FeenjaWesker Feloidea - Das WerkatzenDuett
Hier ein paar Leseproben, möglichst ohne viel Kontext, um dabei die Story nicht zu sehr zu spoilern. Es sind einfach nur ein paar Stellen, welche mir persönlich ganz gut gefallen haben :)
Vielleicht machen sie na neugierig auf mehr.
Linktree folgt am Ende des Posts.
Kapitel 1 ¦ Katzengesang
Noch während er überlegte, was er tun sollte, vernahm er wieder das finstere Knurren.
Dann, wie aus dem Nichts, wurde er am Bein gepackt und über den rauen Asphalt gezerrt. Sein Kopf knallte gegen irgendeine Metallstange und er sah für einen Augenblick Sterne. Dann wurde es hell, als er sich unter einer Laterne wiederfand und nun blickte er tatsächlich in das Antlitz des Todes.
Riesige, türkisgrüne Augen, inmitten eines gewaltigen Katzenschädels. Ein aufgerissenes Maul mit gefletschten, todbringenden Zähnen. Ohren mit dunklen Spitzen und ein aufgestellter Nackenkamm. Schwarzbraunes Fell mit einem wirren Muster aus Tupfen und Streifen.
Das Ding hatte eines seiner Beine gepackt, seine Klauenhand war so riesig, dass es Kyos Oberschenkel mit Leichtigkeit umfasste. Generell schien es nur aus Krallen, Zähnen und Muskeln zu bestehen und nun hatte es seine Beute endlich gefangen - bereit ihn zu töten.
Kapitel 5 ¦ Katzenmorgen
Gesichter über ihm - Alles verschwommen.
Licht - Viel zu hell.
Stimmen ganz leise - Viel zu laut.Wo war er?Kyos Augen huschten unruhig und ziellos suchend umher. Er nahm eine weiße Zimmerdecke wahr, hörte Stimmen, sah verschwommene Gestalten und spürte etwas auf seinem Gesicht. Die Luft die er atmete, schmeckte irgendwie eigenartig und er versuchte den Arm zu heben, um das störende Ding von Mund und Nase zu ziehen, doch jeder Muskeln in ihm protestierte, kaum dass er auch nur versuchte die Hand zu heben.
Hitze und Kälte, Licht und Lärm; alle Eindrücke strömten gleichzeitig auf ihn ein und er wollte schreien, um seiner Angst und Anspannung irgendwie Herr zu werden.
Aber kein Laut kam aus seiner Kehle.
Kapitel 8 ¦ Katzenwelt
Einer plötzlichen Eingebung folgend, ausgelöst durch eine Frage die ihm schon seit Stunden keine Ruhe ließ, platzte es aus Kyo heraus.
»Stjørdal?«, fragte er.
Plötzlich veränderte sich der gütige Gesichtsausdruck Satoshis und er wurde sehr ernst.
»Stjørdal ist ein Thema für sich.« Sogar seine Stimme hatte etwas unterkühltes angenommen, was eindeutig darauf hindeutete, dass man über diese Firma lieber nicht zu offen sprach.
»Egal was Sie auch tun, Kyo-san, gehen Sie diesen Leuten aus dem Weg! Man lebt ruhiger, wenn man niemals die Aufmerksamkeit von Erik und Johann Weilsteiner auf sich zieht.«
Seine Nackenhaare stellten sich unangenehm auf und er hatte das Gefühl zu frösteln, obwohl seine Haut noch immer fiebrig heiß war.
»Ich - «, er schluckte, um seine kratzige Kehle zu benetzen, »Hatte es nur in Ihrem Lebenslauf gesehen.«
»Manche Dinge, würde ich dort am liebsten raus löschen.« Satoshi wand den Blick ab und lenkte ihn kurz auf die Fotografie von Christine: »Und sprechen Sie SIE bitte niemals darauf an. Viele von uns werden von Dämonen verfolgt, die wir einst beschworen haben. Und Christine Jansens Ungeheuer, sind nach wie vor sehr lebendig.«
Kapitel 15 ¦ Katzenlicht
Erneut bewegte sich Kaorus Arm, doch nur um die Hand wieder in Kyos Nacken zu legen und ihn ein Stück zu sich zu ziehen.
»Wir kriegen das hin«, versprach er und berührte mit seiner Stirn für einige Sekunden die des Jüngeren. Kyo schloss die Augen, nickte leicht und allmählich entspannte sich sein unruhiger Geist ein wenig.
