Zum Inhalt der Seite



Ich und die andere oder besser wir

Autor:  Muriku
Auf dem Tisch liegen die abgebrannten Streichhölzer. Seit Barbara und ich in die andere Wohnung gezogen sind, machen wir immer Kerzen an. Die schwarzen Köpfe sehen Menschen ähnlich. Es sind traurige, magere Menschen in schwarzen Kutten. Eines sieht ein bisschen aus wie ein Hund. Im Radio steckt die eine Kassette, die ich gestern erst dort gefunden habe. Rosenstolz. Das habe ich früher dauernd gehört. Früher, als ich ganz schrecklich verliebt war. Und jetzt? Jetzt höre ich es wieder und der Rest, der stimmt wohl auch. Dabei ist das gar nicht mehr mein Musikgeschmack. Rosenstolz hat dieses andere Mädchen immer gehört. Das, das ich irgendwie nicht mehr bin, aber vielleicht auch nur viel mehr als ich je gedacht hätte. Dieses Mädchen hat getanzt, als ob keiner zusieht. Geht ja gar nicht anders, kann ja nicht tanzen. Dann müsste sie es schon ganz sein lassen. Dieses Mädchen hat mit fremden Menschen geredet und mit solchen, die es nicht leiden können oder von denen sie das zumindest glaubt. Dieses Mädchen hat viel zu viel getrunken, aber es hat alles seine dunklen Seiten. Das geht auch wieder vorbei. Das andere Mädchen hätte ihn bestimmt nicht nochmal nach einem Kaffee gefragt, dieses hier hat beschlossen, die Sache nun endlich selbst in die Hand zu nehmen, sie liefert sich ihm auf Gedeih und Verderben aus, hat aber gute Chancen, das ganze zu einem Ende zu bringen - zu welchem, wird sich zeigen. Dieses Mädchen lacht laut, zieht sich die Mütze über den Kopf, lackiert die Nägel blau und macht den Mund weit auf. Mal gucken, wie lange dieses Mädchen durchhält... Manchmal kommt auch das andere Mädchen noch. Ich finde, sie sollten lernen, sich zu vertragen. Irgendwie gehören sie ja zusammen. Ich frage mich, welches Mädchen Texte schreibt, zeichnet, fabuliert und nun auch Filme machen wird. Ich hoffe, es sind beide. Dann braucht man schon mal keine Angst vor Einseitigkeit zu haben.
Im Moment bin ich ein bisschen durcheinander, aber sehr glücklich.
Irgendwie lebendig.
Avatar
Datum: 10.10.2009 23:52
Glücklich. und irgendwie lebendig. exakt diese worte verwende ich auch wenn ich meinem schwarm erkläre warum ich ihn liebe obwohl er mich nie lieben wird |D dass ich so halt mich fühle.
cool. na bin gespannt wo ihr wohnt. ihr mögt eine etage weiter oben wohnen, dafür habe ich den kater. der immer wieder zu besuch kommt, sich frech auf die papiere auf meinem zimmerboden setzt und ab und zu vom boden direkt auf meinen laptop springt wenn ich gerade ein videoseminar habe. gott, wie ich ihn liebe. und nicht leiden kann dass die tür für ihn offen sein muss wenn es kalt ist. aber wir haben respekt voreinander. oder so.
Imagination WORKS Für eine bessere Bilderwelt.


Zum Weblog