7. Oktober - taz Artikel
Calafinwe
"Mit GoPros filmen die Terroristen das Blutbad, das sie dort anrichten. In einem Video schießen sie auf eine Reihe Dixi-Klos, in denen sich Menschen verstecken, Tür für Tür, als sei das ein Ego-Shooter-Spiel. Eine Dashcam auf dem Parkplatz zeigt, wie ein Terrorist einen auf dem Boden liegenden Mann, der sich tot stellt, aus nächster Nähe hinrichtet. In einem Video werfen sie eine Granate in einen kleinen Luftschutzbunker, auf Hebräisch Migunit genannt, in dem rund 30 Menschen Schutz suchen. Nach der Explosion erschießen sie die wenigen Überlebenden." "Manche Gäste rennen zu ihren Autos und fahren Richtung Ausgang, doch sie landen in einer Falle. Terroristen blockieren die Regionalstraße 232, die parallel zum Gelände verläuft, von beiden Seiten. Die fliehenden Besucher geraten unter schweren Beschuss." "Viele der bislang dokumentierten Vergewaltigungen ereignen sich beim Nova-Festival. Videos der Erstversorger zeigen tote Frauen mit entfernter Unterhose oder blutigem Schritt. Die Hände mancher Opfer sind festgebunden. Die Ha’aretz berichtete im April von 15 Überlebenden des Festivals, die Vergewaltigungen oder Gruppenvergewaltigungen gesehen hätten, fünf von ihnen haben bislang öffentlich darüber gesprochen." "Während eine Frau vergewaltigt worden sei, habe einer der Männer ihre Brust mit einem Teppichmesser abgeschnitten und diese zu einem anderen Mann geworfen. Die Zeugin habe auch gesehen, wie die Männer die Köpfe dreier enthaupteter Frauen mit sich getragen hätten." "Die psychischen Folgen des 7. Oktober belasten die Überlebenden bis heute, viele sind stark traumatisiert. Laut der Tribe of Nova Foundation, einer NGO, die von Omri Sasa und den anderen Organisatoren direkt nach dem Angriff gegründet wurde, sind drei Viertel der fast 4.000 Besucher in psychologischer Behandlung." "Für manche Überlebende kommen psychologische Angebote zu spät. [...] Bei einer Anhörung in der Knesset im Dezember sprach Dr. Tzvia Zeligman vom Tel Aviver Sourasky Medical Center, die zum Thema sexuelles Trauma arbeitet, von „vielen Suiziden“ unter Nova-Besucher*innen. [...] Dass nicht offen über dieses sensible Thema gesprochen wird, hat auch Gründe. In Israel ist Suizid ein Tabu, im Judentum ist er nicht erlaubt. Eine Beamtin des israelischen Außenministeriums, die unter der Bedingung der Anonymität mit der taz sprach, geht von „Dutzenden“ Fällen unter Nova-Überlebenden aus, wollte aber keine konkrete Zahl nennen."
Hier findet ihr den kompletten Artikel der taz.