Was tut man...
Autor: Yuiren
Wenn der Schmerz einem alle Sinne zu rauben vermag, und man sich doch nur noch mehr von ihm wünscht, erträumt, und mit ihm dahin fließen will, im Fluss voller Blut, Leid und Klagen, nur um zu vergessen, was man niemals vergessen wird.
Ein kleiner Funken leuchtet immer, scheint Weg zu zeigen und doch nur zu verwirren, ein Lichtlein, was man selbst ist, in sich, im Herzen, und doch nur etwas, was man aus pusten möchte, um endlich Ruhe zu haben, in unendlicher Stille.
Ich will fliehen, wünschte, ich könnte all dem entgehen, fliegen... aber was ist aus meinen Flügeln geworden? Verleugnet, ausgelacht, versteckt, abgerissen... –ich werde niemals fliegen können, niemals mehr richtig, und mein Lachen wird nicht mehr klar und rein erklingen, sondern nur noch unter einer Maske, die ewig bleibt, dicht auf der Haut liegend und unerkannt, und doch alle Emotionen versteckend, sodass ich perfekt in das Spiel passe... das Spiel, was ich so gut spiele und doch hasse, in das ich rein geboren wurde und so schnell lernte, wie grausam es ist, eine Magie aus Puppen und Schachspielern, mit Geschick und doch nur aus Langeweile einer Macht gewebt, die für den Mensch nicht einmal zu erahnen ist. Einem Spiel, welchem ich so oft entfliehen wollte, und doch nur mit so harten Strafen gezüchtigt wurde, dass ich es kaum noch wage, auf die vernarbten Arme zu schauen, wo ich doch noch das Blut über die Haut laufen spüre...
Was tut man, wenn man nicht einmal mehr weinen kann, alle Tränen längst getrocknet sind und verbannt, in ein Reich ohne Lachen, grau und fahl, wenn man nicht einmal erahnen kann, wie es war, wenn ein Tropfen über die Wange kullerte. Was tut man bloß?
Man kann nicht weinen, man kann nicht weglaufen, man kann nicht schreien, man kann nicht einmal mehr bluten...oh,was kann man nur tun?