Die anderen waren da. Kaoru war da. Es würde schon irgendwie gehen.
»Und wenn nicht?«, fragte er trotzdem.
»Das überlegen wir uns, wenn es soweit ist.« Die Berührung verschwand, der Leader ging wieder auf Abstand. »Und nun lasst uns endlich arbeiten. So wie ich dich kenne, hast du bestimmt die letzten zwei Monate mehr Texte verfasst, als wie jemals in unserem Leben komponieren können.«
Die Antwort darauf, war ein bestätigendes Grinsen.
Kapitel 18 ¦ Katzenlust
»Alice«, antwortete sie schließlich und veranlasste ihn dazu, ein wenig zu grinsen.
»Nein«, meinte Kyo. »Das ist nicht dein richtiger Name.«
»Stimmt, aber Kyo ist ja auch nicht der deine«, erwiderte Alice, griff in ihre Jeans und holte ein Haargummi heraus, ehe sie ihre unordentliche Mähne zusammenband.
»Wieso Alice?«, fragte er, ebenfalls wieder ein wenig ruhiger. Kaum dass sich ihre offensichtliche Anspannung etwas gelegt hatte, war auch die seine etwas verflogen.
»Um dich im Wunderland zu begrüßen?«
Und plötzlich kehrte auch ihr geheimnisvolles Lächeln zurück, mit welchem er sie vor einer halben Stunde, unten vorm Hotel, kennengelernt hatte.
»Aber wenn du Alice bist, wer bin dann ich?« Kyo neigte den Kopf leicht auf die Seite, während er sie betrachtete.
»Das weiße Kaninchen?«, fragte sie, dachte dann aber über ihre eigenen Worte nach und tippte sich ans Kinn. »Hm, nein. Das weiße Kaninchen ist in dieser Geschichte bereits tot.«
»Und warum?« Irgendwie gefielen ihm ihre Gedankengänge. »Wer hat das weiße Kaninchen getötet?«
»Vielleicht war es Alice selbst«, flüsterte sie. »Vielleicht hat Alice das Kaninchen gefressen.«
Geschmeidig kam sie näher, neigte sich zu ihm und küsste ihn auf die Wange, bevor sie ihm zur Verabschiedung zuflüsterte.
»Willkommen im Wunderland, Kyo.«
Kapitel 21 ¦ Katzenbruder
»Wenn man Erfolg hat, dann bekommt man Druck von oben. Es geht dann nur noch darum, Gewinn zu erwirtschaften, die Erfolge zu feiern und die Musik so zu planen, dass sie von möglichst vielen Leuten gekauft wird.
Versteh mich nicht falsch, ich mag unsere Fans, so wie sie mittlerweile sind. Aber damals wurde es, bereits nach unserem ersten Album, unerträglich. Dir En Grey steht für Musik, die sich im Extremen bewegt. Wir wollen über die Themen sprechen, bei denen andere lieber schweigen.«
»Wurde es euch verboten?«, schlussfolgerte Yuuto vorsichtig.
»Sie haben es versucht und wollten aus uns eine dieser albernen Emo-Core Bands machen, weil sich das im Westen so gut verkaufte. Aber ich wollte das nicht.«
Er verschränkte die Arme vor der Brust und nahm nur am Rande wahr, dass der Jüngere einen Blick auf seine Narben warf. Kyo war es mittlerweile so gewohnt angestarrt zu werden, dass er es kaum noch registrierte.»Wenn man seine Kunst nur noch für andere macht und nicht mehr für sich selbst, dann versucht man irgendwann nicht mehr über das zu sprechen, was einen selbst bewegt, sondern erfüllt nur noch Erwartungen und Bedürfnisse. Ich war nicht bereit dazu, mich für die Lust anderer zu verhuren, Yuuto.«
Kapitel 29 ¦ Katzenseele
»Lieben Sie ihn?«
Furukawa wusste selbst nicht einmal, wo genau diese Frage plötzlich herkam. Aber er stellte sie, ehe er darüber nachdenken konnte. Möglicherweise hatte Kaoru jedoch damit gerechnet, denn er blieb absolut ruhig.
