Chinese gerne verzichten. „KAI!“ entgegnete Ray jetzt eine Spur energischer. Es war als hätte er Kai aus einer Art Trance erweckt, denn endlich regte sich der Russe. „Wir müssen hier raus!“ raunte der graublauhaarige. „Ach was!“ entgegnete Ray leicht sarkastisch und er war sich sicher, könnte er jetzt Kais Gesicht sehen, würde ihn ein böser Blick bestrafen. Kai griff nach Rays unverletzter Hand und zog ihn mit sich. Schlagartig wurde Ray wieder heiß. „Äh .. Kai.“ Setzte Ray erneut an, während er von Kai Richtung Ausgang mitgeschleift wurde. „Halt die Klappe!!“ fauchte der Russe den jüngeren an. Ray verstummte. Kai war böse auf ihn und Ray mochte es gar nicht wenn man wütend auf ihn war. Trauer machte sich in dem Körper des Chinesen breit. //Warum mach ich immer alles falsch?// dachte er. „Ray, Luft anhalten!“ bekam er plötzlich den Befehl von vorne. Ray tat wie ihm geheißen und die beiden schwammen nach draußen.

Luftschnappend tauchten sie wenig später auf und schwammen ans Land. Dort angekommen, ließen sie sich auf den heißen Sand sinken. Eine Weile saßen sie nur etwas schnaufend nebeneinander und vor allem Ray war darauf bedacht, dass sich ihre Blicke nicht kreuzten. Schließlich hielt es der Chinese doch nicht länger aus. „Kai?“ setzte er an. „Ich muss doch sicher jetzt zu Tala, oder? Schließlich macht er sich Sorgen, dass er Ärger bekommen könnte, wenn mir was zustößt.“

Ray beendete seinen Satz, zum Ende hin immer leiser werdend. Doch die ersehnte Antwort blieb aus. Ray starrte immer noch die Sandkörner an, doch als auch nach einer ganzen Weile keine Antwort seitens Kai kam blickte Ray unsicher auf. Seine bernsteinfarben Augen trafen die violett schimmernden Kais. Er vermochte nicht in ihnen zu lesen. Der Chinese schluckte und zwang sich den Augenkontakt zu halten. Was zum Teufel war mit ihm los? Normalerweise hätte er sich einfach bei Kai bedankt und das war es. Warum war er nun so erpicht darauf zu hören, dass Kai ihn aus Sorge gerettet hatte und nicht auf einen Befehl hin? Wollte er nur die Gewissheit, dass jemand sich um ihn sorgt. Nein! Ray schüttelte den Kopf. Er wusste, dass seine Freunde sich um ihn sorgten. Tyson, Max, Kenny, Daichi, die gesamten White Tiger X und wohl auch Brooklyn. Obwohl auf den könnte er auch verzichten. Aber Kai? Sein Herz schlug in seiner Nähe schneller, er bekam keinen anständigen Satz auf die Reihe und er musste Kai dauernd beobachten, hörte sich ganz danach an, als wäre er… verliebt!

Bei dieser Erkenntnis zuckte Ray etwas zusammen. Tausend Sachen schossen ihm durch den Kopf, doch er konnte sich an keine aufhalten, denn jetzt begann Kai endlich zu sprechen.
 

„Was meinst du damit? Tala weiß gar nicht, dass du in Lebensgefahr schwebtest. Tyson hat uns erzählt, dass er deine Kleider gefunden hat und dann hab ich mich auf den Weg gemacht und dich gesucht. Und letztendlich auch gefunden!“ Rays Augen weiteten sich und er konnte sich ein leichtes Lächeln nicht verkneifen. Eins interessierte ihn aber dennoch brennend. „Warum hast du das getan, Kai?“ Kai blickte fest in die Augen Rays.

„Weil du nicht allein bist!“

Dann stand er auf und ging davon. Den von Emotionen verwirrten Ray hinter sich lassend.



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Kommentare zu dieser Fanfic (13)
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Von: abgemeldet
2007-09-09T09:24:44+00:00 09.09.2007 11:24
Hä verflucht noch mal wieo schreibt den hier keiner(grummel)
Die FF is meeeeega super klasse,krieg mich garnicht mehr ein.
Hab sie gleich zu den Favos gepackt.
ICh find es so genial wie sich Brook und Kai immer angiften. Mag aber beide ganz gern.(lach)
Tala frisst Kai ja wirklich buchstäblich aus der Hand aber er wird nicht gerade erfreut sein das Kai Ray-Chan gerettet hat.
Das Katzi kann einem ja leid tun.....das gibt bestimmt ein Nachspiel.(schauer)
Aber das geilste von allen war wohl wo Kai an Kittys Klamoten geschuppert hat(wie süß^0^)*sich kringel*
Oder da wo er Ray um dir Brust gepackt hat, klasse einfach spitze du schreibst ssssssoooooooo toll.
Mach bitt schnell weiter ,ja? ICh bin total gespannt drauf. Sagst du mir bitte, bitte bescheid wenn du weiter bist?*knuffel*
Ness
Von:  knoedelchen
2007-03-13T16:23:42+00:00 13.03.2007 17:23
nur 11 kommentare zu so einer guten ff, von der ich hoffe, dass sie bald weiter geht!!! *geschockt bin*
nun okay, jetzt 12 *muahahaharr*
echt klasse, und ich würde gerne weiter lesen *fdachelblick aufsetzt*
krieg ich ne ENS wenn es weiter geht??
schönen tag noch
knoedelchen
Von:  vulkan_chan
2007-02-03T17:45:05+00:00 03.02.2007 18:45
HA HA! ich zitiere dich jetzt mal kurtz: "das ist scho so lange her, das liest bestimmt KEINER mehr! und es sit ja sooooooo schlecht!" und weis so schön war: HA HA! da siehst du es doch: 4 komentare!, nein mit mir 5!
zum thema schlecht sag ich gar nicht erst was, dass du das nicht ernst gemeint haben kannst istja wohl klar! dafür ist es zu gut.

du solltest deine ARMEN LESER NICHT NOCH LÄNGER AUF DIE FOLTER SPANNEN und ich hab mich mal wiedee vertippt-.-

hoffentlich hörn wir uns am sonntag vieleicht schaffst du es ja bis dahin daran hier weiter zu schgreiben. ^^
Von:  _Kyuubi_
2007-01-24T16:25:05+00:00 24.01.2007 17:25
echt cool
gefältt mir echt
mach shcnell weiter
Von:  vulkan_chan
2007-01-05T20:49:10+00:00 05.01.2007 21:49
hey, Ino!!!!! *anspring*
jaja, das liebe vulkan_chan schreibt dir eindlich auch mal ein kommi^^
man kriegst du wenig kommentare! dabei ist deine storry doch voll genial!^^ ich wette alle anderen leser stimmen mir sa zu !

was mir ja auch total gfällt sind die zeilemn ganz am anfang von dem kappi "...und ich schwieg..." hach schööööööönnnnnn!!>.<

und jetzt schau dir mal das datum an, an dem du das letzte mal was ogestelt hast! schöäm dich! los, weiter schreiben und hochladen! zack zack! *fühl dich in den hintern getreten* ^8ne scherz ganz sio drastisch mnuss net sein )

diese storry gehört mitr zu den besten harhar und ich kenne sie schon ein stückchen weiter (auh wen ich mich nict mehr richtig an sie erinnere...) *drop* wie wärs wenn du deine one shot auch o stellst, sobald ie fertig ist? die is voll toll^^
nene, dat wars genug geschwafelt^^
Von:  MissKai
2006-04-22T15:52:27+00:00 22.04.2006 17:52
Echt klasse Kappi!!!!!
Kai und Brooklyn können sich ja echt klasse leiden. Das kann ja noch was werden. Und Ray steht irgendwie dazwischen.
Brooklyn's Vergangenheit mag ja nicht besonders schön gewesen sein, aber ich kann mir nicht vorstellen, das Kai seine Vergangenheit bzw. Kindheit als schön betrachtet.

Bin auf jeden Fall gespannt wie's weitergeht und vorallem, was mit Ray ist. Er wollt ja schließlich allein zur Grotte.

Danke für deine ENS!!!!! *smile*
Von:  salud01
2006-04-18T18:13:50+00:00 18.04.2006 20:13
halli hallo!!!!
soooo hab die ganze ff jetz durchgelesen,....
sorry aber ich werde dir jetzt nur ein kommi so schreiben!!!^^
aaaaaalso
GEIL!!!!
ich bin gespannt wie und wann kai und ray usammenkommen,...ich nehm mal an sie tuns!!!!
und was ist mit ray???der ist ja zur grotte geschwommen!!!!
mach schnell weiter bin schon total gespannt!!!
bis denne
*knuddel*
Von:  MissKai
2006-03-05T11:08:24+00:00 05.03.2006 12:08
Daaaaaanke, *dich knuddl* hab ich doch gar nich verdient. *smile*
Also, find das Kappi echt gut.
Ray und Daichi in einem Zimmer. Der Ärmste. Bei so einem Sägewerk neben einem kann man ja auch nicht schlafen.
Da wird es Brooklyn jetzt echt schwer haben, wo er es sich jetzt wohl endgültig mit Ray verscherzt hat und die anderen ihm ja auch nich besonders mögen.
Bin gespannt wie's weitergeht. *smile* Bis zum Nächsten.
Von:  MissKai
2006-02-17T13:39:19+00:00 17.02.2006 14:39
Find das Kappi klasse.
Das mit dem Zettel war echt klasse. *grins*
Armer Ray. Tala hat ihn auf´n Kieker, Brooklyn ist hinter ihm her. Das wird sicher noch mega stressig für ihn.
Bin gespannt wie´s weitergeht.
Von:  salud01
2006-02-13T13:12:37+00:00 13.02.2006 14:12
XDDDDD als sie den zettel gefunden haben,...einfach zum todlachen!!!!^^
oh nein was hat tala bloß mit meinem ray vor????
anke fürs bescheid sagen!!beim nächsten kapi bitte wieder!!
sorry dass ich erst jetzt schreib, war im urlaub!!


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