»Ja«, sagte er leise, ohne den Blick zu senken. »Aber nicht körperlich oder romantisch. Es ist irgendwie anders zwischen ihm und mir. Kyo ist distanziert und hat Probleme damit andere Menschen richtig zu lesen. Er zieht sich manchmal für Wochen zurück, taucht dann mitten in der Nacht wieder auf und nistet sich für Tage im Gästezimmer ein, ohne mit mir zu reden.
Er ist der komplizierteste und oft auch nervigste Mensch, den ich kenne. Aber trotzdem will ich für ihn da sein und ihm Halt geben, wenn er sich selbst mal wieder zu viel wird.«
»Sie wollen ihn beschützen?«
»Man kann Kyo nicht beschützen. Das lässt er nicht zu.« Kaoru lachte freudlos auf. »Wie soll man jemanden vor sich selbst beschützen? Wie soll man einen Menschen vor seinen eigenen Gedanken beschützen?
Kyo ist das Chaos, er verliert sich oft selbst in seinem eigenen Kopf, deswegen braucht er einen Anker. Dass eine normale Beziehung mit ihm unmöglich ist, können Sie sich ja vorstellen.«
Kapitel 32 ¦ Katzenworte
»Ich bin keine zweite Persönlichkeit, das weißt du«, wechselte er das Thema. »Ich bin lediglich der Teil, der in uns allen schlummert. Der primitive, welcher sich einen Scheiß um die Gefühle anderer schert. Der mit Gewalt auf Gewalt antwortet, der sich verteidigt und dem es nur darum geht, seine instinktiven Bedürfnissen zu stillen.«
»Du bist der Teil in ihm, der von der Erkrankung korrumpiert wurde.«
»Welcher genau?« Ein beinahe freches Grinsen untermalte die gefauchten Worte. »Die, die vorher schon da war, oder die Katze?«
Der Leader antwortete nicht darauf, beobachtete ihn einfach nur und spürte dass ihn die Angst und Sorge wieder mehr packte und er nur schwer gegen das Gefühl ankämpfen konnte, einfach aufzuspringen und dieses verfluchte Haus zu verlassen.
»Du hast recht«, gab Kyo nach einer Weile zu, in der keiner etwas sagte, nicht einmal die beiden Ärzte. »Jetzt im Moment bin ich die Katze. Zu realisieren, dass durch diese Hände ein Mensch gestorben ist, war zu viel. Der Mensch in mir, erträgt das nicht.«
Kapitel 35 ¦ Katzenwächter
»Stjørdal hat ein sehr starkes Eigeninteresse daran, eure Existenz geheim zu halten. Darum lassen sie euch, in solchen Fällen, auch einfach verschwinden.«
Noch während sein Gehirn all das verarbeitete, weiteten sich Kyos Augen vor Entsetzen.
»Wie bitte?«, keuchte er und schüttelte ungläubig den Kopf. »Sie töten uns? Warum?! Wieso ist es ihnen so wichtig, dass die Erkrankung geheim bleibt?«
»Weil ihr mehr als nur eine Krankheit seid!«, erwiderte der andere Mann streng. »Ihr seid eine Gesellschaft, innerhalb einer Gesellschaft, mit euren ganz eigenen Regeln.«»Ja, Regeln die von Stjørdal vorgeschrieben werden!« Er war zurecht aufgebracht und regelrecht angewidert, von dieser Erkenntnis. »Eine Hand voll Irrer bestimmt, wer leben darf und wer nicht. Was für eine Gesellschaft soll das bitte sein?«
»Eine der mächtigsten der Welt.« Kommissar Suzuki zuckte mit den Schultern. »Ich mache mir darüber Gedanken, seit ich von euch weiß. Und die Wahrheit ist, dass Stjørdal deshalb so viel Wert auf eure Geheimhaltung legt, weil es die Grundlage ihrer Macht bildet.Die einflussreichsten Konzerne der Welt, operieren vorwiegend im Hintergrund; versteckt vor den Augen der Öffentlichkeit. Auf diese Weise kann Stjørdal der Regierung auch die Pistole auf die Brust setzen und sie dazu zwingen, nach ihrer Pfeife zu tanzen.
Was denken Sie, was passieren würde, wenn diese Krankheit global bekannt wird? Denken Sie an eine Pandemie, bei der sich tausende Menschen plötzlich unbemerkt anstecken und sich das Virus, binnen kürzester Zeit, rasend schnell verbreitet.«
Interesse geweckt?


